Tag: Musik

Interview mit Yung Chin

22. Januar 2012 von Chris


(Yung Chin, NYC)

Yung Chin ist ein international anerkannter Bogenbauer- und händler sowie einer der weltweit besten Bogenexperten. Er erstellt Expertisen betreffend antike Violinen- und Cellobogen.

Yung Chin studierte zunächst Violine in den USA, u.a. bei Louis Krasner, und begann dann auf Rat eines Professors den Bogenbau zu erlernen. »First I was more interested in violin making. But he told me: make bows. You’re better for bows. So, I followed his advice.«

Inzwischen fertigt Yung Chin seit ca. 30 Jahren hochwertige Bogen und erweitert dabei stetig seine Fertigkeiten und Erfahrung: »Actually I’m still learning. You never stop.«

Er arbeitet seit langer Zeit für die besten Geiger und Cellisten weltweit. D.h. er erstellt Bogen
in Handarbeit, die jeweils ganz genau auf die persönlichen Anforderungen der Musiker abgestimmt sind. Jeder Bogen ist daher einzigartig und Yung Chin hat seine besondere Vorgehensweise, um die speziellen Anforderungen für den einzelnen Bogen zu finden.

Seit inzwischen fast 30 Jahren reist er außerdem regelmäßig und insbesondere nach Europa, um antike Bogen, hauptsächlich aus Privatsammlungen, in Augenschein zu nehmen und so
sein Wissen und seine Erfahrung stetig zu erweitern. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wie viele Bogen man innerhalb all der Jahre begutachten bzw. wie viel Wissen man darüber sammeln kann. Yung Chin nennt es kurz: »You have to build up your own library.«

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No matter what your field of study is, you got to have this kind of thirst. Interview 1
You have to learn the hand of the maker.
Interview 2

Seit einiger Zeit fertigt er zusätzlich Expertisen über die Echtheit antiker Bogen und profitiert dabei von seiner immensen Erfahrung im Bogenbau. Da Bogen auch als Geldanlage dienen und dieser Aspekt in den letzten Jahren auch für Sammler ohne professionellen musikalischen Hintergrund an Bedeutung gewinnt, ist die Arbeit von Yung Chin äußerst wichtig, um mehr Sicherheit bezüglich der Bogen und damit Investitionen zu gewährleisten sowie Fälschungen zu enttarnen.

Yung Chin lebt und arbeitet in New York City. In den letzten Jahren unterrichtete er
außerdem Bogenbau am Oberlin College.

Er engagiert sich für die International Pernambuco Conservation Initiative. Die Vereinigung arbeitet daran, Pernambucobäume an der Atlantikküste Brasiliens aufzuforsten und zu erhalten. Pernambucobäume wachsen nur in Brasilien. Ihr Holz wird u.a. für hochwertige Bogen verwendet. Die IPCI fördert bezüglich Erhaltung und Aufforstung u.a. Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Ein ins Leben gerufenes Jugendorchester spielt mit aus Pernambuco gefertigten Bogen, um insbesondere in Brasilien selbst darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Holz als Natur- und Kulturgut ist.

Das Interview mit Yung Chin entstand während einer seiner Europareisen, im Rahmen seines Besuchs bei Andy Lim, Cellist und Verleger außergewöhnlicher Kunstbücher. Da man nicht oft die Gelegenheit bekommt, gleich zwei Experten im Gespräch zu haben, sind zwei Inspiration Lounge Videos entstanden:

Im ersten Interview schildert Yung Chin seinen Weg und seine Erfahrungen im Bogenbau. Das zweite Interview zeigt Yung Chin und Andy Lim zum Thema Vorgehensweisen in der Expertise.

Die im Video zu sehenden Bogen stammen von verschiedenen Bogenbauern.

In the last 25 years Yung Chin, a Chinese-American award winning bowmaker, has developed himself into one of the world’s foremost experts in rare bows of the violin family (violin, viola and cello). The bows from the beginning of the 19th century till ca. 1970 have reached today a tremendous investment value, so there is more need than ever for trustable and sincere experts. Beside the main established french experts Bernard Millant and Jean-François Raffin from Paris (France is the »motherland« of the bow in its final form as known today, as Italy is the »motherland« of the violin), and the younger generation like Yannick Le Canu from Lille and Sylvain Bigot from Lyon, Yung Chin from New York City can be seen as one of the very, very few american experts, whose integrety and expertise can be trusted.

As one of the founders of IPCI he also invests a considerable amount of time and energy in the protection and the afforestation of The Pernambuco Tree, from which the bows are made, needed to make any violin, viola or cello sound. Here we present Yung Chin, visiting Andy Lim and his bow collection in Cologne for the first, but certainly not the last time.

