Tag: Natur

Erfrischend anders.

20. September 2013 von Kerstin

treffen(Die Gründer_ Philipp Pongratz, Antonius Werhahn-Mees)

Bis vor kurzem, Ihr erinnert Euch, hatten wir wirklich schönes Sommerwetter, und an einem der besonders heißen Tage saßen wir im Café Petit Noir, da fiel mein Blick auf ein Schild mit der Aufschrift: Leck mich! Eis mit Stil, handgemachtes Eis aus natürlichen Zutaten, made in Beverly Sülz. Ich war neugierig und bestellte ein Eis, Himbeer-Joghurt. Was für ein Unterschied zu allem Eis am Stiel, das ich bisher gegessen habe: frische Früchte, zu lecker Gefrorenem verarbeitet statt künstliche Aromen inmitten irgendeiner Trägermasse.

produktion(bei der Produktion)

Kein Wunder also, dass Leck mich! Eis mit Stil seit Monaten in Köln so richtig durchstartet. Logisch ebenfalls, dass wir den angehenden Betriebswirt Antonius Werhahn-Mees und den Kommunikationsdesigner Philipp Pongratz, die Köpfe und Macher von Leck mich! Eis mit Stil kennen lernten, um mehr über ihre Idee und ihre Motivation zu erfahren.

leckmich! eis mit stil1(Sommer, Sonne …)

Wir trafen auf zwei Querdenker, denen das Bewusstsein für gute Lebensmittel genauso wichtig ist wie die Leidenschaft, daraus Besonderes zu erzeugen und dabei mit Liebe zum Detail stets neue Kreationen zu finden. Die erste Idee, die Eisbranche zu (r)evolutionieren, kam ihnen natürlich an einem sonnigen Tag. Wann sonst liegt es näher, sich ein leckeres Eis zu wünschen, um dann festzustellen, dass es das Eis, was man sich gerade wünscht, noch gar nicht gibt. Also beginnt man, die eigene Idee in die Tat umzusetzen.

verarbeitung(Entwicklung neuer Kreationen)

Doch nicht nur das. Antonius Werhahn-Mees und Philipp Pongratz sind junge Unternehmer, die die heute üblichen Karriere- und Arbeitsstrukturen seit geraumer Zeit kennen und beschlossen haben, mit ihren Mitteln so manche vermeintlich ewig währende Denk- und Handlungsmaxime aufzubrechen – ganz praktisch statt theoretisierend. Das ist nicht nur erfrischend wie Leck mich! Eis mit Stil selbst. Es gibt auch den Blick darauf frei, wie oft viele von uns, gerade auch diejenigen mit mehr Lebens- und Arbeitserfahrung, in gewohnten Vorstellungen gefangen sind. Zeit also, die Dinge mit Lust und Laune anders zu machen.

eis(Prachtexemplare)

Wir sind gespannt auf das Live-Interview mit Antonius Werhahn-Mees und Philipp Pongratz von Leck mich! Eis mit Stil bei den Inspiration Lounge TALKS 2013/II am 29. November 2013.

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Inspiration Lounge TALKS 2012_die Dokumentation#3

26. November 2012 von Kerstin

(Christian Feike kurz vor den TALKS)

Interview mit Christian Feike_Mitbegründer und Gesellschafter von investinlife

Christian Feike von investinlife gab in seinem Inspiration Lounge Interview allen TALKS-Besucher den konkreten Impuls, bewusster über den Begriff Rendite und seine uns gewohnte Bedeutung sowie vor allem über neue Blickwinkel darauf nachzudenken.

(Kerstin Döweler, Christian Feike – Über neuen Umgang mit Rendite)

Gleich zu Beginn des Interviews gab er uns Einblicke in die Entwicklungen des Finanz- und Anlagebereichs der letzten 30 Jahre, ausgehend von den entscheidenden finanzpolitischen Deregulierungen der frühen 1980er Jahre bis zu den heute für uns alle sicht- und spürbaren Ergebnissen. Was, so Christian Feike, in den USA und in England spätestens zur Zeit der Reagan- bzw. Thatcherregierung begann, gab den wesentlichen Ausschlag für die Tatsache, dass dem heutigen, aus real erzeugten Gütern und Leistungen bestehenden Weltsozialprodukt in Höhe von 55 Billionen US Dollar unfassbare 750 Billionen US Dollar von im Umlauf befindlichen Geldwerten gegenüberstehen. Diese Geldwerte verlangen nicht nur nach neuen Anlagemöglichkeiten, um noch mehr Geld »verdienen« zu können, sie veranlassen die meisten Banken und andere Anbieter, ständig neue Anlageprodukte zu »kreieren«. Dass solche Produkte selbst für viele Experten undurchsichtig geworden sind, wurde gerade im Rahmen der Finanzkrise deutlich.

