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Interviews mit Yung Chin

13. Januar 2010 von Kerstin

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No matter what your field of study is, you got to have this kind of thirst. Interview 1
You have to learn the hand of the maker.
Interview 2

Yung Chin ist ein international anerkannter Bogenbauer- und händler sowie einer der weltweit besten Bogenexperten. Er erstellt Expertisen betreffend antike Violinen- und Cellobogen.

Yung Chin studierte zunächst Violine in den USA, u.a. bei Louis Krasner, und begann dann auf Rat eines Professors den Bogenbau zu erlernen. »First I was more interested in violin making. But he told me: make bows. You’re better for bows. So, I followed his advice.«

Inzwischen fertigt Yung Chin seit ca. 30 Jahren hochwertige Bogen und erweitert dabei stetig seine Fertigkeiten und Erfahrung: »Actually I’m still learning. You never stop.«

Er arbeitet seit langer Zeit für die besten Geiger und Cellisten weltweit. D.h. er erstellt Bogen
in Handarbeit, die jeweils ganz genau auf die persönlichen Anforderungen der Musiker abgestimmt sind. Jeder Bogen ist daher einzigartig und Yung Chin hat seine besondere Vorgehensweise, um die speziellen Anforderungen für den einzelnen Bogen zu finden.

Seit inzwischen fast 30 Jahren reist er außerdem regelmäßig und insbesondere nach Europa, um antike Bogen, hauptsächlich aus Privatsammlungen, in Augenschein zu nehmen und so
sein Wissen und seine Erfahrung stetig zu erweitern. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wie viele Bogen man innerhalb all der Jahre begutachten bzw. wie viel Wissen man darüber sammeln kann. Yung Chin nennt es kurz: »You have to build up your own library.«

Seit einiger Zeit fertigt er zusätzlich Expertisen über die Echtheit antiker Bogen und profitiert dabei von seiner immensen Erfahrung im Bogenbau. Da Bogen auch als Geldanlage dienen und dieser Aspekt in den letzten Jahren auch für Sammler ohne professionellen musikalischen Hintergrund an Bedeutung gewinnt, ist die Arbeit von Yung Chin äußerst wichtig, um mehr Sicherheit bezüglich der Bogen und damit Investitionen zu gewährleisten sowie Fälschungen zu enttarnen.

Yung Chin lebt und arbeitet in New York City. In den letzten Jahren unterrichtete er
außerdem Bogenbau am Oberlin College.

Er engagiert sich für die International Pernambuco Conservation Initiative. Die Vereinigung arbeitet daran, Pernambucobäume an der Atlantikküste Brasiliens aufzuforsten und zu erhalten. Pernambucobäume wachsen nur in Brasilien. Ihr Holz wird u.a. für hochwertige Bogen verwendet. Die IPCI fördert bezüglich Erhaltung und Aufforstung u.a. Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Ein ins Leben gerufenes Jugendorchester spielt mit aus Pernambuco gefertigten Bogen, um insbesondere in Brasilien selbst darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Holz als Natur- und Kulturgut ist.

Das Interview mit Yung Chin entstand während einer seiner Europareisen, im Rahmen seines Besuchs bei Andy Lim, Cellist und Verleger außergewöhnlicher Kunstbücher. Da man nicht oft die Gelegenheit bekommt, gleich zwei Experten im Gespräch zu haben, sind zwei Inspiration Lounge Videos entstanden:

Im ersten Interview schildert Yung Chin seinen Weg und seine Erfahrungen im Bogenbau. Das zweite Interview zeigt Yung Chin und Andy Lim zum Thema Vorgehensweisen in der Expertise.

Die im Video zu sehenden Bogen stammen von verschiedenen Bogenbauern.

In the last 25 years Yung Chin, a Chinese-American award winning bowmaker, has developed himself into one of the world’s foremost experts in rare bows of the violin family (violin, viola and cello). The bows from the beginning of the 19th century till ca. 1970 have reached today a tremendous investment value, so there is more need than ever for trustable and sincere experts. Beside the main established french experts Bernard Millant and Jean-François Raffin from Paris (France is the »motherland« of the bow in its final form as known today, as Italy is the »motherland« of the violin), and the younger generation like Yannick Le Canu from Lille and Sylvain Bigot from Lyon, Yung Chin from New York City can be seen as one of the very, very few american experts, whose integrety and expertise can be trusted.

As one of the founders of IPCI he also invests a considerable amount of time and energy in the protection and the afforestation of The Pernambuco Tree, from which the bows are made, needed to make any violin, viola or cello sound. Here we present Yung Chin, visiting Andy Lim and his bow collection in Cologne for the first, but certainly not the last time.

Inspiration Lounge Interview: Andy Lim

Don’t panic- I play for animals

07. Januar 2010 von Chris

rené tinner_le tapir(click the pix) René Tinner, Musikproduzent aus der Schweiz, besuchte uns für ein Interview für die Inspiration Lounge. Mit ihm sprachen wir über die Veränderung des Musikmarktes, seinen Durchbruch mit dem Goldenen Reiter, Trio, seine Arbeit mit Lou Reed und die Fähigkeit, heute überhaupt noch richtig zuzuhören.

