Tag: Gesellschaft

Inspiration Lounge_wir lieben Vielfalt

26. August 2014 von Kerstin

genvielfalt(vielfalt macht den unterschied)

Im Nachklang unserer ersten Inspiration Lounge_going public bin ich mehrmals gefragt worden, warum es uns hier im Blog und in unseren Veranstaltungen wichtig ist, unterschiedliche kleinere, persönlich geführte und auf individuellen Ideen beruhende Unternehmungen ins Blickfeld zu bringen. Ich habe deshalb einfach mal für Euch und uns wesentliche Kriterien zusammengetragen, warum uns mehr Öffentlichkeit und Wahrnehmung für Unternehmungen wie die hier Dargestellten, am Herzen liegen:

> Sie sind kurzum ein lebendiger Ausdruck wertvoller, persönlicher Vielfalt. Die in jedem Supermarkt an der Ecke präsentierte »Vielfalt« von Waren ist dagegen keine. Zahllose Marken ­– nur eine Handvoll Konzerne, die dahinter stehen. Und: die international agierenden Riesen handeln auch noch auf der Basis derselben, alten Paradigmen: Profitmaximierung um jeden Preis, absolute Herrschaft als oberstes Ziel, Privatisieren von Gewinnen – Sozialisieren von Verlusten und ökologischen Folgen. Das ergibt eine gleich doppelt schwerwiegende Monokultur.

> Heute geht es immer mehr die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Wandels. Verschoben in den Bereich der Biologie sprächen wir einfach von Evolution, und deren Voraussetzung war und ist nach wie vor Artenvielfalt. Vielfalt erhält uns den großen Pool von Möglichkeiten, aus denen wir mit der Zeit neue, spezielle Ideen und Vorgehensweisen, sprich Lösungen, filtern und weiterentwickeln können. Wer weiß heute schon, wer morgen welchen zukunftsweisenden Weg auftut und damit unser Denken und Handeln evolutioniert? Eine Vielfalt individuell geführter Unternehmungen mit vielfältigen Ausrichtungen und Zielen erhält unsere notwendige Flexibilität, unser kreatives Potenzial. Und wer erwartet von den heutigen Monokulturen noch ernsthaft, die Probleme zu lösen, deren Ursache sie sind.

> Jede persönlich geführte, auf individuellen Sicht- und Vorgehensweisen beruhende Unternehmung steht für einen bestimmten Weg menschlicher Entwicklung, für Mut zum Aufbruch, für die Entscheidung, lieber selbst eine Idee umzusetzen und dabei auch Risiken einzugehen als ewig auf andere zu warten. Orte, die von solchem Entwicklergeist geprägt sind, strahlen, wie ich finde, nicht nur besondere Energie aus, sie geben sie spürbar weiter. So leisten sie auch dem Machergeist anderer wichtigen Anschub.

> Das oft gehörte Argument, gegen die mächtigen Monokulturen sei nichts mehr zu machen, es sei mindestens Viertel nach zwölf und so weiter, entspringt aus meiner Sicht vor allem Bequemlichkeit und der Angst vor Veränderungen. Umso wichtiger, diejenigen mehr in den Mittelpunkt zu bringen, die anders agieren. Zugegeben, es sind gerade hier in Deutschland nach wie vor zu wenige Menschen, die mit der eigenen Unternehmung den Aufbruch sowie Aufwand wagen und Wege heraus aus alten Paradigmen entwickeln. Doch es werden mehr, und auch die Vernetzungen nehmen zu. Noch dazu, wie sagte einst die Ethnologin Margaret Mead:

Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world; indeed, it’s the only thing that ever has.”

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Gute Freunde

21. Oktober 2013 von Kerstin

freunde

Im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS am 29. November 2013 wird zum ersten Mal ein Projekt der Freunde der Inspiration Lounge Teil des Programms sein.

Seit geraumer Zeit bauen wir mit der Inspiration Lounge an einer wachsenden Gemeinschaft von Menschen, die das eigene Denken und Handeln gerne durch zukunftsweisende Ideen, andere Blickwinkel und interessantes Wissen und Know-how inspirieren lassen. Leute, die Bereitschaft und Lust haben, Gewohnheiten zu hinterfragen und für sich selbst sowie auch darüber hinaus etwas zu bewegen, positiv zu verändern und mitzugestalten.

Die ersten von uns ausgewählten Freunde der Inspiration Lounge – Christian und Stefan Feike von investinlife, Claudia Warda von zweiTnuTz ,Thomas Fuhlrott von zait sowie Sabine Röser und Wilfried Nißing von StadtwaldHolz – helfen uns nun, diese Gemeinschaft und ihre Netzwerke noch stärker und vielfältiger werden zu lassen.

