Tag: Inspiration Lounge

Stadtanleitung

13. Juli 2015 von Kerstin

DIY(wien zeigt, wie es geht)

Die Inspiration Lounge bringt uns permanent in Austausch mit Vorausdenkern und -machern, insbesondere natürlich hier in Köln. In vielen Gesprächen mit ihnen ist uns immer wieder aufgefallen und bestätigt worden, dass gute Ideen ihren Nährboden nicht nur in den jeweiligen Interessen und individuellen Fähigkeiten der einzelnen Vorangehenden haben. Wichtig ist insbesondere auch das Umfeld, weil das alltägliche Leben und Erleben geradezu als Katalysator dienen kann, wenn es einem den Eindruck vermittelt, dass neue, gute Ideen willkommen sind, dass man auf offene Augen und Ohren trifft statt auf die Haltung »Das haben wir aber noch nie so gemacht.«

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es gut und wichtig, dass sich Vorausdenker und -macher, die an zukunftsfähigen Ideen und Wegen arbeiten, mehr vernetzen, gegenseitig unterstützen, Know-how und Erfahrungen austauschen. Es freut mich zu sehen, wie viele Interessen- und Aktionsgruppen sich in Köln beispielsweise bereits um die Themen Urban Gardening oder lokale Lebensmittelproduktion gegründet haben. Im Gemeinschaftsgarten bei uns um die Ecke trifft man auf engagierte Mitmacher jeden Alters – Menschen, die ganz konkret positive Entwicklungen in ihrem Umfeld gestalten wollen. Ideen, Interesse und Motivation – jede Menge vorhanden. Es tut sich was.

Wie viele positive Ideen, wie viele konkrete Aktionen und Verbesserungen könnten erst in Gang gebracht und weiterentwickelt werden, wenn auch diejenigen, die von offizieller Seite das Umfeld gestalten, überzeugter und zukunftsweisender mitwirkten? Ein gutes Beispiel dafür ist die Stadt Wien. Sie gibt inzwischen regelmäßig die Stadtanleitung DIY heraus. Eine praktische und schöne Broschur, in der gute, aktuelle Ideen und Möglichkeiten gebündelt sind, bei denen jeder, der will, jederzeit mitmachen kann – von Gehsteiganeignungen, Hängenden Gärten und Zwischennutzungen von leerstehenden Gewerberäumen bis hin zur Gründung von FoodCoops. Adressen, Tipps der bereits Mitmachenden, städtische Anlaufstellen bis hin zu verständlichen organisatorischen Voraussetzungen – alles vorhanden, auch online leicht zugänglich. Ein Ansporn, wie die lokale, zukunftsfähige Selbstorganisation in einer Großstadt vorankommen und inspirierende Umgebungen erzeugen kann, wenn die unterschiedlichen Akteure es wirklich wollen und dazu an einem Strang ziehen.

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Eine Rose ist eine…

06. Juli 2015 von Kerstin

rosen(diesmal kein Zusammenhang mit  G. Stein)

Wunderschön, dachte ich gestern, als ich die Rosen sah. Dann fiel mir ein, wie ich mich vor einiger Zeit mit dem Hirnforscher und Inspiration Lounge Interviewpartner Dr. George Berbari über wissenschaftliches Arbeiten unterhalten hatte. Er sagte mir damals, dass sie sozusagen hinter jeder Tür, die sie anhand ihrer Forschung öffnen, stets unzählige neue Türen vorfinden. Dass dieser Umstand nicht frustrierend sei, sondern eine besondere Motivation, die allerdings nicht den Unterschied zwischen zu erlangendem Wissen und Verstehen verwischen dürfe.

Stell Dir vor, Du untersucht eine Rose bis in ihre kleinsten atomaren Bestandteile, Du erforscht alles akribisch, förderst enormes Wissen über Einzelheiten und Funktion zutage. Doch was hast Du am Ende nicht mehr: die Rose in dem, was ihre Gesamtheit, ihre Bedeutung und ihren Zusammenhang zur Umgebung, also auch zu Dir selbst ausmacht.

Der chilenische Wirtschaftswissenschaftler Manfred Max-Neef kommt in seinen Barefoot Economics zu ähnlichen Schlüssen: Noch nie zuvor haben wir innerhalb von nur 100 Jahren soviel Wissen angesammelt wie all das, über welches wir heute verfügen. Was wir allerdings brauchen, ist mehr Verstehen, auch um eine ökonomische Entwicklung zu schaffen, die den Menschen dient, statt die Menschen der Ökonomie. Solange ein Mensch seine permanenten Verbindungen zu anderen und zur Umgebung nicht begreift, solang er sich als jeweils getrennt von allem und allen betracht, wird er immer nur Wissen erlangen können.

Wir nehmen diese Positionen als Herausforderung, im Rahmen der Inspiration Lounge und der TALKS nicht nur Ideen, Wissen, Denken und Handeln ausgewählter Vorausdenker und -macher ins Blickfeld zu bringen, sondern auch die Zusammenhänge zwischen den Arbeiten in verschiedenen Fachbereichen aufzuzeigen. Was verbindet beispielsweise das Schaffen einer Künstlerin mit der eines Molekularbiologen? In welcher Beziehung stehen ihre Erkenntnisse zu uns anderen, zu unseren bisherigen Vorstellungen von uns selbst und der Umwelt? Wenn wir die Beziehungen erkennen: können und werden wir künftig anders, d.h. mit Verstehen und mehr Umsicht denken und handeln?

