Tag: Video

Kehraus.

18. Januar 2012 von Chris

(Auf-zu, aus der Videoinstallation visual therapies, 2009)

Zur Finissage der Ausstellung Matthias Beckmann »Der Gast« werden Kurzfilme von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern gezeigt:

Sonja Alhäuser, Frederik Foert, Myriam Thyes, Klaudia Stoll & Jacqueline Wachall, Ute Reeh, Gudrun Kemsa, Aline Helmcke, Dirk Schaefer, Esther Horn, Eberhard Weible, Sebastian Rogler, Bettina Munk, Armin Subke, Jörg Mandernach, Matthias Müller.

Emmanuel Walderdorff Galerie

Jülicher Str. 27 | 50674 Köln | 20. Januar 2012 | 20:00 Uhr

Überzeugungstat

24. August 2011 von Chris

(Filmausschnitt Maix Mayer: Die Urbanisten, 2009)

Es beginnt harmlos. Eine Prozession irgendwo in einer ländlichen asiatischen Region. Geschmückte Wagen werden gezogen, Menschenmassen schieben sich langsam aneinander vorbei. Auffallend viele Motorradfahrer scheinen unterwegs zu sein. Dicht vermummt stehen sie am Straßenrand. Ruhig  fängt die Kamera die Situation ein. Plötzlich ändert sich alles. Die ersten Explosionen. Feuerstrahlen schießen aus den gezogenen Wagen. Erst vereinzelt, dann mit einer unglaublichen Intensität. Dann herrscht Chaos. Flammen und Geschosse, ähnlich einer Stalinorgel, prasseln auf die Menschen ein. Sie drängen sich aneinander, stieben teils wieder auseinander, werden getroffen, straucheln, stehen wieder auf, sind eingehüllt in einer Wand aus Feuer und Rauch.

Was sich wie ein Attentat- oder Untergangsszenario anhört, ist in Wirklichkeit das traditionelle Neujahrsfest in Taiwan. Die mit Motorradhelmen und jeglicher Art von Schutzkleidung umhüllte Menschen lassen sich mit Absicht von den Feuerwerkskörpern treffen, laufen bewusst in diese hinein, da dieses Ritual Glück und Reichtum verspricht. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei, das Licht geht an. Die Leute um mich herum kommen aus dem Staunen nicht heraus. Thomas Fuhlrott lächelt zufrieden. Wir befinden uns nicht irgendwo in einer hippen Aktionsgalerie in Berlin, sondern mitten in einem Gewerbegebiet in Grünstadt an der Deutschen Weinstraße. Was wir gerade sahen, war die Videoinstallation »Das Restreale« des Leipziger Künstlers Maix Mayer.

Später unterhalten wir uns mit Thomas Fuhlrott, Hauptinitiator dieser Ausstellung bzw. Film- und Video Lounge im Didier-Gebäude.

Was hat uns an der Ausstellung fasziniert? Natürlich die gezeigten Filminstallationen von Maix Mayer, der momentan auch im Arp Museum ausstellt.

Ebenfalls besonders erwähnenswert: Thomas Fuhlrott ist kein Galerist oder Künstler. Er ist Gründer des Unternehmens zait und handelt mit Olivenöl. Zu diesem Zweck hat er nicht nur ein besonderes Konzept entwickelt. Er legt Wert darauf, wirtschaftliches Handeln stetig mit kultureller Tätigkeit zu verknüpfen, um konsequent über das Wirtschaftliche hinauszudenken. Dabei geht es darum, Ideen auf die eigene Weise zu verwirklichen, weil einem viel daran liegt. Zum Beispiel weil man, wie in diesem Fall, von der Arbeit eines Künstlers persönlich begeistert ist, diese Begeisterung mit den Menschen im eigenen Umfeld teilen will und daher den Künstler an einen Ort holt, welcher mit Ausstellungen dieser Art nicht verwöhnt ist. Es geht auch darum, dafür Aufwand und eigene Mittel zu leisten, auch wenn man kein Großunternehmen mit gut ausgestatteter Kulturstiftung ist. »Wenn es mir wichtig ist, dann muss ich eine Sache doch realisieren und muss mir eben auch überlegen, wie ich das mit meinen Mitteln schaffe. Nichts ist blöder, als der Satz: man müsste mal…, und dann passiert nichts, weil alle warten, bis jemand mit viel Geld kommt und das Ganze in die Hand nimmt. Wie oft passiert das? Und offen gesagt: viele von uns hätten doch einige Möglichkeiten, gute Ideen zu realisieren. Man ist oft zu sehr daran gewöhnt, sich irgendwie auf andere zu verlassen oder zu sagen: das schaffe ich nicht. Aber so hätte ich Maix Mayer niemals nach Grünstadt gekriegt.«

Da bleibt bis auf zwei Fragen nichts hinzuzufügen: Da Grünstadt eigentlich überall ist, wer ist für uns, wer ist für euch Maix Mayer? Welche Idee ist unsere, welche ist eure Ausstellung?