(Das Thema wurde sehr interessiert aufgenommen)

Doch was sind nun unsere Möglichkeiten, durch Hinterfragen und Ändern unserer Gewohnheiten im Anlagebereich einen positiven Wandel zu unterstützen? Christian Feike regt neue Blickwinkel an: wir müssen endlich beginnen, auch den Erhalt unserer wichtigen Ressourcen, saubere Luft, Wasser und Natur genau wie das Schaffen sozial gerechter Arbeitsbedingungen als echte Rendite zu begreifen, und nicht mehr nur die rein finanziellen Vorteile einer Anlage zu betrachten. Nur dann sind wir alle in der Lage, mit unserem Geld tatsächliche Entwicklungen in Einklang mit Mensch und Umwelt voranzubringen. Solange wir das heutige Schema F wählen und nicht nachfragen, in was wir unser Geld anlegen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es beispielsweise Rüstungsfirmen zugute kommt.

(Inspiration Lounge TALKS  Plakat_Christian Feike)

Wir selbst, so Christian Feike, müssen uns der Situation gewahr werden und verstehen, dass es wie bisher, gerade mit Blick auf unsere Ressourcen und zunehmende Krisen, nicht weitergehen kann. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Wollen wir wie gehabt in Anlageprodukte investieren, die keiner mehr versteht; bei denen kaum einer von uns weiß, wer wirklich im großen Stil profitiert? Oder wollen wir mit uns transparenten, überschaubaren Anlagen zukunftsfähige Ideen unterstützen, bei denen nachhaltiges Wachstum z.B. bedeutet, dass ganze Wälder aufgeforstet werden oder Wasser wieder zu Trinkwasser wird?

(Short Break)

In der kurzen Pause nach dem Interview ist immer noch deutlich zu merken, bei wie vielen TALKS-Besuchern die aufgezeigten Zusammenhänge, das Auseinanderklaffen der Zahlen 55 Billionen und 750 Billionen sowie die Frage »wer profitiert eigentlich von meiner Geldanlage?« einen starken Eindruck hinterlassen haben.

Interview mit Eliott Martin_Gründer von Moogoo-Creative Africa

Als Eliott Martin zum Interview Platz nimmt, wird es gleich dreifach international, denn er ist am Vormittag nicht nur direkt aus Paris, seinem Heimatort, angereist und berichtet uns darüber, wie er mit Moogoo kreative Ideen und Arbeit aus Afrika und Europa verbindet. Er hat uns außerdem für unseren Interviewplatz zwei in Burkina Faso hergestellte Sitzbänke und einen Tisch aus dem Moogoo-Design/Möbel-Sortiment mitgebracht.

(Kerstin Döweler, Eliott Martin_Tisch und Sitzbank von moogoo)

Gleich zu Beginn des Interviews schildert er uns, wie er im Rahmen eines Arbeitsaufenthalts in Burkina Faso einheimische Designer und Künstler kennen lernte, deren Arbeiten ihn begeisterten. Er beschloss daher, Moogoo zu gründen, um diese Möbel und Design-Accessoires auf dem europäischen, speziell dem deutschen Markt anzubieten.

(Über das moogoo Konzept)

Nachdem er allen TALKS-Besuchern das Land Burkina Faso durch seine Schilderungen näher gebracht hatte, war es an der Zeit, darüber zu berichten, warum und wie er mit Moogoo nicht nur im Designbereich, sondern auch im Fair Trade viel bewegt. Das Konzept von Moogoo beruht nämlich darauf, frische, zeitgemäße Ideen aus Burkina Faso nach Europa zu bringen. Modernes Design durch Recycling, Recycling durch Design ist daher auch ein Leitsatz von Moogoo. Es geht darum, die Kreativität der Designer und Künstler, die sie in einzigartige Möbel, Objekte und Accessoires aus nachhaltigen Materialien umsetzen, als wichtige Ressource Burkina Fasos bekannt und geschätzt zu machen. Fair Trade mal nicht mit Rohstoffen, die dann hier in Europa weiterverarbeitet werden, sondern mit fertigen, besonderen Produkten aus Afrika. Das eröffnet Burkina Faso neben den bisherigen Rohstoffexporten einen weiteren, fairen Exportweg, der darüber hinaus den durch die Weiterverarbeitung entstehenden »Mehrwert« zu einem großen Teil direkt im Land belässt. Noch dazu, so Eliott Martin, beruht unser Moogoo-Konzept nicht auf ehrenamtlicher Arbeit, wie viele Fair Trade-Konzepte sonst. »Ich bin davon überzeugt, dass jeder für seine Arbeit hier und in Burkina Faso nicht nur fair bezahlt werden, sondern davon auch seinen Lebensunterhalt vollständig bestreiten können muss. Alles andere ist nicht zukunftsfähig und damit nicht nachhaltig.

