Tag: Forschung

Die TALKS_ jetzt auch in Holz

20. Juni 2013 von Chris

TALKS_print(Inspiration Lounge TALKS_print)

Während die nächsten Inspiration Lounge TALKS schon schwer in Vorbereitung sind, haben wir die erste Ausgabe unseres brandneuen Printformats zu den Inspiration Lounge TALKS in limitierter Auflage produziert.

Hier gibt´s ein paar ShortCuts zum Reinschauen.

TALKS_print2(Interview mit Dr. George Berbari_Hirnforscher + Psychiater)

TALKS_print3(Sabine Röser, Wilfried Nißing_StadtwaldHolz)

TALKS_print4(Eva Ohlow_Künstlerin| Christian Feike_investinlife)

TALKS_print5(Stefan Sander_Weingut Sander)

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Dr. George Berbari

14. Mai 2013 von Chris

dr. berbari(My Way)

Der New Yorker Psychiater und Hirnforscher Dr. George Berbari erklärte im Rahmen seines Interviews, warum wir, selbst wenn wir es besser wissen, immer wieder Schwierigkeiten haben, unsere Denk- und Handlungsroutinen aufzubrechen. Warum ist es oft so schwer, neue Wege zu gehen, die in Einklang mit uns selbst, unserem Umfeld und der Umwelt sind. Einerseits ist natürlich die Anpassung an gesellschaftliche, kulturelle Regeln und Verhaltensweisen ein Faktor, der unser tägliches Leben ganz wesentlich beeinflusst. Er hindert oft, aus gewohnten, allseits bekannten und akzeptierten Wegen auszuscheren und Neues zu probieren. Zu stark ist unsere Befürchtung, »aus dem Rahmen« zu fallen.

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher | Psychiater)

Andererseits ist auch unser Gehirn von Denk- und Handlungsroutinen geprägt. Solange wir weitestgehend unbewusst agieren, greift es auf gespeicherte, gelernte Abläufe zurück. Es an neue Vorgehensweisen oder Dinge zu gewöhnen, braucht seine Zeit und damit unsere Geduld sowie beständiges Lernen bzw Einüben. Nur so können neue Abläufe dauerhaft im Gehirn, d.h. seinen Strukturen verankert und »akzeptiert« werden. »Angesichts eines von so vielen heute verspürten, ständigen Zeitdrucks ist es allerdings schwer, den Menschen beizubringen, dass »Self-Awareness«, also »Erkennen des eigenen Wesens und darauf beruhendes Gehen des eigenen Wegs« etwas ist, das man nicht innerhalb einer Woche oder in einem kleinen Seminar lernen kann.«

»Wichtig ist, sich als Mensch selbst kennen zu lernen.« Zu wissen, welche Fähigkeiten, Interessen, Ideen, Blickwinkel und Werte einen besonders ausmachen und sich damit tatsächlich als Individuum zu erfahren. Das klingt zunächst recht einfach, das zu tun, erfordert allerdings immer wieder bewusstes, aufmerksames Betrachten der eigenen Perspektiven, des eigenen, normalerweise überwiegend von Emotionen gesteuerten Handelns. Bewusstes Beobachten und Reflektieren verlangen einen wachen, aufmerksamen Geist. Abgelenkt von zahlreichen Dingen, wie viele Menschen es heute sind, fehlt es natürlich oft an genau dieser Voraussetzung. Dazu kommt, dass man immer, wenn man Neues beobachtet und ausprobiert, natürlich auch Fehler machen kann, und wir haben gesellschaftlich »gelernt«, dass Fehler schlecht sind. Das macht uns zögerlich und verursacht Stress, wenn wir uns nicht entscheiden können, wie wir denken und handeln sollen, ob wir etwas Neues wagen oder nicht. Wir wollen alles richtig machen. Doch wir müssen akzeptieren, dass Fehler auf dem Weg zur »Self-Awareness« nicht nur unumgänglich sind, sondern wichtig, um bewusst daraus unsere Schlüsse zu ziehen und damit auf dem eigenen Weg ein Stück weiter zu gelangen. Ich rate daher allen Inspiration Lounge TALKS-Besuchern: wenn Sie etwas finden, dass Sie wirklich interessiert, eine Idee, die sie vorantreibt, gehen Sie der Sache nach, schreiten sie zur Tat, hadern sie nicht. Unser Gehirn hilft uns auch bei Fehlern weiter, denn wir können nicht nur daraus lernen, wir können letztlich auch vergessen. Eine durchaus wichtige Funktion auf dem eigenen Weg.

