Tag: Motivation

Jegliche Ähnlichkeiten sind rein zufällig

29. Juni 2011 von Chris

Was ist man, wenn man aus einer außerehelichen Beziehung eines auf Wanderbienen spezialisierten Bio-Honig Imkers (Vater) und dem Mitglied einer legendären Campingplatzbetreiberdynastie (Mutter) stammt? Erstmal sehr aufgeschlossen für das weitere Leben. Claudio Pogo – der Name ist Programm. In Catania (Sizilien) geboren, jetzt gerne in Berlin lebend, war Claudio Pogo schon immer jemand, der sich seinen persönlichen Herausforderungen stellte. Den Gedanken, groß im Showbiz herauszukommen (»ich habe schon immer gerne gesungen«), ging er voller Motivation an. Mehrmals beteiligte er sich an DSDS, kam aber leider über die Vorrunde nicht heraus. So endete diese Karriere im Stillen, bevor sie überhaupt begann. Ohne Schulabschluss, aber mit Mut im Herzen, entschloss sich Pogo die Laufbahn des Künstlers oder Galeristen einzuschlagen. Später, wie das Schicksal so spielt, wenn es gut gestimmt ist, kreuzte sich sein Weg mit dem von Boris Becker. Dieser ermöglichte ihm die Teilnahme einer Gasthörerschaft an der Hochschule für Künste in Bremen. Was dann geschah, ist fast schon legendär.

Wie sein Buch PLAGIATE sein Leben veränderte, warum Plagiate ein wichtiger Teil der Geschichte sind und wie er damit Teil einer außergewöhnlichen Buchedition wurde, kann man am Freitag, 1. Juli ab 18.00 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung 20/50 im sprungturm erfahren.

Sprechen Sie ihn einfach an, falls er den Weg aus Catania oder Berlin zur Ausstellung finden sollte.

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Überzeugend konsequent

24. Juni 2011 von Chris

Seit mehr als zwei Jahren reisen wir durch die Republik und interviewen Menschen, die Engagement, Querdenken und die Konsequenz in der Umsetzung von Ideen und Projekten eint. Mal im Großen, mal im Kleinen.

Auch das Projekt 20/50, bei dem 11 Künstler jeweils ihr eigenes Buch erarbeitet haben, ist ein besonderes Beispiel geballter Motivation, Energie und Konsequenz in der Ideenrealisierung. Angeregt durch den Verleger Andy Lim, sollte jeder Künstler 20 Personen von einer eigenen Buchidee überzeugen und so 20 Sponsoren gewinnen, die sich mit je 50 Euro an den Kosten des konkreten Buchprojekts beteiligen. Ein ausgezeichneter Weg, um sich selbst zu fragen, wie wichtig einem eine Buchidee, ein bestimmtes Thema und last but not least: die eigene Tätigkeit eigentlich ist.

Die ersten 11 Künstler haben inzwischen mit viel Engagement ihre Sponsoren überzeugt. Die im Rahmen des Projekts 20/50 entstandenen und bei Darling Publications erschienenen Ergebnisse werden in einer Ausstellung bzw. Buchpräsentation am 1. Juli 2011 von unseren Kulturpartnern Boris Becker und Gabriele Paulussen-Becker im sprungturm gezeigt.

20/50 im sprungturm, Vernissage und Buchpräsentation: 1. Juli 2011, ab 18.30 Uhr

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Mehr Alexis Korner

20. August 2010 von Kerstin

Gestern sah ich eine Dokumentation über die »British Blues Explosion«. Besonders aufgefallen ist mir dabei eine Stelle, an der berichtet wird, welche wichtige Rolle der Blues-Musiker Alexis Korner spielte, weil er sein Haus zu einem Dreh- und Angelpunkt für Nachwuchsmusiker machte.  In der Ansicht, junge Musker unterstützen zu müssen, half er immer wieder durch die Vermittlung von Auftrittmöglichkeiten und durch das Herstellen vieler Kontakte. So verdanken beispielsweise Brian Jones, Keith Richards und Mick Jagger Alexis Korner ihr Zusammentreffen sowie das Kennenlernen zahlreicher Musikclub-Besitzer. Bekannter Weise waren das Grundsteine einer erstaunlichen Karriere.

Warum ist mir gerade dieser Filmausschnitt aufgefallen? Ich denke, weil ich erst neulich mit Martin Haußmann darüber gesprochen hatte, dass es meist nicht ausreicht, eine Sache mit Leidenschaft, Ausdauer und Talent zu betreiben. Es braucht auch das Geschick, andere davon wissen zu lassen und vielleicht ein bisschen Glück. Vor allem aber sind ebenfalls Menschen wie Alexis Korner wichtig. Leute, die ein gutes Ohr, Auge und Gespür für das Können und die Qualität anderer haben und bereit sind, ihr Know-how, ihre Kontakte oder auch ihre Motivationskraft hilfreich einzusetzen.

