Tag: Motivation

Mehr Alexis Korner

20. August 2010 von Kerstin

Gestern sah ich eine Dokumentation über die »British Blues Explosion«. Besonders aufgefallen ist mir dabei eine Stelle, an der berichtet wird, welche wichtige Rolle der Blues-Musiker Alexis Korner spielte, weil er sein Haus zu einem Dreh- und Angelpunkt für Nachwuchsmusiker machte.  In der Ansicht, junge Musker unterstützen zu müssen, half er immer wieder durch die Vermittlung von Auftrittmöglichkeiten und durch das Herstellen vieler Kontakte. So verdanken beispielsweise Brian Jones, Keith Richards und Mick Jagger Alexis Korner ihr Zusammentreffen sowie das Kennenlernen zahlreicher Musikclub-Besitzer. Bekannter Weise waren das Grundsteine einer erstaunlichen Karriere.

Warum ist mir gerade dieser Filmausschnitt aufgefallen? Ich denke, weil ich erst neulich mit Martin Haußmann darüber gesprochen hatte, dass es meist nicht ausreicht, eine Sache mit Leidenschaft, Ausdauer und Talent zu betreiben. Es braucht auch das Geschick, andere davon wissen zu lassen und vielleicht ein bisschen Glück. Vor allem aber sind ebenfalls Menschen wie Alexis Korner wichtig. Leute, die ein gutes Ohr, Auge und Gespür für das Können und die Qualität anderer haben und bereit sind, ihr Know-how, ihre Kontakte oder auch ihre Motivationskraft hilfreich einzusetzen.

Dann fuhren wir letztes Wochenende nach Weimer und lernten Konstantin Bayer kennen. Als Initiator der Galerie Eigenheim lässt er durchaus gedankliche Parallelen zu Alexis Korner erkennen. So vergibt die Galerie Eigenheim beispielsweise seit einigen Jahren Stipendien an Nachwuchskünstler, damit diese neben der eigenen künstlerischen Arbeit frühzeitig lernen können, ihre Werke im Galerienumfeld zu präsentieren, in Kontakt mit dem Publikum zu sein und sich so aktiv und kontinuierlich einen Namen zu machen. (Interessant ist dabei auch, dass Konstantin Bayer und seine Mitstreiter zumeist selbst gerade erst die Uni absolviert haben.)

Und noch eine Form von Einsatz für die Kunst haben wir an diesem Wochenende erlebt. Der Künstler und Fotograf Thomas Rusch entdeckte seine Begeisterung für die Arbeiten von Maxim Lichtenwald (Stipendiat der Galerie Eigenheim 2009) und erwarb zwei Werke. Das wieder führte zu Begeisterung bei Maxim, und nicht nur das. Da ich dabei war, kann ich sagen: der Motivationsschub war geradezu greifbar.

Was daraus folgt? Erst einmal, wie wichtig es ist, miteinander vernetzt zu sein und die Energie aufzubringen, sich auch persönlich zu treffen. Und natürlich, dass es absolut Sinn ergibt, sich untereinander auszutauschen, zu unterstützen und neue Verbindungen auf den Weg zu bringen – gerade auch über Fachbereiche und Generationen hinweg.

Denn wer weiß, wo Mick Jagger heute wäre – ohne Alexis Korner?

Interview mit Eriko Kopp-Makinose

17. März 2010 von Kerstin
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»Es gibt keine Fehler, es gibt nur unerwartete Ergebnisse.«

Eriko Kopp-Makinose startete nach dem Abitur eine Tanzausbildung in Amsterdam, war jahrelang als Tänzerin tätig und gründete die Tanzkompanie UnterwegsTheater, deren Mitglieder aus vielen unterschiedlichen Ländern kamen.

Nach dieser Zeit wechselte Eriko Kopp-Makinose hinter die Kamera, wurde Videoeditorin und arbeitete ca. sechs Jahre in diesem Bereich. Mit 30 Jahren startete sie eine Ausbildung als Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung. Sie arbeitet seitdem mit großer Leidenschaft in diesem Beruf und unterstützt Menschen in Unternehmen und Organisationen sowie Privat-personen, ihr persönliches Potential, ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken, zu nutzen und zu erweitern.

Zusammen mit anderen Eltern und einer Pädagogin gründete sie 2004 die Freie Aktive Montessori-Schule in Neckargemünd und leitete deren Trägerverein Lernwerk e.V. jahrelang als Vorstandvorsitzende. Das Konzept der Schule beruht darauf, die Individualität von Kindern, ihre damit verbundenen persönlichen Schwerpunkte sowie verschiedene Lern- und Entwicklungsprozesse anzuerkennen und zu fördern. Wichtige Grundlage dafür ist eine Lernumgebung, in der Kinder aktiv und aus eigener Motivation heraus, ohne Angst vor Fehlern entdecken, probieren und lernen können. »Es war mir immer wichtig, Räume zu schaffen, in denen Kreativität auftauchen kann.« Die staatlich genehmigte Freie Aktive Montessori-Schule des Lernwerk e.V. ist daher sowohl im Hinblick auf das Konzept als auch den Schulalltag eine Alternative zum herkömmlichen Schultypus in Deutschland.

