Tag: Mensch

What’s next?

19. März 2016 von Kerstin

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Nachdem wir uns im Rahmen der letzten Inspiration Lounge TALKS mit den Verbindungen von Menschen untereinander sowie zur Umwelt auseinandersetzten, ist nun die Zeit zur Entwicklung der nächsten Veranstaltungsthemen gekommen.

Das Jahr 2016 wird die Inspiration Lounge fachübergreifend in Bereiche tragen, in denen zukunftsweisend und gesellschaftsrelevant gestaltet wird. Jetzt schon sicher als Thema dabei: die digitale Entwicklung, die keinen unserer Arbeits- und Lebensbereiche mehr unbeeinflusst lässt. Sie wird nun auch im Rahmen der Inspiration Lounge ihren Platz finden – aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.

Nicht erst in Anbetracht des vor einigen Tagen vermeldeten Sieges der Google-Software AlphaGo gegen einen der weltbesten Go-Spieler stellt sich die Frage, wie schnell und wohin die digitale Entwicklung fortschreitet. Der klare Sieg führt auch digitalen Laien deutlich vor Augen, inwieweit und wie schnell eine lernende Software heute innerhalb eines bestimmten Bereiches in der Lage sein kann, intelligenter als ein Mensch vorzugehen: AlphaGo gewann mithilfe der Abfolge von Go-Zügen, die innerhalb einer 1000-jährigen Go-Geschichte noch nicht von professionellen Go-Spielern entwickelt worden war.

Fasziniert und auch irritiert denke ich: »wenn Maschinen, anders gesagt Softwares, nicht nur begrenzt betrachtet intelligenter als der Mensch werden, was passiert dann? Werden wir weithin von ihnen lernen? Werden wir uns dabei einfach nur auf ihre Ergebnisse verlassen, so wie wir heute überwiegend auch digitale Wegbeschreibungen unhinterfragt nutzen? Was würde das für unsere Wissenschaft, für unsere gesamte Gesellschaft, für unser Leben und unser menschliches Selbstverständnis bedeuten?

Das heißt jetzt nicht, dass man aufgrund der digitalen Entwicklung in Angst und Schrecken versinken soll. Der Begriff Big Data legt dies gerne nah, doch unserer Meinung nach wäre es falsch, aus Ohnmachtgefühl oder aufgrund mangelnden digitalen Fachwissens die Augen zu verschließen. Wer selbst wie auch gemeinsam mit anderen zukunftsfähig gestalten will, an dem liegt es, sich Einblicke zu verschaffen, um mitdenken und hinterfragen zu können. Individuelle und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse brauchen ein solides Wissensfundament statt Vorurteile und Orakel. Als besonders interessant für die Inspiration Lounge sehen wir daher das Themengebiet Digitale Bildung und fragen: »wie lässt sich Wissen über digitale Entwicklung, wie lassen sich deren Grundlagen insbesondere auch an Menschen vermitteln, die bisher Mathematik und Informatik eher zurückhaltend gegenüberstehen? Wie lernen junge Menschen am besten über Algorithmen, wie kommen ältere Menschen diesbezüglich über ihre Hemmschwellen? Wie können wir es schaffen, digitale Entwicklungen und damit auch unsere Lebens- und Arbeitsbereiche stärker und positiv mit zu beeinflussen?

Über diese Fragen sprechen wir aktuell mit Experten, die im Bereich Digitale Bildung wegweisende Konzepte entwickeln und auch bereits umsetzen. Natürlich wären wir nicht die Inspiration Lounge, wenn das die einzige Perspektive auf das Thema Digitale Entwicklung bliebe.

To be continued.

 

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Inspiration Lounge TALKS_VideoInterview mit Peter Kowalsky

05. Januar 2016 von Kerstin

VideoInterview mit Peter Kowalsky(kerstin döweler, peter kowalsky_INJU)

Direkt aus der Postproduktion kommend, gibt es ab heute das erste exklusive VideoInterview, das wir im Rahmen unserer letzten Inspiration Lounge TALKS extra für Euch aufgezeichnet haben.

Peter Kowalsky, der Mitbegründer von Bionade und inzwischen auch von INJU, nimmt in diesem Inspiration Lounge Interview persönlich Stellung zur Entwicklung des neuen Produktes, das er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Manuel Kirsch auf dem Markt gebracht hat. Angesichts des großen Interesses, das INJU entgegengebracht wird, aber durchaus auch offener Kritik, habe ich Peter Kowalsky gefragt, warum er sich nach den Erfahrungen mit Bionade nun mit INJU erneut auf einen offensichtlich nicht einfachen und langen Weg begeben hat.

Wieso ihm auf diesem Weg und überhaupt beim Entwicklen, Um- und Durchsetzen von Ideen, ganz passend zu unserem diesmaligen TALKS-Leitmotiv_Du bist nicht allein, vor allem auch das Bewusstsein für die Verbindungen zu Mitmenschen und zur Natur weiterhelfen, hat er uns im Interview erklärt.

