Tag: Wahrnehmung

Seeing yourself see

12. November 2014 von Kerstin

blickwinkel(Ich sehe was, das Du nicht siehst)

Es nähert sich das Ende des Jahres und damit auch die Frage: Wie geht es weiter in der Inspiration Lounge?

Lasst Euch sagen: wir haben so einiges vor, an dem wir hinter den Kulissen schon fleißig arbeiten. Dazu gehört u.a., dass wir ab 2015 auch den Bereich Wissenschaft im Rahmen unserer Inspiration Lounge Veranstaltungen und ebenfalls hier mehr ins Blickfeld bringen werden. Wir werden Euch Vorausdenker und -macher näher bringen, die – in guter Inspiration Lounge Tradition – via Interviews Einblicke in ihre Tätigkeit, ihr Wissen und ihre Forschung geben und damit neue Perspektiven auf Leben, Mensch und Welt ermöglichen.

Wir möchten auf diese Weise, neben unseren Interviews mit Machern aus Kunst, Kultur und Ökonomie, noch einen weiteren Weg eröffnen, gängige Pfade und Paradigmen zu hinterfragen sowie zu zukunftsfähigen Blickwinkeln, Ideen, Denk- und Vorgehensweisen aufzubrechen. Anders gesagt: es geht uns darum, jede Menge Inspiration zu einer Bewusstseinsentwicklung und einem nachhaltigen Bewusstseinswandel zu liefern. Schließlich bestimmt die Art, wie wir die Dinge um uns herum wahrnehmen und einordnen, weil wir es lange so gelernt und getan haben, unser Denken und Handeln. Und: wie bekannt, gibt es wirklich genügend »Baustellen« im engeren und weiteren Umfeld, denen nur mit konsequentem Umdenken und Umhandeln beizukommen sein wird. Also, nicht lange gewartet – auf geht’s.

Als Vorgeschmack auf kommende Inspiration Lounge Live- und Onlinebeiträge habe ich den Vortrag Seeing myself see des Neurowissenschaftlers Dr. Beau Lotto ausgesucht. Er liefert, wie ich finde, viele verblüffende Beispiele dafür, dass kein Mensch objektiver Beobachter ist, sondern in seiner Wahrnehmung abhängig vom Umfeld und den eigenen Erfahrungen. Eine gelungene Anregung, die existierende Vielfalt individueller Betrachtungen mehr wahrzunehmen und, auch in der Zusammenarbeit mit anderen, mehr zu schätzen. Noch dazu ein klasse Feedback für den nächsten Menschen, der uns »die eine Lösung«, den ultimativen Tatsachenbericht oder ein Paradigma als die wahre Natur der Dinge verkaufen will.

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Kunst und Wahrnehmung – die Veranstaltung_Part II

06. November 2011 von Kerstin

(Matthias Beckmann | live zeichnend bei Kunst + Wahrnehmung)

Wer denkt, der Abend sei damit schon beendet gewesen – weit gefehlt. Ausgehend und inmitten der zuvor betrachteten Zeichnungen hatten unsere Gäste zahlreiche weitere Ideen und Fragen. Wie ist das denn mit den einzelnen Zeichnungen, sind alle Gegenstände und Räume darauf immer perspektivisch korrekt wiedergegeben? Matthias Beckmann erklärt: »Mir ist wichtig, dass die Gesamtkomposition des Bildes stimmt und gut aussieht. Ich zeichne Räume und Gegenstände so, wie ich sie sehe. Wenn ich beispielsweise eine Figur betrachte und sehe davon den Kopf und einen stark verkürzten Rumpf, zeichne ich das genau so. Wenn ich anfangen würde, mich damit zu beschäftigen, dass die Figur ja auch noch Beine und Füße hat, die ich nur gerade aus meiner Position nicht wahrnehmen kann, wäre es mit meiner Konzentration auf die Darstellung des für mich zu Sehenden vorbei. Ich arbeite auch nicht mit Fluchtpunkten, um ganz korrekte Perspektiven zu erstellen. Das wäre für mich unnatürlich, denn dieses Fluchten entspricht gar nicht unserer eigentlichen Wahrnehmung. Wir sind nicht starr an einem Punkt mit einer festen Perspektive, sondern bewegen uns, unseren Kopf und unsere Augen permanent.«

