Tag: Kunst

Unendliche Weiten

14. Oktober 2011 von Kerstin

Das nächste Wochenende kommt, und damit nahen auch die so vielen von uns bekannten Routinen: »Einkaufen, noch schnell ein Projekt fertig machen, ins Café gehen oder wegen schlechten Wetters lieber zuhause bleiben und feststellen, dass die Wohnung der Aufforderung Bleib Sauber wieder einmal nicht gefolgt ist.

Zum Glück geht es auch ganz anders: Das Wetter Wetter sein lassen, sich in den Sprungturm aufmachen, nette Leute treffen und gemeinsam in die detailreichen, unendlichen Weiten des Korkuniversums von Thino Grünwald eintauchen. Wir sind sicher, dass zur Finissage dieser Ausstellung auch der gute, inzwischen intergalaktisch bekannte Verpflegungsbus wieder dabei sein wird.

Ort: Sprungturm Sternzeit: 15.10.2011 | 12.00 Uhr

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Some like it hot – oder das Korkuniversum des Thino G.

05. September 2011 von Chris

Tja, die Welt des Weines lässt uns nicht ganz los. Schon in Anbetracht der bei unseren Weinproben angefallenen Sekt und Weinkorken sollten wir vielleicht mal mit Thino Grünwald über eine Zusammenarbeit sprechen. Was er schnitztechnisch so mit Kork anstellt ist faszinierend, manchmal auch nicht jugendfrei, aber sehr erfrischend.

Neugierig? Dann sollte man sich nicht die Vernissage am 09.September 2011 um 18:00 Uhr entgehen lassen. Wo gibt’s das alles? Im sprungturm.

Wir sind gespannt, sehen uns und empfehlen einen trocken Riesling.

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Überzeugungstat

24. August 2011 von Chris

(Filmausschnitt Maix Mayer: Die Urbanisten, 2009)

Es beginnt harmlos. Eine Prozession irgendwo in einer ländlichen asiatischen Region. Geschmückte Wagen werden gezogen, Menschenmassen schieben sich langsam aneinander vorbei. Auffallend viele Motorradfahrer scheinen unterwegs zu sein. Dicht vermummt stehen sie am Straßenrand. Ruhig  fängt die Kamera die Situation ein. Plötzlich ändert sich alles. Die ersten Explosionen. Feuerstrahlen schießen aus den gezogenen Wagen. Erst vereinzelt, dann mit einer unglaublichen Intensität. Dann herrscht Chaos. Flammen und Geschosse, ähnlich einer Stalinorgel, prasseln auf die Menschen ein. Sie drängen sich aneinander, stieben teils wieder auseinander, werden getroffen, straucheln, stehen wieder auf, sind eingehüllt in einer Wand aus Feuer und Rauch.

Was sich wie ein Attentat- oder Untergangsszenario anhört, ist in Wirklichkeit das traditionelle Neujahrsfest in Taiwan. Die mit Motorradhelmen und jeglicher Art von Schutzkleidung umhüllte Menschen lassen sich mit Absicht von den Feuerwerkskörpern treffen, laufen bewusst in diese hinein, da dieses Ritual Glück und Reichtum verspricht. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei, das Licht geht an. Die Leute um mich herum kommen aus dem Staunen nicht heraus. Thomas Fuhlrott lächelt zufrieden. Wir befinden uns nicht irgendwo in einer hippen Aktionsgalerie in Berlin, sondern mitten in einem Gewerbegebiet in Grünstadt an der Deutschen Weinstraße. Was wir gerade sahen, war die Videoinstallation »Das Restreale« des Leipziger Künstlers Maix Mayer.

Später unterhalten wir uns mit Thomas Fuhlrott, Hauptinitiator dieser Ausstellung bzw. Film- und Video Lounge im Didier-Gebäude.

Was hat uns an der Ausstellung fasziniert? Natürlich die gezeigten Filminstallationen von Maix Mayer, der momentan auch im Arp Museum ausstellt.

