Tag: Handel

immer weiter_strategie und so

21. Januar 2016 von Chris

strategie(strategische planung)

Momentan scheint es vermeintlich etwas ruhiger um die Inspiration Lounge. Was ist da los? Muss man sich Gedanken machen? Haben sich die Macher Kerstin Döweler und Christian Eisner neuen Projekten gewidmet, oder die beliebstesten aller Fragen: Warum tun sich die tapire so einen Aufwand an? Wie geht es weiter, und wie bringt mich das als Besucher oder als teilnehmender Unternehmer weiter? Verdient man denn auch mit den TALKS? Alles Fragen, die an uns herangetragen werden. Doch langsam. Hier ein erster Blick hinter die Kulissen:

Wir entwickeln gerade einen Weg, wie wir unter anderem aus den Erkenntnissen und vielen positiven Erfahrungen der letzten Inspiration Lounge TALKS 2015 /Thema: Du bist nicht allein, eine offene, kontinuierlich verbindende und gut funktionierende Inspirations-Organisation für Macher, Wissenschaftler, Unternehmende, Kulturschaffende, Freunde und Partner der Inspiration Lounge sowie natürlich für alle unsere interessierten Besucher erzeugen können.

Das erfordert viele Denkarbeit, Mut, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, alte Denkstrukturen beiseite zu legen und neue, unkonventionelle Wege zu gehen. Manchmal sehr haarig, aber genau das, für was wir schon lange stehen. Wir wollen neues Denken und Handeln inspirieren und befeuern, um so unsere eigene gesellschaftliche, ökologische und ökonomische (Um-)Welt zukunftsfähig mitzugestalten. Und dazu brauchen wir selbstverständlich auch weiterhin: Euch – euer Interesse, Eure Hilfe und Anregungen, sonst klappt es nicht.


>
Es geht erben nur gemeinsam, denn: Du bist nicht allein.

strategie und konzept(oldschool tools, we luv it)

FacebookTwitterGoogle+

Connected_Part 2

04. Dezember 2014 von Kerstin

zucker(ou_diy)

Heute Morgen las ich über einen neuen Laden in Berlin, der, wie ich finde, sehr gut in die Reihe der Unternehmungen passen würde, die wir im Rahmen unserer Inspiration Lounge mit an Bord haben. Der Name des Ladens ist Programm: im OU, Original Unverpackt, gibt es auf 100 qm Fläche immerhin ca. 400 verschiedene Produkte ohne jede Plastikverpackung. Die OU_Gründerinnen haben nach einer Idee gesucht, wie man den vielen Verpackungsmüll in Supermärkten vermeiden könnte, sie kamen auf OU und haben die Idee u.a. mittels Crowdfunding umgesetzt.

Mich freut an OU nicht allein, dass der Laden ein Idee ist, die zum Erhalt der Umwelt beiträgt und offensichtlich gut funktioniert. Ich sehe die Geschichte von OU auch als Beispiel für genau die Verbindungen zwischen Menschen und ihrem Umfeld, die in der Übung am Ende des letzten Artikels beschrieben wurden und die uns im Alltag in ihrer Tragweite oft so wenig bewusst sind.

Das OU-Team hat einen Schritt gewagt und damit etwas in die Welt gebracht, das aus üblichen Alltagspositionen herausragt, das heute gewohnte Denk- und Handlungsweisen überwindet. Ganz so wie jemand in der genannten Übung, der die Anfangsposition aufbricht und sich in eine neue, bestimmte Richtung bewegt. Er ist damit immer auch mitursächlich für die Positionsänderungen und Bewegungen der anderen »Mitspieler«. Seit der Öffnung von OU kommen daher Menschen unterschiedlichen Alters in den Laden und bringen eigene Behältnisse – von Kanne bis Deckelglas – mit, um gekaufte Waren nach Hause befördern zu können. Auch haben sie das Ladenlokal schon nach kurzer Zeit als Treffpunkt entdeckt. Soziale Initiativen finden sich ein, zum Austausch beim Einkauf. Kunden schlagen Produkte vor, die es demnächst im Angebot geben sollte. Klingt fast wie Tante Emma, nur ganz neu entdeckt und mit heutigen Mitteln, nicht angestaubt und mit verklärtem Blick in den Rückspiegel auf die »gute alte Zeit«. Wie schön, dass sich auch schon die ersten Interessenten einfinden, um die Idee auch in andere Städte zu tragen. Ich wünsche viel Erfolg.