(Konzentration)

Nächste Frage: »Verwendest Du für Deine Zeichnungen neben Stift und Papier auch andere Hilfsmittel, beispielsweise bestimmte Zeichensoftware?« »Nein, mache ich nicht. So praktisch solche Möglichkeiten für andere sein mögen, ich bin mit meinem Bleistift schneller und direkter als ich mit solchen Programmen je sein könnte. Auch für meinem zweiten Film double world, der hier im Rahmen der Ausstellung zu sehen ist, habe ich daher keine anderen technischen Hilfsmittel verwendet.« (Anmerkung der Redaktion: das war, logisch, auch schon im ersten Film von Matthias Beckmann so. Der Film heißt bezeichnenderweise No tricks.)

Zum Abschluss unseres Wahrnehmungsaustauschs noch eine Aussage, die eine wunderbare Anknüpfung zu seinem Beginn darstellt: »Die Zeichnungen haben, wie ich finde, etwas wirklich Philosophisches, und auch ich hatte die ganze Zeit den Begriff Poesie im Kopf. Da es hier gerade um exakte realistische Darstellung und ganz korrekte Perspektiven ging: ich würde einen Teufel tun, mir zu wünschen, die gezeichneten Motive beispielsweise als Fotografie zu sehen. Das würde alle Poesie zerstören.«

(Austausch)

Genau der richtige Moment, damit Matthias Beckmann unserer Runde die Zeichnungen zeigt, die er während des gemeinsamen Abends gefertigt hat. Wir sind erstaunt, wie man einzelne Situationen eines recht kurzen Zeitraumes so stimmig einfangen kann. Klasse auch, dass ebenfalls unsere Gäste die während des Abends von ihnen gezeichneten Eindrücke zeigen. Und interessant, dass verschiedene Personen, jeder auf seine Weise, ganz ähnliche Momente und Bilder festgehalten haben.

(Die Live-Zeichnungen von M. Beckmann | entstanden während des Abends)

(Emmanuel Walderdorff und Gäste)

Dann kam das, was kommen musste. Nach eingehender visueller und akustischer Wahrnehmung folgen diejenigen für den Gaumen. Emmanuel Walderdorff hatte auch hier den richtigen Riecher für’s Außergewöhnliche. Zu erstklassiger Salami von Reh und Wildschwein wurden ein Himbeer- und ein Pflaumenschnaps gereicht, beide von einem Bauern in Frankreich hergestellt, der jegliches Obst für seine Schnäpse selbst sammelt. Klar, dass der nächste Austausch darüber stattfand, wem, was, warum am besten schmeckt.

(Im Reich der Sinne | Wildschwein versus Reh)

Ein inspirierter Abend lebt durch seine Gäste. Danke an Euch. Schon bald gehen wir in die nächste Runde von »Kunst und Wahrnehmung«.

So long.

Ausstellung »Der Gast« Matthias Beckmann, zu Gast: Hans Pfrommer
Galerie Emmanuel Walderdorff, Jülicher Str. 27, Köln
Ausstellungsdauer 4.11.2011- 14.01.2012

Kunst + Wahrnehmung | > Part I

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Kunst und Wahrnehmung – die Veranstaltung_Part I

04. November 2011 von Kerstin

(inspiration lounge | Emmanuel Walderdorff Galerie _Kunst + Wahrnehmung)

Bekannte Sicht- und Vorgehensweisen bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und zu ändern, um dadurch zu neuen Blickwinkeln, Ideen und Wegen zu gelangen – darum geht es uns in der Inspiration Lounge.

