Tag: Erfahrung

Inspiration Lounge went ART COLOGNE_part 4

29. April 2012 von Kerstin

(axel lindner, florian zwissler_klirrlicht)

20. April. Inspiration Lounge goes ART COLOGNE.

Nach dem Live-Interview mit Thomas Fuhlrott, zait, direkt eine weitere Premiere:

Die musikalische Intervention von Klirrlicht. Florian Zwißler und Axel Lindner nahmen die entstandene Atmosphäre auf und faszinierten mit Ihrer außergewöhnlichen Performance auf ganzer Linie.

(klirrlicht)

Zur Präsentation des Buches »Unternehmung« von Thomas Fuhlrott, erschienen bei Lim & Asmuth Publishers und herausgegeben von uns im Rahmen des Projekts Inspiration Lounge meets Edition 20/50, wurden dann anschließend nicht nur ein weiteres Mal die kleinen grauen Zellen, sondern auch die Gaumen gekitzelt: auch am zweiten Abend unserer Inspiration Lounge goes ART COLOGNE gab es natürlich wieder zwei überzeugende Werke von Stefan Sander aus dem Weingut Sander in Mettenheim/Rheinhessen.

(interview_kerstin döweler, inspiration lounge, thomas fuhlrott, zait)

(merlot, 2010, riesling, 2011)

Interview mit Dirk Scheuring_part II

20. März 2012 von Chris

(dirk scheuring)

»Ich bin gelernter PunkRocker.«

Die Münchner Zeit bei Miss Vogue, babalu und der Soundexperimente  mit HipHop, House und Techno.

Es gibt Menschen, die machen Dinge immer ein wenig anders als die anderen.

Und das ist gut so.

Wir führten das Interview mit Dirk Scheuring, DJ, Journalist, Schriftsteller, Programmierer und gelernter PunkRocker, in einem japanischen Museum. Dirk lebt und arbeitet momentan in Madrid.

Nur Wenige bringen in zahlreichen Gebieten nicht nur großes Interesse auf, sondern entwickeln auch konsequent mit Eigeninitiative immer wieder weiter. Dirk Scheuring ist so jemand. Mit der Haltung des PunkRock als Basis, ließ er seine Ideen in die Arbeit als Co-Herausgeber des Musikmagazins SPEX einfließen. Als früher Insider digitaler Welten, gab und gibt er uns immer wieder vielfältige Perspektiven auf deren Chancen und Risiken. Heute entwickelt er seine Codes von Spanien aus.

Wir haben uns entschlossen, das Interview in seiner vollen Länge zu zeigen.

Don’t panic. Nicht am Stück, sondern in 5 user-kompatiblen Teilen.

Der im Interview geschilderte Zeitraum reicht von ca. 1980 bis heute. Gesplittet haben wir jeweils nach Dirk Scheurings Zeit als Mitherausgeber von SPEX, den Zeiten bei Miss Vogue in München bis hin zu dem von ihm entwickelten HipHop-Format und seiner Arbeit bei VIVA, der VIVA-Zeit nach Gorny und schließlich dem musikalischen Schaffen mit seinem DJ-Kollegen Hans Nieswandt.

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Ende PART II

Auszüge aus und von Dirk Scheurings künstlerischen und journalistischen Arbeiten

telepolis | taz | zfm

Interview mit Dirk Scheuring

18. März 2012 von Chris

(dirk scheuring)

»Ich bin gelernter PunkRocker.«

Es gibt Menschen, die machen Dinge immer ein wenig anders als die anderen.

Und das ist gut so.

Wir führten das Interview mit Dirk Scheuring, DJ, Journalist, Schriftsteller, Programmierer und gelernter PunkRocker, in einem japanischen Museum. Dirk lebt und arbeitet momentan in Madrid.

Nur Wenige bringen in zahlreichen Gebieten nicht nur großes Interesse auf, sondern entwickeln auch konsequent mit Eigeninitiative immer wieder weiter. Dirk Scheuring ist so jemand. Mit der Haltung des PunkRock als Basis, ließ er seine Ideen in die Arbeit als Co-Herausgeber des Musikmagazins SPEX einfließen. Als früher Insider digitaler Welten, gab und gibt er uns immer wieder vielfältige Perspektiven auf deren Chancen und Risiken. Heute entwickelt er seine Codes von Spanien aus.

Wir haben uns entschlossen, das Interview in seiner vollen Länge zu zeigen.

Don’t panic. Nicht am Stück, sondern in 5 user-kompatiblen Teilen.

Der im Interview geschilderte Zeitraum reicht von ca. 1980 bis heute. Gesplittet haben wir jeweils nach Dirk Scheurings Zeit als Mitherausgeber von SPEX, den Zeiten bei Miss Vogue in München bis hin zu dem von ihm entwickelten HipHop-Format und seiner Arbeit bei VIVA, der VIVA-Zeit nach Gorny und schließlich dem musikalischen Schaffen mit seinem  DJ-Kollegen Hans Nieswandt.