Und: Ich kann die Aussage einer der Geschäftsführerinnen von OU gut nachvollziehen, in der sie davon spricht, dass sie sich manchmal klein fühlt. Auch oder vielleicht sogar gerade eine wirklich gute Idee bringt in der Umsetzung viel Arbeit mit sich. Man ist nicht jeden Tag total begeistert und überzeugt. Es ist nicht leicht, mit den normalen und besonderen Widrigkeiten klar zu kommen. Je größer sie wirken, je… Ihr wisst schon. ABER: Es gibt eben auch jede Menge Momente, in denen einem die Verbindungen um einen herum bewusst werden, weil Menschen auf das, was man tut, positiv reagieren, mithelfen, Neues einbringen, Man sieht auf einmal, dass neue Konstellationen entstehen und Möglichkeiten aufgehen, an die man selbst noch gar nicht dachte, als man begann, sich aus der Routine herauszubewegen. Wie sehr das motiviert, ist fast unglaublich. Sara von OU sagt es so: »Manchmal, nach einem dieser langen und produktiven Tage, fühlt es sich so an, als könnte ich die Welt verändern.«

 

 

 

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge_going public

12. Juli 2014 von Kerstin

going public(going public > come together)

Nach vieler Arbeit hinter den Kulissen ist es endlich soweit: die Inspiration Lounge startet am Freitag, 8. August 2014 mit ihrer neuen Veranstaltungsreihe Inspiration Lounge_going public.

Der Name ist bewusst gewählt. Denn natürlich geht es darum, die Inspiration Lounge, ihre Inhalte, Vorgehensweisen und Ziele auch zwischen den Inspiration Lounge TALKS live und transparent nach außen zu bringen. Zukunftsweisende Blickwinkel, Ideen, Denk- und Handlungsalternativen sowie interessante Vorausdenker und –macher gehören einfach öfter ins Blickfeld, d.h. unter die Leute und in gute Gesellschaft. Genau wie auch jede Menge Inspiration und Motivation, die eigenen Routinen mal aufzubrechen, Ideen anzupacken und neue Wege zu wagen.

Unser Anliegen ist es außerdem, einseitig belegten und genutzten Begriffen eine neue Bedeutung zu geben, um ebenfalls auf diese Weise begrenzte Denk- und Aktionshorizonte aufzureißen. Die Inspiration Lounge und »going public« passen auch unter diesem Aspekt einfach perfekt zusammen.

Wo also wird am Freitag, 8. August die erste Inspiration Lounge_going public sein? Was wird stattfinden?

gp

Für die Inspiration Lounge_going public haben wir eine Location gewählt, die schon seit geraumer Zeit in guter Verbindung zur Inspiration Lounge steht: Die Stilbude, Bonner Straße 69 in Köln, Homebase von Leck mich, Eis mit Stil, die gerade erst Ende Mai eröffnet hat. Zwei ihrer Gründer, Antonius Werhahn-Mees und Philipp Pongratz, gaben bereits bei unseren letzten Inspiration Lounge TALKS Einblicke in ihre zugrunde liegenden Ideen.

Im Rahmen der Inspiration Lounge_going public werden wir am 8. August ab 19.00 Uhr in der Stilbude eine, wie für die Inspiration Lounge üblich, illustre Runde von Vorausdenkern und kreativen Machern in persönlicher Atmosphäre versammeln. Natürlich geht es auch bei der ersten Inspiration Lounge_going public ums Neu Entdecken, Loslegen, anders sehen, Mitgestalten, Verändern, Kennen Lernen, Ideen schmieden, Dabei sein und Spaß haben. Und wie immer sind auch jede Menge Gaumen-Inspirationen mit im Spiel – von heiß bis Eiskalt.

Also, merkt Euch den Termin vor und kommt vorbei. Wir freuen uns auf Euch.

Nähere Informationen zum Programm der ersten Inspriration Lounge_going public gibt es natürlich demnächst an dieser Stelle.

