Tag: Umwelt

Inspiration Lounge TALKS 2013

23. April 2013 von Kerstin

Am 27. April 2013 finden die nächsten Inspiration Lounge TALKS in der Art68 in Köln statt.

Die Inspiration Lounge TALKS geben Impulse, unsere Denk- und Handlungsroutinen zu hinterfragen und zu ändern, um das eigene Leben, Umfeld und so auch ein Stück weit die Welt besser zu gestalten. Sie zeigen Ideen und geben Einblicke in Lebens- und Arbeitsweisen, in Forschung und künstlerisches Schaffen, die uns auffordern, Sinne und Wissen zu erweitern, neue Möglichkeiten und Fähigkeiten zu entdecken.

Über das Streben nach unbegrenztem Wachstum und Gewinnmaximierung, das Ökonomie, Kultur und Gesellschaft nach wie vor prägt, ist die Welt zur Ressource und Ware geworden. Wir wurden zu Verbrauchern und längst selbst auch zu Produkten, die wie alles ihren Preis haben. Höchste Zeit, bewusst aus dieser Situation aufzubrechen und erfrischend andere, zukunftsweisende Perspektiven und Wege zu entwickeln, die in Einklang mit Mensch und Umwelt stehen.

Im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS versammeln wir ausgewählte Vorausdenker und –macher aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft, die in Interviews und mit Ausschnitten ihres Schaffens Beispiele  geben, wie uns das gelingen kann. Anregungen und Herausforderungen, das eigene Leben und Umfeld nicht als Zuschauer zu betrachten, sondern selbst und auch gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen. Freut Euch auf interessante Interviews, außergewöhnliche Blickwinkel, auf Kunst und Musik und kommt vorbei.

Wir laden alle Interessierten herzlich zu den Inspiration Lounge TALKS ein. Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf Euer Kommen und einen inspirierenden Abend. Nähere Informationen über die Teilnehmer und Themen der TALKS sind in den vorausgehenden und folgenden Artikeln zu finden.

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Inspiration Lounge TALKS 2012_die Dokumentation#3

26. November 2012 von Kerstin

(Christian Feike kurz vor den TALKS)

Interview mit Christian Feike_Mitbegründer und Gesellschafter von investinlife

Christian Feike von investinlife gab in seinem Inspiration Lounge Interview allen TALKS-Besucher den konkreten Impuls, bewusster über den Begriff Rendite und seine uns gewohnte Bedeutung sowie vor allem über neue Blickwinkel darauf nachzudenken.

(Kerstin Döweler, Christian Feike – Über neuen Umgang mit Rendite)

Gleich zu Beginn des Interviews gab er uns Einblicke in die Entwicklungen des Finanz- und Anlagebereichs der letzten 30 Jahre, ausgehend von den entscheidenden finanzpolitischen Deregulierungen der frühen 1980er Jahre bis zu den heute für uns alle sicht- und spürbaren Ergebnissen. Was, so Christian Feike, in den USA und in England spätestens zur Zeit der Reagan- bzw. Thatcherregierung begann, gab den wesentlichen Ausschlag für die Tatsache, dass dem heutigen, aus real erzeugten Gütern und Leistungen bestehenden Weltsozialprodukt in Höhe von 55 Billionen US Dollar unfassbare 750 Billionen US Dollar von im Umlauf befindlichen Geldwerten gegenüberstehen. Diese Geldwerte verlangen nicht nur nach neuen Anlagemöglichkeiten, um noch mehr Geld »verdienen« zu können, sie veranlassen die meisten Banken und andere Anbieter, ständig neue Anlageprodukte zu »kreieren«. Dass solche Produkte selbst für viele Experten undurchsichtig geworden sind, wurde gerade im Rahmen der Finanzkrise deutlich.