Mehr demnächst im Interview.

Neues Jahr, neue Sounds

05. Januar 2010 von Kerstin

new sound for new peopleZwei Jahre ist es nun her, dass wir unser erstes Inspiration Lounge Interview gedreht haben. Seit anderthalb Jahren veröffentlichen wir regelmäßig neue Videos, die sich, vor allem dank Euch, liebe Freunde der Inspiration Lounge, stetig wachsender Zugriffe erfreuen.

Der Start in’s neue Jahr ist für uns daher der Anlass, die Inspiration Lounge nach zahlreichen veröffentlichten Videos nun auch mit neuem Intro-Sound zu versehen.

Da die Inspiration Lounge schon immer für ein ganzes Spektrum vielfältiger Ideen, Vorgehens-weisen und kreativer Blickwinkel steht, lag es für uns auf der Hand, diesen Gedanken nun auch hinsichtlich des Intro-Sounds umzusetzen. D.h., es wird künftig nicht nur einen, sondern mehrere Intro-Sounds, komponiert und produziert von verschiedenen Personen, geben.

Den neuesten Sound, zu hören vor unserem Interview mit Boris Becker, lieferte uns Jens Schulze, Audio Engineer aus Köln und bereits vertreten in unserer Inspirathek. Das nächste Interviewvideo wird mit einem von Manuel Odendahl produzierten Sound eingeleitet.

Interview mit Manuel Odendahl_2

29. Oktober 2009 von Chris

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»Es ist meins, es macht Spaß, es macht Sinn.«

Endlich und nur hier. Part II des Interviews mit Manuel Odendahl, Minimal Techno DJ, Softwareentwickler und Gründer von Ruin&Wesen. Location: Technologie Park Karlsruhe, irgendwann Ende dieses Sommers. Um was es geht: Microcontrolling, Midi Command, Sounzzz und schlaflose Nächte.

Nun lebt und arbeitet Wesen in Weimar und macht Dinge, von denen wir bald mehr sehen und noch mehr hören werden. Respect2U. Location: Gaswerk.

Interview Manuel Odendahl Part I.

Interview mit Manuel Odendahl_1

28. Oktober 2009 von Kerstin
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»Ich fokussiere kleine Einheiten – beim Programmieren machen schon zwei Zeilen richtig viel aus.«

Manuel Odendahl war keine zehn Jahre alt, als er begann, sich für Computer zu begeistern. Der Auslöser, mit dem Programmieren anzufangen, war dann ein kleines Heft mit der Programmieranleitung für ein Abenteuerspiel.

Inzwischen kann er auf eine Programmiererfahrung von über zwölf Jahren zurückblicken, von denen er mehr als zehn Jahre bis zu 12 Stunden täglich vor dem Rechner verbrachte. Direkt nach der Schulzeit kamen parallel zum Informatikstudium die ersten Programmierjobs. Heute vereint Manuel Odendahl seine Leidenschaft für neue Anwendungen und Lösungen mit ausgiebiger Fachkenntnis und jeder Menge Erfahrung.

»Mir kommt das, was ich jetzt mache, oft sehr einfach vor. Ich bin sehr froh, dass ich schon so früh damit angefangen habe. Heute könnte ich gar nicht mehr nachholen, was ich alles schon gemacht und gelernt habe.«

Vor etwas vier Jahren begann er, sich zusätzlich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Von seinem Bass schwenkte er zur elektronischen Musik. An Techno fasziniert ihn dabei die Nähe zum Programmieren und das direkte Feedback bei seinen Live-Gigs: »Ich messe mich gerne. Und bei Techno ist das ganz einfach. Wenn Du nicht gut bist, ist schnell keiner mehr da.«

Für einen seiner Live-Gigs entwickelte, programmierte und baute er dann auch vor ca. einem Jahr seinen ersten MIDI Controller, um die Soundmöglichkeiten seiner Drum Machine zu erweitern. Schnell entwickelte sich eine rege Nachfrage auch von anderen Musikern. Inzwischen hat sich Manuel Odendahl mit seiner eigenen Firma Ruin&Wesen konsequent auf die Entwicklung und Programmierung von MIDI Controllern spezialisiert. Zahlreiche Möglichkeiten, die Ruin&Wesen Controller selbst für bestimmte Zwecke zu programmieren, finden sich als Open Source auf seiner Homepage.

»Was ich beim Musik machen lerne und merke, kann ich auch wieder auf die Entwicklung der Controller anwenden. Es sind insbesondere immer die kleinen Dinge – Feinheiten, die den Unterschied ausmachen.«

Sein umfangreiches Wissen gibt Manuel Odendahl außerdem in dem bei O’Reilly erschienenen Buch Arduino – Physical Computing für Bastler, Designer und Geeks weiter. Daneben bastelt Manuel Odendahl weiter fleißig eigene Sounds, setzt konsequent eine nach der anderen neuen Idee um und ist zusätzlich immer wieder auch bei Live-Gigs zu sehen.