Interview mit Veit Landwehr

16. Dezember 2010 von Kerstin
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»Ich bin total verspielt.«

Veit Landwehr ist Architekt, entwarf und baute Häuser, gründete eine Filmproduktion, verdiente seine Brötchen als Schlagzeuger und arbeitet heute u.a. als Architekturfotograf. Kurz gesagt in seinen Worten: »Ich habe, glaube ich, schon so ziemlich alles gemacht, womit man Geld verdienen kann.«

Seit 2002 ist Veit Landwehr »in der Mitte von all dem« Bildender Künstler. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt. Auch im Bereich Kunst macht sich seine Leidenschaft bemerkbar, immer wieder in neue Themen einzusteigen und sich auf diese Weise ständig neues Know-how anzueignen. Das Spektrum seiner Werke ist absolut vielfältig. Es umfasst zweidimensionale Arbeiten auf Papier und anderen Materialien, Fotografien, Film- und Videoprojekte sowie zahlreiche Installationen.

Gemeinsame Ausgangspunkte der verschiedenen Werke von Veit Landwehr sind dabei seine genaue Beobachtung des alltäglichen Umfelds und eine ordentliche Portion Spieltrieb, von dem auch das Publikum ein ums andere Mal angesteckt wird. Wer hat sich hier beispielsweise noch nie gewünscht, endlich die Klingel am Hauptportal des Kölner Doms zu drücken, auf dass sich der Dicke Pitter oder sogar Kardinal Meissner höchstpersönlich in Bewegung setzen mögen? Und überhaupt: zeigt sich nicht gerade an vielen verschiedenen Orten der Republik, dass so mancher von uns gerne endlich mehr mitspielen würde, wenn er nur dürfte? Die Arbeiten von Veit Landwehr beantworten diesen Wunsch mitzumachen immer wieder genauso klar und deutlich, wie sie ihn ansprechen.

Da Veit nach eigener Aussage Sachen immer nur so lange macht, bis er sie gut kann, um dann etwas Neues zu machen, ist völlig klar: Veit Landwehr wäre nicht Veit Landwehr, wenn er nicht schon wieder neue Ideen realisieren würde. Und so wurde ich während des Interviews nicht nur ganz offiziell zur Pappnase. Gemeinsam mit Tom May hat Veit Landwehr inzwischen auch den mit einsatzbereiter Table Dance-Stange versehenen Tisch MOD.011 entwickelt, der in diesem Jahr auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Produkt, Kunst, Kulturstatement…

Seht selbst.

hundert Bücher-hundert Städte

10. März 2010 von Kerstin

LitMarathon2010- (click the pix) Am 12. und 13. März findet der 24-Stunden Literaturmarathon von WDR 5 im Rahmen der lit.cologne statt. Unter dem diesjährigen Titel hundert Bücher – hundert Städte treffen wieder zahlreiche Autoren, bekannte Gesichter und Stimmen als Vorlesende sowie zahlreiche Literaturfans aufeinander.

Mitten drin findet sich auch in diesem Jahr wieder unser Interviewpartner Martin Haußmann, der die vorgelesene Literatur am Freitag, 12. März im Kleinen Sendesaal ab 22.00 Uhr live mit seinen Illustrationen bebildern wird. Das Enstehen der Zeichnungen kann während der Lesung unmittelbar mitverfolgt werden.

Aus den vergangenen Jahren wissen wir, dass die Veranstaltung meist übermäßig gut besucht ist. Gute zeitliche Koordination ist daher angesagt, wenn man auf die besten Plätze spekuliert.

Für alle, die nicht vorbeikommen können, gibt es einen Videostream.

Wir sind unterwegs – unterwegs zur Musik

04. März 2010 von Chris

unterwegs (click the pix) Am Freitag startet die Temporary Gallery Cologne neu durch.
In diesem Rahmen zeigt Lokal_30 aus Warschau Zuzanna Janin ALL THAT MUSIC & ZJ invites inklusive Videos verschiedener Künstler aus 5 Ländern.

Vernissage: Freitag, 5. März,  19.00 Uhr. Am Samstag, 6. März, gibt es von 12-15 Uhr ein Frühstück mit den Künstlern.