(Das Thema wurde sehr interessiert aufgenommen)

Doch was sind nun unsere Möglichkeiten, durch Hinterfragen und Ändern unserer Gewohnheiten im Anlagebereich einen positiven Wandel zu unterstützen? Christian Feike regt neue Blickwinkel an: wir müssen endlich beginnen, auch den Erhalt unserer wichtigen Ressourcen, saubere Luft, Wasser und Natur genau wie das Schaffen sozial gerechter Arbeitsbedingungen als echte Rendite zu begreifen, und nicht mehr nur die rein finanziellen Vorteile einer Anlage zu betrachten. Nur dann sind wir alle in der Lage, mit unserem Geld tatsächliche Entwicklungen in Einklang mit Mensch und Umwelt voranzubringen. Solange wir das heutige Schema F wählen und nicht nachfragen, in was wir unser Geld anlegen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es beispielsweise Rüstungsfirmen zugute kommt.

(Inspiration Lounge TALKS  Plakat_Christian Feike)

Wir selbst, so Christian Feike, müssen uns der Situation gewahr werden und verstehen, dass es wie bisher, gerade mit Blick auf unsere Ressourcen und zunehmende Krisen, nicht weitergehen kann. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Wollen wir wie gehabt in Anlageprodukte investieren, die keiner mehr versteht; bei denen kaum einer von uns weiß, wer wirklich im großen Stil profitiert? Oder wollen wir mit uns transparenten, überschaubaren Anlagen zukunftsfähige Ideen unterstützen, bei denen nachhaltiges Wachstum z.B. bedeutet, dass ganze Wälder aufgeforstet werden oder Wasser wieder zu Trinkwasser wird?

(Short Break)

In der kurzen Pause nach dem Interview ist immer noch deutlich zu merken, bei wie vielen TALKS-Besuchern die aufgezeigten Zusammenhänge, das Auseinanderklaffen der Zahlen 55 Billionen und 750 Billionen sowie die Frage »wer profitiert eigentlich von meiner Geldanlage?« einen starken Eindruck hinterlassen haben.

Interview mit Eliott Martin_Gründer von Moogoo-Creative Africa

Als Eliott Martin zum Interview Platz nimmt, wird es gleich dreifach international, denn er ist am Vormittag nicht nur direkt aus Paris, seinem Heimatort, angereist und berichtet uns darüber, wie er mit Moogoo kreative Ideen und Arbeit aus Afrika und Europa verbindet. Er hat uns außerdem für unseren Interviewplatz zwei in Burkina Faso hergestellte Sitzbänke und einen Tisch aus dem Moogoo-Design/Möbel-Sortiment mitgebracht.

(Kerstin Döweler, Eliott Martin_Tisch und Sitzbank von moogoo)

Gleich zu Beginn des Interviews schildert er uns, wie er im Rahmen eines Arbeitsaufenthalts in Burkina Faso einheimische Designer und Künstler kennen lernte, deren Arbeiten ihn begeisterten. Er beschloss daher, Moogoo zu gründen, um diese Möbel und Design-Accessoires auf dem europäischen, speziell dem deutschen Markt anzubieten.

(Über das moogoo Konzept)

Nachdem er allen TALKS-Besuchern das Land Burkina Faso durch seine Schilderungen näher gebracht hatte, war es an der Zeit, darüber zu berichten, warum und wie er mit Moogoo nicht nur im Designbereich, sondern auch im Fair Trade viel bewegt. Das Konzept von Moogoo beruht nämlich darauf, frische, zeitgemäße Ideen aus Burkina Faso nach Europa zu bringen. Modernes Design durch Recycling, Recycling durch Design ist daher auch ein Leitsatz von Moogoo. Es geht darum, die Kreativität der Designer und Künstler, die sie in einzigartige Möbel, Objekte und Accessoires aus nachhaltigen Materialien umsetzen, als wichtige Ressource Burkina Fasos bekannt und geschätzt zu machen. Fair Trade mal nicht mit Rohstoffen, die dann hier in Europa weiterverarbeitet werden, sondern mit fertigen, besonderen Produkten aus Afrika. Das eröffnet Burkina Faso neben den bisherigen Rohstoffexporten einen weiteren, fairen Exportweg, der darüber hinaus den durch die Weiterverarbeitung entstehenden »Mehrwert« zu einem großen Teil direkt im Land belässt. Noch dazu, so Eliott Martin, beruht unser Moogoo-Konzept nicht auf ehrenamtlicher Arbeit, wie viele Fair Trade-Konzepte sonst. »Ich bin davon überzeugt, dass jeder für seine Arbeit hier und in Burkina Faso nicht nur fair bezahlt werden, sondern davon auch seinen Lebensunterhalt vollständig bestreiten können muss. Alles andere ist nicht zukunftsfähig und damit nicht nachhaltig.

