Tag: Inspiration

Can’t you see that I’m…

08. August 2010 von Kerstin

Gestern sprach ich mit einer Freundin, die seit langer Zeit Kurzgeschichten schreibt. Sie erzählte mir, wie sehr es sie immer wieder erstaune, wenn andere sie fragen, ob sie denn nicht davor Angst habe, dass ihr auf einmal keine gute Idee mehr einfallen könnte.

»Oft kommen diese Fragen gerade dann, nachdem ich eine meiner Geschichten erfolgreich verkauft habe. Ich weiß also, dass mehr als eine Hand voll Menschen diese Geschichte gut fanden. Kurz darauf bin ich natürlich schon bei den nächsten Geschichten und just da kommt dann die Frage nach meiner Angst vor dem Ausbleiben guter Ideen. Das ist, offen gesagt, nicht unbedingt förderlich. Ich finde es auch nicht ganz nachvollziehbar, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Ich habe den Eindruck, dass nur Leuten aus per se kreativen Berufen diese Frage gestellt wird. Würde man einen Konditor, der gerade einen guten Kuchen gebacken hat fragen, ob er nicht fürchtet, dass ihm schon morgen die Ideen für guten Kuchen ausgehen könnten?

2. Die Frage geht gedanklich davon aus, dass ich mir alle Ideen zu meinen Geschichten ausdenke, dass sie aus mir allein »herauskommen«, praktisch einfach so. Ich muss nur meinen Kopf genug bemühen, um auch noch in den letzten Winkeln meines Hirns eine Geschichte zu erfinden. Und wenn mir das nicht mehr gelingt, ist alles zu Ende. Leute, diese Sichtweise übt einen enormen Druck aus, weshalb ich mir schon vor einiger Zeit eine andere Auffassung zugelegt habe.

Diese basiert auf einer Gewohnheit der alten Römer. Brachte damals jemand etwas besonderes zustande, sprach man davon, er habe einen Genius gehabt. Der Genius half einem dabei, aus der täglichen Arbeit und dem eigenen Engagement etwas wirklich Beeindruckendes zu schaffen. Interessant ist übrigens, wie sich die Redensart im Laufe der Jahrtausende verschoben hat, denn heute sprechen wir nicht mehr von einen »Genius haben«, sondern von selbst ein »Genius sein«. Gingen die Römer also selbstverständlich davon aus, man brauche zur ganz besonderen Leistung auch noch Hilfe von außen oder von oben (je nachdem, wie man es sehen will), verlagerte sich die Verantwortung danach auf den Schaffenden allein. Kein Wunder, dass damit erheblicher Druck und Versagensangst verbunden sein kann. Kein Wunder auch, wie viele Künstler, Schriftsteller oder auch Wissenschaftler sich schon damit gequält haben.

Sieht man es mehr so wie die Römer, erhält die ganz Angelegenheit ein freundlicheres Gesicht. Statt immensem Druck, alles aus sich selbst heraus entstehen lassen zu müssen und dabei völlig allein zu sein, muss ich nur mit meinem ganzen Engagement weiter an meinen Dingen arbeiten. Ich schaue also, dass ich »meinen Teil« der Arbeit stetig und immer so gut wie möglich mache. Ich kann zwar nicht dafür garantieren, dass ein Genius jeden Tag genauso konzentriert bei der Sache ist und »seinen Teil« dazu liefert. Aber ich gehe doch davon aus, dass er zumindest ab und zu reinschaut, solange ich mich weiter über und dranbleibe. Bis heute klappt das gut so.

Es gibt dazu auch eine schöne Geschichte von bzw. über Tom Waits. Wir alle kennen wüste Stories über ihn und es heißt vor allem, er habe sich lange Jahre immer wieder in unglaublicher Tag- und Nachtarbeit unter zahlreichen »Hilfsmitteln« abgearbeitet, um die vielen Songs entstehen zu lassen. Eines Tages aber »passierte« ihm Folgendes.