Da wir seit vielen Jahren Kunstausstellungen und Galerien besuchen, begannen wir vor einiger Zeit, unser Verhalten während dieser Besuche genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei fiel uns immer wieder auf, wie sehr wir (und längst nicht nur wir) damit beschäftigt sind, eine unglaubliche Fülle an Kunstwerken und Eindrücken in kurzer Dauer aufzunehmen – geschuldet insbesondere der heute alltäglichen Vorliebe für Zeiteinsparung. Überall Terminstress und Optimierungsdruck – Leben in Eile.
Nun mag es Meister der Simultanwahrnehmung geben, wir kamen dagegen zu dem Ergebnis, dass wir auf diese Weise vor allem flüchtige Einblicke mitnehmen. Kann man das nicht auch anders machen, haben wir uns deshalb gefragt. Schön wäre die Form der Entschleunigung: sich bewusst mehr Zeit für das Betrachten einzelner Werke zu nehmen, die Dinge tatsächlich auf sich wirken zu lassen und auch mit anderen in Austausch darüber zu treten.

Unsere Idee: eine Veranstaltungsreihe, die das bekannte Multi-Tasking beiseite lässt, um Raum für eine eingehendere Wahrnehmung von Kunst und Miteinander zu schaffen. Mehr Konzentration, mehr Intensität.

Wie das so ist mit der Umsetzung von Ideen: man braucht die richtigen Partner, den richtigen Ort und die richtige Zeit. Ist dazu auch noch Glück im Spiel, trifft man, wie wir, auf Emmanuel Walderdorff, der seit zehn Jahren in Köln seine Galerie betreibt und auf die Schilderung unserer Idee »Ich bin dabei« sagt.

Gesagt, getan. Los ging es mit der Planung. Wie schaffen wir es, im Rahmen einer Veranstaltung in der Galerie einen besonderen Ort für konzentrierte Wahrnehmung von Kunst inklusive Austausch in persönlichem Rahmen zu geben? Wir begannen, Ideen zusammenzutragen. Ein perfekter Anlass für den ersten Veranstaltungsabend war schnell gefunden: die Ausstellung »der Gast, Matthias Beckmann, zu Gast: Hans Pfrommer«, die heute in der Galerie Emmanuel Walderdorff beginnt. Wunderbar, das Thema »der Gast«, wenn wir selbst Gäste einladen wollen, dachten wir uns und entschieden, unser Projekt »Kunst und Wahrnehmung« zwei Tage vor der Vernissage stattfinden zu lassen.

(Matthias Beckmann | der Aufbau)

Letzten Mittwoch war es soweit. Am Vormittag in der Galerie, der Aufbau der Ausstellung ist im vollen Gange, nochmals kurze Absprache mit Emmanuel Walderdorff und Matthias Beckmann über den geplanten Veranstaltungsablauf. Wir entscheiden, den Gästen am Abend ausschließlich die  Werkserie zu zeigen, die Matthias Beckmann während eines Gastaufenthalts bei dem Künstler Hans Pfrommer von dessen Atelier gezeichnet hat. Als Ergänzung zu der Werkserie ist in einem anderen Raum der Galerie sogar ein Teil des Ateliers von Hans Pfrommer aufgebaut, so dass sich immer wieder Bezüge zwischen Zeichnungen und nachgebildeter Real-Ateliersituation herstellen lassen.

(Opening der Veranstaltung | Kunst + Wahrnehmung)

Ab 20.30 Uhr kommen die Gäste. Sie wissen, dass sie Zeichnungen von Matthias Beckmann sehen werden, dass die Ausstellung »der Gast« heißt und es an diesem Abend um eine eingehendere Art der Wahrnehmung gehen wird. Mehr haben wir nicht verraten, um die Wahrnehmung nicht schon vorab in bestimmte Richtungen zu drängen. Alle beginnen damit, die einzelnen Zeichnungen Beckmanns aus der »Gast-Serie« zu betrachten. Zur Unterstützung gibt es Stifte, Papier und die Möglichkeit, das Betrachtete zu zeichnen, um den Werken auf diese Weise noch näher zu kommen. Wir sind sehr gespannt, wer die Möglichkeit nutzt und freuen uns sehr zu sehen, wie viele unserer Gäste es gerne tun. Auch Matthias Beckmann greift zu seinem Stift und Zeichenblock. 30 Minuten vergehen in sehr konzentrierter Atmosphäre, dann bitten wir zu Tisch.

