Tag: Know-how

Die Weinprobe_Teil 2

22. Februar 2011 von Chris


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Weingut Becker Landgraf bei der Inspiration Lounge

Nachdem der Secco zur Begrüßung bereits für gute Resonanz und Stimmung gesorgt hatte, begannen Julia und Johannes Landgraf, den ersten Gutswein des Weinguts Becker Landgraf, einen Riesling trocken 2010 auszuschenken. Dabei erzählten sie von ihrem Engagement für ökologischen Weinbau und über die spezifischen Böden ihrer Weinlagen. Auf dem Petersberg, beim heutigen Gau-Odernheim gelegen, ruhte vor Millionen Jahren eine Kalkplatte, die ein ebenes Plateau, die Landoberfläche des Urrheins bildete. Noch heute geben im Boden auffindbare Muschelschalen Aufschluss über die geologische Geschichte der Gegend.

Beim nächsten Gutswein, einem Grauburgunder trocken 2010, zeigte Julia dann auch auf ein mit Muschelschalen gefülltes Glas: »Das sind keine Mitbringsel aus unserem letzten Urlaub, das finden wir täglich in unserer Weinlagen. Es macht unsere Böden aus, es macht daher auch wesentlich unsere Weine aus, denn wir finden es sehr wichtig, mit jedem Weinjahrgang auch die spezifischen Beschaffenheiten unserer Weinlagen herauszuarbeiten.«

Weiter ging es mit einem Spätburgunder Rosé trocken 2010. Auf das Probieren folgte von vielen ein »oh, der schmeckt nicht nur gut, der bringt, recht ungewohnt für einen Rosé, eine ordentliche Stärke mit ins Glas.« Ein anderer stellte fest: »schön, dass bei euch noch Stärke im Glas ist, bei mir ist leider schon wieder Luft drin.« Es wurde nachgeschenkt, etwas Brot gegessen und kurz darauf…

…kam der erste Ortswein, ein Gau-Odernheimer Riesling, Jahrgang 2009. Dazu die Erklärung, was einen Gutswein eigentlich vom Ortswein und einem Lagenwein unterscheidet. (Lagenwein: beste Lagen, beste Trauben, höchster Aufwand, niedrigste Erträge) Nach dem folgenden Gau-Odernheimer Weißburgunder 2009 wurde von einer Seite der Probierrunde bemerkt, wenn man schon bei Orten und Lagen sei, wäre das doch die Gelegenheit, das Weinanbaugebiet Rheinhessen darzustellen. Gesagt, getan. Nach einer Pause am Buffet erklärten Julia und Johannes die Lage Rheinhessens und die Weinbauentwicklung der letzten Jahre.

Das Weingut Becker Landgraf ist Mitglied in der rheinhessischen Winzervereinigung Message in a Bottle. Julia und Johannes setzen sich, gemeinsam mit anderen jungen, talentierten Winzerinnen und Winzern, konsequent für besondere Weinqualität ein. »Wir schauen über den Tellerrand und haben gelernt, dass jeder seine individuellen Weine prägt, auch wenn wir untereinander Wissen und Erfahrung austauschen.«

Es folgten die Rotweine: der St. Laurent 2008, LUCA 1, wurde nach dem ersten Sohn von Julia und Johannes benannt. »Beneidenswert – so jung und schon werden einem Weine gewidmet«, raunte es in der Probierrunde. Der 2008er Gau-Odernheimer Spätburgunder unfiltriert war danach kaum in den Gläsern, da war er auch schon getrunken. Natürlich wurde dabei vielfach diskutiert, welcher der beiden Rotweine noch besser sei – es blieb dabei: einfach beide sehr gut.

Ein Lagenwein, 2009 Herrgottspfad Riesling, war schließlich der großartige Abschluss der Weinprobe. Es war ein toller Abend, es hat sehr viel Spaß gemacht und war bestimmt nicht das letzte Mal. Vielen Dank nochmals an Julia und Johannes Landgraf.

Zitate des Abends:
»Das haben Julia und Johannes Landgraf toll gemacht. Ein absolut sympathisches Paar.«
»Schön zu sehen, dass die beiden den Weinbau mit soviel Wissen und Leidenschaft betreiben.«
»Rotwein – geben Sie mir unbedingt mehr von diesem fantastischen Rotwein.«

Für alle, die leider dieses Mal nicht dabei sein konnten:

_Inspiration Lounge Interview mit Julia und Johannes Landgraf
_Die Weinprobe_Teil 1

Weingut Becker-Landgraf bei le tapir

15. Februar 2011 von Chris

Erstmalig im Rahmen der Inspiration Lounge präsentieren wir das Weingut Becker-Landgraf live bei uns in Köln.