 

Inspiration Lounge_going public,

Freitag, 8. August 2014, ab 19.00 Uhr      |      Stilbude, Bonner Str. 69 in Köln

 

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS 2013_Christian Feike

09. Mai 2013 von Chris

christian feike(Christian Feike_investinlife // Wasser)

Nach diesen persönlichen und künstlerischen Perspektiven auf die lebenswichtige Ressource Wasser schloss sich das Interview mit Christian Feike von investinlife an, der als Finanz- und Versicherungsmakler bewusst und ausschließlich über grüne Anlage- und Absicherungsmöglichkeiten berät. Da das Interesse und das Engagement für den nachhaltigen Umgang mit unseren wichtigen Lebensgrundlagen Christian Feike sowohl beruflich als auch privat vorantreiben, lag es nah, ihn im Rahmen seines Interviews um seine Blickwinkel und Haltungen zu den aktuellen, weltweiten Entwicklungen zum Thema Trinkwasser zu bitten. Was also geht vor und warum sollten wir aufmerksamer werden und handeln?

Gleich zu Beginn lenkte Christian Feike die Aufmerksamkeit der TALKS-Besucher auf Aussagen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Nestlé-Konzerns, Peter Brabeck-Letmathe, zum Thema Trinkwasser. In einem Interview hatte Peter Brabeck-Letmathe geäußert, es gebe zwei Auffassungen über Wasser. Die eine, vertreten von vielen NGOs und sehr extrem: Wasser ist ein lebenswichtiges Gut und müsse daher auch ein öffentliches Recht sein. Er persönlich ist dagegen der Meinung, Wasser sei ein Lebensmittel wie jedes andere auch, und daher müsse man ihm einen bestimmten Wert und Preis geben, damit jeder weiß, dass es auch etwas kostet. Für diejenigen, die es sich dann nicht leisten könnten oder die keinen Zugang dazu hätten, könnte man ja irgendwelche speziellen Lösungen finden. (Welche, sagt Peter Brabeck-Letmathe nicht.)

christian feike_wasser(Interviewpartner Christian Feike bei die Inspiration Lounge TALKS 2013)

Warum ist es Christian Feike so wichtig, diese Äußerungen weiterzugeben? »Weil ich darauf hinweisen möchte, dass der Nestlé-Konzern, der größte Abfüller von Trinkwasser weltweit, sich schon seit vielen Jahren insbesondere in bis dahin öffentliche, kommunale Wassernetze einkauft, um Trinkwasser abzuziehen, abzufüllen und es danach unter verschiedenen Markennamen in den Handel zu bringen.« (Beispielsweise Pure Life, inzwischen auch bei uns in vielen Supermärkten erhältlich.)

Was ist daran zu kritisieren, fragen wir und die Besucher der Inspiration Lounge TALKS. »Es beginnt damit, dass der Nestlé-Konzern ein Vermögen damit verdient, den Menschen Trinkwasser, abgefüllt vor allem in Plastikflaschen, teuer zu verkaufen, während der Konzern beim Zapfen von öffentlichen bzw. ehedem öffentlichen Wasserquellen gemessen daran einen sehr kleinen Preis zahlt. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Das große Problem liegt darin, dass durch die Wasserentnahme von Nestlé vielen Anwohnern, die auf eine Versorgung mit ausreichendem Wasser angewiesen sind, genau dieses ausgeht. Das trifft insbesondere Menschen in armen Gegenden der Welt besonders hart und lebensbedrohlich. In südafrikanischen Townships haben die Menschen keinen öffentlichen Wasserzugang mehr, während Fabriken des Nestlé-Konzerns in der Nachbarschaft das Brunnenwasser abziehen und abfüllen. Die Anwohner werden auf die Möglichkeit verwiesen, das Flaschenwasser zu kaufen, das allerdings für die meisten Menschen dort in den benötigten Mengen unerschwinglich ist. In indischen oder südamerikanischen Gemeinden genau das Gleiche, oft verschärft dadurch, dass den ansässigen Bauern auch kein Wasser mehr für ihre Felder zur Verfügung steht. So können sie nichts mehr anbauen, verlieren ihre Arbeit und ihre Lebensgrundlagen, während Nestlé das dort billig eingekaufte Trinkwasser teuer an diejenigen Menschen verkauft, die es sich leisten können. Es ist wichtig, dass mehr und mehr Leute das wissen und es auch wieder in ihrem eigenen Umfeld weiterverbreiten. Es geht darum, diese Entwicklung aufmerksam zu beobachten und entsprechend zu agieren, wenn wir diese Vorgehensweise nicht weiter unterstützen wollen.

christian feike, kerstin döweler(Christian Feike im Gespräch mit Kerstin Döweler_Thema Nestlé)