Dann fuhren wir letztes Wochenende nach Weimer und lernten Konstantin Bayer kennen. Als Initiator der Galerie Eigenheim lässt er durchaus gedankliche Parallelen zu Alexis Korner erkennen. So vergibt die Galerie Eigenheim beispielsweise seit einigen Jahren Stipendien an Nachwuchskünstler, damit diese neben der eigenen künstlerischen Arbeit frühzeitig lernen können, ihre Werke im Galerienumfeld zu präsentieren, in Kontakt mit dem Publikum zu sein und sich so aktiv und kontinuierlich einen Namen zu machen. (Interessant ist dabei auch, dass Konstantin Bayer und seine Mitstreiter zumeist selbst gerade erst die Uni absolviert haben.)

Und noch eine Form von Einsatz für die Kunst haben wir an diesem Wochenende erlebt. Der Künstler und Fotograf Thomas Rusch entdeckte seine Begeisterung für die Arbeiten von Maxim Lichtenwald (Stipendiat der Galerie Eigenheim 2009) und erwarb zwei Werke. Das wieder führte zu Begeisterung bei Maxim, und nicht nur das. Da ich dabei war, kann ich sagen: der Motivationsschub war geradezu greifbar.

Was daraus folgt? Erst einmal, wie wichtig es ist, miteinander vernetzt zu sein und die Energie aufzubringen, sich auch persönlich zu treffen. Und natürlich, dass es absolut Sinn ergibt, sich untereinander auszutauschen, zu unterstützen und neue Verbindungen auf den Weg zu bringen – gerade auch über Fachbereiche und Generationen hinweg.

Denn wer weiß, wo Mick Jagger heute wäre – ohne Alexis Korner?

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Interview mit Michael Maurissens

30. September 2009 von Chris
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»Man muss sein Ego aufmachen.«

Michael Maurissens begann seine Tanzausbildung, als er 14 Jahre alt war. Im Alter von 20 Jahren erhielt er ein Engagement am Ballett Nürnberg/Tanzwerk Nürnberg und war dann von 1997 bis 2004 Mitglied in Amanda Millers Ensemble Pretty Ugly am Ballett Freiburg. Von 2006 bis 2009 war er bei pretty ugly tanz köln.

Michael Maurissens Faszination und sein Engagement für das Tanzen als Kombination von Bewegung, Ausdruck, Musik und Emotionen ist offensichtlich: »Man muss inspiriert sein, um jeden Tag frisch in den Ballettsaal zu kommen. Es geht ja nicht allein um körperliche Arbeit, sondern um die Kunst – wir bauen etwas gemeinsam.«

Neben dem Tanzen choreografiert Michael Maurissens. 2008/2009 kuratierte er im Auftrag von pretty ugly tanz köln eine Reihe von vier Tanzproduktionen (day | evening | night | dawn) in Köln. Für den Part »night« erstellte unsere Interviewpartnerin Ellen Bornkessel in Zusammenarbeit mit pretty ugly eine Videoinstallation.

Ab Oktober wird nun das von Michael Maurissens choreografierte Werk »View with a Room« an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln zu sehen sein. Er arbeitete dafür zusammen mit Studenten der Hochschule. Die Premiere ist am 10. Oktober, 19.30 Uhr.

»Bei dieser Choreografie habe ich meine ganze Erfahrung einfließen lassen, um den Studenten viele verschiedene Möglichkeiten in der Bewegung zu vermitteln. Das Stück heißt »View with a Room«, weil es, wie ich auch im Interview erkläre, um Offenheit, um verschiedene Blickwinkel und Wege des Ausdrucks durch Körpersprache geht.«

2009 gründet Michael Maurissens zusammen mit Douglas Bateman das MichaelDouglas Kollektiv. Als Ort der Kommunikation und projektbezogener Zusammenarbeit bietet es Choreografen, Tänzern, Schauspielern, Musikern, Designern, Filmemachern und Künstlern anderer Sparten eine Vielzahl künstlerischer Möglichkeiten. Das erste Projekt »approaching grace« wird ab dem 26. November in Köln zu sehen sein.

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Interview mit Katja Prins

18. August 2009 von Chris

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»
Make sure you have fun.«

In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Schmuckkünstlerin Katja Prins schwerpunktmäßig mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Technik, das sie besonders fasziniert. Ihre Arbeiten sind zu sehen unter katjaprins.com.

Im Interview, das während der Druckabnahme für ihr Buch »The Uncanny Valley«, erschienen bei Darling Publications, entstand, schildert Katja Prins ihre Vorgehensweisen bei Ideen, künstlerischer Arbeit und alltäglicher Motivation. Katja Prins ist mit ihren Arbeiten seit vielen Jahren international in Galerien und Ausstellungen vertreten. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam.

In unserem Interview rät sie dazu, die Ideen und Dinge zu verfolgen, die für einen selbst mit Faszination verbunden sind,  bei denen das Ausprobieren Spaß macht und spannend bleibt. Nur dann sind auch die schwierigen Seiten kreativer Arbeit auf Dauer erträglich.

»As long as you have fun things are in balance.«

galerierobkoudijs.nl

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