Das Winzerehepaar aus Gau-Odernheim in Rheinhessen wird exklusiv für Freunde der Inspiration Lounge über die besondere Charakteristik seiner Weinlagen und Böden sowie über die persönlichen Vorgehensweisen im ökologischen Weinanbau berichten. Selbstverständlich werden dabei auch verschiedene Weine verkostet.

Julia und Johannes Landgraf stehen für eine neue Generation von Winzern, die traditionelles Handwerk mit den neuesten önologischen Methoden verbindet und so jede Menge Qualität und frischen Wind in die Weinszene bringt. Binnen nur weniger Jahre haben es Julia und Johannes Landgraf geschafft, sich mit Ihren Weinen ausgezeichnete Resonanz und einen beachtlichen Fankreis aufzubauen.

Wir freuen uns auf die beiden.

Hier geht’s zu unserem Inspiration Lounge Interview

Die Weinverkostung_2. Teil

25. Januar 2011 von Kerstin

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Weingut Sander bei der Inspiration Lounge

Gestartet wurde mit einem Rieslingsekt brut – Prestige Cuvée aus dem Weingut Sander. Der Raum hatte sich inzwischen gut gefüllt, die Gäste gruppierten sich in großer Runde um Stefan Sander, der im Mittelpunkt des Interesses stand.

Hatte der Sekt zur Begrüßung bereits die ersten Fragen zum Anbaugebiet Rheinhessen und den Anbaumethoden im Weingut Sander auf den Weg gebracht, warteten danach alle gespannt auf den ersten Weißwein. Der Riesling trocken 2009 überzeugte nicht nur die Runde, er brachte zusätzlichen Gesprächsstoff über ökologischen Weinbau. Anhand eines kurzen Ausflugs in die Familiengeschichte des Weingut Sander stellte Stefan Sander dar, warum schon sein Großvater von der Wichtigkeit biologisch gesunder Böden und Reben so überzeugt war. Klar, dass es dazu jede Menge Fragen gab, zumal in der Probierrunde eine Biologin und eine Gartenbauingenieurin saßen.

Vom Riesling ging es zum Sauvignon blanc 2009, eine Rebsorte, die in Rheinhessen noch nicht allzu lange üblich ist. Das Weingut Sander baut Sauvignon blanc an, seit Stefan Sander im Rahmen seines Arbeitsaufenthalts bei einem Weingut in Südafrika so hervorragenden Sauvignon blanc kennenlernte, dass er einige Reben mit nach Mettenheim brachte. Was für ein Glück, wurde nicht nur allgemein festgestellt. Der Sauvignon blanc hat ganz offensichtlich besondere Fans gewonnen. Und auch die Weinkenner der Runde, die sich noch an manchen Rheinhessenwein der 1970er Jahre zurückerinnern, waren nun überzeugt, dass sich in den letzten Jahrzehnten in Rheinhessen viel an Qualität entwickelt hat.

Als nächstes folgte ein Weißburgunder Mettenheimer Michelsberg, dicht gefolgt von einer kleinen Diskussion über die Verwendung von Weinkorken bzw. den zunehmenden Einsatz von Drehverschlüssen. Kurz bevor sich eine richtiggehende Expertenrunde einstellte, gab es dann den nächsten Weißwein, einen Riesling Mettenheimer Michelsberg, der natürlich zahlreiche Fragen zur genauen Lage, zu Klima und Bodenbeschaffenheit aufbrachte.

Kurze Pause, Brot und Käse verteilt – weiter ging’s zu den Rotweinen. Zunächst wurde der Merlot 2009 probiert, gefolgt von einem Mettenheimer Spätburgunder-S-. Spannend zu beobachten, wie sich die gesamte Probierrunde in drei Gruppierungen aufteilte. Die erste Gruppe diskutierte eingehend, ob der Merlot oder der Spätburgunder noch besser sei, die zweite war einfach begeistert, ausgezichnete deutsche Rotweine kennen zu lernen. Die dritte Gruppe tauschte die inzwischen gefundenen, individuellen Weinfavoriten aus und setzte dies ausgiebig beim anschließenden Buffet fort.