Er fuhr gerade mit dem Wagen durch L.A., als ihm eine Idee, eine Melodie durch den Kopf schoss. Normalerweise ging er in solchen Momenten sofort an’s Klavier und zu Stift und Papier, um die Melodie festzuhalten. Das ging jetzt aber nicht, und er geriet fast in Stress vor Angst, die Melodie zu verlieren. Doch stattdessen fuhr er an den Straßenrand, hielt an, sprang aus dem Auto, schaute leicht erzürnt nach oben und rief laut: »Can’t you see that I’m driving?«

Er selbst sagte darüber, er wisse nicht genau, was ihn bewegte, das zu tun. Aber er wisse genau, dass er seine Arbeit ab diesem Zeitpunkt anders begriffen habe – ohne den ganzen nervenden Druck – mit mehr Freude und Selbstverständlichkeit.«

Interview mit Sandro Kopp

22. Juli 2010 von Chris
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»Man muss die Erfolge nehmen, wie sie kommen.«

Sandro Kopp wuchs bei Heidelberg auf. Nach der Schulzeit zog es ihn nach Neuseeland, das Heimatland seiner Mutter. Hier setzte er verstärkt fort, was er bereits Jahre zuvor mit großer Leidenschaft begonnen hatte: die Malerei. Mit 16 Jahren hatte er seine besondere Begeisterung dafür entdeckt, Menschen zu malen. Als Schwerpunkt entwickelte sich die Aktmalerei.

»Ein wichtiger Grund für mich, Menschen zu malen, ist sicherlich, dass ich in Gesellschaft bin, wenn ich arbeite. Maler ist ja an sich ein sehr einsamer Beruf, doch wenn ich Menschen male, bin ich nicht alleine.«

In Neuseeland begann Sandro Kopp, seine Werke in größerem Rahmen auszustellen. Parallel zur Malerei unterrichtete er an der Kunstschule in Wellington. Seine Arbeit und dadurch entstandene Kontakte führten ihn außerdem zur Teilnahme an Peter Jacksons Film-Triologie »Der Herr der Ringe«.

»Natürlich war die Zusammenarbeit mit so vielen Menschen faszinierend. Insgesamt haben 35.000 Personen über einen Zeitraum von 9 Jahren an dem Projekt gearbeitet. Es gibt Paare, die sich während der Drehzeit kennen lernten, die heirateten, Familien gründeten und sich wieder scheiden ließen.«

Heute reist Sandro Kopp die meiste Zeit des Jahres. Seine Arbeit findet daher an unterschiedlichen Aufenthaltsorten weltweit statt. »Ich lege viel Wert darauf, in Kontakt und Austausch mit netten Leuten zu sein und zu bleiben. Ich finde Menschen einfach spannend und male zudem sehr oft Personen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Reisen hat außerdem den Vorteil, sich viele bekannte Kunstwerke in natura anschauen zu können. Ich gehe regelmäßig in Museen und in Galerien – schon um zu sehen, wie und was andere arbeiten.«

Die Arbeiten von Sandro Kopp finden sich in zahlreichen großen Sammlungen international. Inzwischen weiter er seine künstlerische Tätigkeit auch in die Bereiche Fotografie und Film aus. Wir hatten das Glück, Sandro Kopp im Rahmen von REALInternationales Symposium figurativer Malerei, kennen zu lernen und zu interviewen. Für das REAL – Symposium malte er, zusammen mit seinen Künstlerkollegen und Freunden Christopher Tracy und Freeman White, drei Tage lang auf dem Schloss Bühlerhöhe live vor Publikum.

Inspiration Lounge Interview mit Peter Kowalsky

17. Juni 2010 von Chris

(interview: scroll down) »Weißt Du, wann Du eine gute Idee hast? Wenn alle das Lachen anfangen.«

Falls es tatsächlich noch jemanden geben sollte, der BIONADE nicht kennt oder noch nicht probiert hat:

»Die BIONADE GmbH ist ein junges, innovatives Familienunternehmen, das biologisch hergestellte, alkoholfreie Erfrischungsgetränke unter der Marke BIONADE vertreibt. BIONADE ist das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das durch Fermentation nach dem Brauprinzip rein biologisch hergestellt wird.« (Auszug Homepage Bionade)

»In aller Munde« ist eine Bezeichnung, die seit Jahren gut zu BIONADE passt. Die Geschichte dahinter, die, wie könnte es anders sein, bereits aus so manchem Blickwinkel beleuchtet wurde, erzählt sich fast wie ein Märchen. Fast. Und genau deshalb finden wir, dass sie geradezu als Parabel für kreatives Entwickeln stehen kann. Sie beinhaltet sozusagen »plastisch« die Höhen und Tiefen kreativen Schaffens, die einfach jeder kennt, der sich mit Überzeugung an die Verwirklichung einer Idee macht.