Um unser ökonomisches Prinzip umsetzen zu können, müssen wir, statt auf ehrenamtliche Arbeit zu setzen, an anderer Stelle Kosten sparen. So arbeiten wir seit dem Start von Moogoo beispielsweise mit einem bewusst kleineren, übersichtlichen Sortiment und mit einem Showroom direkt bei unserem Lager in Deutschland statt mit mehreren Ladenlokalen und vielen verschiedenen Produkten.«

(Inspiration Lounge TALKS Plakat_Eliott Martin)

Am Ende des Abends hat Eliott Martin viele Fans für seine Moogoo-Möbel sowie für seine frische Idee gewonnen, Kontinente kreativ zu verbinden.

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Der Countdown für die TALKS 2012 läuft…

07. November 2012 von Kerstin

Am Samstag, den 17.11.2012 öffnen die Inspiration Lounge TALKS ab 17.00 Uhr ihre Pforten in der Art68 in Köln. Alle Interessierten laden wir herzlich ein.

TALKS GÄSTE:

Mayoori Buchhalter BioGourmetClub | Christian Feike investinlife | Thomas Fuhlrott zait |
Felix Klemme OurdoorGym | Eliott Martin MoogooMichael Berke Art 68 |
Florian Zwißler Komponist und Musiker | Wilhelm Schlote Künstler und Zeichner |

Die Inspiration Lounge TALKS starten mit einem von der BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter inspirierten und vorbereiteten Ess-Happening. Alle, die pünktlich kommen, können die TALKS daher gleich ganz lecker beginnen und auf kulinarisch gesunde Weise Neues entdecken. Passend dazu hat Stefan Sander vom Weingut Sander in Mettenheim (Rheinhessen) zwei seiner ausgezeichneten Weine für die TALKS ausgewählt: einen Riesling und einen Merlot.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen gemeinsamen, inspirierenden Abend.

Mehr zu den Inspiration Lounge TALKS:

Je deutlicher ist, dass unsere begrenzte Welt und das Streben nach unbegrenztem Wachstum nicht zusammenpassen, umso klarer wird, wie richtig Albert Einstein mit seiner Aussage lag, dass wir die damit verbundenen Probleme niemals auf der Bewusstseinstufe lösen werden, auf der sie entstanden sind. Es braucht neue, gute Ideen für eine Ökonomie und Kultur, für Lebens- und Arbeitsweisen, die endlich den Menschen und die Erhaltung seiner Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellen. Und es braucht unser Bewusstsein dafür, dass wir diese Ideen erst entwickeln können, wenn wir unsere Denk- und Handlungsgewohnheiten hinterfragen und ändern.

Mit den Inspiration Lounge TALKS wollen wir dazu vielfältige Anregungen geben und haben deshalb interessante Impulsgeber aus unterschiedlichen Fachbereichen versammelt:

Entrepreneure, die mit besonderen Unternehmensideen zukunftsweisend vorausgehen und in Live-Interviews Einblicke in ihre Konzepte, ihr Know-how sowie ihre Sicht- und Vorgehensweisen gewähren. Künstler und Musiker, die ihre persönlichen Blickwinkel und Ausschnitte ihres Schaffens vorstellen.