Die Freunde der Inspiration Lounge, das sind Menschen, die in ihren eigenen Bereichen gute, zukunftsweisende Ideen umgesetzt haben bzw. einbringen und damit auch für viele andere Menschen, für Ökonomie und Gesellschaft ganz konkrete, inspirierende Wege aufzeigen. Sie sind der Inspiration Lounge schon seit längerer Zeit verbunden, unterstützen ihre Ausrichtung und sind natürlich auch ein fester Part der Inspiration Lounge TALKS.

Das erste Projekt der Freunde der Inspiration Lounge wird an 29. November 2013 in der Art68 in Köln die ganz individuellen Positionen der Freunde zu einem von uns ausgewählten Gesamtthema versammeln. Doch mehr wird hier noch nicht verraten.

Fortsetzung folgt…

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Der Countdown für die TALKS 2012 läuft…

07. November 2012 von Kerstin

Am Samstag, den 17.11.2012 öffnen die Inspiration Lounge TALKS ab 17.00 Uhr ihre Pforten in der Art68 in Köln. Alle Interessierten laden wir herzlich ein.

TALKS GÄSTE:

Mayoori Buchhalter BioGourmetClub | Christian Feike investinlife | Thomas Fuhlrott zait |
Felix Klemme OurdoorGym | Eliott Martin MoogooMichael Berke Art 68 |
Florian Zwißler Komponist und Musiker | Wilhelm Schlote Künstler und Zeichner |

Die Inspiration Lounge TALKS starten mit einem von der BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter inspirierten und vorbereiteten Ess-Happening. Alle, die pünktlich kommen, können die TALKS daher gleich ganz lecker beginnen und auf kulinarisch gesunde Weise Neues entdecken. Passend dazu hat Stefan Sander vom Weingut Sander in Mettenheim (Rheinhessen) zwei seiner ausgezeichneten Weine für die TALKS ausgewählt: einen Riesling und einen Merlot.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen gemeinsamen, inspirierenden Abend.

Mehr zu den Inspiration Lounge TALKS:

Je deutlicher ist, dass unsere begrenzte Welt und das Streben nach unbegrenztem Wachstum nicht zusammenpassen, umso klarer wird, wie richtig Albert Einstein mit seiner Aussage lag, dass wir die damit verbundenen Probleme niemals auf der Bewusstseinstufe lösen werden, auf der sie entstanden sind. Es braucht neue, gute Ideen für eine Ökonomie und Kultur, für Lebens- und Arbeitsweisen, die endlich den Menschen und die Erhaltung seiner Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellen. Und es braucht unser Bewusstsein dafür, dass wir diese Ideen erst entwickeln können, wenn wir unsere Denk- und Handlungsgewohnheiten hinterfragen und ändern.

Mit den Inspiration Lounge TALKS wollen wir dazu vielfältige Anregungen geben und haben deshalb interessante Impulsgeber aus unterschiedlichen Fachbereichen versammelt:

Entrepreneure, die mit besonderen Unternehmensideen zukunftsweisend vorausgehen und in Live-Interviews Einblicke in ihre Konzepte, ihr Know-how sowie ihre Sicht- und Vorgehensweisen gewähren. Künstler und Musiker, die ihre persönlichen Blickwinkel und Ausschnitte ihres Schaffens vorstellen.

So sehr die einzelnen Talks-Teilnehmer in unterschiedlichen Gebieten in Wirtschaft und Kultur tätig sind, so sehr eint sie, dass sie mit ihrem Wissen und Handeln zukunftsfähige Wege jenseits von Konsum-Mainstream, Profitmaximierung und dem Glauben an unbegrenztes Wachstum voranbringen. Jeder entwickelt auf seine persönliche Weise Ideen, die die Frage nach echter Lebensqualität stellen und auch beantworten. Jeder von ihnen gibt uns Impulse, die eigenen Routinen zu hinterfragen, um bewusst und aktiv zu neuen, besseren Möglichkeiten aufzubrechen.

Die Inspiration Lounge TALKS haben wir entwickelt, um anhand dieser unterschiedlichen und doch verbundenen Beispiele aufzuzeigen, dass es uns möglich ist, einen positiven Wandel in Ökonomie, Kultur sowie für das eigene Leben mitzugestalten. Wir müssen nur bereit sein, bei den eigenen Sicht- und Verhaltensweisen zu beginnen.

