Tag: Mensch

Connected

24. November 2014 von Kerstin

connected(aufbruch aus paradigmen)

In der Inspiration Lounge geht es schon immer um neue, zukunftsweisende Ideen, um das Bewusstsein für Denk- und Handlungsroutinen und das Aufbrechen aus ihnen. Wir wollen deshalb ab heute einige gängigen Paradigmen hinterfragen, die unsere Vorstellungen und unsere Realität prägen. Vor allem wollen wir herausfinden, was passiert, wenn man beginnt, die Dinge anders zu betrachten.

Also, auf zum ersten Paradigma: Der Mensch ist ein von seiner Umgebung getrenntes, einzelnes Individuum. Ein Bild, das in seiner eigenen Logik zum Ausblenden existierender Vernetzungen, Systeme und Synergien führt. Es sorgt dafür, dass wir viele lebensnotwendige Verbindungen mit der Umwelt zu wenig bis gar nicht bewusst wahrnehmen und wertschätzen.

Beispiele solcher wichtiger Verbindungen: Positive, soziale Kontakte stärken unser Immunsystem. Fehlender Kontakt macht Menschen nachweislich krank / Jeder Mensch atmet pro Tag ca. 10.000 Liter Luft – ein ständiger Austausch mit der Umwelt, unseres Inneren und Äußeren. / Der menschliche Darm ist pro Milliliter Inhalt mit ca. einer Billion Bakterien besiedelt, ohne die wir nicht überleben. Das Gesamtgewicht dieser Bakterien beträgt ca. 2 Kilo und ist damit schwerer als das menschliche Hirn.

Betrachtet man das Paradigma mal als das, was es (nur) ist, und stellt sich möglichst offen der Vielfalt existierender Verbindungsstrukturen, in die wir sozial und ökologisch integriert sind, verändern sich Blickwinkel nachhaltig:

So sieht man beispielsweise, dass übliche Appelle an das Pflichtgefühl von Menschen, doch bitte zum Wohl und im Sinne anderer sowie für die Umwelt mitzudenken, bis heute nicht nur selten von Erfolg gekrönt sind. Sie werden auch überflüssig, sobald man begreift, dass das Eintreten für z.B. saubere Luft oder bessere soziale Strukturen letztlich auch für einen selbst bessere Lebensbedingungen schafft. Denn so weit weg uns ein Aspekt zu sein scheint – seine Änderung zum Besseren kommt immer, wenn auch erst zeitverzögert, bei uns an. In einem komplexen Gesamtsystem existiert nichts Außenstehendes.

Was passiert noch? Faszinierendes: man bekommt ein Gespür dafür, dass die eigenen Verbindungen viel umfangreicher sind, als man bisher wahrgenommen hat, dass auch das eigene Handeln wesentlich weiter reichen kann, als man zu denken und hoffen wagte. Auf dieser Basis lässt sich eine größere Umsicht, ein genaueres Beobachten des Feedbacks auf das eigene Handeln entwickeln. Man bekommt zudem, wie ich finde, einen äußerst motivierenden Eindruck davon, was man bewegen kann, wenn man bewusst und gemeinsam mit anderen zusammenwirkt und dabei jeder seine Stärken nutzt. Im Rahmen der Inspiration Lounge erleben wir diesen Effekt seit Jahren und wollen ihn nicht missen.

Wer jetzt neugierig ist und Lust darauf hat, das Gespür für Verbindungen sowie das weiterreichende Wirken des eigenen Handelns in einem größeren Zusammenhang live zu erleben, dem empfehlen wir folgende Übung:

Versammele ca. 20 Menschen. Ihr braucht außerdem einen größeren Raum oder freien Platz draußen. Nun sage allen Personen, sie sollen sich bitte jeweils ca. 1 ½ bis 2 Meter voneinander entfernt im Raum bzw. auf dem Platz verteilen. Du selbst nimmst ebenfalls eine Position im Raum ein. Nun bittest Du alle, sich zwei der anderen Personen im Raum auszusuchen, die nicht beide unmittelbar in ihrer Nähe stehen. Auch Du suchst Dir zwei Personen aus. Jetzt sagst Du als Nächstes an, dass jeder sich zum Mittelpunkt der Strecke zwischen seinen beiden ausgesuchten Personen hinbewegen soll. Und nicht nur das: egal, welche Bewegungen sich insgesamt ergeben: jeder soll sich ständig am jeweiligen Mittelpunkt orientieren und versuchen, diesen einzunehmen. Schon nach wenigen Minuten merkt man, wie stark gegenseitige Verbindungen wirken und wie sehr wir alle als Akteure sowohl andere beeinflussen als auch von ihnen beeinflusst werden.

Man muss es einfach selbst erleben. Probiert es aus.

FacebookTwitterGoogle+

Gute Freunde

21. Oktober 2013 von Kerstin

freunde

Im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS am 29. November 2013 wird zum ersten Mal ein Projekt der Freunde der Inspiration Lounge Teil des Programms sein.

