Tag: kreativ bewegen

Brainfood

30. September 2011 von Kerstin


(kerstin döweler_inspiration lounge | thomas fuhlrott_zait)

Nachdem wir unserer Inspiration Lounge unter dem Motto »Change the Game« eine neue Ausrichtung gegeben haben, werden wir immer wieder und gemeinsam mit unseren ProjektPartnern aufbrechen, um durch bewusste Perspektivenwechsel Themen sowie eigene und kulturelle Denk- und Handlungsroutinen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Um auszuprobieren und zu entdecken, was durch Änderungen von Sicht- und Vorgehensweisen im eigenen Umfeld anders gedacht und gemacht werden kann bzw. welche neuen Ideen dadurch vorankommen. Wir wollen darüber hinaus erkunden, welche Potenziale und Wege existieren, kulturelle und wirtschaftliche Bereiche bewusster zu betrachten und anders (mit)zugestalten. Es geht dabei darum, ökonomische und kulturelle Entwicklungen voranzubringen, die zahlreichen Missständen, Denk- und Handlungsroutinen entgegenwirken und u.a. darauf beruhen, bewusster mit Ressourcen umzugehen, Menschen und ihr Wissen besser zu vernetzen, (sich) mehr zu bewegen, Konsumverhalten zu hinterfragen und sinnvoll zu ändern, gute Antworten auf die Frage zu finden, wie wir in Zukunft leben, arbeiten, Unternehmen und Mobilität entwickeln und organisieren wollen.

Sozusagen im Rahmen eines Selbstversuchs setzen wir uns in dem Projekt »kreativ bewegen« mit der Frage auseinander, wie mehr Bewegung, mehr neues, spielerisches Entdecken urbaner Orte und bewusstere Ernährung alltägliche, altbekannte Handlungs- und Arbeitsroutinen positiv aufbrechen sowie für frische Luft, neue Blickwinkel, Ideen und Energie sorgen.

Zusammen mit unserem neuen ProjektPartner Thomas Fuhlrott starten wir unter dem Motto Brainfood  ein neues Projekt. Es wird um Ideen, Perspektiven und konkrete Wege gehen, Wirtschaft heute und künftig über das Wirtschaftliche hinaus zu gestalten. Passend dazu ein Zitat von Günter Faltin: »Wirtschaft ist zu wichtig und zu spannend, um sie nur Ökonomen zu überlassen.«

Thomas Fuhlrott, Gründer des Unternehmens zait, war im April 2011 unser Interviewpartner in der Inspiration Lounge. Schon während unseres ersten Treffens haben uns sein Unternehmenskonzept und die Art von zait, Olivenöl zu handeln, fasziniert. Seine Herangehensweisen an Themen wie den Aufbau von Vertriebswegen, die Verbindung von Produzenten und Verbrauchern, Finanzierung sowie sein Engagement für Produktqualität und Transparenz finden wir wegweisend. In weiteren Treffen entstand die Idee, in intensivem Austausch, immer ausgehend von konkreten zaitAspekten, zu untersuchen, wie Wirtschaft gestaltet werden kann, die sich nicht allein (wie heute überwiegend) am Wirtschaftlichen ausrichtet, sondern darüber hinaus einer Entwicklung im Einklang mit Mensch, Kultur und Umwelt Rechung trägt.

Und weil es neben Ideen, Perspektiven und Projekten bei uns immer gerne auch um Gespräche bei guter Verpflegung geht (schönen Gruß an Andy), werden wir zusätzlich nicht nur hauseigene Olivenölgerichte entdecken – wir werden sie auch mit Euch teilen.

Ja, so sind wir.

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kreativ bewegen: der Hammer

28. September 2011 von Kerstin

Als wir die ersten Male mit Felix nach draußen gingen, um mit der Kamera unsere nächsten Schritte im Projekt kreativ bewegen für euch festzuhalten, beeindruckte mich ein Umstand, der so vermeintlich am Rande ablief.

Sobald wir vor einem Mäuerchen oder einer Parkbank standen, war Felix praktisch nicht mehr zu bremsen. Beginnend mit Balanceübungen, bewegte er sich spielerisch von einer Idee zur nächsten. Unglaublicher Variationsreichtum in kurzer Zeit. Ich brauchte da deutlich länger, um an die »Sportgeräte« zu gehen. Dazu kam: ich ertappte mich immer wieder, vor allem die Übungen zu wiederholen, die wir schon kennen.

Das allein hätte mich wahrscheinlich nicht verwundert. Erstaunt hat mich, wie sehr ich mit mir selbst und diesen fehlenden Variationsideen rang. Bis mir dieser Satz von Paul Watzlawick einfiel: wenn man einen Hammer in der Hand hat, sieht jede Aufgabe aus wie ein Nagel.

Gehen wir davon aus, der Hammer sei das, was jeder Einzelne an Wissen und persönlichen Blickwinkeln, an Eindrücken und Erfahrungen hat. Er gibt Sicherheit, kostet Zeit und Aufwand. Ich denke, das kennt ihr. Mein Hammer besteht wesentlich auch aus Wissen, Know-how und Vorgehensweisen, die ich für meine Arbeit brauche und gelernt habe, die ich für die Entwicklung unserer Kultur- und Kommunikationsprojekte einsetze.

Vor der Parkbank allerdings, da half dieser Hammer nicht weiter. Bei all meinen kognitiven Herangehensweisen: die Bank wollte einfach kein Nagel sein. Da galt nicht anderes, als für so viele Aufgaben, die sich uns allen im großen Rahmen stellen. Um hier beim Thema Bewegung zu bleiben: auch bei der Frage, wie wir notwendige Mobilität künftig intelligenter organisieren und dabei vor allem den Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen deutlich reduzieren, werden wir sicher nicht weiterkommen, solange wir nur mit dem Hammer an die Sache gehen. Es werden lediglich Variationen bekannter Ideen entstehen, die schon bisher keine Lösungen waren, sondern höchsten marignale Seitenwege einer vor langen Zeit eingeschlagenen Richtung.