Viele Fragen. Wir bleiben dran.

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TALKS 2015

29. Juni 2015 von Kerstin

nl(unterwegs – amsterdam)

Nach intensiver Vorarbeit können wir Euch mitteilen: alle Interviewpartner für die Inspiration Lounge TALKS im Herbst stehen fest. Wir freuen uns auf eine wieder einmal ganz besondere Auswahl von zukunftsweisenden Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen.

Nachdem bei den letzten Inspiration Lounge TALKS insbesondere Vorausdenker und -macher aus dem unternehmerischen Feld im Mittelpunkt unserer Interviews standen, haben wir dieses Mal viel Wert darauf gelegt, eine ausgewogene Mischung interessanter Interviewpartner und Themen aus Wissenschaft, Kunst/Design und Wirtschaft zusammenzustellen. Gleich mehrere Aspekte haben uns dazu bewegt und inspiriert. Darunter u.a. die Feststellung, die von der langjährig engagierten Umweltaktivistin Joanna Macy formuliert wurde: ein gesellschaftlicher/ ökologischer Wandel erfordert nicht nur Leute, die Nein zu zerstörerischen Strukturen und Entwicklungen sagen. Es braucht Menschen, die vorangehen und neue, zukunftsfähige Ideen voranbringen, genau wie Menschen, die mit dem, was sie tun, wichtige Grundlagen für einen Bewusstseinswandel schaffen. Kurz: es geht um eine ganz große, interdisziplinäre Zusammenarbeit, und eben diese wollen wir auch mit den Inspiration Lounge TALKS fördern.

Entscheidend für unsere Auswahl von Interviewgästen war aber natürlich insbesondere, dass wir im Rahmen unserer Recherchen erneut auf Experten gestoßen sind, deren Schaffen wir so interessant und wichtig finden, dass wir es anhand unserer Arbeit gerne mehr ins Blickfeld bringen möchten.

In diesem Sinne, wir sehen uns bei den nächsten TALKS.

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Zeitfrage

08. Juni 2015 von Kerstin

dirk kropp(dirk kropp)

Vor kurzem waren wir bei Aikido üben in Köln eingeladen. Der Aikido-Meister Dirk Kropp, vor einiger Zeit bei uns im Inspiration Lounge Interview, feierte das 30-jährige Bestehen seines Dojo. Es war ein schönes Ereignis mit vielen gut gelaunten Menschen im Austausch, viele Personen, die bereits seit über 20 Jahren Mitglieder bei Aikido üben sind. Für uns gab es dazu insbesondere eine Anregung, die wir gerne mit in unsere Weiterentwicklung der Inspiration Lounge hinein nehmen:

Als Dirk Kropp nämlich aus seinem 30-jährigen Schaffen als Aikido-Lehrer erzählte und dabei Ausschnitte seines Weges schilderte, die ihn nach und nach zur Änderung seines Aikido-Stils in die heutige Form brachten, wurde mehr als deutlich: lange Zeit eingeübte Pfade zu verlassen und etwas aufzubauen, das gerade aufgrund seines anderen Charakters geschätzt wird, braucht Zeit. Doch Zeit ist eben heutzutage das, was wir offensichtlich ständig denken einsparen zu müssen. Wie oft hört oder sagt man am Tag schon »Mach mal schnell dies oder das«. Und natürlich können gute Ideen auch mal von einem zum nächsten Moment entstehen, nur – die konsequente Umsetzung mit ihren oft genug tausenden Einzelteilen ist etwas ganz anderes und verlangt Geduld, Überlegung, Ausprobieren, Schritt für Schritt.

Also, begrenzte Zeit für uns alle einerseits, Schritt für Schritt umsichtig andererseits – ein unüberwindbarer Gegensatz? Nein. Zusammengenommen wird aus dem vermeintlichen Widerspruch eine logische Verbindung, die auf der Einladungskarte zur Jublläumsfeier des Dojo zu lesen ist: »Wir haben so wenig Zeit, wir müssen sehr langsam vorgehen.«

Genau.

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Happy Hours

12. Mai 2015 von Kerstin

olivenoelfest(kurztrip)

Auch wir von der Inspiration Lounge brauchen immer mal wieder einen inspirierenden Kurzurlaub und Austausch für neue Ideen. Was für ein Glück, bot sich da neulich eine besondere Gelegenheit:

Am ersten Maiwochenende fand wieder das von zait initiierte und seit inzwischen 15 Jahren erfolgreich veranstaltete Olivenölfest statt. In Zell im Zellertal kamen daher an zwei Tagen nachhaltig handelnde Entrepreneure, Künstler und viele interessierte Besucher zusammen, um in inzwischen guter Tradition gemeinsam zu erleben, mit wieviel Lebensfreude es verbunden sein kann, das eigene Umfeld zukunftsweisend mitzugestalten.

Thomas Fuhlrott und Tina Ottmann von zait sowie allen anderen Mitstreitern und Helfern ist es auch angesichts großen Andrangs mal wieder bestens gelungen, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, die von vielen guten Ideen, Musik, leckerem Essen und persönlichem Austausch eine ganze Vielfalt bot. Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr die Ausstellung Licht und Raum des Künstlers Ingo Bracke. Die Eindrücke davon sowie vom ganzen Fest machen schon wieder Lust darauf, auch im nächsten Jahr mitzufeiern.

 

 

 

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