Es war ein toller Abend mit viel Know-how und Spaß. Schön, dass Ihr alle da wart. Vielen Dank nochmals an das Weingut Sander und Stefan Sander, der, ich zitiere aus Mails, die ich seit Samstag erhielt, »sehr guten Wein macht, Gott sei Dank auf Qualität statt Quantität setzt, ein unterhaltsamer Erzähler ist und beeindruckt durch seinen Enthusiasmus für das, was er macht.«

Zum Abschluss und besonders auch für alle, die dieses Mal leider nicht dabei sein konnten:

Inspiration Lounge Interview mit Stefan Sander
Die Weinverkostung 1. Teil
Mehr über die Weine und Rebsorten des Weingut Sander

Die Weinverkostung_Teil I

24. Januar 2011 von Kerstin

(click the pix 7 behind_die weinprobe, I. teil)

Weingut Sander bei der Inspiration Lounge

Als wir die Inspiration Lounge im letzten Jahr um den Fachbereich Weinbau erweiterten, starteten wir unsere Serie über junge Winzer und Mitglieder der Vereinigung Message in a Bottle anhand eines Interviews mit Stefan Sander. Das Weingut Sander, im rheinhessischen Mettenheim gelegen, blickt auf eine lange Weinbautradition zurück: bereits 1726 wurde mit dem Winzerhandwerk begonnen. Seit den 1950er Jahren verzichtete Ottoheinrich Sander, der Großvater von Stefan Sander, konsequent auf den Einsatz chemisch-synthetischer Mittel im Weinbau. Sein Grundsatz: »Gesunde Reben wachsen nur auf gesunden Böden.«

Auch heute wird der ökologische Weinbau im Weingut Sander groß geschrieben. Das klare Bekenntnis zu Qualität statt Quantität lässt sich sehen und schmecken. Die Weine sind vielfach ausgezeichnet, und auch unsere erste Vorab-Weinverkostung in Köln ließ Probierende schnell zu Fans werden.

So entstand die Idee einer umfangreicheren Weinprobe im exklusiven Inspiration Lounge Kreis. Gesagt, getan: Stefan Sander kam zu uns nach Köln, im Gepäck Sekt, sechs verschiedene Weine sowie sein gesamtes Know-how über ökologischen Weinbau. Nach den letzten Vorbereitungen, einer kurzen Ruhe vor dem Sturm und einem ersten Probeschluck, klingelte es dann auch schon an der Tür. Die ersten Gäste kamen, gespannt auf Weine und Weinbauwissen. Und los ging’s…

Weiter in Teil 2.

Interview mit Veit Landwehr

16. Dezember 2010 von Kerstin
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»Ich bin total verspielt.«

Veit Landwehr ist Architekt, entwarf und baute Häuser, gründete eine Filmproduktion, verdiente seine Brötchen als Schlagzeuger und arbeitet heute u.a. als Architekturfotograf. Kurz gesagt in seinen Worten: »Ich habe, glaube ich, schon so ziemlich alles gemacht, womit man Geld verdienen kann.«

Seit 2002 ist Veit Landwehr »in der Mitte von all dem« Bildender Künstler. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt. Auch im Bereich Kunst macht sich seine Leidenschaft bemerkbar, immer wieder in neue Themen einzusteigen und sich auf diese Weise ständig neues Know-how anzueignen. Das Spektrum seiner Werke ist absolut vielfältig. Es umfasst zweidimensionale Arbeiten auf Papier und anderen Materialien, Fotografien, Film- und Videoprojekte sowie zahlreiche Installationen.

Gemeinsame Ausgangspunkte der verschiedenen Werke von Veit Landwehr sind dabei seine genaue Beobachtung des alltäglichen Umfelds und eine ordentliche Portion Spieltrieb, von dem auch das Publikum ein ums andere Mal angesteckt wird. Wer hat sich hier beispielsweise noch nie gewünscht, endlich die Klingel am Hauptportal des Kölner Doms zu drücken, auf dass sich der Dicke Pitter oder sogar Kardinal Meissner höchstpersönlich in Bewegung setzen mögen? Und überhaupt: zeigt sich nicht gerade an vielen verschiedenen Orten der Republik, dass so mancher von uns gerne endlich mehr mitspielen würde, wenn er nur dürfte? Die Arbeiten von Veit Landwehr beantworten diesen Wunsch mitzumachen immer wieder genauso klar und deutlich, wie sie ihn ansprechen.

Da Veit nach eigener Aussage Sachen immer nur so lange macht, bis er sie gut kann, um dann etwas Neues zu machen, ist völlig klar: Veit Landwehr wäre nicht Veit Landwehr, wenn er nicht schon wieder neue Ideen realisieren würde. Und so wurde ich während des Interviews nicht nur ganz offiziell zur Pappnase. Gemeinsam mit Tom May hat Veit Landwehr inzwischen auch den mit einsatzbereiter Table Dance-Stange versehenen Tisch MOD.011 entwickelt, der in diesem Jahr auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Produkt, Kunst, Kulturstatement…

Seht selbst.