Da ist die meist unumgängliche Tatsache, dass man mit seiner Idee anfangs alleine da steht und einem andere in dieser Situation nicht unbedingt Mut machen. Oder die Energie, die es kostet, trotzdem weiter zu arbeiten – die Durststrecken und handfesten Probleme, die zu überwinden sind. Wer kennt außerdem nicht die Frage, wo und wann nach dauernden Entwicklungsphasen endlich das Geld herkommt? Und überhaupt: was passiert, wenn sich tatsächlich der große Erfolg einstellt? Wie geht man damit um, wenn dich auf einmal jeder kennt und eigentlich schon immer an dich geglaubt hat?

Teil 1 des Interviews startet, logisch, mit den Anfängen von BIONADE. Peter Kowalsky erzählt über die Gründe für die Entwicklung, über die ersten Schritte, die Reaktionen des Umfelds und wie das ist, wenn man glaubt, man sei nach zehn Jahren am glücklichen Ende einer Entwicklung – die in Wahrheit gerade erst richtig begonnen hatte…

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In Teil 2 des Interviews folgt, wieso man den Weg meist gerade dann findet, wenn man vermeintlich gar keine Möglichkeit hat und warum es ganz gut ist, dass anhaltender Erfolg nicht über Nacht kommt.

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Wir haben uns in der Inspiration Lounge zur Aufgabe gemacht, die vielen Facetten kreativen Denkens und Handelns zu ergründen. Weil es uns außerdem wichtig ist, diese unmittelbar aus persönlichen Blickwinkeln darzustellen, haben wir Peter Kowalsky, den Mitbegründer von BIONADE, nach seinen Erfahrungen gefragt. Für die Inspiration Lounge hat er uns die Geschichte von BIONADE aus seiner Sicht geschildert:

Wie das war, mit einer guten Idee in der Rhön, mitten in den 80er Jahren – ohne Internet und virtuelle Social Networks, warum ein Laser eine besondere Rolle spielte und woran man überhaupt erkennt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Unser Inspiration Lounge Interview trägt dann auch den Titel: »Weißt Du, wann Du eine gute Idee hast? Wenn alle das Lachen anfangen.«

Inspiration Lounge Interviews mit Oliver Matter

17. Juni 2010 von Chris

(interview: scroll down) »Der Natur die Aromen zu entlocken und in die Flasche zu packen, das ist meine Herausforderung.

In der vierten Generation stellt die Erlebnisbrennerei Matter aus Kallnach in der Schweiz hochwertige Spirituosen her. Angefangen hat alles mit Ernst Luginbühl-Bögli. Zunächst vertrieb er Martinazzi Bitter, einen erstmals 1864 in Turin aus 25 Kräutern und Wurzeln hergestellten Aperitif, und erwarb dann 1928 das Rezept für die Produktion in der Schweiz.

Und noch einen »Grundstein« legte Ernst Luginbühl-Bögli: er erwarb ein Rezept für das Getränk, mit dem sein Urenkel Oliver Matter Jahre später sehr erfolgreich werden sollte: Absinthe. Seit 2005 hat sich die Matter-Luginbühl AG, geführt von Oliver und Nicole Matter, auf die Herstellung von authentischem Absinthe, hergestellt nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert, spezialisiert.

Wir besuchten Oliver und Nicole Matter in ihrer Brennerei in Kallnach und lernten zwei Menschen kennen, deren Faszination für ihre Tätigkeit geradezu greifbar ist. So werden beispielsweise Original-Rezepte für die verschiedenen Absinthe-Editionen aus alten Apothekerbüchern entnommen, nach denen man extra dafür in Antiquariaten sucht. Jeder Absinthe bekommt seinen einzigartigen, unkonventionellen Look. Die Kräuter für den Absinthe, sowie überhaupt die allermeisten Zutaten für die verschiedenen Produkte der Matter-Luginbühl AG, stammen aus der Schweiz. Und wenn sie dort nicht fündig werden, sorgen Oliver und Nicole Matter schon mal selbst vor: beispielsweise mit den eigenen Obstanlagen.