(Emmanuel Walderdorff über die Idee von »der Gast« )

Nach der Vorstellung unserer Veranstaltungsidee schildert Emmanuel Walderdorff, wie sein Gedanke entstand, der Matthias Beckmann zu Hans Pfrommer brachte und damit Ausgangspunkt einer Werkserie wurde, die Beckmann inzwischen in mehr als 60 Berliner Künstlerateliers führte. Matthias Beckmann war zu Gast in Pfrommers  Atelier und hielt Arbeit und Umfeld des Künstlers zeichnerisch fest, auf dass wir beides nun über das Betrachten der entstandenen Zeichnungen wahrnehmen können. Wir also zu Gast bei Emmanuel Walderdorff und sozusagen auch bei Matthias Beckmann und Hans Pfrommer – eine wirklich runde Wahrnehmungssache.

Natürlich wollen wir Matthias Beckmann an diesem Abend nicht davonkommen lassen, ohne dass er einige Fragen beantwortet. Keine Inspiration Lounge ohne Interview. Auf die Frage »Wie war es, zu Gast bei Hans Pfrommer?« startet ein lebhafter Austausch. Was haben unsere Gäste mittels der Zeichnungen von Matthias Beckmann wahrgenommen von dessen Aufenthalt bei Hans Pfrommer?

Die erste Antwort: »Mich fasziniert absolut die Linienführung in den Zeichnungen von Matthias Beckmann, diese Klarheit, die durch kein Absetzen des Zeichenstiftes unterbrochen wird. Gleichzeitig finde ich in den Zeichnungen eine Poesie, die mir Hans Pfrommer als Mensch nahe bringt.«

Gleich mehrere Gäste stimmen ein, auch bei ihnen sei durch die Betrachtung der Zeichnungen der Eindruck entstanden, Hans Pfrommer bereits gut zu kennen. Wesentlichen Anteil daran habe, dass die Zeichnungen in großem Detailreichtum Gegenstände aus Pfrommers Atelier zeigen und man sich so ein ganz gutes Bild von deren Besitzer machen könne. Darauf kommt ein erster Einwand: »Aber ist das nicht auch Interpretation, weil man die Gegenstände, die man zu kennen denkt, eigentlich nur auf sich selbst und das eigene Erlebte bezieht und so versucht, Bezüge zu Hans Pfrommer herzuleiten?«

Matthias Beckmann schaltet sich ein: »Wenn ich zeichne, versuche ich das Nebeneinander von einzelnen Dingen so wiederzugeben, wie es erscheint. Ich setze einzelne Gegenstände nicht in den Fokus, weil sie mir wichtiger erscheinen als andere, sondern versuche, mir eine gewisse Distanz zu bewahren. Sie erlaubt mir, vermeintlich unbedeutende Dinge gleichwertig zu vermeintlich sehr Bedeutenden zu sehen und festzuhalten. Genau dieses Nebeneinander von wichtig und unwichtig ist ja tatsächlich allgegenwärtig. Ich habe deshalb auch nicht bestimmte Gegenstände im Atelier von Hans Pfrommer auf meinen Zeichnungen hervorgehoben, nur weil sie für mich und mein Erlebtes eine besondere Bedeutung haben. Was ich allerdings mache, sind Einzelheiten zu betonen, indem ich teilweise Beschriftungen mitzeichne, die Gegenstände tragen. Beispielsweise zeichne ich die Schrift auf einen Plattencover oder einem Buch, das in Hans Pfrommers Atelier zu sehen ist. Dadurch bekommt dieser Gegenstand eine Bedeutung und ich spiele ein bisschen mit der Wahrnehmung oder auch der Identifikation des Betrachters, der natürlich geneigt ist, Verbindungen zwischen gesehener Zeichnung und sich selbst herzustellen.«