Um unser ökonomisches Prinzip umsetzen zu können, müssen wir, statt auf ehrenamtliche Arbeit zu setzen, an anderer Stelle Kosten sparen. So arbeiten wir seit dem Start von Moogoo beispielsweise mit einem bewusst kleineren, übersichtlichen Sortiment und mit einem Showroom direkt bei unserem Lager in Deutschland statt mit mehreren Ladenlokalen und vielen verschiedenen Produkten.«

(Inspiration Lounge TALKS Plakat_Eliott Martin)

Am Ende des Abends hat Eliott Martin viele Fans für seine Moogoo-Möbel sowie für seine frische Idee gewonnen, Kontinente kreativ zu verbinden.

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insideBIO

03. Juni 2012 von Kerstin

(insightBIO)

Am Center for Economics and Neuroscience in Bonn untersuchten Psychologen und Hirnforscher in letzter Zeit, wer weshalb Bio-Lebensmittel kauft und wie das Label Bio dabei auf unsere Psyche wirkt. Zahlreiche Testpersonen wurden dafür mittels Kernspintomograph untersucht, während sie als Bio ausgezeichnete Lebensmittel probierten oder ihnen Bilder von entsprechenden Obst- und Gemüsesorten gezeigt wurden. Danach wurde der Test mit Lebensmitteln wiederholt, die den Getesteten als konventionell erzeugt beschrieben wurden.

Ergebnis: bereits der Anblick von Lebensmitteln, die mit dem Label »Bio« ausgezeichnet sind, aktiviert die im Gehirn lokalisierten Belohnungssysteme deutlich stärker als ein Blick auf konventionelle Ware. Kein Wunder also, dass die Testpersonen bei anschließenden Befragungen auch angaben, sie seien bereit, für Bio-Ware mehr zu zahlen – und zwar durchschnittlich bis zu 40% mehr.

Dann läuft ja eigentlich alles super, könnte man denken. Menschen fühlen sich von Bio-Produkten deutlich mehr angesprochen und sehen auch ein, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel aufgrund des meist höheren Produktionsaufwands und geringerer Produktionsmengen nur für einen höheren Preis zu erwerben sind. Werden sich die Käuferströme daher künftig immer mehr in Richtung derjenigen Produzenten aufmachen, die es wirklich ernst meinen mit ihrem Anspruch, in Einklang mit der Umwelt und dem sozialen Umfeld zu wirtschaften? Oder auf uns Käufer gemünzt: werden wir uns, schon aufgrund unserer Hirnströme, direkt bei den Anbietern mit den besseren und nachhaltigeren Unternehmenskonzepten einfinden?

Ganz so einfach wird es dann wohl doch nicht. Forscher aus den USA fanden nämlich fast zeitgleich heraus, dass unsere Hirne lägst nicht so rational reagieren, wie wir es uns gerne vorstellen. In langfristig angelegten Studien ließ man zahlreiche Probanden verschiedene Lebensmittel, teils als Bio, teils als konventionell ausgewiesen, testen und fragte nach den Geschmackserlebnissen. Der überwiegenden Zahl der Testpersonen schmeckten die mit einem Bio-Label versehenen Lebensmittel deutlich besser als die anderen. Nur: die getesteten Lebensmittel, beispielsweise die Fruchtsäfte einer Testreihe, stammten in Wirklichkeit stets aus ein und derselben Produktion, und diese war in der Hälfte der Tests gar nicht »bio«. Hier also wieder ein Rückschluss auf das Ergebnis des Center for Economics and Neuroscience. Man fühlt sich schon besser, wenn man nur ein Bio-Label sieht, das einem dann auch durch seine positive Belegung suggeriert, man nehme das bessere Lebensmittel mit dem besseren Geschmack zu sich – auch wenn das unter Umständen gar nicht stimmt. Es lebe das Image.

Man kann sicher sein, dass gerade die Verantwortlichen der großen Lebensmittelkonzerne diese Forschungsergebnisse sehr aufmerksam lesen werden. Zeigen diese doch gleich mehrere interessante Fakten: 1. Käufer sind mehrheitlich allein aufgrund eines Bio-Labels schnell überzeugt, ein besseres, gesünderes Lebensmittel zu kaufen und fühlen sich dabei besser ­– auch wenn Bio-Label nicht gleich Bio-Label ist und längst auch die großen Discounter »bio« auf einen Teil ihrer Ware schreiben. 2. Wir können überwiegend nicht am Geschmack unterscheiden, ob wir tatsächlich ein ökologisch sinnvoll erzeugtes Lebensmittel zu uns nehmen. 3., und sicherlich ganz entscheidend: allein aufgrund eines »Bio«-Images sind Käufer bereit, bis zu 40% mehr zu zahlen als für entsprechende konventionell erzeugte Lebensmittel. Es gibt daher ordentlich Geld zu verdienen.

