Tag: Inspiration

Inspiration Lounge Interviews mit Oliver Matter

17. Juni 2010 von Chris

(interview: scroll down) »Der Natur die Aromen zu entlocken und in die Flasche zu packen, das ist meine Herausforderung.

In der vierten Generation stellt die Erlebnisbrennerei Matter aus Kallnach in der Schweiz hochwertige Spirituosen her. Angefangen hat alles mit Ernst Luginbühl-Bögli. Zunächst vertrieb er Martinazzi Bitter, einen erstmals 1864 in Turin aus 25 Kräutern und Wurzeln hergestellten Aperitif, und erwarb dann 1928 das Rezept für die Produktion in der Schweiz.

Und noch einen »Grundstein« legte Ernst Luginbühl-Bögli: er erwarb ein Rezept für das Getränk, mit dem sein Urenkel Oliver Matter Jahre später sehr erfolgreich werden sollte: Absinthe. Seit 2005 hat sich die Matter-Luginbühl AG, geführt von Oliver und Nicole Matter, auf die Herstellung von authentischem Absinthe, hergestellt nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert, spezialisiert.

Wir besuchten Oliver und Nicole Matter in ihrer Brennerei in Kallnach und lernten zwei Menschen kennen, deren Faszination für ihre Tätigkeit geradezu greifbar ist. So werden beispielsweise Original-Rezepte für die verschiedenen Absinthe-Editionen aus alten Apothekerbüchern entnommen, nach denen man extra dafür in Antiquariaten sucht. Jeder Absinthe bekommt seinen einzigartigen, unkonventionellen Look. Die Kräuter für den Absinthe, sowie überhaupt die allermeisten Zutaten für die verschiedenen Produkte der Matter-Luginbühl AG, stammen aus der Schweiz. Und wenn sie dort nicht fündig werden, sorgen Oliver und Nicole Matter schon mal selbst vor: beispielsweise mit den eigenen Obstanlagen.

Nicht von ungefähr kommt daher auch der Titel unseres ersten Inspiration Lounge Interviews mit Oliver Matter: »Der Natur die Aromen zu entlocken und in die Flasche zu packen, das ist meine Herausforderung.«

Eine ganz besondere Zusammenarbeit gelang, als die Matter-Luginbühl AG mit Marilyn Manson einen extra für Manson zugeschnittenen Absinthe herstellte. Manson spielte nicht nur bei der Festlegung des speziellen Geschmacks die entscheidende Rolle, er stellte auch eine Zeichnung für das Etikett zur Verfügung. 2007 präsentierte er dann den exakt 66,6 % starken MANSINTHE erstmals in Köln, im Rahmen seiner ersten Kunstausstellung in Deutschland. MANSINTHE wird seitdem weltweit verkauft.

Die Zusammenarbeit mit Künstlern und Musikern sowie der damit unternommene Brücken-schlag zwischen dem mythenbelegten Getränk der Bohème um die vorletzte Jahrhundertwende und der zeitgenössischen Kunstwelt, setzt sich bei den Matters bis heute fort.

Künstler wie Gottfried Helnwein, HR Giger oder auch der vielen zunächst aus der Industrial-Szene bekannte Peter Christopherson lieferten bereits Artworks für besondere Absinthe-Editionen.

Und wie das so ist mit guten Ideen, die genauso gut in die Tat umgesetzt werden: sie finden ihren Weg und ihre Fans. Unser zweites Inspiration Lounge Interview mit Oliver Matter, in dem er über die Zusammenarbeit mit Marilyn Manson spricht, heißt daher auch:

»So einfach ist die Geschichte.«


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Ideen von heute – Städte für morgen?

13. April 2010 von Kerstin

Masdar City im EntwurfErst neulich waren wir zu Gast bei einem Kongress, der die Zukunft zum Thema hatte. Experten aus unterschiedlichen Bereichen – von Kulturwissenschaft bis hin zu Physik und Agrartechnologie, haben sich darüber Gedanken gemacht, wie wir künftig leben könnten. Die Frage, wie wir Wohnen, Arbeiten, Transport und Zusammenleben in größeren sozialen Strukturen künftig verbinden wollen und gleichzeitig Ressourcen schonen, spielte dabei eine große Rolle.