(Wahrnehmung und Annäherung)

Während Matthias Beckmann und einige Gäste wieder zu Stift und Block greifen, fällt mir ein, dass ich vormittags beim Ausstellungsaufbau drei weitere Zeichnungen von Matthias Beckmann gesehen hatte: ebenfalls wunderbare Beispiele für das Spiel mit gezeichneter Schrift, Wahrnehmung, Bedeutung und persönlicher Assoziation. »Wenn Ihr alle schon wüsstet, welche Zeichnungen übermorgen dort an der Wand hängen werden, wo jetzt nur die Nägel zu sehen sind. Wir hätten zum Thema Schrift und persönliche Einordnungsversuche schier unerschöpflichen Gesprächsstoff.«

»Ja, dann sehen wir uns am Freitag zur Vernissage,« wird sofort beschlossen. Neben den Zeichnungen von Matthias Beckmann werden dann außerdem sein neuer Film double world sowie ausgewählte Werke von Hans Pfrommer zu sehen sein. Übrigens, auch Hans Pfrommer ist dann dabei – zu Gast in der Ausstellung seines Gastes. Da kann einem fast ein bisschen schwindelig werden…

Fortsetzung folgt…

Ausstellung »Der Gast« Matthias Beckmann, zu Gast: Hans Pfrommer
Galerie Emmanuel Walderdorff, Jülicher Str. 27, Köln

Vernissage 04.11.2011, 18-22 Uhr
Ausstellungsdauer 4.11.2011- 14.01.2012

Kunst + Wahrnehmung | > Part II

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Augmented Reality

12. September 2011 von Kerstin

Seit wir unser Projekt kreativ bewegen gestartet haben, wurden wir schon mehrere Male gefragt, was wir dabei so alles erleben. Hier eine kurze Zwischennotiz: auf ganz natürlichem Weg stellt sich bei uns eine Wahrnehmungserweiterung ein. Seit Felix uns dazu gebracht hat, mehr nach draußen zu gehen, um dort nach unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten zu forschen, entdecken wir vorhandene Umgebungen völlig neu. Was bisher die Treppe zur Bibliothek um die Ecke war, ist inzwischen zum Übungsparcours geworden. Spielplätze mit ihren Klettergerüsten sind echte Herausforderungen, und selbst die Bänke vor dem E-Raum der Uni werden unter Muskeleinsatz umfunktioniert.

Interessant ist aber nicht nur die andere Nutzung, es ist schon allein die veränderte Sicht auf die Dinge um einen herum. Wir durchstreifen die Orte anders, und diese spielerische Auffassung macht mehr Spaß, als ich je zuvor gedacht hätte.

Noch etwas ist dabei schon passiert, denn immer wieder, wenn wir Orte umnutzen, werden wir zunächst neugierig, manchmal auch verwundert oder belustigt beobachtet. Es ist für mich eine echte Erfahrung, dadurch zu bemerken, mit wie wenig und nur etwas aus dem alltäglichen Rahmen fallenden Bewegungen wie viel Erstauen oder Kopfschütteln auszulösen ist. Noch interessanter finde ich, welche Menschen das stumme Schauen einstellen, um auf uns zuzugehen und zu fragen, was wir da eigentlich aus welchem Grund tun. Wir hatten auch bereits eifrige Mitmacher, es gab sogar Szenenapplaus und Spontandiskussionen über die körperliche und geistige Bewegungsarmut unserer Gesellschaft. Jedes mal neue Eindrücke.

Was da vor sich geht, denke ich inzwischen, ist die natürliche Form von Augmented Reality – ganz ohne Netz und doppelten Boden. Bereicherte Wahrnehmung ohne Akku und Vertragsbindung, man selbst als Wandler und Medium. Da wirkt sogar der Lieblingssatz von Marshall McLuhan auf einmal in neuem Licht.

Schon komisch, wie einfach das ist und gleichzeitig so einfach zu übersehen.

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