Ebenfalls besonders erwähnenswert: Thomas Fuhlrott ist kein Galerist oder Künstler. Er ist Gründer des Unternehmens zait und handelt mit Olivenöl. Zu diesem Zweck hat er nicht nur ein besonderes Konzept entwickelt. Er legt Wert darauf, wirtschaftliches Handeln stetig mit kultureller Tätigkeit zu verknüpfen, um konsequent über das Wirtschaftliche hinauszudenken. Dabei geht es darum, Ideen auf die eigene Weise zu verwirklichen, weil einem viel daran liegt. Zum Beispiel weil man, wie in diesem Fall, von der Arbeit eines Künstlers persönlich begeistert ist, diese Begeisterung mit den Menschen im eigenen Umfeld teilen will und daher den Künstler an einen Ort holt, welcher mit Ausstellungen dieser Art nicht verwöhnt ist. Es geht auch darum, dafür Aufwand und eigene Mittel zu leisten, auch wenn man kein Großunternehmen mit gut ausgestatteter Kulturstiftung ist. »Wenn es mir wichtig ist, dann muss ich eine Sache doch realisieren und muss mir eben auch überlegen, wie ich das mit meinen Mitteln schaffe. Nichts ist blöder, als der Satz: man müsste mal…, und dann passiert nichts, weil alle warten, bis jemand mit viel Geld kommt und das Ganze in die Hand nimmt. Wie oft passiert das? Und offen gesagt: viele von uns hätten doch einige Möglichkeiten, gute Ideen zu realisieren. Man ist oft zu sehr daran gewöhnt, sich irgendwie auf andere zu verlassen oder zu sagen: das schaffe ich nicht. Aber so hätte ich Maix Mayer niemals nach Grünstadt gekriegt.«

Da bleibt bis auf zwei Fragen nichts hinzuzufügen: Da Grünstadt eigentlich überall ist, wer ist für uns, wer ist für euch Maix Mayer? Welche Idee ist unsere, welche ist eure Ausstellung?

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Entdeckungstour: Western Apy Lands

29. Juli 2011 von Kerstin
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Als wir letzte Woche auf unserer Entdeckungstour die Ausstellung Western Apy Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff besuchten, machten wir die faszinierende Bekanntschaft mit Aboriginal Fine Arts. Die künstlerischen Arbeiten beeindruckten uns schon alleine durch die Art und Weise, mit der sie anhand von Farben und Strukturen eine Energie vermitteln, die hier und heute aus meiner Sicht häufig fehlt.

Mithilfe der detaillierten Erklärungen der Gründerin von ArtKelch, Robyn Kelch, ist es uns dann gelungen, das erste Betrachten der Werke um viele Blickwinkel auf die interessanten Geschichten hinter den Bildern zu ergänzen. Die sich dadurch öffnenden Fenster zu einer uns bisher völlig fremden Kunst und Kultur haben uns begeistert. Und sie haben uns spontan dazu angeregt, anhand eines Interviews mit Robyn Kelch und Emmanuel Walderdorff allen Interessierten einen näheren Einblick in die Ausstellung, in Aboriginal Fine Arts und mehr als 40.000 Jahre Kultur der Aboriginal Australians zu geben.

Die Western Apy Lands, in der Ausstellung durch die drei kleinen und feinen Kunstzentren Tjala Arts, Tjungu Palya und Ninuku Arts vertreten, liegen im norwestlichen Teil Südaustraliens, ca. 1500 km von Adelaide und eine Zweitagesreise von Alice Springs entfernt. Diese Abgeschiedenheit lässt einzigartige Werke mit spürbarer Authentizität entstehen, die nahe legen, warum die drei Kunstzentren in Australien längst als Geheimtipp gehandelt werden. Die Künstler wurden bereits für zahlreiche Kunstpreise nominiert und letztes Jahr konnte Jimmy Donegan von Ninuku Arts den begehrten Telstra Art Award für sich entscheiden.

Wer also Aboriginal Fine Arts (besser) kennen lernen möchte und verstehen will, der nimmt diesen Film als Appetithappen, um seinen Entdeckungs- und Wissenhunger gleich danach bei einem Besuch der Ausstellung zu stillen.