Was schägt Christian Feike vor? »Da ist erst einmal die Tatsache, dass wir alle diese Entwicklung mit unserem Konsumverhalten unterstützen, solange wir die entsprechenden, abgefüllten Wasser kaufen. Das eben nicht weiter zu tun, ist ein einfacher, für jeden hier machbarer Schritt. Dann geht es darum, davon auch andere Menschen zu überzeugen, jeder in seinem eigenen Umfeld. Nur dadurch können wir etwas in Gang setzen.«

Wie ist es mit den aktuellen Entwicklungen zum Thema Trinkwasser innerhalb der EU, wollten wir weiter wissen. Christian Feike berichtet dem Publikum daraufhin von den EU-Bestrebungen, den Trinkwasserbereich immer weiter zu privatisieren. »Auch hier geht es wieder darum, dass die Infrastrukturen rund um die Trinkwasserversorgung nach und nach in Privathand gebracht werden sollen, weil das angeblich kostengünstiger und besser für uns alle sein soll. Nur: in Gegenden, in denen sich große Privatunternehmen bereits in die Wasserversorgung eingekauft haben, ist die Wasserqualität oft deutlich schlechter geworden, während die Preise steigen. Längst sind einige Kommunen daher dazu übergegangen, ihre Wasserinfrastruktur in aufwändigen Verfahren wieder zurückzuerwerben. Paris und Stuttgart sind solche Beispiele. Noch dazu sind die Gutachten, die innerhalb der EU als Entscheidungsgrundlage für eine Privatisierung dienten, durch ein Gremium erstellt, das ganz überwiegend aus genau den Großunternehmen besteht, die von einer Privatisierung deutlich profitieren. Es geht darum, über diese Vorgänge informiert zu sein und genau zu betrachten, was hier passieren wird, falls es so weitergeht. Die bisher öffentliche Wasserversorgung und damit verbundene Infrastrukturen sind über viele Jahre von uns Bürgern finanziert und sie haben in öffentlicher Hand für uns alle funktioniert. Unsere Wasserqualität ist gut. Nun erzählt man uns, dass Privatunternehmen all das besser organisieren können, weil der Markt es angeblich stets besser richtet. Das müssen wir viel mehr hinterfragen, diesen Konsens des Gewohnten, der uns immer wieder begegnet. Und wir müssen die eigene Bequemlichkeit ablegen und uns aktiv einmischen. Das ist unerlässlich, wenn wir an Entwicklungen etwas ändern wollen, die auf Druck von Konzernen erfolgen, die im Bereich Trinkwasser einfach ein Riesengeschäft sehen. Was wollen wir heute und in Zukunft: Trinkwasser für alle Menschen, weil es unsere wichtigste Lebensgrundlage ist. Oder Wasser als Produkt wie alle anderen, in den Händen von Unternehmen, die ausschließlich mit Profitmaximierungsausrichtung arbeiten und dafür viele Menschen von einem für sie erschwinglichen Zugang zu Wasser abschneiden?«

klare worte_christian feike(»Wir müssen handeln_lasst Nestlé Produkte in den Regalen.«)

Es liegt auch an uns, die wir uns hier alle treffen. Informieren Sie sich, beispielsweise über die Initiative right2water.de. Geben Sie ihr Wissen und ihre Meinungen in ihrem Umfeld weiter. Schauen Sie auf die Entwicklungen in ihrer eigenen Kommune und lassen Sie uns alle legalen Wege nutzen, die möglich sind, damit Wasser eben kein Produkt wird wie jedes andere wird. Es bringt nichts, den Entwicklungen nur zuzuschauen.

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge TALKS 2013_Weingut Sander

04. Mai 2013 von Chris

stefan sander(Stefan Sander im Gespräch mit Kerstin Döweler_le tapir)

Schon im Rahmen der letzten Inspiration Lounge TALKS waren die Weine vom Weingut Sander aus Mettenheim/Rheinhessen ein großer Erfolg. Umso schöner, dass bei diesen TALKS 2013 der Winzer Stefan Sander zugesagt hatte, uns in einem Interview Rede und Antwort über seine Sicht- und Vorgehensweisen zu stehen.

Das Weingut Sander ist das erste ökologisch arbeitende Weingut in Deutschland, denn die Winzerfamilie blickt nicht nur auf eine Weinbautradition seit 1726, schon in den 1950er Jahren entschloss sich Ottoheinrich Sander, der Großvater von Stefan Sander, angesichts damaliger Probleme, wie beispielsweise der Bodenerosion, etwas Neues zu wagen und auf naturgemäßen Weinbau zu setzen.

