Tag: Kultur

kreativ bewegen_folge 2

22. September 2011 von Kerstin
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»raus geht’s.«

Keinen Aufwand haben wir gescheut, um euch heute Folge 2 unserer kreativ bewegen-Videoreihe zu präsentieren.

Nach den »Aufbruch vom Schreibtisch-Übungen« aus Folge 1 hat es Felix tatsächlich geschafft, uns dieses Mal nach draußen zu bringen. Da wir den Atem vor allem für die einzelnen Übungen brauchen, haben wir zunächst eine Tour in unsere nähere Umgebung gemacht. Bei den Uniwiesen und am Aachener Weiher stießen wir auf genügend »Übungsgeräte«, die Felix direkt in unser Bewegungsprogramm eingebaut hat. Und damit alles ganz gerecht zugeht, war dieses Mal Chris vor der Kamera im Einsatz.

Wer die Übungen selbst ausprobieren und sich damit mehr Bewegung an der frischen Luft gönnen will: beim E-Raum (das abgekürzte Wort »Erfrischungsraum« erheitert mich angesichts der real existierenden Innenarchitektur bis heute) an der Kölner Uniwiese steht reichlich Trainingsmaterial herum, das sich wunderbar für die im Video gezeigten Übungen 1-4 verwenden lässt.

Wer dann, wie wir, schon mal in Bewegung ist, kann sich rund um das ganze Gebiet noch zu jeder Menge Freestyle-Übungen inspirieren lassen. Hervorragend ist dafür übrigens ein Blick auf den auch dort gelegenen Spielplatz, denn es ist wirklich unglaublich, wie sich Kinder ideenreich, spielerisch und selbstverständlich mit Spaß bewegen. Wenn ich uns und viele andere dagegen so anschaue: lange Jahre in Betonung insbesondere rationaler Produktivität (im Sitzen) zu verbringen, lässt in so mancher Hinsicht einrosten. Könnte es sein, dass wir, persönlich und kulturell gesehen, gerne eine gewisse Einseitigkeit pflegen? Tun wir das, weil es uns so weit gebracht hat?

Und hat nicht Picasso mal gesagt: »Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.«

Also, auf geht’s, raus geht’s.

Change the Game: Inspiration Lounge 2.0

22. August 2011 von Kerstin

Über zwei Jahre sind wir inzwischen unterwegs und haben kreative Macher darüber befragt, was sie tun und was sie dabei antreibt. Die Interviewliste ist mit der Zeit so lang geworden, dass wir uns mit Überlegungen trugen, neue Schlagwörter und Suchkategorien einzuführen, das Layout neu zu machen, die Interviewliste zu überarbeiten und, und, und.

Es kam anders, denn uns fiel plötzlich ein Satz ein, der uns während der Interviews immer wieder begegnet ist: »Was treibt eigentlich euch beide voran?« Aus unserer Sicht war und ist es ganz logisch, dass es insbesondere der Austausch und die Zusammenarbeit mit interessanten, inspirierenden Leuten sind. Bei den Begriffen Austausch und Zusammenarbeit haben wir dann länger verweilt, was an zwei Fragen lag, die auf einmal da waren.
Die Erste: » wie wäre es, wenn wir den Austausch mit Menschen, die wir inspirierend finden, über die bisherige Interviewform der Inspiration Lounge hinaus deutlich intensivieren?«
Die Zweite: »Ist das dann nicht auch eine wunderbare Grundlage für mehr konkrete Zusammenarbeit in Projekten, die wiederum neue Blickwinkel, Erfahrungen und gebündeltes Know-how entstehen lassen?« Da war es soweit – aus Überlegungen über die Einführung von Schlagwörtern wurde unser Weg zur Weiterentwicklung der Inspiration Lounge.