Also werden die Konzerne ihre Marketingmaschinen noch stärker anwerfen als zuvor, um zumindest einem Teil ihrer Produkte ein noch viel grüneres Image zu verleihen. Sie werden alle Medienkanäle nutzen, denn im Gegensatz zu vielen kleineren Unternehmen, die recht neu am Markt mit ihren ökologisch ausgerichteten Konzepten tatsächlich einen Unterschied machen, verfügen sie über große Werbebudgets. Und natürlich werden sie jede Menge Produkte entwickeln und auf den Markt bringen, die nur den Bio-Labeln mit den allergeringsten Anforderungen gerade so genügen. So lassen sich mit möglichst wenig Aufwand viele Menschen überzeugen, die geschmacklich sowieso keinen Unterschied erkennen. Das, zusammengenommen mit der sowieso vorhandenen Marktposition und Vertriebsstruktur der Konzerne sorgt dann dafür, dass diejenigen Anbieter, die sich mit ihren Gesamtkonzepten bewusst für die Einhaltung strengerer ökologischer und sozialer Anforderungen entschieden haben, auch künftig eher an die Seitenränder verwiesen werden. Also alles wie gehabt?

Auch nicht ganz, denn Nischen kann man nutzen und ausbauen. Das gilt einmal in der Hinsicht, dass wer wirklich besser produziert und liefert, es auch ohne Riesenbudget transparent machen kann. Es gibt zahlreiche wissenswerte Fakten, die uns Käufern mitgeteilt werden können und nicht nur lediglich »Hintergrundinformationen« sind, sondern uns die oft erheblichen Unterschiede in Denk- und Vorgehensweisen besser begreifen lassen. Also das konsequent und interessant zeigen, was kein Konzern, kein Discounter je zeigen könnte. Und wir Käufer? Wir können natürlich aus der Bequemlichkeit aufbrechen, um zumindest besser über die verschiedenen Bio-Labels Bescheid zu wissen, wir können deutlich bewusster auswählen und hinterfragen. Doch wie oft ist der Geist willig, aber das Fleisch schwach. Oder es fehlen uns tatsächlich entscheidende Informationen. Eines jedenfalls machen wir Interessierten heute schon überzeugend: wir erzählen unserem Umfeld gerne spannende Geschichten über Menschen, die mit besonderen Ideen Wege finden, auch in Produktion und Handel, die für uns, unser Umfeld, ihr Umfeld, die Umwelt, die Welt selbst tatsächlich besser und schöner sind als diejenigen, die wir bereits nutzen.

Wie wäre es, wenn wir Wege entwickeln, dieses Ergebnis aus der eigenen »Verhaltensforschung« künftig einfach noch viel besser in unserem Sinne und mit unseren Mitteln einzusetzen als bisher?

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Abgeschaut_das Mimikryprinzip

29. März 2011 von Kerstin

In der Inspiration Lounge geben wir immer wieder Einblick in verschiedene Fachbereiche und stellen Menschen vor, deren Ideen und Schaffen wir als inspirierend und Impuls gebend empfinden.

Ich möchte daher heute auf eine sehr interessante Reihe bei arte verweisen, die ein Thema zum Gegenstand hat, das mich schon lange fasziniert: Bionik oder Biomimikry. Die arte-Reihe hat vier Teile, besonders spannend fand ich den Film über die Stoffe der Zukunft.

Janine Benyus, Gründerin des Biomimikry Institutes in den USA, leitet durch die verschiedenen Themen. Angefangen bei Wasser- und Schmutz abweisenden Pflanzen wie dem Lotus, deren Oberflächenstruktur beispielsweise Pate für heute entwickelte Bekleidungsstoffe stand, über Haie, deren Hauteigenschaften als Vorbild für Schiffsimprägnierungen dienen bis hin zum Apothekerskink und seine Bedeutung für die künftige Gewinnung von Solarenergie in der Sahara.

Neben Janine Benyus berichten auch Wissenschaftler wie der deutsche Bionik-Pionier Prof. Dr. Ingo Rechenberg oder Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, der schon früh auf die Nutzbarkeit des Lotuseffekts aufmerksam machte, von ihrer Arbeit und ihren Ergebnissen. Neue Potenziale nicht nur hinsichtlich künftiger, schlauer Alternativen zum hauptsächlich stattfindenen Einsatz fossiler Grundstoffe, sondern inspirierend auch bezüglich der Betrachtung des Menschen innerhalb von Natur/Umweltabläufen.

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