Tag: Inspiration Lounge

Inspiration Lounge TALKS 2013_Dr. George Berbari

14. Mai 2013 von Chris

dr. berbari(My Way)

Der New Yorker Psychiater und Hirnforscher Dr. George Berbari erklärte im Rahmen seines Interviews, warum wir, selbst wenn wir es besser wissen, immer wieder Schwierigkeiten haben, unsere Denk- und Handlungsroutinen aufzubrechen. Warum ist es oft so schwer, neue Wege zu gehen, die in Einklang mit uns selbst, unserem Umfeld und der Umwelt sind. Einerseits ist natürlich die Anpassung an gesellschaftliche, kulturelle Regeln und Verhaltensweisen ein Faktor, der unser tägliches Leben ganz wesentlich beeinflusst. Er hindert oft, aus gewohnten, allseits bekannten und akzeptierten Wegen auszuscheren und Neues zu probieren. Zu stark ist unsere Befürchtung, »aus dem Rahmen« zu fallen.

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher | Psychiater)

Andererseits ist auch unser Gehirn von Denk- und Handlungsroutinen geprägt. Solange wir weitestgehend unbewusst agieren, greift es auf gespeicherte, gelernte Abläufe zurück. Es an neue Vorgehensweisen oder Dinge zu gewöhnen, braucht seine Zeit und damit unsere Geduld sowie beständiges Lernen bzw Einüben. Nur so können neue Abläufe dauerhaft im Gehirn, d.h. seinen Strukturen verankert und »akzeptiert« werden. »Angesichts eines von so vielen heute verspürten, ständigen Zeitdrucks ist es allerdings schwer, den Menschen beizubringen, dass »Self-Awareness«, also »Erkennen des eigenen Wesens und darauf beruhendes Gehen des eigenen Wegs« etwas ist, das man nicht innerhalb einer Woche oder in einem kleinen Seminar lernen kann.«

»Wichtig ist, sich als Mensch selbst kennen zu lernen.« Zu wissen, welche Fähigkeiten, Interessen, Ideen, Blickwinkel und Werte einen besonders ausmachen und sich damit tatsächlich als Individuum zu erfahren. Das klingt zunächst recht einfach, das zu tun, erfordert allerdings immer wieder bewusstes, aufmerksames Betrachten der eigenen Perspektiven, des eigenen, normalerweise überwiegend von Emotionen gesteuerten Handelns. Bewusstes Beobachten und Reflektieren verlangen einen wachen, aufmerksamen Geist. Abgelenkt von zahlreichen Dingen, wie viele Menschen es heute sind, fehlt es natürlich oft an genau dieser Voraussetzung. Dazu kommt, dass man immer, wenn man Neues beobachtet und ausprobiert, natürlich auch Fehler machen kann, und wir haben gesellschaftlich »gelernt«, dass Fehler schlecht sind. Das macht uns zögerlich und verursacht Stress, wenn wir uns nicht entscheiden können, wie wir denken und handeln sollen, ob wir etwas Neues wagen oder nicht. Wir wollen alles richtig machen. Doch wir müssen akzeptieren, dass Fehler auf dem Weg zur »Self-Awareness« nicht nur unumgänglich sind, sondern wichtig, um bewusst daraus unsere Schlüsse zu ziehen und damit auf dem eigenen Weg ein Stück weiter zu gelangen. Ich rate daher allen Inspiration Lounge TALKS-Besuchern: wenn Sie etwas finden, dass Sie wirklich interessiert, eine Idee, die sie vorantreibt, gehen Sie der Sache nach, schreiten sie zur Tat, hadern sie nicht. Unser Gehirn hilft uns auch bei Fehlern weiter, denn wir können nicht nur daraus lernen, wir können letztlich auch vergessen. Eine durchaus wichtige Funktion auf dem eigenen Weg.