Ich habe das zum Anlass genommen, an dieser Stelle die Ideen und Antworten zwei verschiedener kreativer Köpfe und Macher vorzustellen. Interessant fand ich bereits die Entwürfe, die gleichzeitig Ideeparallelen und große Unterschiede erkennen lassen: Sir Norman Fosters Entwurf und Planung von Masdar City, einem gigantischen Projekt in Abu Dhabi, wurde bereits in Angriff genommen. Masdar City sollte ursprünglich bis 2016 fertig gestellt werden. Allerdings plagen den Bau seit geraumer Zeit äußerst zeitgenössische Probleme, so dass die Fertigstellung inzwischen auf 2020 verschoben ist.

Das Venus Project, in den 70er Jahren als Idee gestartet und also solche maßgeblich vorwärts getrieben von dem heute über 90 Jahre alten Autor und Industrie-Designer Jacque Fresco, geht noch wesentlich weiter in seinen Planungen und Überlegungen. Über Jahrzehnte hinweg hat Fresco mit seinem Team nicht nur unzählige architektonische Lösungen, sondern auch kulturelle Neuausrichtungen erdacht. Eine wesentliche Idee ist beispielsweise, auch das monetäre System abzuschaffen und durch eine ressourcenbasierte Ökonomie zu ersetzen.

Beide Projekte werden sehr unterschiedlich aufgenommen. Gibt es einerseits Lob als »Jahrhundert- oder gar Jahrtausendprojekte« oder »Inspiration für uns alle« hagelt es andererseits Kritik wie: Hirngespirnst, Entwürfe von Reichen und Mächtigen für Reiche und Mächtige, Big Brother Städte mit Versuchslaborcharkater etc..

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Weiter geht’s

08. April 2010 von Chris

tapire unterwegsIn letzter Zeit waren wir wieder viel unterwegs, quer durch die Republik, bis weit in die Schweiz. Viele neue und interessante Menschen haben wir getroffen, neue Interviews geführt. Jetzt stehen wir vor einem Berg an Daten, die erst mal gesichtet, verarbeitet und umgesetzt werden müssen. Klingt nach viel Arbeit – ist es auch. Doch keine Bange: Für Euch heißt das: schon demnächst gibt es hier wieder viele neue Interviews, Themen und Blickwinkel aus der Welt des kreativen Schaffens.

Für uns ist es gerade an der Zeit, nach über sechs Monaten Inspiration Lounge Blog mal kurz ein Resümee zu ziehen. Gestartet mit 10 Interviews und unserem Adressbuch sind wir inzwischen ein großes Stück weiter gekommen. Vor allem haben wir einen reichhaltigen Fundus an kreativen Sicht- und Vorgehensweisen, Erfahrungen und Anregungen zusammen-getragen. So schnell wie möglich werden wir die wichtigen Entwicklungen, die davon inspiriert wurden, in diesen Blog, in diese Plattform einfließen lassen, um sie für Euch gut sicht- und hörbar zu machen. Schließlich ist die Inspiration Lounge work in progress.

Und wie sagte da unlängst ein bekannter Künstler: tapir, auf geht’s.

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Fashion-Weekend

14. März 2010 von Kerstin

Exactitudes© (click the pix) Wenn es an diesem Wochenende schon um Avantgarde und Plastron geht, empfehlen wir doch gleich noch ein paar andere Adressen zum Vorbeischauen, die sich alle mit den Themen Mode, Design und Fotografie beschäftigen, um dabei gleichzeitig die jeweils individuellen Ideen und Wege in der Umsetzung ihrer Macher erkennen zu lassen.

Der Ausgangspunkt unserer Rundreise ist der Blog anders-anziehen der Kostümbildnerin  Smilla Dankert, der seinen Dreh- und Angelpunkt in Köln hat. Von da aus geht es zu den rasterhaften Exactitudes-Arbeiten von Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek nach Rotterdam und Paris, hoch in den Norden zu Hel Looks und dann, zum Abschluss, zu den illustrierten Inspirationen von What I Saw Today.

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Interviews mit Yung Chin

13. Januar 2010 von Kerstin

No matter what your field of study is, you got to have this kind of thirst. Interview 1
You have to learn the hand of the maker.
Interview 2

Yung Chin ist ein international anerkannter Bogenbauer- und händler sowie einer der weltweit besten Bogenexperten. Er erstellt Expertisen betreffend antike Violinen- und Cellobogen.