Nicht von ungefähr kommt daher auch der Titel unseres ersten Inspiration Lounge Interviews mit Oliver Matter: »Der Natur die Aromen zu entlocken und in die Flasche zu packen, das ist meine Herausforderung.«

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Eine ganz besondere Zusammenarbeit gelang, als die Matter-Luginbühl AG mit Marilyn Manson einen extra für Manson zugeschnittenen Absinthe herstellte. Manson spielte nicht nur bei der Festlegung des speziellen Geschmacks die entscheidende Rolle, er stellte auch eine Zeichnung für das Etikett zur Verfügung. 2007 präsentierte er dann den exakt 66,6 % starken MANSINTHE erstmals in Köln, im Rahmen seiner ersten Kunstausstellung in Deutschland. MANSINTHE wird seitdem weltweit verkauft.

Die Zusammenarbeit mit Künstlern und Musikern sowie der damit unternommene Brücken-schlag zwischen dem mythenbelegten Getränk der Bohème um die vorletzte Jahrhundertwende und der zeitgenössischen Kunstwelt, setzt sich bei den Matters bis heute fort.

Künstler wie Gottfried Helnwein, HR Giger oder auch der vielen zunächst aus der Industrial-Szene bekannte Peter Christopherson lieferten bereits Artworks für besondere Absinthe-Editionen.

Und wie das so ist mit guten Ideen, die genauso gut in die Tat umgesetzt werden: sie finden ihren Weg und ihre Fans. Unser zweites Inspiration Lounge Interview mit Oliver Matter, in dem er über die Zusammenarbeit mit Marilyn Manson spricht, heißt daher auch:

»So einfach ist die Geschichte.«

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Ideen von heute – Städte für morgen?

13. April 2010 von Kerstin

Masdar City im EntwurfErst neulich waren wir zu Gast bei einem Kongress, der die Zukunft zum Thema hatte. Experten aus unterschiedlichen Bereichen – von Kulturwissenschaft bis hin zu Physik und Agrartechnologie, haben sich darüber Gedanken gemacht, wie wir künftig leben könnten. Die Frage, wie wir Wohnen, Arbeiten, Transport und Zusammenleben in größeren sozialen Strukturen künftig verbinden wollen und gleichzeitig Ressourcen schonen, spielte dabei eine große Rolle.

Ich habe das zum Anlass genommen, an dieser Stelle die Ideen und Antworten zwei verschiedener kreativer Köpfe und Macher vorzustellen. Interessant fand ich bereits die Entwürfe, die gleichzeitig Ideeparallelen und große Unterschiede erkennen lassen: Sir Norman Fosters Entwurf und Planung von Masdar City, einem gigantischen Projekt in Abu Dhabi, wurde bereits in Angriff genommen. Masdar City sollte ursprünglich bis 2016 fertig gestellt werden. Allerdings plagen den Bau seit geraumer Zeit äußerst zeitgenössische Probleme, so dass die Fertigstellung inzwischen auf 2020 verschoben ist.

Das Venus Project, in den 70er Jahren als Idee gestartet und also solche maßgeblich vorwärts getrieben von dem heute über 90 Jahre alten Autor und Industrie-Designer Jacque Fresco, geht noch wesentlich weiter in seinen Planungen und Überlegungen. Über Jahrzehnte hinweg hat Fresco mit seinem Team nicht nur unzählige architektonische Lösungen, sondern auch kulturelle Neuausrichtungen erdacht. Eine wesentliche Idee ist beispielsweise, auch das monetäre System abzuschaffen und durch eine ressourcenbasierte Ökonomie zu ersetzen.

Beide Projekte werden sehr unterschiedlich aufgenommen. Gibt es einerseits Lob als »Jahrhundert- oder gar Jahrtausendprojekte« oder »Inspiration für uns alle« hagelt es andererseits Kritik wie: Hirngespirnst, Entwürfe von Reichen und Mächtigen für Reiche und Mächtige, Big Brother Städte mit Versuchslaborcharkater etc..

Weiter geht’s

08. April 2010 von Chris

tapire unterwegsIn letzter Zeit waren wir wieder viel unterwegs, quer durch die Republik, bis weit in die Schweiz. Viele neue und interessante Menschen haben wir getroffen, neue Interviews geführt. Jetzt stehen wir vor einem Berg an Daten, die erst mal gesichtet, verarbeitet und umgesetzt werden müssen. Klingt nach viel Arbeit – ist es auch. Doch keine Bange: Für Euch heißt das: schon demnächst gibt es hier wieder viele neue Interviews, Themen und Blickwinkel aus der Welt des kreativen Schaffens.