Angesichts der Tatsache, dass wir in Köln und damit urban lebend, meist nur noch sehr wenig direkten Bezug zur Natur empfinden, wollten wir von Stefan Sander natürlich nähere Informationen darüber, wie es ist, so nah mit der Natur zu leben und zu arbeiten. Anhand mehrerer direkter Beispiele aus dem Weinbau, beispielsweise der Pflege der Weinbergböden mithilfe spezieller Begrünung, erläuterte Stefan Sander, wie wichtig eine gute Beobachtungsgabe und umfassendes Know-how sind, um die natürlichen Vorgänge im Weinberg immer wieder aufmerksam zu verfolgen und mit den richtigen, stets ökologischen Mitteln darauf zu reagieren. So wird stets mit der Natur, nicht gegen sie gearbeitet, was nicht zuletzt daran zu erkennen ist, dass man sich im Weingut Sander auch auf die Mitarbeit freundlicher Fauna-Helfer im Weinberg, wie z.B. Marienkäfern zur Schädlingsbekämpfung verlässt. Als Dank für die Hilfe ziert der Marienkäfer übrigens seit langer Zeit schon jedes Weinetikett des Weinguts Sander.

der winzer stefan sander(Stefan Sander_Weingut Sander)

Wie macht sich eine solch stärkere Beziehung zur Natur und ihren Abläufen bemerkbar, wollten wir wissen. Die Antwort von Stefan Sander: es macht viel Freude, so zu leben und zu arbeiten, auch wenn der Winzerberuf natürlich viele sehr anstrengende, arbeitsintensive Tätigkeiten umfasst. »Der Erfolg eines gelungenen Weines mit ausgefeilter Lagencharakteristik, der demjenigen, der den Wein genießt wie auch mir selbst einfach Spaß macht, das macht viele Mühe natürlich wieder wett. Außerdem ist es jedes Jahr wieder eine Herausforderung, mit den klimatischen Änderungen gut klar zu kommen und jeden Jahrgang besonders sowie gleichzeitig in unserer langen Weintradition zu gestalten.«

Kann es sein, dass man in Bewusstsein für die eigenen ökologischen Einbindungen in die Welt und dafür, ein einzelner Part in einer langen Generationenabfolge zu sein, zufriedener lebt, war unsere nächste Frage an Stefan Sander? Da er schon immer im Weingut gearbeitet habe, sei das schwer zu beantworten, war seine Antwort. Allerdings, wenn man in jedem Jahr und Tag etwas Individuelles sehen kann, viel draußen in und mit der Natur arbeitet und gleichzeitig begreift, dass man ein solches Weingut übernimmt, um es weiter zu entwickeln und eben nicht bei den schon erreichten Erfolgen stehen zu bleiben, dann ist das insgesamt einfach eine großartige Aufgabe. Eine tolle Sache, zu der du, wie übrigens auch zu den Endprodukten selbst, immer einen unmittelbaren Bezug hast.«

Bei aller Vielseitigkeit des Winzerberufes: was ist seine liebste Aufgabe im Weingut, wollten wir zum Abschluss in Erfahrung bringen. »Ich lege gerade einen neuen Weinberg an und das ist eine unglaublich spannende, schöne Aufgabe, denn es geht dabei um Entscheidungen, die für die nächsten 30 Jahre getroffen werden. So ist das eben, wenn man wie wir in Wingert- und Weingutsgenerationen denkt. Und natürlich gibt es noch etwas, das ich sehr schätze: den eigenen Wein probieren«, schloss Stefan Sander seine Erläuterungen.

weinverkostung(Weinverkostung bei den Inspiration Lounge TALKS 2013_Weingut Sander/Mettenheim)

Gleich danach gingen wir über zur Verkostung zweier besonderer Weine, die Stefan Sander zusätzlich zu einem Grauburgunder 2011 und dem Cuvée GS trocken 2009 für die Besucher der Inspiration Lounge TALKS 2013 ausgesucht und mitgebracht hatte. Darunter einen Riesling 2009 vom Mettenheimer Michelsberg, der ausgesprochen gut ankam. So waren die Inspiration Lounge TALKS 2013 nicht nur für Augen und Ohren, sondern auch für den Gaumen ein besonderes Erlebnis und eine Anregung, Neues zu entdecken.

FacebookTwitterGoogle+