Wir sind ihn nicht völlig alleine gegangen. Immer wieder haben uns Freunde ein Stück begleitet, haben mit ihren Sichtweisen für manche Erfrischung, und teils auch manche vorübergehende Verwirrung gesorgt. Nach einiger Zeit und out of the blue ereigneten sich dann zwei erstaunliche Inspirationsmomente, mit denen wir so nicht gerechnet hatten. Doch kleinen Moment:

Zunächst ein kurzer Einschub über ein Zitat, das ich vor ein paar Jahren las und seither mit mir herumtrage: Inspirationen und Ideen zur Änderung entstehen dann und dort, wo sie notwendig sind. Vielleicht kennt auch ihr die schöne Situation, wenn einem der Gehalt eines solchen Satzes auf einmal vor Augen geführt wird. Uns ist das jedenfalls passiert, und das in kurzem Abstand gleich zwei Mal.

Damit zurück zu den schon erwähnten Inspirationsmomenten: Es ist noch nicht lange her als Chris eine Mail bekam und daraufhin zu mir sagte: »Habe ich dir damals von Felix Klemme erzählt? Ich glaube, ich habe ihn vor zwei Jahren getroffen und er erzählte mit damals, dass er sich im Bereich Fitness selbstständig gemacht hat. Gerade hat er sich gemeldet.« Und um hier abzukürzen – aus einem Treffen im Café ist bis heute in nur kurzer Zeit ein Projekt geworden, das hier in der Inspiration Lounge und weit darüber hinaus seinen Platz finden wird.

Was daran erstaunlich ist? Nun, vor allem die Tatsache, dass Chris und ich, bisher keine Fitnessanhänger, auf einmal völlig inspiriert waren von dem Begriff Bewegen und den damit verbundenen Bedeutungsvariationen. Passend dazu fand ich in dem Buch, das ich gerade las, folgende Sätze. »Kick your ass and your brain will follow. Kick your brain and your ass will follow. Bewege dich, schau was passiert und mach was daraus.«

Nach Jahren der kreativen Arbeit am Schreibtisch, beim Filmschnitt, in Interviewsituationen am Tisch ist es tatsächlich Zeit für mehr ganz reale Action. Das sehe ich nicht nur in Bezug auf die Inspiration Lounge. Ich denke, in vielen Feldern könnte es neue Wege und Schwung brauchen. Allein ein Blick auf die täglichen Schlagzeilen und Themen reicht für diesen Eindruck aus. Zusätzlich starteten wir eine Frageaktion im Freundeskreis, die in persönlicher und insbesondere körperlicher Hinsicht Folgendes ergab: viel guter Wille, aber das Fleisch ist schwach. Bewegen – eher wenig. Uns war damit klar: Zeit, bekannte Muster zu verlassen: Change the Game.

Der zweite Inspirationsmoment nahm schon vor einigen Monaten seinen Anfang. Unser Interview mit dem Unternehmensgründer Thomas Fuhlrott ließ mich aufhorchen. Hier war jemand, den seine Ideen und die Freude, etwas Gutes zu entwickeln, dazu bewegt hatte, vermeintlich feststehende Regeln und Situationen im ökonomischen, und davon ausgehend auch im gesellschaftlichen, kulturellen Bereich zu hinterfragen und zu überarbeiten. Jemand, der neue, handfeste Möglichkeiten in vielen Belangen aufzeigt.

Neulich hörte ich dann davon, dass ein Berliner Künstler, engagiert gegen Gentrifizierung, folgenden Standpunkt vertritt: »Hört auf, kreativ zu sein. Es wird nur ausgenutzt, um Regionen für die üblichen Investoren aufzuhübschen.« Mir fiel unser eben erwähntes Interview ein und ich dachte, wie wichtig ich finde, dass gute Ideen, neue Sicht- und Vorgehensweisen nicht verschwinden, sondern im Gegenteil mehr und vor allem auch über klassische kreative Felder hinaus in anderen, in ökonomischen und gesellschaftlichen Bereichen Fuß fassen. Zu sehen, wer dort welche Ideen und Entwicklungen voranbringt, persönlichere, bessere, und nachhaltigere Wege aufzeigt und so wieder Impulse für andere Umgebungen entstehen lässt – das finde ich inspirierend und nicht aufhübschend, sondern notwendig. Letztlich ganz im Sinne des Einstein-Zitates, dass wir doch bitte nicht ernsthaft annehmen sollten, entstandene Probleme mit den Mitteln zu lösen, die diese Probleme erst verursacht haben.