Für uns ist es gerade an der Zeit, nach über sechs Monaten Inspiration Lounge Blog mal kurz ein Resümee zu ziehen. Gestartet mit 10 Interviews und unserem Adressbuch sind wir inzwischen ein großes Stück weiter gekommen. Vor allem haben wir einen reichhaltigen Fundus an kreativen Sicht- und Vorgehensweisen, Erfahrungen und Anregungen zusammen-getragen. So schnell wie möglich werden wir die wichtigen Entwicklungen, die davon inspiriert wurden, in diesen Blog, in diese Plattform einfließen lassen, um sie für Euch gut sicht- und hörbar zu machen. Schließlich ist die Inspiration Lounge work in progress.

Und wie sagte da unlängst ein bekannter Künstler: tapir, auf geht’s.

Fashion-Weekend

14. März 2010 von Kerstin

Exactitudes© (click the pix) Wenn es an diesem Wochenende schon um Avantgarde und Plastron geht, empfehlen wir doch gleich noch ein paar andere Adressen zum Vorbeischauen, die sich alle mit den Themen Mode, Design und Fotografie beschäftigen, um dabei gleichzeitig die jeweils individuellen Ideen und Wege in der Umsetzung ihrer Macher erkennen zu lassen.

Der Ausgangspunkt unserer Rundreise ist der Blog anders-anziehen der Kostümbildnerin  Smilla Dankert, der seinen Dreh- und Angelpunkt in Köln hat. Von da aus geht es zu den rasterhaften Exactitudes-Arbeiten von Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek nach Rotterdam und Paris, hoch in den Norden zu Hel Looks und dann, zum Abschluss, zu den illustrierten Inspirationen von What I Saw Today.

Interviews mit Yung Chin

13. Januar 2010 von Kerstin

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No matter what your field of study is, you got to have this kind of thirst. Interview 1
You have to learn the hand of the maker.
Interview 2

Yung Chin ist ein international anerkannter Bogenbauer- und händler sowie einer der weltweit besten Bogenexperten. Er erstellt Expertisen betreffend antike Violinen- und Cellobogen.

Yung Chin studierte zunächst Violine in den USA, u.a. bei Louis Krasner, und begann dann auf Rat eines Professors den Bogenbau zu erlernen. »First I was more interested in violin making. But he told me: make bows. You’re better for bows. So, I followed his advice.«

Inzwischen fertigt Yung Chin seit ca. 30 Jahren hochwertige Bogen und erweitert dabei stetig seine Fertigkeiten und Erfahrung: »Actually I’m still learning. You never stop.«

Er arbeitet seit langer Zeit für die besten Geiger und Cellisten weltweit. D.h. er erstellt Bogen
in Handarbeit, die jeweils ganz genau auf die persönlichen Anforderungen der Musiker abgestimmt sind. Jeder Bogen ist daher einzigartig und Yung Chin hat seine besondere Vorgehensweise, um die speziellen Anforderungen für den einzelnen Bogen zu finden.

Seit inzwischen fast 30 Jahren reist er außerdem regelmäßig und insbesondere nach Europa, um antike Bogen, hauptsächlich aus Privatsammlungen, in Augenschein zu nehmen und so
sein Wissen und seine Erfahrung stetig zu erweitern. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wie viele Bogen man innerhalb all der Jahre begutachten bzw. wie viel Wissen man darüber sammeln kann. Yung Chin nennt es kurz: »You have to build up your own library.«

Seit einiger Zeit fertigt er zusätzlich Expertisen über die Echtheit antiker Bogen und profitiert dabei von seiner immensen Erfahrung im Bogenbau. Da Bogen auch als Geldanlage dienen und dieser Aspekt in den letzten Jahren auch für Sammler ohne professionellen musikalischen Hintergrund an Bedeutung gewinnt, ist die Arbeit von Yung Chin äußerst wichtig, um mehr Sicherheit bezüglich der Bogen und damit Investitionen zu gewährleisten sowie Fälschungen zu enttarnen.

Yung Chin lebt und arbeitet in New York City. In den letzten Jahren unterrichtete er
außerdem Bogenbau am Oberlin College.

Er engagiert sich für die International Pernambuco Conservation Initiative. Die Vereinigung arbeitet daran, Pernambucobäume an der Atlantikküste Brasiliens aufzuforsten und zu erhalten. Pernambucobäume wachsen nur in Brasilien. Ihr Holz wird u.a. für hochwertige Bogen verwendet. Die IPCI fördert bezüglich Erhaltung und Aufforstung u.a. Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Ein ins Leben gerufenes Jugendorchester spielt mit aus Pernambuco gefertigten Bogen, um insbesondere in Brasilien selbst darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Holz als Natur- und Kulturgut ist.

