Tag: Gesundheit

Lecker wird’s

20. September 2012 von Kerstin

(im BioGourmetClub)

Schon als wir das Konzept für die Inspiration Lounge TALKS 2012 erstellten, war uns klar, dass im Rahmen der Live-Interviews der Themenbereich »Essen und Kochen, lecker und gesund« eine wichtige Rolle spielen soll. Schließlich stellen wir in der Inspiration Lounge die Frage: wie wollen wir leben? Und wer darüber nachdenkt, der ist ganz schnell auch bei der Frage, die uns alle betrifft: wie wollen wir essen?

Wenn man dann, wie wir, in Köln loszieht, um dazu die passende Expertin mit langjährigem Know-how, außergewöhnlichen Ideen und spannenden Blickwinkeln für ein Live-Interview bei den TALKS zu finden, führt einen der Weg zu Mayoori Buchhalter, der Gründerin und Geschäftsführerin des BioGourmetClub.

Kaum saßen wir mit ihr beim Mittagessen, überraschte sie uns mit der Feststellung, dass es eigentlich nur eine halbe Sache sei, über Kochen, das Spaß macht und leckeres, gesundes Essen zu reden. Besser wäre es doch, man könnte das Essen auch probieren. Kein Zweifel – sie hat Recht, dachten wir uns.

Deshalb haben wir inzwischen eine passende Idee für die TALKS entwickelt und gemeinsam mit Mayoori Buchhalter einen besonderen Weg gefunden, ein Interview über Essen und Kochen, über unsere Essgewohnheiten und die enormen Potentiale schon einfacher Veränderungen mit wunderbarem Essen zu kombinieren.

Lasst Euch überraschen.

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Anfangen

09. Juni 2012 von Kerstin

(wenn es mal wieder um alles geht)

Am Wochenende saß ich auf einer Parkbank im Grünen, als sich neben mir eine Gruppe von Personen lautstark unterhielt. Ihr Thema: so vieles im Leben werde eigentlich immer schlechter und stressiger, und man könne so wenig daran ändern, denn oft werde der Einzelne ja gar nicht gefragt.

Ich denke, es gibt einen Weg, es ganz anders zu sehen und festzustellen, dass man nicht das ganze Leben, aber das nächste eigene Handeln ändern kann | dass man nicht die Menschen selbst, aber die nächste Interaktion mit ihnen ändern kann | dass man nicht die Frage der Welternährung lösen, aber schon das nächste, eigene Essen ändern kann | dass man nicht die ganze Welt, aber sich selbst mit dem nächsten Schritt mehr in Bewegung setzen kann | dass man nicht schnell alle problematischen Fakten, aber die Blickwinkel auf sie ändern kann | dass man die Vergangenheit nicht rückgängig machen und die Zukunft nicht kontrollieren kann ­– doch wir können, wenn wir wollen, verändern, was wir jetzt, in der Gegenwart tun.

Das ist sehr weit entfernt von »alles ändern«, doch es ist der Anfang, den es braucht.

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Ein Teil vom Ganzen_Teil 2

31. Januar 2012 von Kerstin

(stille | sein | denken)

Was also passiert, wenn man unsere bekannten und genutzten Weisen der Ideenfindung auf das Bewusstsein für unsere ökologischen Einbindungen hin betrachtet?

Es fällt auf, dass wir uns weitgehend daran gewöhnt haben, unsere Ideenentwicklungen in Büroräumen stattfinden zu lassen. Manche gehen auch in Café, um mithilfe von Brainstorming oder Mindmapping auf die passenden Gedanken zu kommen. Eines haben all diese Situationen gemeinsam: man sitzt längere Zeit, bewegt sich wenig und hält sich überwiegend in geschlossenen Räumen mit wenig Frischluft und Sonnenlicht auf. Einziger Bezug zur ökologischen Einbindung sind da bestenfalls ein paar Topfpflanzen. Wen wundert, dass in solchen Umgebungen so viele entstehende Produktideen nur zur weiteren Überflusserzeugung beitragen, statt sich unserer echten Herausforderung von Produktion in Einklang mit Leben und Umwelt anzunehmen.

