Tag: Erfahrung

Get up, stand up

26. August 2011 von Kerstin

Felix Klemme, Gründer von Outdoor Gym, Kerstin Döweler, le tapir

Neulich sagte mir Chris: »Ich habe Felix Klemme getroffen. Er hat vor einiger Zeit sein eigenes Unternehmen, Outdoor Gym, gegründet und wird nächste Woche bei uns vorbeikommen. Natürlich habe ich direkt Felix’ Homepage angeschaut, und je mehr ich davon sah, umso mehr dachte ich: Fitness im Freien – ok, nicht gerade mein Spezialgebiet.

Als ich mich dann zum ersten Mal mit Felix unterhalten habe, fiel mir schnell auf, dass er nicht, wie ich erwartet hatte, permanent von Sport, Hochleistung, Erfolg, Muskelaufbau, Fitness Studio oder ähnlichem sprach. Für mich erstaunlich, verwies er auch nicht auf unsere mangelnde sportliche Betätigung, sondern erzählte von alltäglichen menschlichen Verhaltensweisen. Davon, dass sie sich ursprünglich sehr von unserem heutigem Tagesablauf unterschieden. Dass wir uns eben heute meist zu wenig bewegen, zu viel drinnen sitzen und dadurch wichtige Lebensaspekte, Blickwinkel und Erfahrungen verloren gehen. Last but not least ging es um kleine, einfach zu bewältigende Änderungen in alltäglichen Tagesabläufen und gute Laune.

Das war der Moment, in dem ich anfing, über unseren eigenen Tagesablauf nachzudenken. Wie oft und wie lange sitzen wir täglich, ab und an auch mit Rückenschmerzen im Büro vor dem Bildschirm, um zu arbeiten, Filme zu schneiden, Texte zu verfassen, Layouts zu entwerfen? Und wie sehen die Zwischenzeiten aus, beispielweise die Pause am Mittag? Wir essen und sitzen. Ich gebe zu, mich plagte nicht das schlechte Gewissen in diesem Augenblick, ich war eher erstauntwütend.

Mein nächster Gedanke kam prompt: ok, wir haben einen Job, der sehr viel im Sitzen und vor dem Computer stattfindet. Vielleicht sieht ja der Bewegungsdurchschnitt ganz anders aus. Doch auch hier spricht die Statistik Bände: im Durchschnitt bewegt man sich in Deutschland nämlich keine 3000 Schritte am Tag. Das ist so wenig, dass sich vor einiger Zeit sogar das Gesundheitsministerium zu einer Aktion aufschwang. Mindestens 6000 Schritte Bewegung täglich wollte man uns allen damit nahe bringen. Der Erfolg der Kampagne war offensichtlich äußerst bescheiden.

Zurück zu Felix und uns. Chris und ich sind nämlich ziemlich schnell sehr neugierig geworden zu erfahren, was sich alles verändern könnte, wenn wir die uns bewusst gewordenen Sitzroutinen einfach mal anfangen aufzubrechen. Es geht vor allem auch um die Frage, welche Energie, neuen Perspektiven, Eindrücke und Ideen entstehen, wenn unser Tagesablauf kreative Bewegungspausen bekommt. Schließlich geht es ja auch hier in der Inspiration Lounge um neue Blickwinkel.

Wir haben also Felix gefragt, ob er Zeit und Lust hat, bei einem Projekt mitzumachen, das zu einer wahrlichen Entdeckungs- und Erlebnisreise werden soll. Jetzt sind wir dabei, ausgehend von unserer Grundidee gemeinsam die nächsten realen Schritte zu gehen. Ich kann Euch sagen: es ist ganz schön anstrengend – und es macht Spaß.

Ganz bald mehr davon.

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Interview mit Lothar Müller

17. März 2011 von Chris

»Entwicklungsbereitschaft muss jeden Tag mit Herzblut vorangetrieben werden.«

Nachdem wir uns in den letzten Wochen verstärkt den Weingütern gewidmet und inzwischen die Inspiration Lounge_Edition Connaisseurs auf den Weg gebracht haben, liegt folgende Überlegung nahe: Was passt hervorragend zu ausgezeichneten Weinen? Ausgezeichneter Käse natürlich. Wir wären nicht die Inspiration Lounge, wenn wir nicht unsere Fühler ausgestreckt hätten, um einen besonderen Schatz zu finden. Et voilà – es hat uns zu diesem Zweck an einen Ort verschlagen, bei dessen Namen wir zuerst nicht zwingend an Käse dachten: Hockenheim. Doch tatsächlich: In Hockenheim liegt nicht nur ein wahres Käseparadies, nein, wir trafen dort auch ihn – den Käsepapst Lothar Müller. Doch halt, jetzt der Reihe nach.