Inspiration Lounge Interview: Andy Lim

Kate in technoland

07. Januar 2011 von Chris

Das Jahr fängt gut an.

Sehr gut sogar. Kate Simko kommt nach Europa. Sie ist nur auf ein paar wenigen Sets hier zu sehen. Neben Kopenhage, Zürich und Hamburg, legt sie auch in der Weltstadt Mönchengladbach auf. Und zwar diesen Samstag. Wer auf Minimal steht, sollte – nein muss vorbeischauen. Der Gig findet bei Kunstgeschwister statt.

Kate Simko studierte Klavier und Musiktheorie in Illinois, ihre Wurzeln liegen im Chicago house und Detroit techno. Sie ist eine der erfolgreichsten Minimal DJanes. Unter anderem arbeitet sie mit Ghostly International, einem der interessantesten Independent Techno Label aus Detroit.

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Elektronisches SoundSchätzchen

05. Januar 2011 von Chris

Florian Zwissler, unser nächster Interviewpartner, komponiert, experimentiert und zelebriert elektronische Stücke. Als Musikwissenschaftler, Sprachwissenschaftler, Philosoph und Komponist arbeitet er hauptsächlich an den Schnittstellen musikalischer und künstlerischer Randzonen. Er entwickelt und komponiert eigene Werke, sowie immer wieder auch Sounds zu Installationen aus dem Bereich der Kunst.

Parallel arbeitet er in Projekten mit Rochus Aust, dem Gründer des 1. Deutschen Stromorchesters und dem Pop-Solokünstler ROMAN.

Für den Fotografen und Künstler Veit Landwehr entwickelte er Sounddesigns für Installationen (E-1, Düsseldorf, 2005, mit Alexander Stempell) sowie Videos (Web Land–Zyklus, 2006).

Mehr von Florian Zwissler hier im Interview: coming soon.

Mehr Licht

03. Januar 2011 von Kerstin

Kaum hat 2011 begonnen, schon steht wieder ein erleuchtendes Projekt vor der Tür. Der Illustrator und Designer Martin Haußmann hat gemeinsam mit Marc Müller, Daniel Speer und Sandra Klaas ein Projektionstheater mit Musik und Lesung aus der Taufe gehoben.
Los geht’s am 29. Januar mit dem Stück »der ertrunkene Riese«.

Wem der Begriff Projektionstheater noch neu sein sollte: Es geht darum, mithilfe von Overhead-Projektoren, Zeichenstift und allerhand Materialien Bilder aus Licht entstehen zu lassen, die zusammen mit Klängen und/oder Texten zu einer kompletten Geschichte verschmelzen.

Wer es noch genauer wissen möchte, schaut sich Ausschnitte der Projektiontheaterarbeit schon mal vorab im Video an. Oder eben live am 29.01. im Atelier Venloer Str. 511.

Interview mit Jochen Distelmeyer

29. November 2010 von Chris


(interview: scroll down)
»Für mich gibt es keine Welt ohne Musik.«

Der Termin hat uns sehr gefreut. Das Interview auch. Danke noch mal an das gesamte Distelmeyer-Team.

Auch wenn alles etwas kritisch aussah, bis es dann endlich in der Kiste war. Autopanne der Crew bei Frankfurt, dadurch Verspätung zum Soundcheck, nasskaltes Kölnwetter und dann noch zwei Interviews. Aber alle haben es professionell gelöst. Selbst einen Ort für den Dreh haben wir noch kurzfristig gefunden. Danke Nane und Werner, puplik.org für’s gewärmte Atelier. Sonst hätten wir das Interview doch im Treppenhaus vom Gebäude 9 machen müssen. Wäre etwas schattig gewesen.

Zu Jochen Distelmeyer braucht man eigentlich nichts zu sagen. Die einen wissen so einiges über ihn, die anderen drücken jetzt diesen link.

Ich habe ihn damals 1992 in seinem ersten Konzert in Stuttgart gesehen. Es waren knapp 30 Leute da. Da dachte ich mir: »bingo, der Sound und die Texte, genau auf die Zwölf. Bin mal gespannt, was der zukünftig macht. Der funktioniert«. Ich sollte recht behalten.

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Ich finde, auch wenn Texte, Sound und Mensch sich in knapp 20 Jahren »geringfügig« verändert haben – es wäre schlecht, wenn nicht – ist Jochen Distelmeyer musikalisch und textlich heute mehr denn je auf den Punkt.

PS.
Passend zum Interviewtermin sind die Filmdaten der zweiten Kamera dann bei der Datenübertragung für die Postproduction auf Grund eines Systemfehlers gelöscht worden. Thanxxx digitalisiertes Zeitalter. Ich konnte dann aber wieder auf die Hauptkamera zugreifen, ganz oldschoolmäßig mit Band. Danke.