übersetzung(Übersetzungen)

Und wie wäre es, wenn Wege zur »Self-Awareness« schon in der Schule gelehrt würden?, wollten wir von Dr. Berbari wissen. Seine Antwort: »Da sehe ich keine Chance, auch wenn das eine gute Idee wäre. Wir haben, von unserem Forschungsbereich ausgehend, so oft Versuche gemacht, auf die Notwendigkeit des Erlernens von »Self-Awareness« hinzuweisen; wir haben deutlich gemacht, wie sehr dieses Selbst-Erkennen Menschen dabei hilft, den eigenen, einzigartigen Weg im Leben zu finden und damit auch die eigenen Fähigkeiten in Anwendung zu bringen und eine größere Lebenszufriedenheit zu erlangen. Wir haben aufgezeigt, wie sehr Selbst-Erkennen dabei unterstützt, ausgehend vom Begreifen des eigenen Wesens, ebenfalls mehr Verständnis für die Eigenarten, Denk- und Verhaltensweisen anderer aufzubringen oder die eigene Einbindung in unsere Welt zu begreifen, was uns allen weiterhelfen würde. Doch niemand von den verantwortlichen, öffentlichen Stellen war und ist bereit, dafür Geld aufzuwenden oder auch nur entsprechende Änderungen in den Bildungssystemen anzudenken.

Und wie kann der eigene, persönliche Weg raus aus Routinen aussehen, die uns meist gegen uns selbst und unsere Lebensgrundlagen handeln lassen? Wie kommt man im Einzelfall und ganz konkret zu mehr Self-Awareness, d.h. Selbsterkenntnis? Die Beantwortung zahlreicher individueller Fragen stand nach dem Interview natürlich in persönlichen Gesprächen an.

Film-Interview_Dr. George Berbari

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS_In eigener Sache | gefällt mir

13. Mai 2013 von Chris

in eigener sache2

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS 2013_Florian Zwissler

11. Mai 2013 von Chris

florian zwissler(Komponist neuer Musik_Florian Zwissler)

Der Komponist und Musiker Florian Zwissler nahm das Inspiration Lounge TALKS-Publikum im Rahmen seines Kurzvortrags mit auf eine Reise an die Schnittstellen von Komposition und Klangforschung. Es ging darum, inmitten unseres bekannten Grundrauschens wieder einmal genau zuzuhören und feine, klangliche Unterschiede anhand verschiedener Frequenzmodulationen, vorgeführt am analogen Synthesizer, wahrzunehmen. Was ist für mich ein Klang, was macht für mich eigentlich Musik aus?, war die Frage, die sich so mancher Besucher stellte, um dabei die eigenen Hörgewohnheiten bewusst herauszufordern.

sonagramm(sonagramm & Live-Visualisierung)

Für alle, die sich während der Erläuterungen in einer neuen, fremden Welt wähnten, gab es am Ende noch zahlreiche Verknüpfungen zu längst vorhandenen Anwendungen der soeben vernommenen Klänge: ob beim Schulgong oder auch im Rahmen von Filmmusik, insbesondere bei Krimis und Thrillern: analoge Klangsynthese und Neue Musik sind mitten in unserem Leben und Alltag, wir nehmen sie einfach nur wenig wahr, weil wir zu sehr mit unseren Routinen beschäftig sind. Und so war auch Florian Zwisslers TALKS-Beitrag ein guter Impuls, unsere Aufmerksamkeit mehr auf die Dinge zu richten, die unsere Sinne und Möglichkeiten erweitern.

Gäste(Der Vortrag wurde vom Publikum interessiert aufgenommen)

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS 2013_klirrlicht

11. Mai 2013 von Chris

klirrlicht(klirrlicht_mit Licht)

Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Geige und analogen Synthesizern, der Kombination
von klanglichen, melodischen und rhythmischen Formen sowie einer ungemeinen Variationsfreude, gaben Florian Zwissler und der Violinist Axel Lindner den Inspiration Lounge TALKS_Besuchern jede Menge besondere Möglichkeiten, Neue Musikwelten zu entdecken.

klirrlicht 2(klirrlicht_ohne Licht)

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS 2013_Eva Ohlow

07. Mai 2013 von Chris

eva ohlow(Eva Ohlow_Inspiration Lounge TALKS 2013_Wasser)