Western APY Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff, Öffnungszeiten Di-Fr 14.00-18.00 Uhr, Sa. 12.00 Uhr-16.00 Uhr

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Entdeckungstour

23. Juli 2011 von Kerstin

Nachdem ich vor einiger Zeit einen Artikel über die Notwendigkeit von Entdeckungstouren im Alltag veröffentlichte, fragte mich ein Freund kurz darauf, wie oft ich denn seitdem aufgebrochen sei, um Neues, Spannendes zu finden. Tatsächlich hatte er mich dabei ertappt, die guten Entdeckungsvorsätze mal wieder vorübergehend zurückgestellt zu haben – viel zu tun, wenig Zeit…Wie oft und wie lange sitzen wir, wie viele andere auch, eigentlich in mehr oder weniger starrer Haltung, Blick geradeaus auf einen Bildschirm und wundern uns gar nicht mehr, dass wir langsam einrosten? Und nein, ich meine das nicht nur in Bezug auf die Rückenmuskulatur.

Also sind wir gestern zu einer Entdeckungstour aufgebrochen, die uns mitten in Köln bis tief nach Australien führte. Ein Besuch der Emmanuel Walderdorff Galerie ermöglicht es noch bis zum 13. August 2011, in Aboriginal Fine Arts und damit gleichzeitig in über 40.000 Jahre faszinierender Kulturgeschichte einzutauchen.

Vor allem für diejenigen, die wie wir bisher keine Berührungspunkte mit Aboriginal Fine Arts hatten, denen der »Einstieg«  schwer erscheint oder die zunächst nur Punkte und Kreise sehen, ein heißer Tipp: noch bis zum 30.07. führt Robyn Kelch, die Gründerin der auf Aboriginal Fine Arts spezialisierten Galerie ArtKelch, durch die von ihr kuratierte Ausstellung. Begleitet von ihren Schilderungen die Ausstellung zu durchwandern, wurde für uns gleich zu einem doppelten Erlebnis. So öffneten sich zahlreiche Fenster in die Kultur der Aboriginal Australians und die damit verbundene, älteste und bis heute praktizierte Kunst der Welt. Punkte auf Bildern können so auf einmal ganz anders wirken, wenn man erst weiß, dass sie oft gemalt werden, um hinter ihnen liegende Bildschichten und Geschichten vor unseren Blicken zu verbergen. Blickwinkel auf Bilder ändern sich, sobald man diese auch als Topographien und Darstellung von Schöpfergeschichten sehen kann. Darüber hinaus hat uns der Ausstellungsbesuch jede Menge der, wie ich finde, immer wieder notwendigen Impulse gegeben, dass unsere Sicht- und Lebensweise eben nicht mehr als nur eine Sicht- und Lebensweise ist. In über 220 Sprachen der Aboriginal Australians gibt es beispielsweise kein einziges Wort für Zeit. Leben ohne Zeit zu messen und zum Zwecke der Terminplanung einzuteilen – für uns unvorstellbar.

War eben die Rede von doppeltem Erlebnis, so ist Robyn Kelch mit ihrem großen Wissen über Aboriginal Fine Arts und ihrer Begeisterung für die Aboriginal Kultur auf alle Fälle ein Teil davon. Wenn sie davon erzählt, wie sie mit dem Jeep auf langen Fahrten durch Australien unterwegs ist, wie sie die Künstler in den Art Centern besucht – man ist kurz davor, selbst die Koffer zu packen.

Bleiben drei Dinge zu sagen: 1. Herzlichen Dank an Emmanuel Walderdorff für seinen Entschluss, der Ausstellung Western APY Lands einen besonderen Platz in Köln zu geben. 2. Um noch mehr von dieser Entdeckungstour und über Aboriginal Fine Arts zu erzählen, haben wir einen Film gemacht, der hier in Kürze erscheint. 3. Wer selbst sofort aufbrechen will:

Western APY Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff, Öffnungszeiten Di-Fr 14.00-18.00 Uhr, Sa. 12.00 Uhr-16.00 Uhr

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