So sehr die einzelnen Talks-Teilnehmer in unterschiedlichen Gebieten in Wirtschaft und Kultur tätig sind, so sehr eint sie, dass sie mit ihrem Wissen und Handeln zukunftsfähige Wege jenseits von Konsum-Mainstream, Profitmaximierung und dem Glauben an unbegrenztes Wachstum voranbringen. Jeder entwickelt auf seine persönliche Weise Ideen, die die Frage nach echter Lebensqualität stellen und auch beantworten. Jeder von ihnen gibt uns Impulse, die eigenen Routinen zu hinterfragen, um bewusst und aktiv zu neuen, besseren Möglichkeiten aufzubrechen.

Die Inspiration Lounge TALKS haben wir entwickelt, um anhand dieser unterschiedlichen und doch verbundenen Beispiele aufzuzeigen, dass es uns möglich ist, einen positiven Wandel in Ökonomie, Kultur sowie für das eigene Leben mitzugestalten. Wir müssen nur bereit sein, bei den eigenen Sicht- und Verhaltensweisen zu beginnen.

Mit den Inspiration Lounge TALKS »bauen« wir an einer vielfältigen, in Austausch stehenden Gemeinschaft von Menschen, die zukunftsweisende Wege kennen lernen, entwickeln und gehen wollen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

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insideBIO

03. Juni 2012 von Kerstin

(insightBIO)

Am Center for Economics and Neuroscience in Bonn untersuchten Psychologen und Hirnforscher in letzter Zeit, wer weshalb Bio-Lebensmittel kauft und wie das Label Bio dabei auf unsere Psyche wirkt. Zahlreiche Testpersonen wurden dafür mittels Kernspintomograph untersucht, während sie als Bio ausgezeichnete Lebensmittel probierten oder ihnen Bilder von entsprechenden Obst- und Gemüsesorten gezeigt wurden. Danach wurde der Test mit Lebensmitteln wiederholt, die den Getesteten als konventionell erzeugt beschrieben wurden.

Ergebnis: bereits der Anblick von Lebensmitteln, die mit dem Label »Bio« ausgezeichnet sind, aktiviert die im Gehirn lokalisierten Belohnungssysteme deutlich stärker als ein Blick auf konventionelle Ware. Kein Wunder also, dass die Testpersonen bei anschließenden Befragungen auch angaben, sie seien bereit, für Bio-Ware mehr zu zahlen – und zwar durchschnittlich bis zu 40% mehr.

Dann läuft ja eigentlich alles super, könnte man denken. Menschen fühlen sich von Bio-Produkten deutlich mehr angesprochen und sehen auch ein, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel aufgrund des meist höheren Produktionsaufwands und geringerer Produktionsmengen nur für einen höheren Preis zu erwerben sind. Werden sich die Käuferströme daher künftig immer mehr in Richtung derjenigen Produzenten aufmachen, die es wirklich ernst meinen mit ihrem Anspruch, in Einklang mit der Umwelt und dem sozialen Umfeld zu wirtschaften? Oder auf uns Käufer gemünzt: werden wir uns, schon aufgrund unserer Hirnströme, direkt bei den Anbietern mit den besseren und nachhaltigeren Unternehmenskonzepten einfinden?

Ganz so einfach wird es dann wohl doch nicht. Forscher aus den USA fanden nämlich fast zeitgleich heraus, dass unsere Hirne lägst nicht so rational reagieren, wie wir es uns gerne vorstellen. In langfristig angelegten Studien ließ man zahlreiche Probanden verschiedene Lebensmittel, teils als Bio, teils als konventionell ausgewiesen, testen und fragte nach den Geschmackserlebnissen. Der überwiegenden Zahl der Testpersonen schmeckten die mit einem Bio-Label versehenen Lebensmittel deutlich besser als die anderen. Nur: die getesteten Lebensmittel, beispielsweise die Fruchtsäfte einer Testreihe, stammten in Wirklichkeit stets aus ein und derselben Produktion, und diese war in der Hälfte der Tests gar nicht »bio«. Hier also wieder ein Rückschluss auf das Ergebnis des Center for Economics and Neuroscience. Man fühlt sich schon besser, wenn man nur ein Bio-Label sieht, das einem dann auch durch seine positive Belegung suggeriert, man nehme das bessere Lebensmittel mit dem besseren Geschmack zu sich – auch wenn das unter Umständen gar nicht stimmt. Es lebe das Image.