übersetzung(Übersetzungen)

Und wie wäre es, wenn Wege zur »Self-Awareness« schon in der Schule gelehrt würden?, wollten wir von Dr. Berbari wissen. Seine Antwort: »Da sehe ich keine Chance, auch wenn das eine gute Idee wäre. Wir haben, von unserem Forschungsbereich ausgehend, so oft Versuche gemacht, auf die Notwendigkeit des Erlernens von »Self-Awareness« hinzuweisen; wir haben deutlich gemacht, wie sehr dieses Selbst-Erkennen Menschen dabei hilft, den eigenen, einzigartigen Weg im Leben zu finden und damit auch die eigenen Fähigkeiten in Anwendung zu bringen und eine größere Lebenszufriedenheit zu erlangen. Wir haben aufgezeigt, wie sehr Selbst-Erkennen dabei unterstützt, ausgehend vom Begreifen des eigenen Wesens, ebenfalls mehr Verständnis für die Eigenarten, Denk- und Verhaltensweisen anderer aufzubringen oder die eigene Einbindung in unsere Welt zu begreifen, was uns allen weiterhelfen würde. Doch niemand von den verantwortlichen, öffentlichen Stellen war und ist bereit, dafür Geld aufzuwenden oder auch nur entsprechende Änderungen in den Bildungssystemen anzudenken.

Und wie kann der eigene, persönliche Weg raus aus Routinen aussehen, die uns meist gegen uns selbst und unsere Lebensgrundlagen handeln lassen? Wie kommt man im Einzelfall und ganz konkret zu mehr Self-Awareness, d.h. Selbsterkenntnis? Die Beantwortung zahlreicher individueller Fragen stand nach dem Interview natürlich in persönlichen Gesprächen an.

Film-Interview_Dr. George Berbari

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Dr. George Berbari

12. April 2013 von Chris

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher)

Dr. George Berbari, Hirnforscher und Psychiater, wurde in New York geboren und studierte Medizin u.a. an der University of Pennsylvania. Nur kurze Zeit nach Abschluss der Ausbildung wurde er 1965 zum Militärdienst nach Vietnam eingezogen und war dort auf einem Lazarettschiff stationiert. Danach arbeitete er in verschiedenen Ländern, u.a. in Australien, in Guatemala, Libanon, Israel, Frankreich und Italien, wo er als Arzt und Berater überwiegend in Zusammenarbeit mit diplomatischen Bereichen tätig war. Ab 1977 arbeitete Dr. George Berbari in New York, 1992 kam er nach Deutschland, wo er bis 2012 an der UniKlinik in Köln, zuletzt als Chefarzt und Projektleiter im Bereich Hirnforschung tätig war.

Sein Schwerpunkt ist die Erforschung von Hormonen und deren Einfluss auf die Gehirn- und sonstigen Körperfunktionen des Menschen. Als international geschätzter Experte steht er auch heute in Austausch mit anderen Forschern und hält Vorträge weltweit. In langjähriger ärztlicher und wissenschaftlicher Praxis befasste er sich immer wieder mit den Stressbelastungen und körperlichen Folgen, die durch die Anpassung des Einzelnen an die gesellschaftlichen Rahmen entstehen. Seine Empfehlung: »Self-Awareness« und »Acceptance of Life«:

Viele unserer Sicht- und Verhaltensweisen beruhen auf Routinen, die u.a. von unserer kulturellen Umgebung wesentlich mitgeprägt werden und sehr oft unbewusst ablaufen. Da wir sie uns »einverleibt« haben, fällt es uns schwer, sie im Rahmen eines Perspektivenwechsels aufmerksam »von außen« zu betrachten. In unserem Alltag voller Zeitdruck und Ablenkungen finden wir dadurch meist keinen guten Weg, die eigenen, wirklichen Bedürfnisse, Ideen, Werte und Fähigkeiten kennen zu lernen und darauf basierend adäquate Denk- und Handlungsstrukturen zu entwickeln. Doch wo es an Selbst-Erkenntnis oder eben Self-Awareness fehlt, da kann sich auch kein Bewusstsein und Gespür für die Wesensart anderer Mitmenschen, für unsere ökologischen Lebensgrundlagen und unser Eingebundensein in die Welt entwickeln. Daraus resultierende Konflikte und Schädigungen sind »vorprogrammiert«.