Genauso offen gibt er allen, die ebenfalls für sich und ihr Umfeld etwas positiv verändern und neu voranbringen wollen, u.a. den guten Tipp, den eigenen kritischen Blick besser nicht mit Kritikhörigkeit zu verwechseln.

Mehr von Peter Kowalsky im Interview.


Special Thanxx
an die Medienproduktion_bonnanwalt Service GmbH und an den ProduktionsSponsor Hoeller Rechtsanwälte.

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Inspiration Lounge TALKS 2015_doku part 1

04. Dezember 2015 von Kerstin

kerstin döweler kb(opening TALKS 2015, kb)

Die Inspiration Lounge TALKS 2015 starteten nach einem kurzen Intro direkt mit einer Entdeckungsreise zu Perspektiven auf Mensch und Welt, die unsere heutigen Horizonte hinterfragen. Passend zum Leitmotiv der TALKS 2015_Du bist nicht allein ging es dabei insbesondere um unsere gewohnte Wahrnehmungsweise, uns in erster Linie separat von anderen Menschen und der Umwelt zu betrachten. Längst zeigen uns viele gute Beispiele aus der Wissenschaft und auch aus der Kunst andere Perspektiven auf, die unsere ökologischen und sozialen Einbindungen stärker ins Bewusstsein bringen und inspirieren, die Umsicht gegenüber der Mitwelt als ureigenes Interesse zu begreifen.

Wir begannen unsere Inspiration Lounge Entdeckungsreise daher anhand des Interviews mit dem Geologen, Klima- und Wüstenforscher Dr. Stefan Kröpelin, der durch Beispiele seiner Forschungsarbeit darlegte, wie unmittelbar die Entwicklung des Menschen bzw. unsere kulturelle Entwicklung schon immer mit der Erd- und Klimageschichte verbunden sind. Stichwort: wir entwickeln uns eben nicht separat, sondern sind alle auf Leben ermöglichende klimatische Verhältnisse angewiesen. Höchste Zeit, endlich in diesem Bewusstsein zu handeln.

kerstin döweler, stefan kröpelin kb(stefan kröpelin begeisterte mit seinen berichten, kb)

stefan kröpelin mk(einblicke aus dem tschad, mk)

interview stefan kröpelin mk(da wurde klimaforschung komplett greifbar, mk)

stefan kröpelin, kb(und erlebbar, kb)

 

talks 2015 gäste mk(und erfrischend, mk)

christian eisner, stefan kröpelinkb(christian eisner, stefan kröpelin)

stefan kröpelin(kleine stärkung, mk)

stefan kröpelin, peter kowalsky mk(dank bester weinversorgung durch das weingut bäder,mk)

talks 2015 mk(mk)

Direkt im Anschluss folgte das Interview mit der Bio-Künstlerin Sonja Bäumel. Anhand von Einblicken in ihre Arbeit an den Schnittstellen von Kunst, Design und Wissenschaft bzw. anhand von Auschnitten ihrer Werke Expanded Self I und II sowie Metabodies brachte sie den TALKS-Besuchern u.a. nahe, dass das TALKS-Leitmotiv Du bist nicht allein mit Blick auf uns alle selbst ganz unmittelbar gilt. Eine unglaubliche Vielzahl unterschiedlicher Bakterien macht insgesamt einen größeren Bestandteil des einzelnen Menschen aus. Tagtäglich führen wir davon zwischen zwei bis drei Kilogramm mit uns – und damit hundertmal mehr an genetischen Informationen, als unser eigenes menschliches Erbgut beinhaltet. Die Mikroorganismen auf und in uns beeinflussen unser aller Leben nicht nur, sondern verbinden uns auch permanent mit unserer Umwelt und mit anderen Menschen. Sie sind lebenswichtig und daher der Grund, bewusster zu hinterfragen, was uns als Menschen eigentlich ausmacht bzw. wahrzunehmen, dass wir ohne unsere Mitwelt nicht leben können.

kerstin döweler, sonja bäumel kb(kerstin döweler, sonja bäumel,mk)

sonja bäumel, kb(sonja bäumel über die kommunikation der bakterien, kb)

sonja bäumel mk(metabodies, mk)

gäste kb(kb)

sonja bäumel, peter kowalsky, christian eisnermk(kleine stärkung 2. teil – der wein war gut / sonja bäumel, peter kowalsky, christian eisner)

gäste(kb)

talks gäste kb(kb)

 

TALKS 2015 mk(mk)

Special Thanx an unsere Fotografen Kay Bach (kb) und Marco Klahold (mk). Good work.