Lothar Müller, Ex-Manager, Jazz Drummer und leidenschaftlicher Motorradfahrer, entschließt sich vor 15 Jahren, die gesicherten Gefilde des Prokuristendaseins zu verlassen. Auslöser war u.a. ein längerer Aufenthalt in Asien, der es dem Betriebswirt und Molkereimeister nach seiner Ankunft in Deutschland unmöglich machte, weiter so zu arbeiten wie bisher. Für ihn gab es nur eine Entscheidung: Alles Käse. Auf der Basis seines umfassenden Know-hows, seiner Erfahrung und Entwicklungsbereitschaft gründete er die Käsemanufaktur.

Mit der Käsemanufaktur verfolgt er ein einfaches Credo: Nur die besten Zutaten, regionale Milch von ausgesuchten Bio-Milchhöfen aus der direkten Umgebung oder kurz gesag: nur beste Qualität verarbeiten, nur beste Qualität produzieren. Er nennst sich selbst einen leidenschaftlichen Wahnsinnigen, produziert über 20 verschiedene Käsesorten, entwickelt die Käsekunst mit viel Ideenreichtum und besonderem Augenmaß permanent weiter und wird schon seit langem von Feinschmecker und Gault Millau mit Auszeichnungen überschüttet. Man ernennt ihn nicht nur zum deutschen Käsepapst und Käsebotschafter, auch die weltweit wichtigste Käsegilde, die Guilde Fromagers St. Uguzon, inthronisiert ihn zum Garde et Jure.

Nun, wir hatten nicht nur das Glück beim Papst eine Audienz zu erhalten, sondern wurden nach einer äußerst fachkundigen und persönlichen Einführung in die Welt der erstklassigen Käseherstellung mit einem Querschnitt von Lothar Müllers Meisterwerken verköstigt. Mein persönlicher Favorit: Das Paprika-Chili Wunder. Kerstins persönlicher Favorit: alle.

Ach ja, neben dem Käse machen jammt Lothar Müller als Drummer und spielt u.a. mit Werner Goos und Dave King in einer Band. Die kann natürlich keinen anderen Namen haben als: Pope of Cheese.

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Fight or Flight

09. Dezember 2010 von Chris

Die Sache mit dem Stress

In einer Serie über Stressfaktoren und Wege zur Stressregulierung erklärt unser Kommunikationspartner, der Psychiater und Hirnforscher Dr. George Berbari, die Funktionen von Cortisol und warum es dabei, wie immer, auf die richtige Menge ankommt.

Dr. Berbari wird hier in lockeren Abständen weitere Empfehlungen und Anwendungen zur Stressminimierung publizieren.

Interview Dr. Gerorge Berbari

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Dr. George Berbari_Psychiater + Hirnforschung

02. November 2010 von Chris


(Dr. George Berbari)

(Film Interview >) Dr. George Berbari (Psychiater und Hirnforschung).

In der Inspiration Lounge gebe ich seit einiger Zeit Empfehlungen an kreative Köpfe und Macher weiter. In diesem mehrteiligen Beitrag geht es mir besonders darum, zur alltäglichen Reduzierung von Stress und damit zur Vermeidung von negativen Stressfolgen beizutragen. Ich beginne mit Informationen über Cortisol.

Das Hormon Cortisol hat wichtige Funktionen in unserem Körper. Es ist beispielsweise notwendig zur Regulierung des Bluddrucks, des Stoffwechsels und der Insulinausschüttung. Es unterstützt wesentlich die Abwehrreaktionen des Körpers gegenüber entzündlichen Prozessen.

Morgens ist der Cortisonlevel in unserem Körper am höchsten, nachts am niedrigsten. Obwohl Cortisol nicht nur in Stresssituationen ausgeschüttet wird, ist es als Stresshormon bekannt geworden. Das beruht darauf, dass Cortisol in höheren Dosierungen in den Blutkreisluf gelangt, sobald sich der Körper in einer sogenannten Fight or Flight-Situation befindet. Cortisol ist hier zuständig, um den Körper schnell auf einen erhöhten Energielevel zu bringen, die Schmerzempfindlichkeit zu senken und unsere Hirn/Gedächtnisfunktionen auf Hochtouren zu bringen.

Wichtig ist dabei, den Körper nach der Stresssituation mit hoher Cortisolausschüttung wieder in einer ruhigere Phase zu bringen. Genau hier liegt meist das Problem: Unsere Kultur, unser Lifestyle erzeugen mit Vorliebe hohe Stresspegel. Zahlreiche Menschen sind dadurch regelmäßig zu vielen und zu langen Stressphasen ausgesetzt. Die Stressbewältigungsfunktionen des Körpers werden zu oft und zu dauerhaft aktiviert. Der Cortisolpegel im Blut hat keine Möglichkeit mehr, auf ein normales Maß zurückzufahren. Es resultiert ein chronischer Stresszustand des Körpers, der Cortisolspiegel ist permanent erhöht.