Mit den Inspiration Lounge TALKS »bauen« wir an einer vielfältigen, in Austausch stehenden Gemeinschaft von Menschen, die zukunftsweisende Wege kennen lernen, entwickeln und gehen wollen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

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Gesamtkunstwerk

27. Mai 2012 von Kerstin

(Oliandi, Installation)

Neulich waren wir im Zellertal, um dort Thomas Fuhlrott von zait, unseren Inspiration Lounge Partner und das von ihm mitinitiierte Olivenölfest Oliandi zu besuchen.

Es war 12 Uhr mittags, als uns freundliche Helfer des Festes auf einen kurz vor dem Ortseingang von Zell gelegenen Parkplatz lotsten. Kaum waren wir danach einige Schritte in den Ort gelaufen, entdeckten wir eine Haltestelle für die Shuttlebusse direkt bis zum Zentrum des Geschehens. In über zehn Jahren ist es den Initiatoren und Organisatoren des Olivenölfestes gelungen, aus einer anfangs kleineren 2-Tages Veranstaltung ein Maiwochenende in Form eines komplexen Gesamtkunstwerks zu gestalten: 200 Menschen ziehen inzwischen vor und hinter den Kulissen an einem Strang, damit das Olivenölfest mit seinen rund 10.000 Besuchern jedes Mal wieder bestens gelingt, inklusive Infostand und eben auch Shuttle-Service.

Nachdem wir zunächst mitten durch den Ort gelaufen waren, um uns unter die Leute zu mischen und die verschiedenen Blumen- Wein- Olivenöl-, Tee- und Schokoladenstände anzusehen, standen wir mit einem Mal direkt vor der Ausstellung von Oliandi – wie das Fest selbst jedes Jahr ein Highlight im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Also hinein in den Ausstellungsraum, einen alten Winzerkeller, rechts und links die Weinfässer, und dann erst mal Dunkelheit. Plötzlich, an der Gewölbewand eine Lichinstallation. Ich lese zahlreiche Worte, die für das stehen, was uns eigentlich zusammenhält. Ich höre ferne Klänge. Weiter geht es zwischen Fässern hindurch, alles im Schein unzähliger Kerzen, bis zum Ende des Raumes, wo noch eine visuell-akustische Installation wartet.

(Oliandi, Installation)

Gesprochener Text, den ich nicht wortgetreu wiedergeben kann. Wohl aber den Inhalt:
wir sind es, die unsere Wirklichkeit gestalten. Es kommt auf uns, auf unsere Ideen, unser Handeln und unsere Entscheidungen an, wenn es um die Fragen geht, wie wir heute und künftig leben wollen. Keine Supertechnik, kein Knopf, auf den wir einfach drücken könnten, wird uns helfen, wenn es um die soziale Skulptur, das Gesamtkunstwerk Kultur und Gemeinschaft geht. Also stellen wir uns den entscheidenden Fragen, statt zu denken, wir könnten nichts ausrichten.

Zurück durch den Winzerkeller, entdecke ich am Ausgang Thomas Fuhlrott. Und als hätten wir unser Treffen genau dort geplant, ist auch schon ein Wein- und Sektstand des Weinguts Wick in der Nähe.

(Kerstin Döweler von le tapir, Thomas Fuhlrott von zait)

Danach geht’s in den gut gefüllten Innenhof des Weinguts zum Essen: Lammragout vom Sternekoch des Freinsheimer Hofs, natürlich mit einem guten Schuss Olivenöl. Der dazu gereichte Jazz ist großartig. Gleiches gilt für die Stimmung. Viele Menschen haben wohl die Ausstellung des Festes auf sich wirken lassen, denn im Unterschied zu den in der Pfalz üblichen Weinfesten gibt es hier deutlich mehr angeregtes und gleichzeitig entspanntes Miteinander statt Nebeneinander. Die Besucher sind interessiert, hinter die Kulissen des Schaffens der sich vorstellenden Entrepreneure und Unternehmen zu schauen. Man kommt überhaupt untereinander schnell in Austausch, weil irgendwie jeder, auch jeder Gast zu spüren scheint, dass er beim guten Gelingen des Ganzen ein bisschen mitwirken kann. Das gesamte 200-Leute-Organisationsteam des Festes wirkt bei alle Aufgaben absolut locker, die Musiker und last but not least die Initiatoren haben viel zu tun und dabei ganz offensichtlich viel Spaß. Und wenn auch die Temperaturen nicht wirklich mediterran waren, die Atmosphäre war es absolut.

Mein Vorschlag:
Wer sich selbst davon überzeugen will, wieviel Spaß es macht, bei einer ganz realen sozialen Skulptur mitzugestalten, der kommt einfach nächstes Jahr mit uns in Zellertal.