Seit geraumer Zeit bauen wir mit der Inspiration Lounge an einer wachsenden Gemeinschaft von Menschen, die das eigene Denken und Handeln gerne durch zukunftsweisende Ideen, andere Blickwinkel und interessantes Wissen und Know-how inspirieren lassen. Leute, die Bereitschaft und Lust haben, Gewohnheiten zu hinterfragen und für sich selbst sowie auch darüber hinaus etwas zu bewegen, positiv zu verändern und mitzugestalten.

Die ersten von uns ausgewählten Freunde der Inspiration Lounge – Christian und Stefan Feike von investinlife, Claudia Warda von zweiTnuTz ,Thomas Fuhlrott von zait sowie Sabine Röser und Wilfried Nißing von StadtwaldHolz – helfen uns nun, diese Gemeinschaft und ihre Netzwerke noch stärker und vielfältiger werden zu lassen.

Die Freunde der Inspiration Lounge, das sind Menschen, die in ihren eigenen Bereichen gute, zukunftsweisende Ideen umgesetzt haben bzw. einbringen und damit auch für viele andere Menschen, für Ökonomie und Gesellschaft ganz konkrete, inspirierende Wege aufzeigen. Sie sind der Inspiration Lounge schon seit längerer Zeit verbunden, unterstützen ihre Ausrichtung und sind natürlich auch ein fester Part der Inspiration Lounge TALKS.

Das erste Projekt der Freunde der Inspiration Lounge wird an 29. November 2013 in der Art68 in Köln die ganz individuellen Positionen der Freunde zu einem von uns ausgewählten Gesamtthema versammeln. Doch mehr wird hier noch nicht verraten.

Fortsetzung folgt…

FacebookTwitterGoogle+

Dr. George Berbari_ShortCuts

18. März 2013 von Chris

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher)

Bei den Inspiration Lounge TALKS versammeln wir ab diesem Jahr neben Vorausdenkern und -machern aus Ökonomie und Kultur auch ausgewählte Impulsgeber aus wissenschaftlichen Gebieten. Am 27. April 2013 wird bei unseren nächsten TALKS deshalb der New Yorker Hirnforscher und Psychiater Dr. George Berbari als Teilnehmer mit dabei sein.

kerstin döweler, dr. george berbari(Kerstin Döweler, Dr. George Berbari)

Letzte Woche trafen wir ihn, um zusammen ein Interviewthema für die TALKS herauszusuchen. Die Auswahl war dabei nicht ganz einfach, denn aufgrund seiner langjährigen Praxis in Forschung, Medizin wie auch in psychologischen Bereichen stehen natürlich zahlreiche spannende Themen zur Verfügung.

kerstin döweler, dr. george berbari_TALKS(CouchTalks)

Wir einigten uns schließlich auf ein Interview, das alle Wissens- und Tätigkeitsgebiete von Dr. Berbari gekonnt verbindet: Es wird um Wege gehen, auf denen der einzelne Mensch ein  Bewusstsein für sich selbst sowie seine natürlichen und sozialen Einbindungen erlernt. Wesentliche Voraussetzungen für jeden von uns, um Entscheidungen und Konflikte im Alltag zu meistern, gesundheitsschädlichen Stress zu vermeiden und das eigene Leben und Umfeld mit Zufriedenheit gestalten zu können.

FacebookTwitterGoogle+

Frischluft

04. März 2013 von Kerstin

tape(tape art)

Die meisten von uns sind permanent damit beschäftigt, die eigene Arbeit, Projekte, das eigene oder ein anderes Unternehmen, Vorhaben, Ideen und Aufträge voranzubringen. Spezialisiert wie wir alle heute sind, fällt es recht leicht, bei all dem Aufwand, den wir betreiben, und all der Zeit, die wir dafür einsetzen, die eigenen Themen in der persönlichen Sicht zu einem komplexen, unabhängigen Bereich für sich werden zu lassen, in dem wir täglich an unserem Lebensunterhalt und unserem Weiterkommen »feilen«.

Stellen wir uns mal vor, jeder dieser Bereiche wäre ein unterschiedlicher Raum, dann hielte sich jeder von uns mit dem, was er tut, in einem solchen, bestimmten und eigenen Raum auf. Jeder von uns kennt dann seinen Raum, die verschiedenen Sichtachsen, die er bietet, die Einrichtung. Auch den einen und anderen besonderen Winkel hat man bereits erforscht, während man seine Themen weiter voranbringt.