Man kann sicher sein, dass gerade die Verantwortlichen der großen Lebensmittelkonzerne diese Forschungsergebnisse sehr aufmerksam lesen werden. Zeigen diese doch gleich mehrere interessante Fakten: 1. Käufer sind mehrheitlich allein aufgrund eines Bio-Labels schnell überzeugt, ein besseres, gesünderes Lebensmittel zu kaufen und fühlen sich dabei besser ­– auch wenn Bio-Label nicht gleich Bio-Label ist und längst auch die großen Discounter »bio« auf einen Teil ihrer Ware schreiben. 2. Wir können überwiegend nicht am Geschmack unterscheiden, ob wir tatsächlich ein ökologisch sinnvoll erzeugtes Lebensmittel zu uns nehmen. 3., und sicherlich ganz entscheidend: allein aufgrund eines »Bio«-Images sind Käufer bereit, bis zu 40% mehr zu zahlen als für entsprechende konventionell erzeugte Lebensmittel. Es gibt daher ordentlich Geld zu verdienen.

Also werden die Konzerne ihre Marketingmaschinen noch stärker anwerfen als zuvor, um zumindest einem Teil ihrer Produkte ein noch viel grüneres Image zu verleihen. Sie werden alle Medienkanäle nutzen, denn im Gegensatz zu vielen kleineren Unternehmen, die recht neu am Markt mit ihren ökologisch ausgerichteten Konzepten tatsächlich einen Unterschied machen, verfügen sie über große Werbebudgets. Und natürlich werden sie jede Menge Produkte entwickeln und auf den Markt bringen, die nur den Bio-Labeln mit den allergeringsten Anforderungen gerade so genügen. So lassen sich mit möglichst wenig Aufwand viele Menschen überzeugen, die geschmacklich sowieso keinen Unterschied erkennen. Das, zusammengenommen mit der sowieso vorhandenen Marktposition und Vertriebsstruktur der Konzerne sorgt dann dafür, dass diejenigen Anbieter, die sich mit ihren Gesamtkonzepten bewusst für die Einhaltung strengerer ökologischer und sozialer Anforderungen entschieden haben, auch künftig eher an die Seitenränder verwiesen werden. Also alles wie gehabt?

Auch nicht ganz, denn Nischen kann man nutzen und ausbauen. Das gilt einmal in der Hinsicht, dass wer wirklich besser produziert und liefert, es auch ohne Riesenbudget transparent machen kann. Es gibt zahlreiche wissenswerte Fakten, die uns Käufern mitgeteilt werden können und nicht nur lediglich »Hintergrundinformationen« sind, sondern uns die oft erheblichen Unterschiede in Denk- und Vorgehensweisen besser begreifen lassen. Also das konsequent und interessant zeigen, was kein Konzern, kein Discounter je zeigen könnte. Und wir Käufer? Wir können natürlich aus der Bequemlichkeit aufbrechen, um zumindest besser über die verschiedenen Bio-Labels Bescheid zu wissen, wir können deutlich bewusster auswählen und hinterfragen. Doch wie oft ist der Geist willig, aber das Fleisch schwach. Oder es fehlen uns tatsächlich entscheidende Informationen. Eines jedenfalls machen wir Interessierten heute schon überzeugend: wir erzählen unserem Umfeld gerne spannende Geschichten über Menschen, die mit besonderen Ideen Wege finden, auch in Produktion und Handel, die für uns, unser Umfeld, ihr Umfeld, die Umwelt, die Welt selbst tatsächlich besser und schöner sind als diejenigen, die wir bereits nutzen.