Daher auch hier Change the Game. Für die Inspiration Lounge und uns heißt das konkret: mehr Projekte und Dokumentationen realisieren, mehr persönliche Blickwinkel, mehr Ideen, Wissen und Know-how auch aus diesen Gebieten.

Los geht’s.

Entdeckungstour: Western Apy Lands

29. Juli 2011 von Kerstin
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Als wir letzte Woche auf unserer Entdeckungstour die Ausstellung Western Apy Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff besuchten, machten wir die faszinierende Bekanntschaft mit Aboriginal Fine Arts. Die künstlerischen Arbeiten beeindruckten uns schon alleine durch die Art und Weise, mit der sie anhand von Farben und Strukturen eine Energie vermitteln, die hier und heute aus meiner Sicht häufig fehlt.

Mithilfe der detaillierten Erklärungen der Gründerin von ArtKelch, Robyn Kelch, ist es uns dann gelungen, das erste Betrachten der Werke um viele Blickwinkel auf die interessanten Geschichten hinter den Bildern zu ergänzen. Die sich dadurch öffnenden Fenster zu einer uns bisher völlig fremden Kunst und Kultur haben uns begeistert. Und sie haben uns spontan dazu angeregt, anhand eines Interviews mit Robyn Kelch und Emmanuel Walderdorff allen Interessierten einen näheren Einblick in die Ausstellung, in Aboriginal Fine Arts und mehr als 40.000 Jahre Kultur der Aboriginal Australians zu geben.

Die Western Apy Lands, in der Ausstellung durch die drei kleinen und feinen Kunstzentren Tjala Arts, Tjungu Palya und Ninuku Arts vertreten, liegen im norwestlichen Teil Südaustraliens, ca. 1500 km von Adelaide und eine Zweitagesreise von Alice Springs entfernt. Diese Abgeschiedenheit lässt einzigartige Werke mit spürbarer Authentizität entstehen, die nahe legen, warum die drei Kunstzentren in Australien längst als Geheimtipp gehandelt werden. Die Künstler wurden bereits für zahlreiche Kunstpreise nominiert und letztes Jahr konnte Jimmy Donegan von Ninuku Arts den begehrten Telstra Art Award für sich entscheiden.

Wer also Aboriginal Fine Arts (besser) kennen lernen möchte und verstehen will, der nimmt diesen Film als Appetithappen, um seinen Entdeckungs- und Wissenhunger gleich danach bei einem Besuch der Ausstellung zu stillen.

Western APY Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff, Öffnungszeiten Di-Fr 14.00-18.00 Uhr, Sa. 12.00 Uhr-16.00 Uhr

Interview mit Thomas Fuhlrott

29. April 2011 von Kerstin
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»Wir wollen Denkgewohnheiten hinterfragen, wir wollen andere Impulse geben.«

Immer wieder stellen wir in der Inspiration Lounge Menschen vor, die interessante Ideen entwickeln und umsetzen. Immer wieder freuen wir uns daher, wenn wir bei unserer Recherche Leuten begegnen, die neue Denk- und Vorgehensweisen auf den Weg bringen.

Ende der neunziger Jahre war Thomas Fuhlrott, gelernter Graphik-Designer, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit zu einer Studie über Olivenöl in allen europäischen Ländern. Wichtiges Ergebnis der Studie: es gibt nur äußerst wenig gute Qualität. Die Europäische Union veröffentlichte dementsprechend einen Zeitungsartikel darüber, dass Olivenöl das am meisten verfälschte, gepanschte und falsch deklarierte Lebensmittel im gesamten EU-Bereich sei.

Dies war für Thomas Fuhlrott ausschlaggebend: gemeinsam mit Tina Ottmann gründete er vor zehn Jahren das Unternehmen zait, um in Deutschland hochwertiges Olivenöl zu handeln. Von Anfang an wollten sie dafür nicht die Richtung einschlagen, an die man schnell denkt: der gestylte Feinkostladen mit einem Sortiment Olivenöl, abgefüllt in üblichen, kleinen Designflaschen. Thomas Fuhlrott und Tina Ottmann wollten die Dinge anders machen und damit Potenziale des Möglichen aufzeigen. So begann das Hinterfragen bisher existenter Formen des Handels mit Olivenöl. Ausgangspunkt war dabei, logisch, das Produkt selbst.