Wie wäre es, wenn wir uns aufmachen, neue Wege zu finden, wie wir Ideenentwicklungen mehr mit einem tatsächlichen Bewusstsein für unsere ökologischen Einbindungen verknüpfen können? »Es lohnt sich in diesem Zusammenhang genauer zu betrachten, auf welche Lebensweisen und Umgebungen wir als Menschen bis heute angepasst sind«, sagt dazu unser Inspiration Lounge Partner Felix Klemme, Gründer von Outdoor Gym. Wir sind für ein aktives Leben in und mit der Natur gemacht. Frische Luft, d.h. Sauerstoff unterstützt unsere gesamten Körperfunktionen, natürliches Licht kurbelt beispielsweise die Produktion von Vitamin D an, Bewegung löst auch geistige Verspannungen und bringt uns insgesamt mehr »in Fluss«. Der Blick bis zum Horizont statt auf den Bildschirm oder die nächste Wand und der direkte Kontakt zum Grün um uns herum bringen die Gedanken in andere Richtungen.

Ich bin immer wieder selbst erstaunt, wie viel klarer die Dinge dann erscheinen können, wie viel selbstverständlicher Ideen plötzlich da sind. Und es sind oft die ganz naheliegenden, einfachen und reduzierten Wege und Lösungen, die auf einmal zu sehen sind, während man sonst alles gerne verkompliziert und sozusagen noch einen Schnörkel zusätzlich anbringt. All das zeigt, dass wir als Teil des Ganzen nicht dafür gemacht sind, uns viele Stunden lang sitzend oder sogar grübelnd in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Wir haben uns das lediglich als Lebens- und Arbeitsweisen angewöhnt, die uns über viele Jahre Praxis heute selbstverständlich erscheinen, es aber nicht sind.

Nach vielen Jahren unzähliger Ideenentwicklungen drinnen und im Gegensatz zu unseren ökologischen Einbindungen – wäre es nicht wert auszuprobieren, ob wir mit der Zeit andere, bessere und an sich einfache Ideen und Lösungen für unsere drängenden Produktionsfragen finden, wenn wir statt weiter nur über einzelne »Kreativitätstechniken« nachzudenken mal die ganze Art und Umgebung unserer Ideenentwicklungen verändern?

Und wie soll das in größeren Unternehmen oder im städtischen Umfeld dauerhaft funktionieren, höre ich da schon fragen. Wer soll das organisieren?

Brechen wir doch unsere Routinen auf und gehen raus. Ich bin sicher, uns fällt was ein.

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Viva Community

21. Dezember 2011 von Kerstin

(Community)

Es naht das Jahresende, zu dem bekanntlich viele gute Vorsätze gefasst werden. Dazu eine Anregung:

Ermöglichen uns Online-Kontakte noch so gut, auf dem Laufenden zu bleiben, sie nehmen mittlerweile gerne so viel Raum ein, dass der wirklich persönliche Kontakt mit anderen das eine um’s andere Mal auf der Strecke bleibt. Nichts gegen Facebook, Twitter und Co., wenn es um zusätzliche Wege geht, sich miteinander zu verbinden. Am Ende ist Kontakt aber nicht gleich Kontakt, und es lohnt sich, wesentliche Unterschiede zwischen virtuellen und tatsächlich persönlichen Kontakten unter dem Blickwinkel unserer ursprünglichen Herkunft zu betrachten. Ich habe Felix Klemme gebeten, mir dabei zu helfen, denn als Gründer von Outdoor Gym befasst er sich seit langem mit den Zusammenhängen von ursprünglichem menschlichen Verhalten und gesunden Lebensweisen heute.

K: Felix, welche guten Gründe gibt es, Facebook und Rechner mal Facebook und Rechner sein zu lassen und mehr auf persönlichen Austausch zu setzen? Also mal abgesehen von den ganz offensichtlichen Gründen, wie beispielsweise: man geht mehr nach draußen, um zu einem Treffen zu gelangen und bekommt dabei mehr Bewegung, Licht und Sauerstoff.

F: Ein weiterer guter Grund ist Körperkontakt, und da reicht schon ein Händedruck oder eine Umarmung zur Begrüßung.

K: Was passiert denn dadurch?