Bei den Inspiration Lounge TALKS 2013 erklärt Dr. George Berbari im Live-Interview aus psychologischen und medizinischen Blickwinkeln, wie uns »Selbst-Erkenntnis« und »Acceptance of Life« weiterhelfen und auf welchen Wegen wir beides Schritt für Schritt erlangen können.

Wir freuen uns, Dr. George Berbari bei den TALKS mit dabei zu haben.

 

Live-Interview mit Dr. George Berbari, Hirnforscher

Inspiration Lounge TALKS 2013  | 27. April 2013

Öffnung 17.30 Uhr | Beginn 18.00 Uhr
Art68 | Thürmchenswall 68, 50668 Köln_Anfahrt

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Dr. George Berbari_ShortCuts

18. März 2013 von Chris

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher)

Bei den Inspiration Lounge TALKS versammeln wir ab diesem Jahr neben Vorausdenkern und -machern aus Ökonomie und Kultur auch ausgewählte Impulsgeber aus wissenschaftlichen Gebieten. Am 27. April 2013 wird bei unseren nächsten TALKS deshalb der New Yorker Hirnforscher und Psychiater Dr. George Berbari als Teilnehmer mit dabei sein.

kerstin döweler, dr. george berbari(Kerstin Döweler, Dr. George Berbari)

Letzte Woche trafen wir ihn, um zusammen ein Interviewthema für die TALKS herauszusuchen. Die Auswahl war dabei nicht ganz einfach, denn aufgrund seiner langjährigen Praxis in Forschung, Medizin wie auch in psychologischen Bereichen stehen natürlich zahlreiche spannende Themen zur Verfügung.

kerstin döweler, dr. george berbari_TALKS(CouchTalks)

Wir einigten uns schließlich auf ein Interview, das alle Wissens- und Tätigkeitsgebiete von Dr. Berbari gekonnt verbindet: Es wird um Wege gehen, auf denen der einzelne Mensch ein  Bewusstsein für sich selbst sowie seine natürlichen und sozialen Einbindungen erlernt. Wesentliche Voraussetzungen für jeden von uns, um Entscheidungen und Konflikte im Alltag zu meistern, gesundheitsschädlichen Stress zu vermeiden und das eigene Leben und Umfeld mit Zufriedenheit gestalten zu können.

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Standing on the Shoulders of Giants

09. März 2012 von Kerstin

(remix)

Als ich neulich den Link zu der sehenswerten Videoreihe Everything is a Remix erhielt und die Filme sah, musste ich sofort an eine Kommentardiskussion über neue und sekundäre Ideen denken, die durch das Interview kreativ unternehmen auf diesem Blog in Gang kam.

Bekannterweise erzeugen wir unsere Ideen, ob sogenannt primär oder sekundär, nicht in einem Vakuum, sondern profitieren bei allem Nachdenken über neue Wege und Möglichkeiten immer von dem, was an Ideen und Umsetzungen bereits von anderen in die Welt gebracht wurde. Schauen wir tatsächlich ein Stück weiter als das, was diejenigen vor uns gedacht und getan haben, so liegt es eben, wie Bernhard von Chartres schon um 1120 formulierte, insbesondere daran, dass wir dabei auf den Schultern von Riesen stehen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können.

So unterschiedlich die Motivation sein kann, kreativ zu werden und Ideen in die Tat umzusetzen – angefangen von der Unzufriedenheit mit dem Status Quo bis zu Forscher- und Entdeckergeist – die Vorgehensweisen von einer bestehenden, bekannten zur neuen Situation sind meist bestechend ähnlich.
Wie Everything is a Remix es nahelegt: copy, transform, combine.

Teil 4 der durch, logisch, aufwändigen Remix entwickelten Filmreihe geht dann auch auf die Grenzen dieser Vorgehensweise ein – den Schutz geistigen Eigentums vor dem Kopieren, der heute von vielen als Kreativitätsbremse und Eingriff in ein irgendwie gefühltes Grundrecht auf freie Verwertbarkeit aufgefasst wird. Mal ganz abgesehen davon, dass die Verfechter der freien Verwertbarkeit oft nicht diejenigen sind, die schon Mengen an geschütztem geistigen und gut verwertbaren Eigentum angesammelt haben: die Weiterentwicklung von Urheber- und Verwertungsrechten steht sicherlich mehr als vor der Tür.

Und auch dabei wird gelten, was Bernhard von Chartres schon vor fast 900 Jahren erkannte.

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