Damit gehen viele negativen Folgen für den Körper einher. Hier nur eine Auswahl:
> eingeschränkte kognitive Fähigkeiten
> Störung der Schilddrüsenfunktionen
> Bluthochdruck
> Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegel
> eingeschränkte Immunabwehr, schlechte Entzündungshemmung und Wundheilung
> vermehrte Anlagerung von Bauchfett, gesteigertes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Stress gehört zum Leben. Angesichts der Risiken für unsere Gesundheit ist es jedoch notwendig, chronischen Stress zu vermeiden und den Körper nach Fight or Flight-Situationen auch wieder in Entspannungsphasen zu versetzen. Es gibt viele Wege und Maßnahmen, um Stress abzubauen. Regelmäßige Spaziergänge an frischer Luft und im Grünen, ein netter Abend mit Freunden sind bespielsweise einfache Mittel, um Stress auf ein Normalmaß zu bringen.

Dauerhaft betrachtet ist es allerdings wichtig, das eigene Leben, den eigenen Lifestyle generell auf Stressfaktoren zu überprüfen, diese Faktoren bewusst wahrzunehmen und so weit wie möglich auszuräumen. Wie gesagt, es geht nicht komplett ohne Stress. Es geht darum, überflüssigen Stress zu erkennen und zu vermeiden.

Dazu demnächst mehr.

In Teil 2 dieses Beitrags werde ich mich dem Thema Stressfaktor »Ungeschriebene soziale Gesetze« und Möglichkeiten zur Stressbewältigung widmen.

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Ab morgen: die erste Inspiration Lounge Serie

06. Oktober 2010 von Kerstin

Nach einer Woche »in eigener Sache« ist es nun an der Zeit für die erste Inspiration Lounge Interviewserie. Sie erweitert die von uns bisher beleuchteten Fachbereiche um ein neues Gebiet: Weinbau und Weinherstellung.

Wir wurden bereits häufiger gefragt, wie wir auf dieses Thema gekommen sind. Ganz einfach: es liegt uns schon deshalb nah, weil wir beide in Weinregionen aufgewachsen sind. Wer diese Erfahrung hat, der weiß, dass Wein, sein Anbau und seine Herstellung Aspekte sind, die ganze Regionen und ihre Kultur wesentlich mitprägen. Vor allem aber weiß man dann, dass Wein aus deutschen Regionen gerade innerhalb der letzten Jahre eine immense Entwicklung genommen hat. Wurde insbesondere bis in die späten 70er Jahre häufig auf die Erzeugung von Quantität gesetzt, gibt es heute deutlich mehr Weingüter, die sich bewusst einer ausgezeichneten Qualität und vor allem auch ökologischen Anbaumethoden verschreiben.

Da wir diese Entwicklung erkunden, dokumentieren und auch außerhalb der Weinregionen näher bringen möchten, begannen wir zu recherchieren. Es dauerte nicht lange, und wir stießen auf einen Zusammenschluss junger Winzer in Rheinhessen: Message in a Bottle. Schnell wurde uns klar, dass wir damit auf Menschen getroffen sind, die mit ihren Ideen, ihren Zielen und Vorgehensweisen wunderbar zur Inspiration Lounge passen.

Durch die Kombination aus Bewusstsein für die eigene Weinkultur und -tradition mit eingehender Ausbildung, umfassendem Know-how und viel internationaler Erfahung ist in Rheinhessen, besonders auch durch die Umstellung auf ökologische Anbaumethoden, richtiggehend eine Bewegung entstanden. Diese wird durch Message in a Bottle bestens repräsentiert.

Hohe Qualität wird in bewusster Hinwendung zu den individuellen Fähigkeiten und Positionen, zur eigenen Kreativität und den Besonderheiten der jeweiligen Lagen und Rebsorten hergestellt – eine ganz klare Abwendung vom Gedanken »one size fits all« früherer Zeiten.

Stetiger Austausch untereinander hilft, Wissen und Erfahrung zu teilen und dadurch dafür zu sorgen, dass neue Entwicklungen und Verbesserungen zu Qualitätsstandards werden können. Mit vielen Ideen, Begeisterung für ihren Beruf und Perfektionsstreben arbeiten die Winzerinnen und Winzer daran, das Ansehen Rheinhessens als Weinrgion national und international weiter zu steigern. Typisch für Winzer, wird dabei nicht nur an die einzelnen Jahrgänge, sondern übergreifend für heute und die nächsten Generationen gedacht.

Insgesamt eine Entwicklung, von der in den kommenden Jahren noch viel zu hören, zu sehen und zu schmecken sein wird. Für uns daher logisch, jetzt darüber in einer Serie zu berichten. Natürlich stellen alle bei Message in a Bottle vereinten Winzerinnen und Winzer Weine von hoher Qualität her. Die Auswahl der Interviewpartner für diese Serie war daher nicht einfach. Wir haben uns für vier Weingüter entschieden, die aus unserer Sicht einen guten Einblick in die vorhandenen Weinbauentwicklungen geben und gleichzeitig für die anzutreffende Vielfalt an individueller Weinkultur, Weingutgeschichte und damit verbundenen Haltungen stehen.

Im Rahmen unserer Serie versammeln diese Winzerinnen und Winzer die gemeinsamen Ziele und den Anspruch von Message in a Bottle sowie jede Menge (mit)geteiltes persönliches Wissen und besondere Vorgehensweisen im Detail.

Die Serie mit vier Interviews startet morgen.

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