Stellen wir uns jetzt vor, diesen Raum wenigstens ab und an zu verlassen, um ins Freie zu treten und andere Menschen zu treffen, die genau das Gleiche getan haben. Wie wäre es, wir würden feststellen, dass wir dann alle mal frischere Luft atmen und im Gespräch zwangsläufig andere Perspektiven kennen lernen, weil Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen, eben andere Räume beschreiben? Wie wäre es weiter, wir würden diese Erfahrungen alle weniger nur mit der Uhr messen, als danach, wie sehr sie unseren »Kosmos« erweitern und uns etwas mitnehmen lassen, das uns bleibt. So, als könne man ein Stückchen weiter in die Ferne sehen, über Räume und Häuser hinweg, auf eine ganze Landschaft hinaus. Und noch weiter gedacht: würden wir nicht am Ende reichhaltiger leben, wenn wir auf diese Weise feststellten, dass wir nicht nur alleine auf eigene Faust in unserem Raum »werken«, sondern immer auch über geteilte Ausblicke verbunden sein können; dass wir vielleicht sogar an verschiedenen Stellen an genau demselben wirken und so gemenisam etwas bewegen können?

Wir denken, es braucht mehr gute Gelegenheiten für genau solche Erlebnisse. Deshalb finden am 27.April 2013 die nächsten Inspiration Lounge TALKS statt, bei denen sich interessante Vorausdenker und –macher aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie viele Interessierte, die ebenfalls etwas bewegen wollen, wieder in einzigartiger Atmosphäre treffen und austauschen können. Unmittelbar, persönlich, live und ganz unvirtuell von Mensch zu Mensch. Wer sich traut, kommt vorbei. See You…

 

FacebookTwitterGoogle+

Raus aus dem Konsens des Gewohnten

25. Februar 2013 von Kerstin

Wer wie ich ab und zu ein Musikinstrument spielt, weiß, dass man oft gerne gerade die Stücke spielt, die man besonders gut kennt, bereits oft gespielt hat und daher möglichst mühelos wiedergeben kann. Die meisten Menschen verwenden einen recht übersichtlichen Wortschatz und nutzen vor allem einzelne Worte häufig wiederkehrend, obwohl sie durchaus über viele Alternativen verfügten.

Warum diese Beispiele? Weil sie stellvertretend für unzählige Momente im Leben stehen, in denen wir zu Vorgehensweisen oder Dingen greifen, weil sie uns geläufig sind und wir sie gut können. Sie sind uns vertraut, sie haben sich bewährt oder wir haben uns mit ihnen bewährt und haben etwas bewältigt. Wie wir heute aus der Hirn- und Kognitionsforschung wissen, befasst sich unser Gehirn gerne mit Erinnerungen und Erfahrungen, die für uns »gelungen« waren. Kommt eine Situation, die einer entsprechenden Vergangenen gleicht, reagieren wir, indem wir das Memorierte wieder anwenden und damit auf Gelerntes zurückgreifen.

Das hat seinen Sinn: vor Tausenden Jahren war es lebenswichtig, weil energiesparend in rauer Zeit, bewährte Nahrungsmittel und Verhaltensweisen zu haben, um den eigenen Aufwand auf möglichst geringem Level zu halten. Bewährte Routinen aufzubrechen konnte schnell bedrohlich werden, (wurde aber trotzdem gewagt und hat so wesentlich zur Weiterentwicklung des Menschen beigetragen.)

Auch heute gibt es zahllose Fälle, in denen es uns hilft, unser Hirn im »Energiesparmodus« zu belassen und unbewusste/bewusste Routinen zu nutzen. Zumindest der Situation nach, in der wir leben, ist es uns heute aber auch besser und einfacher möglich, unsere Routinen »wacher« zu betrachten und sie bewusst zu hinterfragen. Angesichts des rasanten Verbrauchs begrenzter Ressourcen und der Häufung gesellschaftlicher und menschlicher Probleme, die unseren Alltag durchziehen, erscheint es obendrein zumindest schon mittelfristig bedrohlich, uns länger in einer Komfortzone zu wähnen und uns im Konsens des Gewohnten einzurichten.

Es ist daher besser, und noch dazu spannender und Lebensfreude gebender, den Hör-, Seh-, Denk- und Handlungsgewohnheiten neue Eindrücke, Perspektiven, Fähigkeiten und Möglichkeiten entgegenzusetzen. Natürlich kostet uns das alle eigene Energie und Zeit – und es kann unbequem werden, andere, neue Wege kennen zu lernen. Aber es lohnt sich, denn stellen wir uns die Höhlen vor, aus denen unsere Urahnen damals aufbrachen: Wollten wir so leben?

Übrigens, wer Lust hat, jede Menge erfrischende Ideen, Blickwinkel und konkrete Schritte über den Konsens des Gewohnten hinaus kennen zu lernen und sich anregen zu lassen, selbst etwas für sich, sein Leben und sein Umfeld zu bewegen: am Samstag, den 27.04.2013 finden unsere nächsten Inspiration Lounge TALKS in der Art68 in Köln statt.

Mehr Informationen über die Teilnehmer und Themen demnächst hier.

FacebookTwitterGoogle+