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HotSpot

28. Juli 2015 von Kerstin

de waag(de waag, amsterdam // gare du nord //)

Es gibt Orte, von denen geht einfach mehr Energie, mehr kreativer Geist aus. Das merkt man immer dann, wenn man an einen solchen Ort kommt und ganz deutlich den Unterschied bemerkt zu dem, was man Alltag nennen könnte. Als wir in Amsterdam waren, meinem Erleben nach ein solcher Ideen-Ort, habe ich mich gefragt: wenn man so deutlich spürt, dass hier etwas besonders ist, was genau ist es?

waag3(exhibition)

Ich denke, es ist vor allem die Offenheit und Aufmerksamkeit, mit der gute Ideen begrüßt werden. Man merkt: es geht was. Da ist ein echtes Interesse an Zusammenarbeit, weit über die Grenzen von Fachbereichen und Muttersprachen hinaus, Freude am Gestalten, am Mitmachen und Schaffen neuer Perspektiven. Und wahrlich, allein die Kombination von alter und neuer Architektur zeigt in Amsterdam das Bewusstsein für Tradition und für heutige bzw. künftige Herausforderungen.

waag1(nicola samori)

Ein weiteres Beispiel für das Zusammenspiel von Traditionsbewusstsein und Zukunftsweisendem: Die Waag Society mit Sitz im Theatrum Anatomicum am Nieuwmarkt. Dieses wurde im 17. Jh. als Raum für wissenschaftliche Experimente und Lehre erbaut. Es dient heute als Institut für Kunst, Wissenschaft und Technologie, das mit seinen erfrischenden Vorgehensweisen seinesgleichen in unserer Region sucht. Besonderes Anliegen der Waag Society: Fachbereiche von Kunst und Design, IT bis hin zur Mikrobiologie und Biogenetik näher zusammenbringen. Vor allem aber: wissenschaftliches und technisches (Praxis-)Wissen besser für alle Interessierte zugänglich machen, gesellschaftlichen Diskurs anstoßen, Laien mit Fachleuten in Austausch bringen, Hemmschwellen abbauen. Dass man dafür den einzelnen Menschen nicht nur als Konsumenten, sondern tatsächlich als Menschen und Bürger verstehen muss – keine Frage.

waag2(benutzung der kunst auf eigene gefahr)

So, wer jetzt neugierig auf Die Waag Society geworden ist: einfach mal hinfahren. Momentan läuft im Theatrum Anatomicum eine sehr sehenswerte Ausstellung mit Werken von Sonja Bäumel, Nicola Samori und Laurent-David Garnier, die wahrlich neue Perspektiven auf Mensch und Umwelt vermittelt.

 

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Eine Rose ist eine…

06. Juli 2015 von Kerstin

rosen(diesmal kein Zusammenhang mit  G. Stein)

Wunderschön, dachte ich gestern, als ich die Rosen sah. Dann fiel mir ein, wie ich mich vor einiger Zeit mit dem Hirnforscher und Inspiration Lounge Interviewpartner Dr. George Berbari über wissenschaftliches Arbeiten unterhalten hatte. Er sagte mir damals, dass sie sozusagen hinter jeder Tür, die sie anhand ihrer Forschung öffnen, stets unzählige neue Türen vorfinden. Dass dieser Umstand nicht frustrierend sei, sondern eine besondere Motivation, die allerdings nicht den Unterschied zwischen zu erlangendem Wissen und Verstehen verwischen dürfe.

Stell Dir vor, Du untersucht eine Rose bis in ihre kleinsten atomaren Bestandteile, Du erforscht alles akribisch, förderst enormes Wissen über Einzelheiten und Funktion zutage. Doch was hast Du am Ende nicht mehr: die Rose in dem, was ihre Gesamtheit, ihre Bedeutung und ihren Zusammenhang zur Umgebung, also auch zu Dir selbst ausmacht.

Der chilenische Wirtschaftswissenschaftler Manfred Max-Neef kommt in seinen Barefoot Economics zu ähnlichen Schlüssen: Noch nie zuvor haben wir innerhalb von nur 100 Jahren soviel Wissen angesammelt wie all das, über welches wir heute verfügen. Was wir allerdings brauchen, ist mehr Verstehen, auch um eine ökonomische Entwicklung zu schaffen, die den Menschen dient, statt die Menschen der Ökonomie. Solange ein Mensch seine permanenten Verbindungen zu anderen und zur Umgebung nicht begreift, solang er sich als jeweils getrennt von allem und allen betracht, wird er immer nur Wissen erlangen können.

Wir nehmen diese Positionen als Herausforderung, im Rahmen der Inspiration Lounge und der TALKS nicht nur Ideen, Wissen, Denken und Handeln ausgewählter Vorausdenker und -macher ins Blickfeld zu bringen, sondern auch die Zusammenhänge zwischen den Arbeiten in verschiedenen Fachbereichen aufzuzeigen. Was verbindet beispielsweise das Schaffen einer Künstlerin mit der eines Molekularbiologen? In welcher Beziehung stehen ihre Erkenntnisse zu uns anderen, zu unseren bisherigen Vorstellungen von uns selbst und der Umwelt? Wenn wir die Beziehungen erkennen: können und werden wir künftig anders, d.h. mit Verstehen und mehr Umsicht denken und handeln?

Viele Fragen. Wir bleiben dran.

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