Im Rahmen dieser Inspiration Lounge TALKS stand gleich zweimal das Thema Wasser im Mittelpunkt des Interesses – und das aus gleich mehreren guten Gründen. Nicht nur, dass die aktuelle Entwicklung in Europa zu diesem Thema, nämlich das EU-Bestreben, die komplette Trinkwasser-Infrastruktur zu privatisieren, klaren Anlass zu aufmerksamer Beobachtung, zu deutlichem Hinterfragen und legalem Protest gibt. Es geht vor allem auch darum, einen bewussteren Bezug zu dieser für uns lebensnotwendigen Ressource Wasser herzustellen und die für uns große Selbstverständlichkeit im Umgang damit aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

eva ohlow, kerstin döweler(Kerstin Döweler im Gespräch mit der Künstlerin Eva Ohlow)

Wir freuten uns daher, dass sowohl die Künstlerin Eva Ohlow als auch Christian Feike, der Mitbegründer und Mitgesellschafter von investinlife zugesagt haben, den Besuchern der TALKS 2013 wichtige Impulse zum Thema Wasser mit auf den Weg zu geben.

Die Künstlerin Eva Ohlow, die in ihren Arbeiten immer wieder die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Menschen ins Blickfeld bringt, wurde insbesondere während ihrer vielen Reisen mit dem Thema »Lebensgrundlage Wasser« konfrontiert. Sei es in Indien oder in afrikanischen Staaten wie beispielsweise Burkina Faso oder Mali – immer wieder erlebte sie hautnah mit, wieviel Mühe es den Menschen dort bereitet, sich ausreichend mit Wasser zu versorgen. Frauen tragen Wasserbehältnisse, die oft aus alten Autoreifen oder anderem recycelten Materialien gefertigt werden, über viele Kilometer bis zu ihren Wohn- und Arbeitsstätten. Eine zeit- und arbeitsintensive Beschäftigung, die uns – gewohnt nur den Wasserhahn aufzudrehen – völlig fremd erscheint.

gäste(Full House)

Anhand von zahlreichen Fotos, die sowohl die seltenen Wasserstellen zeigten als auch vom permanenten Wassermangel geprägte Landschaften und Städte, erläuterte Eva Ohlow während ihres Inspiration Lounge Interviews den Besuchern ihre direkten Eindrücke von einer uns so fernliegenden Welt, in denen täglich und oft ganz im direkten Sinne des Wortes um jeden Tropfen Wasser gekämpft wird. Auf Nachfrage erzählte die Künstlerin auch, wie sie selbst am eigenen Leib die Wasserknappheit erlebte, als bei einem ihrer Afrikaaufenthalte aufgrund einer Stromsperre kein Wasser mehr zugänglich war. »Wie es mir ging? Nach kurzer Zeit und in dieser Hitze kippt ich um. Mein Körper brach einfach zusammen und das hat mir sehr klar vor Augen geführt, wie wichtig Wasser für uns Menschen, für alles Leben ist. Wir haben das hier in unseren Breitengraden nur nicht so unmittelbar vor Augen. Doch wenn sie einmal wirklichen Wassermangel, wirklichen Durst erleben, wenn sie sehen, wie Menschen die Ernte, das Einzige, was sie haben, verdorrt, weil sie ihre Felder nicht mehr bewässern können. dann wissen sie, dass Wasser die wichtigste Lebensgrundlage ist, die wir viel mehr schätzen und auf die wir aufpassen müssenn. Im Interesse von uns allen.«

Geprägt von diesen Gedanken sind auch die künstlerischen Werke von Eva Ohlow, die es dazu im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS zu sehen gab: aufwändige Fotoarbeiten von alten Wasserhähnen. Für die Fotos war Eva Ohlow vor allem in alten Kölner Industrieanlagen unterwegs, um Wasserhähne zu finden, die wie aus einer anderen Zeit scheinen und aus denen trotzdem frisches Trinkwasser fließt. Im Gegensatz dazu: Fotografien von vertrockneter Erde in Afrika und ausgetrockneten Brunnen – ein krasser Gegensatz zum hier meist unreflektierten Wasserreichtum.

FacebookTwitterGoogle+