»Wir sind für Vielfalt. Das Spektrum der Schulen und Schulkonzepte machen wir ein bisschen bunter.«

Wurde die Schule 2004 von den Gründern vor allem für die eigenen Kinder initiiert, besuchen sie heute auch viel andere Kinder. Das Interesse für die Schule und ihr Lernkonzept ist groß und wächst weiter. Inzwischen ist auch der Umzug in neue Räumlichkeiten geschafft.

In unserem Interview ist noch die alte Schule in Neckargemünd zu sehen. Und tatsächlich haben wir uns zu Beginn des Interviewtermins an einige Dinge aus unserer eigenen Schulzeit erinnert gefühlt, um dann schnell festzustellen, wie anders und positiv eine Atmosphäre in Schulräumen auch sein kann.

Interview mit Otto Dietrich

23. Februar 2010 von Chris
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»Meine Motivation ist die Neugierde, mich mit verschiedenen Standpunkten auseinander zu setzen.«

Otto Dietrich studierte Graphik-Design, bevor er an das Chelsea College of Art & Design nach London und zum Fach Medienkunst wechselte. Sein Postgraduiertenstudium an der Kunst-hochschule für Medien in Köln schloss er mit der Arbeit »Der Sohn Gottes – The Son of God« ab, einem Dokumentarfilm über Jesusdarsteller und die Darstellung des Göttlichen im Passionsspiel. Ohne jemals zuvor ein Interview geführt zu haben, fuhr Otto Dietrich für diesen Film an Passionsspielorte in Bayern und den USA – Oberammergau, Engerazhofen, Spearfish und Colorado Springs – um Jesusdarsteller über ihre unterschiedlichen Eindrücke und Erfahrungen zu befragen. Die Idee zu »Der Sohn Gottes – The Son of God« entstand u.a. während der Arbeit bzw. auf der Reise für einen anderen Film: »Die Romantische Straße«.

Kennen gelernt haben wir Otto Dietrich im Rahmen der Präsentation seines Films »Toy Soldier«. Der Film dokumentiert das Leben schwuler Soldaten in der israelischen Armee und lässt die Protagonisten dabei ihre eigenen Blickwinkel und Erfahrungen schildern. Beeindruckt hat mich dabei ganz besonders, wie sich anhand verschiedener Sichtweisen die kulturelle Prägung Israels durch das Militär abzeichnet.

»Toy Soldier« entstand im Rahmen eines Projekts von drei Filmschulen, der Sam Spiegel Film & Television School Jerusalem, der Andrzej Wajda Master School of Film Directing in Warschau und der Internationalen Filmschule Köln. Otto Dietrich entschied sich, für das Projekt einen Film in und über Israel zu erstellen. Auf das Thema von »Toy Soldier« kam er u.a., als er bei der Recherche auf »Yossi und Jagger« stieß, einen in Israel sehr erfolgreichen Film.

Otto Dietrich arbeitet heute sowohl als Filmemacher/Regisseur als auch als Künstler und Graphik-Designer. Dabei kommen Know-how und Erfahrungen in jedem einzelnen Bereich seiner Arbeit in den anderen Gebieten zugute. Es resultieren eine enorme Vielseitigkeit und zahlreiche Projekte, die deutlich den zugrunde liegenden Antrieb erkennen lassen:

»Es geht mir darum, Dinge zu produzieren. Ich will visuell kommunizieren.«

Die im Interview enthaltenen Darstellungen von »Der Sohn Gottes – The Son of God« und »Toy Soldier« entstammen der Homepage von Otto Dietrich. Dort sind ebenfalls viele weitere Projektbeispiele sowie Informationen über die Filme zu sehen.

Interview mit Kathrin Jurgenowski

11. November 2009 von Kerstin
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»Fang einfach an und schau, was dabei herauskommt.«

Kathrin Jurgenowski arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Lektorin und seit einiger Zeit auch als Autorin.  Als Lektorin hat sie so manchem Buch auf seinem Weg zum Erscheinungs-
termin die entscheidende Hilfestellung geleistet. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass viele Manuskripte aufgrund von thematischen oder technischen Mängeln zum Scheitern verurteilt sind.