F: Körperkontakt führt zu einer Ausschüttung des Hormons Oxytozin, das unser Immunsystem stärkt und uns so hilft, gesund zu bleiben. Wenn wir uns anschauen, wie wir ursprünglich gelebt haben, dann ist vor allem interessant, dass wir schon immer Gemeinschaftswesen waren. Wir haben das Leben in Gruppen, in Miteinander und direktem Austausch bewältigt. Darauf ist unser Körper auch heute noch eingestellt, denn seit unseren menschlichen Ursprüngen haben wir uns genetisch und bezüglich unserer körperlichen Abläufe so gut wie nicht verändert. Wir sind für viel Bewegung im Freien gemacht, für natürliche Ernährung und eben auch für den persönlichen Austausch in Gemeinschaft – nicht für stundenlanges, vereinzeltes Dasein vor einem Rechner.

Natürlich sind Computer hilfreich bei der Arbeit, Online-Kontakte halten uns auf dem Laufenden, doch sie gehen einher mit zahlreichen Verhaltensweisen, die nicht in Einklang mit unseren menschlichen »Wurzeln« stehen. Deshalb wird durch den Austausch mit Facebook-Freunden auch kein Oxytozin ausgeschüttet. Im Gegenteil, je länger wir in unnatürlicher Haltung vor dem Computer sitzen, umso mehr Stress bauen wir körperlich auf. Und je mehr Stress, umso wahrscheinlicher werden wir irgendwann krank.

Dieser komplexe Zusammenhang ist einer der Gründe, warum wir bei Outdoor Gym immer in der Gruppe trainieren. Neben Spaß und Ansporn geht es darum, Übungen auch gemeinsam zu machen, wobei der Körperkontakt dann die Ausschüttung von Oxytozin fördert. Auch über das Training hinaus geht es uns darum, die Outdoor Gym Mitglieder möglichst viel an die frische Luft, in Bewegung und in Gemeinschaft zu bringen. Wir organisieren daher beispielsweise gemeinsame Wanderungen oder gehen zusammen klettern. Es ist uns wichtig, den Menschen ein Bewusstein für an sich einfache, natürliche Verhaltensweisen oder Dinge zurückzugeben, die wir inmitten unseres modernen Lebensstils oft vergessen.

Unsere heutige Gesellschaft setzt sehr auf Vereinzelung, auf die Vermeidung persönlichen Austauschs sowie oft jeglichen Körperkontakts. Warum treffen, wenn wir doch Mail und SMS haben? Warum gemeinsam etwas draußen unternehmen, wenn die Fernbedienung zuhause so nah liegt? Wir sind nicht dafür gemacht, passiv oder lediglich Anwender von Technik zu sein. Es ist deshalb wichtig, in Balance zu bleiben und sich immer wieder auch an unsere »Wurzeln« zu erinnern.

K: Das heißt also: mehr raus gehen, Freunde treffen, offen sein und neue Leute kennen lernen, Gemeinschaft und echten Kontakt pflegen. Ich finde, das passt ganz wunderbar zum Fest der Liebe und einem spannenden neuen Jahr.

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Warten auf…?

06. Dezember 2011 von Kerstin

(Nachtrag)

Zu unserem letzten Artikel und auf die darauf folgende Resonanz an dieser Stelle noch einige Gedanken:

Ein genauer Plan scheint in unserer als rational, zeitoptimiert und durchökonomisiert geltenden Gegenwart äußerst wichtig zu sein. Wie viele wünschen sich einen Plan für das eigene Leben, für die Karriere, für Ernährung und Gesundheit, für die allgemeine Bewältigung von Klima-, Ressourcen- und Finanzkrisen, für den Weg zu dauerndem Wohlstand und persönlichem Glück?

Warum sollten wir uns wünschen, dass man uns einen genauen Plan gibt? Weil ein konkreter Plan seine Einhaltung fordert und uns Disziplin beibringt? Sind wir nicht imstande, eigenen Willen und Beharrlichkeit für etwas aufzubringen, das wir anstreben, weil wir es für wichtig und richtig halten, oder wünschen wir uns Zwang zu einer Sache, die wir eigentlich gar nicht wollen? Doch wenn wir nicht wollen, warum sollten wir uns zwingen lassen?