Wie wäre es, wenn wir Wege entwickeln, dieses Ergebnis aus der eigenen »Verhaltensforschung« künftig einfach noch viel besser in unserem Sinne und mit unseren Mitteln einzusetzen als bisher?

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Ein Teil vom Ganzen_Teil 2

31. Januar 2012 von Kerstin

(stille | sein | denken)

Was also passiert, wenn man unsere bekannten und genutzten Weisen der Ideenfindung auf das Bewusstsein für unsere ökologischen Einbindungen hin betrachtet?

Es fällt auf, dass wir uns weitgehend daran gewöhnt haben, unsere Ideenentwicklungen in Büroräumen stattfinden zu lassen. Manche gehen auch in Café, um mithilfe von Brainstorming oder Mindmapping auf die passenden Gedanken zu kommen. Eines haben all diese Situationen gemeinsam: man sitzt längere Zeit, bewegt sich wenig und hält sich überwiegend in geschlossenen Räumen mit wenig Frischluft und Sonnenlicht auf. Einziger Bezug zur ökologischen Einbindung sind da bestenfalls ein paar Topfpflanzen. Wen wundert, dass in solchen Umgebungen so viele entstehende Produktideen nur zur weiteren Überflusserzeugung beitragen, statt sich unserer echten Herausforderung von Produktion in Einklang mit Leben und Umwelt anzunehmen.

Wie wäre es, wenn wir uns aufmachen, neue Wege zu finden, wie wir Ideenentwicklungen mehr mit einem tatsächlichen Bewusstsein für unsere ökologischen Einbindungen verknüpfen können? »Es lohnt sich in diesem Zusammenhang genauer zu betrachten, auf welche Lebensweisen und Umgebungen wir als Menschen bis heute angepasst sind«, sagt dazu unser Inspiration Lounge Partner Felix Klemme, Gründer von Outdoor Gym. Wir sind für ein aktives Leben in und mit der Natur gemacht. Frische Luft, d.h. Sauerstoff unterstützt unsere gesamten Körperfunktionen, natürliches Licht kurbelt beispielsweise die Produktion von Vitamin D an, Bewegung löst auch geistige Verspannungen und bringt uns insgesamt mehr »in Fluss«. Der Blick bis zum Horizont statt auf den Bildschirm oder die nächste Wand und der direkte Kontakt zum Grün um uns herum bringen die Gedanken in andere Richtungen.

Ich bin immer wieder selbst erstaunt, wie viel klarer die Dinge dann erscheinen können, wie viel selbstverständlicher Ideen plötzlich da sind. Und es sind oft die ganz naheliegenden, einfachen und reduzierten Wege und Lösungen, die auf einmal zu sehen sind, während man sonst alles gerne verkompliziert und sozusagen noch einen Schnörkel zusätzlich anbringt. All das zeigt, dass wir als Teil des Ganzen nicht dafür gemacht sind, uns viele Stunden lang sitzend oder sogar grübelnd in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Wir haben uns das lediglich als Lebens- und Arbeitsweisen angewöhnt, die uns über viele Jahre Praxis heute selbstverständlich erscheinen, es aber nicht sind.

Nach vielen Jahren unzähliger Ideenentwicklungen drinnen und im Gegensatz zu unseren ökologischen Einbindungen – wäre es nicht wert auszuprobieren, ob wir mit der Zeit andere, bessere und an sich einfache Ideen und Lösungen für unsere drängenden Produktionsfragen finden, wenn wir statt weiter nur über einzelne »Kreativitätstechniken« nachzudenken mal die ganze Art und Umgebung unserer Ideenentwicklungen verändern?

Und wie soll das in größeren Unternehmen oder im städtischen Umfeld dauerhaft funktionieren, höre ich da schon fragen. Wer soll das organisieren?

Brechen wir doch unsere Routinen auf und gehen raus. Ich bin sicher, uns fällt was ein.

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