»Durch meine Arbeit weiß ich einfach, dass bestimmt 98 Prozent aller eingereichten Romane nichts werden. Ich hatte daher für mich selbst den Gedanken entwickelt, dass ich in diesen Pool von Geschichten, die keiner will, nicht auch noch etwas dazugeben muss. Außerdem dachte ich, man sollte nur dann anfangen zu schreiben, wenn man zuvor die genaue Idee hat, wie und was es werden soll.«

So ist Kathrin Jurgenowski trotz ihres großen Hintergrundwissens darüber, was Büchern zum Erfolg oder Misserfolg verhilft, jahrelang nicht zu der Entscheidung gekommen, selbst ein eigenes Buch zu verfassen.

Umso überraschter war ich, als sie Anfang dieses Jahres doch damit begann und dabei ziemlich schnell von »Roman schreiben« zu »Drehbuch schreiben« wechselte. Meine Nachfrage, ob da nicht viel spezielles Know-how notwendig wäre, beantwortete sie kurz mit: »Klar, ich muss mir jetzt parallel zum Schreiben viel zusätzliches Wissen aneignen. Aber Ihr müsst ja Euer Inspiration Lounge Blog auch aufbauen und verstehen, wie es funktioniert. Das kriegen wir alles hin.«

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Menschen mit Begeisterung für ihr Thema und ihre Arbeit gesehen. Bei Kathrin Jurgenowski allerdings ist darüber hinaus ganz offensichtlich der sprichwörtliche Knoten aufgegangen. So ist ihr Interview dann auch ein gutes Beispiel dafür, was alles passieren kann, wenn man aufhört, auf die große Eingebung zu warten und stattdessen die Dinge in Angriff nimmt, die einen antreiben.

bestetexte

Interview mit Michael Maurissens

30. September 2009 von Chris
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»Man muss sein Ego aufmachen.«

Michael Maurissens begann seine Tanzausbildung, als er 14 Jahre alt war. Im Alter von 20 Jahren erhielt er ein Engagement am Ballett Nürnberg/Tanzwerk Nürnberg und war dann von 1997 bis 2004 Mitglied in Amanda Millers Ensemble Pretty Ugly am Ballett Freiburg. Von 2006 bis 2009 war er bei pretty ugly tanz köln.

Michael Maurissens Faszination und sein Engagement für das Tanzen als Kombination von Bewegung, Ausdruck, Musik und Emotionen ist offensichtlich: »Man muss inspiriert sein, um jeden Tag frisch in den Ballettsaal zu kommen. Es geht ja nicht allein um körperliche Arbeit, sondern um die Kunst – wir bauen etwas gemeinsam.«

Neben dem Tanzen choreografiert Michael Maurissens. 2008/2009 kuratierte er im Auftrag von pretty ugly tanz köln eine Reihe von vier Tanzproduktionen (day | evening | night | dawn) in Köln. Für den Part »night« erstellte unsere Interviewpartnerin Ellen Bornkessel in Zusammenarbeit mit pretty ugly eine Videoinstallation.

Ab Oktober wird nun das von Michael Maurissens choreografierte Werk »View with a Room« an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln zu sehen sein. Er arbeitete dafür zusammen mit Studenten der Hochschule. Die Premiere ist am 10. Oktober, 19.30 Uhr.

»Bei dieser Choreografie habe ich meine ganze Erfahrung einfließen lassen, um den Studenten viele verschiedene Möglichkeiten in der Bewegung zu vermitteln. Das Stück heißt »View with a Room«, weil es, wie ich auch im Interview erkläre, um Offenheit, um verschiedene Blickwinkel und Wege des Ausdrucks durch Körpersprache geht.«

2009 gründet Michael Maurissens zusammen mit Douglas Bateman das MichaelDouglas Kollektiv. Als Ort der Kommunikation und projektbezogener Zusammenarbeit bietet es Choreografen, Tänzern, Schauspielern, Musikern, Designern, Filmemachern und Künstlern anderer Sparten eine Vielzahl künstlerischer Möglichkeiten. Das erste Projekt »approaching grace« wird ab dem 26. November in Köln zu sehen sein.

Interview mit Katja Prins

18. August 2009 von Chris

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»
Make sure you have fun.«

In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Schmuckkünstlerin Katja Prins schwerpunktmäßig mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Technik, das sie besonders fasziniert. Ihre Arbeiten sind zu sehen unter katjaprins.com.

Im Interview, das während der Druckabnahme für ihr Buch »The Uncanny Valley«, erschienen bei Darling Publications, entstand, schildert Katja Prins ihre Vorgehensweisen bei Ideen, künstlerischer Arbeit und alltäglicher Motivation. Katja Prins ist mit ihren Arbeiten seit vielen Jahren international in Galerien und Ausstellungen vertreten. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam.

In unserem Interview rät sie dazu, die Ideen und Dinge zu verfolgen, die für einen selbst mit Faszination verbunden sind,  bei denen das Ausprobieren Spaß macht und spannend bleibt. Nur dann sind auch die schwierigen Seiten kreativer Arbeit auf Dauer erträglich.

»As long as you have fun things are in balance.«

galerierobkoudijs.nl