Tag: Inspiration Lounge

Inspiration Lounge und Art68

10. Februar 2015 von Kerstin

eva ohlow, kerstin döweler (bei der Planung)

Nachdem unsere Inspiration Lounge Veranstaltungen des Jahres 2014 in der stilbude statt fanden, kehren die Inspiration Lounge TALKS und die Inspiration Lounge_going public dieses Jahr wieder in die Location zurück, in der unsere Live-Interviewreihe einst ihren Anfang genommen hat: die Art68 in Köln.

Wir freuen uns auf eine intensive und ideenreiche Zusammenarbeit mit den Inhabern der Art68. die bereits all unsere bisherigen Inspiration Lounge TALKS stets mit Rat und Tat begleiteten. Mit Eva Ohlow, Künstlerin und Art68-Mitbegründerin, sind wir zur Zeit in regem Austausch, um den Kulturraum während unserer diesjährigen, geplanten Veranstaltungen optimal, d.h. insbesondere inspirierend für Interviewees und Besucher zu nutzen.

Eine wunderbare Aufgabe und gleichzeitig viel Arbeit.

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Köpfe statt Knöpfe

28. Januar 2015 von Chris

going public#2(going public#2)

Von unserer letzten Inspiration Lounge_going public in Köln haben wir Ausschnitte aus dem Live-Interview mit dem Musikproduzenten und Sound Engineer René Tinner zusammengestellt.

René Tinner hat mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet, darunter Lou Reed, Holger Czukay, Helen Schneider, Whirlpool Productions, Trio, die Sterne, die Krupps, Joachim Witt, Marius Müller-Westernhagen, Julian Dawson, Ry Cooder, Wim Wenders und natürlich: CAN.

Geboren und aufgewachsen in St. Gallen, führte René Tinners Weg in den 70er Jahren nach Köln. Dort lernte er die Musiker von CAN kennen, arbeitete sich in der Zusammenarbeit mit ihnen immer mehr in Sound-Engineering und Produktion ein und übernahm ab 1978 komplett die Funktion des Toningenieurs der Kölner Elektronik-Band. Ab 1978 bis 2007, auch nach der Auflösung von CAN, leitete er das CAN Studio, das heute in das deutsche rock’n popmuseum integriert ist.

Thema der Inspiration Lounge_going public war Old School | New School, weshalb wir René Tinner natürlich über seine eigenen Anfangszeiten als Produzent, seine Zeit mit Can sowie vor allem auch über seine heutigen Erfahrungen mit digitaler Musikproduktion befragt haben. Was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben? Was bedeutet das Credo Köpfe statt Knöpfe? Warum ist Zuhören so wichtig und doch so schwierig geworden?

Da wir bei dieser Ausgabe der Inspiration Lounge_going public in der Stilbude in Köln waren, gibt es im Video nach dem Interview mit René Tinner zusätzlich Einblicke in die Herstellung des dort produzierten, absolut empfehlenswerten Leck mich, Eis mit Stil. Im Zusammenhang mit der kompletten Videoaufzeichnung danken wir außerdem nochmals herzlich der Medienproduktion und dem Sponsor Hoeller Rechtsanwälte in Bonn.

Wir sind inzwischen dabei, die nächsten Veranstaltungen vorzubereiten und freuen uns schon, Euch dieses Jahr wieder bei der Inspiration Lounge_going public und den Inspiration Lounge TALKS zu begrüßen.

 

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Gute Freunde

13. Januar 2015 von Kerstin

friends(austausch)

Im Rahmen der Inspiration Lounge haben wir schon immer viel Wert darauf gelegt, interessante Vorausdenker und -macher  aus unterschiedlichen Lebens- und Fachbereichen in Verbindung und Austausch zu bringen. Dies noch weiter zu intensivieren und neue Wege dafür zu entwickeln, ist in diesem Jahr eine unserer zentralen Aufgaben.