Da hilft nur eines: den Hammer mal wegzulegen und zu realisieren, dass es andere Sicht- und Vorgehensweisen zu entdecken gilt. Das fällt schwer angesichts der Tatsache, dass wir den Hammer schon so lange nutzen. In meinem Fall und der Parkbank ging es schneller: direkt mit der Bewegung, und sei es mit einer schon bekannten Übung starten, um daraus dann improvisierend weitere zu entwickeln.

Aus dem Weglegen folgt so ein Dazugewinnen.

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kreativ bewegen_folge 2

22. September 2011 von Kerstin

»raus geht’s.«

Keinen Aufwand haben wir gescheut, um euch heute Folge 2 unserer kreativ bewegen-Videoreihe zu präsentieren.

Nach den »Aufbruch vom Schreibtisch-Übungen« aus Folge 1 hat es Felix tatsächlich geschafft, uns dieses Mal nach draußen zu bringen. Da wir den Atem vor allem für die einzelnen Übungen brauchen, haben wir zunächst eine Tour in unsere nähere Umgebung gemacht. Bei den Uniwiesen und am Aachener Weiher stießen wir auf genügend »Übungsgeräte«, die Felix direkt in unser Bewegungsprogramm eingebaut hat. Und damit alles ganz gerecht zugeht, war dieses Mal Chris vor der Kamera im Einsatz.

Wer die Übungen selbst ausprobieren und sich damit mehr Bewegung an der frischen Luft gönnen will: beim E-Raum (das abgekürzte Wort »Erfrischungsraum« erheitert mich angesichts der real existierenden Innenarchitektur bis heute) an der Kölner Uniwiese steht reichlich Trainingsmaterial herum, das sich wunderbar für die im Video gezeigten Übungen 1-4 verwenden lässt.

Wer dann, wie wir, schon mal in Bewegung ist, kann sich rund um das ganze Gebiet noch zu jeder Menge Freestyle-Übungen inspirieren lassen. Hervorragend ist dafür übrigens ein Blick auf den auch dort gelegenen Spielplatz, denn es ist wirklich unglaublich, wie sich Kinder ideenreich, spielerisch und selbstverständlich mit Spaß bewegen. Wenn ich uns und viele andere dagegen so anschaue: lange Jahre in Betonung insbesondere rationaler Produktivität (im Sitzen) zu verbringen, lässt in so mancher Hinsicht einrosten. Könnte es sein, dass wir, persönlich und kulturell gesehen, gerne eine gewisse Einseitigkeit pflegen? Tun wir das, weil es uns so weit gebracht hat?

Und hat nicht Picasso mal gesagt: »Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.«

Also, auf geht’s, raus geht’s.

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Augmented Reality

12. September 2011 von Kerstin

Seit wir unser Projekt kreativ bewegen gestartet haben, wurden wir schon mehrere Male gefragt, was wir dabei so alles erleben. Hier eine kurze Zwischennotiz: auf ganz natürlichem Weg stellt sich bei uns eine Wahrnehmungserweiterung ein. Seit Felix uns dazu gebracht hat, mehr nach draußen zu gehen, um dort nach unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten zu forschen, entdecken wir vorhandene Umgebungen völlig neu. Was bisher die Treppe zur Bibliothek um die Ecke war, ist inzwischen zum Übungsparcours geworden. Spielplätze mit ihren Klettergerüsten sind echte Herausforderungen, und selbst die Bänke vor dem E-Raum der Uni werden unter Muskeleinsatz umfunktioniert.

Interessant ist aber nicht nur die andere Nutzung, es ist schon allein die veränderte Sicht auf die Dinge um einen herum. Wir durchstreifen die Orte anders, und diese spielerische Auffassung macht mehr Spaß, als ich je zuvor gedacht hätte.

Noch etwas ist dabei schon passiert, denn immer wieder, wenn wir Orte umnutzen, werden wir zunächst neugierig, manchmal auch verwundert oder belustigt beobachtet. Es ist für mich eine echte Erfahrung, dadurch zu bemerken, mit wie wenig und nur etwas aus dem alltäglichen Rahmen fallenden Bewegungen wie viel Erstauen oder Kopfschütteln auszulösen ist. Noch interessanter finde ich, welche Menschen das stumme Schauen einstellen, um auf uns zuzugehen und zu fragen, was wir da eigentlich aus welchem Grund tun. Wir hatten auch bereits eifrige Mitmacher, es gab sogar Szenenapplaus und Spontandiskussionen über die körperliche und geistige Bewegungsarmut unserer Gesellschaft. Jedes mal neue Eindrücke.

Was da vor sich geht, denke ich inzwischen, ist die natürliche Form von Augmented Reality – ganz ohne Netz und doppelten Boden. Bereicherte Wahrnehmung ohne Akku und Vertragsbindung, man selbst als Wandler und Medium. Da wirkt sogar der Lieblingssatz von Marshall McLuhan auf einmal in neuem Licht.

Schon komisch, wie einfach das ist und gleichzeitig so einfach zu übersehen.

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+++ neu dabei +++ felix klemme

01. September 2011 von Chris

Die Inspiration Lounge hat Zuwachs bekommen. Felix Klemme, Sportwissenschaftler und Gründer von Outdoor Gym, ist unser neuer Projektpartner.

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