Yung Chin studierte zunächst Violine in den USA, u.a. bei Louis Krasner, und begann dann auf Rat eines Professors den Bogenbau zu erlernen. »First I was more interested in violin making. But he told me: make bows. You’re better for bows. So, I followed his advice.«

Inzwischen fertigt Yung Chin seit ca. 30 Jahren hochwertige Bogen und erweitert dabei stetig seine Fertigkeiten und Erfahrung: »Actually I’m still learning. You never stop.«

Er arbeitet seit langer Zeit für die besten Geiger und Cellisten weltweit. D.h. er erstellt Bogen
in Handarbeit, die jeweils ganz genau auf die persönlichen Anforderungen der Musiker abgestimmt sind. Jeder Bogen ist daher einzigartig und Yung Chin hat seine besondere Vorgehensweise, um die speziellen Anforderungen für den einzelnen Bogen zu finden.

Seit inzwischen fast 30 Jahren reist er außerdem regelmäßig und insbesondere nach Europa, um antike Bogen, hauptsächlich aus Privatsammlungen, in Augenschein zu nehmen und so
sein Wissen und seine Erfahrung stetig zu erweitern. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wie viele Bogen man innerhalb all der Jahre begutachten bzw. wie viel Wissen man darüber sammeln kann. Yung Chin nennt es kurz: »You have to build up your own library.«

Seit einiger Zeit fertigt er zusätzlich Expertisen über die Echtheit antiker Bogen und profitiert dabei von seiner immensen Erfahrung im Bogenbau. Da Bogen auch als Geldanlage dienen und dieser Aspekt in den letzten Jahren auch für Sammler ohne professionellen musikalischen Hintergrund an Bedeutung gewinnt, ist die Arbeit von Yung Chin äußerst wichtig, um mehr Sicherheit bezüglich der Bogen und damit Investitionen zu gewährleisten sowie Fälschungen zu enttarnen.

Yung Chin lebt und arbeitet in New York City. In den letzten Jahren unterrichtete er
außerdem Bogenbau am Oberlin College.

Er engagiert sich für die International Pernambuco Conservation Initiative. Die Vereinigung arbeitet daran, Pernambucobäume an der Atlantikküste Brasiliens aufzuforsten und zu erhalten. Pernambucobäume wachsen nur in Brasilien. Ihr Holz wird u.a. für hochwertige Bogen verwendet. Die IPCI fördert bezüglich Erhaltung und Aufforstung u.a. Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Ein ins Leben gerufenes Jugendorchester spielt mit aus Pernambuco gefertigten Bogen, um insbesondere in Brasilien selbst darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Holz als Natur- und Kulturgut ist.

Das Interview mit Yung Chin entstand während einer seiner Europareisen, im Rahmen seines Besuchs bei Andy Lim, Cellist und Verleger außergewöhnlicher Kunstbücher. Da man nicht oft die Gelegenheit bekommt, gleich zwei Experten im Gespräch zu haben, sind zwei Inspiration Lounge Videos entstanden:

Im ersten Interview schildert Yung Chin seinen Weg und seine Erfahrungen im Bogenbau. Das zweite Interview zeigt Yung Chin und Andy Lim zum Thema Vorgehensweisen in der Expertise.

Die im Video zu sehenden Bogen stammen von verschiedenen Bogenbauern.

In the last 25 years Yung Chin, a Chinese-American award winning bowmaker, has developed himself into one of the world’s foremost experts in rare bows of the violin family (violin, viola and cello). The bows from the beginning of the 19th century till ca. 1970 have reached today a tremendous investment value, so there is more need than ever for trustable and sincere experts. Beside the main established french experts Bernard Millant and Jean-François Raffin from Paris (France is the »motherland« of the bow in its final form as known today, as Italy is the »motherland« of the violin), and the younger generation like Yannick Le Canu from Lille and Sylvain Bigot from Lyon, Yung Chin from New York City can be seen as one of the very, very few american experts, whose integrety and expertise can be trusted.

As one of the founders of IPCI he also invests a considerable amount of time and energy in the protection and the afforestation of The Pernambuco Tree, from which the bows are made, needed to make any violin, viola or cello sound. Here we present Yung Chin, visiting Andy Lim and his bow collection in Cologne for the first, but certainly not the last time.

Inspiration Lounge Interview: Andy Lim

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