Im Vordergrund steht für uns dabei zunächst, vor allem regelmäßige Live-Gelegenheiten zu schaffen, bei denen Vorausdenker und -macher aus Köln und Umgebung zusammenkommen können, um Blickwinkel und Know-how auszutauschen sowie Neues, Zukunftsweisendes kennen zu lernen.

Wir sind daher gerade dabei, die ersten Inspiration Lounge Freundetreffen vorzubereiten – Abende, insbesondere für kreative Macher und interessierte Menschen aus der Kölner Region, die bereits seit einiger Zeit mit der Inspiration Lounge in guter Verbindung stehen. Peu à peu werden die Inspiration Lounge Freundtreffen dann Zweierlei sein: ein Herzstück der Inspiration Lounge sowie ein kreativer, energiegeladener Raum, in dem persönliche Verbindungen, Synergien sowie neue Ideen und Projekte wachsen.

Wir freuen uns darauf.

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Einfach? Nein danke.

18. Dezember 2014 von Kerstin

buerste(der kleine diktator?)

Eine kurze Begegnung bringt mich diese Woche zu einem neuen Blog-Artikel über die alltäglichen Paradigmen, die unbedingt zu hinterfragen sind. Gestern erzählte mir eine Freundin, ihre KfZ-Versicherung habe sie angeschrieben. Wenn sie bereit wäre, ihre Fahrweise per App überwachen zu lassen und sich dann immer an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen halte, könne sie damit ihre Versicherungsprämie reduzieren. Sie überlegte kurz und hat sich dann dagegen entschieden. Der Grad der Überwachung erschien ihr unheimlich.

Wieviele andere hätten umgehend Ja gesagt? Schließlich gibt es Geld zu sparen – fantastisch, wie sehr uns die Technik dabei unterstützt. Und da ist sie: die Vorstellung, dass Technik uns durch stetig neue Entwicklungen dabei helfen wird, alle unsere Probleme zu lösen und uns das Leben so einfach wie möglich zu machen.

Noch ein Beispiel: Die ersten Krankenversicherungen sind dabei, Apps zu testen, die das tägliche Zahnputzverhalten der Mitglieder aufzeichnen. Wer regelmäßig putzt, wie die Zahnbürste es will, spart natürlich Geld. Begeisterte Kommentare von Usern großer Online-Medien: »Toll, wenn das kommt. Ich pflege nämlich meine Zähne immer ordentlich. Wenn andere das nicht richtig tun, müssen sie eben die Konsequenzen tragen.« Was aber ist mit all denen, die einfach nur keine Lust haben auf die täglich wachsende persönliche Überwachung und Bevormundung. Wird denen künftig unterstellt, sie könnten nichts anderes als Gefärdungen für den Straßenverkehr und die allgemeine Gesundheit sein, die schon allein aufgrund dieser Annahme mit höheren Versicherungsbeiträgen etc. bestraft werden müssen?

Die Umweltwissenschaftlerin Donella Meadows, Mitverfasserin des Buches und der Studie Die Grenzen des Wachstums, sagte einst auf die Frage, was sie beispielsweise von Digital- oder von Gentechnik halte: »Wie kann ich eine Antwort darauf geben, solange die eigentlichen Fragen gar nicht geklärt sind? Nämlich, wie wollen wir die jeweilige Technik einsetzen und nutzen? Wer wird davon betroffen sein? Was sind die Folgen des Einsatzes, und zwar aus möglichst allen heutigen und heute für die Zukunft erdenkbaren Sichtweisen? Wie bewerten wir die Vor- und Nachteile der Nutzung, welche Prioritäten wollen wir bei der Bewertung setzen und warum? Wie wirkt sich der Einsatz auf unsere gesamten gesellschaftlichen und ökologischen Systeme aus?«

Fragen über Fragen, großer Diskussions- und Klärungsbedarf. Alles andere als einfach und unaufwändig lösbar.