Das Interview mit Yung Chin entstand während einer seiner Europareisen, im Rahmen seines Besuchs bei Andy Lim, Cellist und Verleger außergewöhnlicher Kunstbücher. Da man nicht oft die Gelegenheit bekommt, gleich zwei Experten im Gespräch zu haben, sind zwei Inspiration Lounge Videos entstanden:

Im ersten Interview schildert Yung Chin seinen Weg und seine Erfahrungen im Bogenbau. Das zweite Interview zeigt Yung Chin und Andy Lim zum Thema Vorgehensweisen in der Expertise.

Die im Video zu sehenden Bogen stammen von verschiedenen Bogenbauern.

In the last 25 years Yung Chin, a Chinese-American award winning bowmaker, has developed himself into one of the world’s foremost experts in rare bows of the violin family (violin, viola and cello). The bows from the beginning of the 19th century till ca. 1970 have reached today a tremendous investment value, so there is more need than ever for trustable and sincere experts. Beside the main established french experts Bernard Millant and Jean-François Raffin from Paris (France is the »motherland« of the bow in its final form as known today, as Italy is the »motherland« of the violin), and the younger generation like Yannick Le Canu from Lille and Sylvain Bigot from Lyon, Yung Chin from New York City can be seen as one of the very, very few american experts, whose integrety and expertise can be trusted.

As one of the founders of IPCI he also invests a considerable amount of time and energy in the protection and the afforestation of The Pernambuco Tree, from which the bows are made, needed to make any violin, viola or cello sound. Here we present Yung Chin, visiting Andy Lim and his bow collection in Cologne for the first, but certainly not the last time.

Inspiration Lounge Interview: Andy Lim

manuel odendahl_systemprogrammierung & dj

20. Dezember 2009 von Chris

ruin & wesen(click the pix) Computers are nice. They are fast, they never forget things (if you do backups regularly), and they allow you to access the knowledge of a lot of other humans instantly (with an internet connection). This removes a lot of interruptions in your daily life. For example, we had ants in our kitchen this morning. I looked up how to kill ants and repel them in a green way. 2 minutes later, I had sprayed some soap water on the poor ants that made their way into the kitchen, and put up a mound of coffee ground near the hole they came in through. In less than 2 minutes, the problem was solved in a quite ecological way. This could potentially have cost me significantly more time before, and I may have resorted to pesticides because that’s what a shop owner would have told me to do. Computers speed up my thoughts, allowing me to concentrate on the things I like.

However, if you use the wrong software, this efficiency can turn into a very distracting thing. The computer can make you think that you can multitask, that is do two things at once: watch a film and read a book and talk with 18 people at the same time. That’s possible, of course, but the attention you give these individual parts will be less than every a fraction of what your full attention is. Sometimes that’s fine, but to me it doesn’t feel right anymore. Now I try to just watch a movie, and quiet my thoughts even while doing that. Or talk with only one person, and quiet my thoughts while doing that (that’s *much* harder for me :). Because if you don’t, you miss so many clues that something may be wrong, so many signs that things are good, so many beautiful details.

Because I want to get a lot of things done, and because I like a lot of people, and because a lot of ideas interest me, I found an alternative to multitasking: batch scheduling. I break up tasks into small parts, and instead of trying to do 2 big tasks at once, I interleave the small parts, giving them my full attention, and using the computer to store the “paused” task. I don’t want to do that for my friends and my private life (although I use highrise for clients and work related tasks), but that means I keep forgetting things :]

Inspiration Lounge Interview by le tapir: Manuel Odendahl  Part I | Part II
wesen sounzzz
more sounzzz
gastautor

ruinwesen.com

Cologne meets Weimar

22. Oktober 2009 von Kerstin

irgendwo im clubHeute geht’s auf nach Weimar. Natürlich werden wir dort nicht nur den Wirkungsstätten von Goethe, Schiller und Liszt näher sein.

Wir werden mal nachschauen, was man heute am Bauhaus macht. Und natürlich werden wir auch die anderen kreativen Ecken der Stadt erforschen, um jede Menge neue Blickwinkel und Inspirationsquellen in Erfahrung zu bringen. Wir sind gespannt.