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Ein Teil vom Ganzen

29. Januar 2012 von Kerstin

(Was wollen wir mehr, oder?)

Wenn man sich intensiv mit einem bestimmten Thema befasst, stellt sich gerne selektive Wahrnehmung ein. Genau diese ließ mich vor einiger Zeit das Buch Small is Beautiful des Wirtschaftswissenschaftlers Ernst Schumacher entdecken – ein echtes Gesamtkunstwerk, wie ich finde.

Bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts beschrieb Schumacher darin eindringlich eine aus seiner Sicht grundlegende Ursache für die Tatsache, dass wir einerseits Wohlstand, Lebensqualität und Sicherheit erstreben, während wir dadurch andererseits zunehmende Fehlentwicklungen lostreten: wir haben unser Bewusstsein für unsere sozialen und ökologischen Einbindungen aus den Augen verloren. Ausgestattet mit Wissen und Technik seien wir so überzeugt von unserer herrschenden Position, dass wir dabei über Jahrhunderte einen wesentlichen Aspekt vergessen hätten: wir sind nur ein Teil des Ganzen.

Als ich das las, begann ich mir vorzustellen, wie wir auf die Dinge und Abläufe in unserem Alltag blicken würden, wenn wir das Bewusstsein für unsere Einbindungen wieder mehr kultivierten. Was könnte passieren? Ich fing bei einem Gedanken an, der ebenfalls auf Ernst Schumachers Werke zurückgeht: »Wir könnten uns endlich von der Ansicht befreien, wir hätten unsere Probleme betreffend die Produktion von Gütern seit Jahrzehnten gelöst.« Tatsächlich leben wir hier und heute im Güterüberfluss und sind, mit dem Verweis auf unser Mantra Wirtschaftswachstum angehalten, mehr zu kaufen und zu konsumieren. Auf dem Weg zur Arbeit nehmen wir einen Coffee to go, im Supermarkt wählen wir zwischen Tausenden Produkten, wir nutzen Autos, Computer und Smartphones, bestellen Bücher im Internet. »Es herrscht an nichts Mangel. Es geht uns gut. Was wollen wir mehr, oder?«

Tatsächlich stößt man relativ schnell auf eine Mangelsituation, wenn man unsere sozialen und ökologischen Einbindungen sowie uns selbst als Teil des Ganzen in die Situation hineindenkt. Angenommen, jeder von uns betrachtet für nur einen Tag die Dinge, die ihn umgeben, die er zu sich nimmt etc.; wie viele davon beruhen auf erneuerbaren Rohstoffen und Energien und belasten nicht, sondern erhalten die Welt. Bei welchen wissen wir genau, dass sie unter sozialen Bedingungen hergestellt werden, die zumindest in Ordnung sind? Angenommen unsere Aufgabe wäre jetzt, ausschließlich Dinge zu verwenden, die diesen Anforderungen genügen – wäre es immer noch so völlig problemlos und alles wie gewöhnt, das zu beziehen, was wir kennen, brauchen und haben wollen. Die Antwort ist einfach: Nein. Denn erstens ist es oft schwierig, solche Güter zu finden. Sie stehen nur selten im Supermarkt an der Ecke und ihre Namen werden nicht durch die Medien in unsere Augen und Ohren gespült. Zweitens: es gibt hier und heute unglaubliche Lücken, in denen nicht nur die entsprechenden Güter fehlen. Es gibt auch keine ernsthaften Anstrengungen, daran wirklich etwas zu ändern. (Wem jetzt dazu kein Beispiel einfällt, der schaue einfach das Produkt an, vor dem er gerade lesend sitzt.)

Ganz offensichtlich trifft zu, dass wir die grundlegenden Produktionsfragen trotz aller Technik, allem Fortschritt und allem Wissen über die Fehlentwicklungen bis heute nicht gelöst haben. Seltsam, dass wir uns nicht viel mehr darüber wundern. Noch seltsamer, mit welcher Geduld (oder Desinteresse?) wir zuschauen, während immer weiter Produkte entwickelt werden, die nur den schon bekannten Überfluss befördern. Am seltsamsten allerdings ist, dass wir nicht viel mehr darüber nachdenken, an welcher Stelle man selbst eine Lücke schließen und mal zu echtem Fortschritt beitragen könnte.

Liegt es daran, dass wir die Lücken nicht sehen, obwohl doch so viele nach Marktlücken suchen? Oder liegt es auch an der Art und Weise, in der wir gewohnt sind, Ideen zu entwickeln?

Mehr in Teil 2.

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