»Doch warum soviel nachdenken, wenn schnell  gespart werden kann,« ruft es einem zu aus den Reihen der zahlreichen »It’s so simple« Vertreter. Weil es notwendig ist, und schon deshalb, weil es längst nicht die erste »Lösung« ist, die uns als billig verkauft wird, damit wir am Ende die dicke Rechnung bezahlen.

 

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Connected_Part 2

04. Dezember 2014 von Kerstin

zucker(ou_diy)

Heute Morgen las ich über einen neuen Laden in Berlin, der, wie ich finde, sehr gut in die Reihe der Unternehmungen passen würde, die wir im Rahmen unserer Inspiration Lounge mit an Bord haben. Der Name des Ladens ist Programm: im OU, Original Unverpackt, gibt es auf 100 qm Fläche immerhin ca. 400 verschiedene Produkte ohne jede Plastikverpackung. Die OU_Gründerinnen haben nach einer Idee gesucht, wie man den vielen Verpackungsmüll in Supermärkten vermeiden könnte, sie kamen auf OU und haben die Idee u.a. mittels Crowdfunding umgesetzt.

Mich freut an OU nicht allein, dass der Laden ein Idee ist, die zum Erhalt der Umwelt beiträgt und offensichtlich gut funktioniert. Ich sehe die Geschichte von OU auch als Beispiel für genau die Verbindungen zwischen Menschen und ihrem Umfeld, die in der Übung am Ende des letzten Artikels beschrieben wurden und die uns im Alltag in ihrer Tragweite oft so wenig bewusst sind.

Das OU-Team hat einen Schritt gewagt und damit etwas in die Welt gebracht, das aus üblichen Alltagspositionen herausragt, das heute gewohnte Denk- und Handlungsweisen überwindet. Ganz so wie jemand in der genannten Übung, der die Anfangsposition aufbricht und sich in eine neue, bestimmte Richtung bewegt. Er ist damit immer auch mitursächlich für die Positionsänderungen und Bewegungen der anderen »Mitspieler«. Seit der Öffnung von OU kommen daher Menschen unterschiedlichen Alters in den Laden und bringen eigene Behältnisse – von Kanne bis Deckelglas – mit, um gekaufte Waren nach Hause befördern zu können. Auch haben sie das Ladenlokal schon nach kurzer Zeit als Treffpunkt entdeckt. Soziale Initiativen finden sich ein, zum Austausch beim Einkauf. Kunden schlagen Produkte vor, die es demnächst im Angebot geben sollte. Klingt fast wie Tante Emma, nur ganz neu entdeckt und mit heutigen Mitteln, nicht angestaubt und mit verklärtem Blick in den Rückspiegel auf die »gute alte Zeit«. Wie schön, dass sich auch schon die ersten Interessenten einfinden, um die Idee auch in andere Städte zu tragen. Ich wünsche viel Erfolg.

Und: Ich kann die Aussage einer der Geschäftsführerinnen von OU gut nachvollziehen, in der sie davon spricht, dass sie sich manchmal klein fühlt. Auch oder vielleicht sogar gerade eine wirklich gute Idee bringt in der Umsetzung viel Arbeit mit sich. Man ist nicht jeden Tag total begeistert und überzeugt. Es ist nicht leicht, mit den normalen und besonderen Widrigkeiten klar zu kommen. Je größer sie wirken, je… Ihr wisst schon. ABER: Es gibt eben auch jede Menge Momente, in denen einem die Verbindungen um einen herum bewusst werden, weil Menschen auf das, was man tut, positiv reagieren, mithelfen, Neues einbringen, Man sieht auf einmal, dass neue Konstellationen entstehen und Möglichkeiten aufgehen, an die man selbst noch gar nicht dachte, als man begann, sich aus der Routine herauszubewegen. Wie sehr das motiviert, ist fast unglaublich. Sara von OU sagt es so: »Manchmal, nach einem dieser langen und produktiven Tage, fühlt es sich so an, als könnte ich die Welt verändern.«

 

 

 

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