Glauben wir, dass wir es nicht schaffen, wichtige Ziele zu erreichen ohne eine konkreten Plan, verabreicht von irgendwem, der sagt, er wisse ganz sicher, was gut für uns alle ist? Vertrauen wir so wenig in uns selbst und die Tatsache, dass wir auf der Basis eines wacheren Bewusstseins für Zusammenhänge allein und gemeinam gute Ideen und Antworten auf die sich uns stellenden Herausforderungen finden? Oder geht es darum, wenigstens etwas Konkretes zu erhalten, das man wie einen Plan »hat«, da wir doch bei Richtungsänderungen auch etwas verlieren, das wir haben – nämlich Gewohnheiten? Dann hängen wir wohl mehr am Haben und bringen nur wenig auf für die Frage: »wie könnte es für mich und andere besser und sinnvoller sein

Vielleicht ist Bequemlichkeit die Antwort, denn statt selbst zu forschen, zu überlegen, ein tieferes Verständnis für Zusammenhänge zu erarbeiten, ist es einfacher, fertige Lösung zu übernehmen. Das spart Mühe und Zeit, entledigt der Verantortung, lästiger eigener Zweifel oder Kritik von außen. Und ist es nicht effizient, Zeit und Aufwand zu sparen – it’s so simple, it’s so easy? Ist das am Ende nicht auch der Grund, warum Fertigpizza Deutschlands liebstes Konsumprodukt ist? Problem ist nur: wer weiß eigentlich noch, was er da isst? Bequemlichkeit bringt weitgehenden Kontrollverlust – egal mit wessen und welchem Plan.

Ich finde, statt all dem brauchen wir vor allem tieferes Verständnis für Zusammenhänge, nicht nur flüchtige Blicke hinter die Kulissen. Nicht mehr, sondern bessere Informationen, ob es um Bewegung, Ernährung und Gesundheit, um Bildung, Energiefragen, Ressourcenverbrauch, Klima-, Wirtschafts- oder Europapolitik geht. Es muss darum gehen, Abläufe besser nachzuvollziehen, um zu verstehen, welche Wege für den Einzelnen und für uns gemeinsam interessanter, intelligenter, gesünder, mehr in Balance und gangbar sind. Und dann – müssen wir über den eigenen Schatten springen, um die Wege für uns selbst voranzugehen und zu verantworten. Es hat keinen Sinn, auf den großen Plan zu warten, wenn es uns nicht gehen soll wie Wladimir und Estragon.

Wie lange schon hören wir auf einflussreiche Menschen, die uns sagen, sie wüssten Bescheid, hätten alles im Griff, und ständiges Wirtschaftswachstum löse an Ende alle Probleme – die des Einzelnen und die der kompletten Welt. Was davon hat sich wirklich als wahr erwiesen? Nichts, im Gegenteil, die Probleme häufen sich. Wir werden immer dicker während andere hungern, wir veranstalten einen nach dem anderen Klimagipfel, während der C02-Ausstoß noch nie so hoch war wie 2011. Jahre vergehen, Veränderungen im ökonomischen System zu diskutieren, und täglich wird fröhlich weiter gewettet.

Keine Zeit mehr für diese Menschen mit ihren »sicheren« Plänen. Zeit, selbst aktiv zu werden. Doch wie in so vielen Bereichen das tiefere Verständnis für Zusammenhänge erarbeiten, das uns als Grundlage für eigene oder gemeinsame Veränderungen dient? Wie schaffen wir es, wacher zu sein?

Schauen wir uns um. Antworten werden wir wohl nicht dort finden, wo altbekannte, glatt gefönte Medien am Werk sind. Wir werden sicher fündig bei Menschen, die in ihren Themenbereichen tatsächlich engagiert sind und bereit, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit uns zu teilen – ohne zu behaupten, sie hätten den Plan. Setzen wir nach langer Zeit doch mal auf uns selbst, auf unsere Ideen, unser Know-how, auf unsere Entscheidungskraft und die Wege, die wir finden. Die Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung waren nie besser.

Worauf warten wir noch?

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