Thomas Fuhlrott machte sich auf die Suche nach Produzenten im Mittelmeerraum, die sich der Produktion von Olivenöl in kontinuierlich hoher Qualität verschrieben haben. Doch wie sollte das Olivenöl von dort an die Endverbraucher gebracht werden? Wo waren sinnvoll Kosten einzusparen, um ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis bieten zu können. Und nicht nur das. »Denkgewohnheiten hinterfragen, andere Impulse geben – das gilt für uns hinsichtlich unserem Handel mit Olivenöl genau wie für zahlreiche kulturelle Aspekte. Wir wollen diese Dinge miteinander verknüpfen. Es war uns daher wichtig, neben dem Produkt Olivenöl auch die Kultur des Mittelmeerraumes und der Mittelmeerküche zu vermitteln sowie generell Fragen danach aufzuwerfen, wie wir in unserer Kultur eigentlich mit unserem Essen, unseren Lebensmitteln, mit uns selbst und miteinander umgehen.«

Entstanden ist ein Konzept, das sich bis heute bewährt. Im Mittelpunkt das Olivenöl: eigens entwickelte Qualitätsstandards, ständige, transparente Kontrollen und persönlicher Kontakt zu allen Produzenten sorgen bei zait für kontinuierliche Qualität. Auf durchgestylte Geschäftsräume wird bewusst verzichtet. Da Oliven nur ein Mal im Jahr geerntet und zu Öl verarbeitet werden, entwickelten Thomas Fuhlrott und Tina Ottmann die Idee des Olivenöl-Jahresvorrats, Grundlage für ein dauerhaft gutes Preis-Leistungsvehältnis.

Auch die bereits genannten kulturellen Aspekte wurden von Beginn an verknüpft. So veranstaltet zait beispielsweise jedes Jahr ein Olivenölfest. Dort wird das Öl nicht nur verkostet, es wird auch exquisit damit gekocht. Es gibt eine von zait organisierte Ausstellung. Die Olivenölproduzenten kommen, und auch zahlreiche andere Leute werden eingeladen, um sich und ihre Arbeit im Rahmen des Festes vorzustellen. »Wir finden es wichtig, all diese Leute zusammen- und in Austausch zu bringen – überhaupt dazu anzuregen, andere kennen zu lernen, Neues zu sehen, Ideen zu entwickeln und Dinge auszuprobieren.« Viele folgen dieser Anregung mit Begeisterung. Auch in diesem Jubiläumsjahr von zait werden beim Olivenölfest wieder um die 10.000 Besucher erwartet.

Wer live dabei sein will:

Oliandi – das Olivenölfest 2011, 30. April und 1. Mai, jeweils 11 bis 18 Uhr

Desert Images by Boris Becker

28. April 2011 von Chris

Im Rahmen einer Pressekonferenz im Rautenstrauch-Joest Museum, Köln, gab Boris Becker heute Auskunft über seine Werkreihe »Desert Images«. Die Fotografien, entstanden 2010 in Syrien und Jordanien, sind Teil der Ausstellung »Lawrence von Arabien – Genese eines Mythos«. Sie zeigen wichtige Stationen des Orientreisenden Thomas Edward Lawrence, der durch David Leans Kinofilm weltweit berühmt wurde.

Die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest Museum zeigt Leben und Wirken des Lawrence von Arabien als Archäologe, Militärberater, Autor und Konstrukteur. Seine Begegnung mit dem Orient sowie seine widersprüchliche Rolle in der arabischen Revolution sind dabei Schwerpunkte.

Eröffnung der Ausstellung ist Fr., 29. April 2011, 19.00 Uhr.

Am Samstag, den 30. April, führt Boris Becker um 11.00 Uhr und um 16.30 Uhr persönlich durch seine Werkreihe »Desert Images«.