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Ende PART I

Auszüge aus und von Dirk Scheurings künstlerischen und journalistischen Arbeiten

telepolis | taz | zfm

anfangen

29. Februar 2012 von Kerstin

In einem Gespräch mit Freunden hörte ich neulich den Satz »In meinem Alter hat es keinen Sinn mehr, etwas zu ändern oder etwas neu anzufangen.« Dabei erinnerte ich mich an den Film Beginners, in dem ein Mann im Alter von 75 Jahren sein Leben nochmals umkrempelt.

Wie diese Filmfigur denke ich, dass man eigentlich immer die Möglichkeit hat, Dinge bewusst anders zu betrachten und zu tun. Als Beispiel greife ich hier Themen auf, die aktuell sehr oft beleuchtet werden:

Ich finde, dass es heute kein Problem bereiten sollte, die altbekannten Diskussionen über was kann die eine Nation, Kultur etc. besser als die andere endlich das sein zu lassen, was sie sind: Versuche der Eigendefinition, Aufwertung und Abgrenzung einer Gruppierung gegen die anderen da draußen. Auch die Leitartikel zum Thema Was Frauen besser können als Männer und Männer besser als Frauen wiederholen sich in schöner Regelmäßigkeit – allerdings ohne den Eindruck zu hinterlassen, dass sich dadurch in letzter Zeit, abgesehen von einem Augenzwinkern und Magazinverkäufen, irgendetwas Nennenswertes bewegt.

Wie wäre es also, Unterschiede nicht weiter nur als trennend, sondern als notwendige Ergänzungen zu betrachten und entsprechend zu agieren? Abgrenzungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsverhalten sind aber völlig natürlich, werden da viele meinen und dabei vielleicht zurück bis zu Darwin oder dem Beginn des Industriezeitalters denken. Doch Evolutionsbiologen wie Elisabet Sahtouris zeigen heute längst andere, fortgeschrittene Forschungsergebnisse und Blickwinkel auf: jedes selbsterhaltende, dauerhaft angelegte Ökosystem funktioniert nach den gleichen Grundprinzipien, nämlich Vielfalt in Koexistenz, Partizipation, Kooperation und systemische Nachhaltigkeit. Wie wäre es, daraus zu lernen?

Anderes Beispiel. Wie wäre es, konsequent zu beginnen, die alte Gedankenkluft zwischen sozial, kulturell und ökologisch sinnvollem Handeln einerseits sowie ökonomischem Handeln andererseits zu überwinden? Daran zu arbeiten, diese Aspekte durch neue oder in Vergessenheit geratene Ideen und Vorgehensweisen mehr zusammenzubringen statt sie weiter vor allem als Antagonismen zu behandeln – auch wenn es nicht leicht wird.

Ich kenne durchaus die geläufige Denkweise, dass derjenige, der sich für nachhaltige Entwicklungen einsetzt, nicht glaubwürdig sein kann, solange er mit seiner Arbeit am Ende auch unternehmerisch Geld verdienen will. Diese Sicht hat viel damit zu tun, wie sehr das Wort nachhaltig inzwischen von nicht nachhaltiger Politik und Wirtschaft instrumentalisiert wurde. Genauso damit, wie sehr wir heute aus Erfahrung gedanklich ein langfristig gesellschaftlich sinnvolles Handeln von unternehmerischem Handeln abgespalten haben.

Doch ist es nicht schlicht so, dass alle Unternehmer, ob nachhaltig ausgerichtet oder nicht, Geld verdienen müssen, wenn ihr Unternehmen weiter laufen soll? Werden Unternehmungen gerade in unserer Kultur nicht erst dann ernst genommen, wenn sie sich selbst tragen statt permanent auf Fördertöpfe angewiesen zu sein? Insofern ist doch nachvollziehbar, wenn gerade diejenigen, die tatsächlich nachhaltiges Wirtschaften voranbringen wollen, Wert darauf legen, damit das notwendige Geld zu verdienen. Wie sollten sie sonst wirksam nach außen zeigen, dass erfolgreiches ökonomisches Handeln eben auch anders geht und nicht heißen muss, dass man auf Menschen, deren Leben und Gesundheit sowie auf die Umwelt pfeift? Außerdem, nur wenn diese Unternehmen am Markt erfolgreich sind, werden andere folgen, und ist nicht das Sinn und Zweck eines angestrebten ökonomischen Wandels?

Schön und gut, mag mancher sagen, aber in den letzten Jahrhunderten gab es wenige glaubwürdige Beispiele für ein Zusammengehen von unternehmerischem Eigeninteresse mit echtem Interesse für Mitmenschen und Umwelt. Mag sein, aber wir leben nicht in der Vergangenheit, zu der auch unsere Erfahrungen gehören.

Noch dazu, so sagt es der 75-jährige Mann in Beginners, muss man nie aufhören, mit etwas anzufangen.

… und dann hörte ich den Apfel vor mir

05. Februar 2012 von Chris

(florian zwißler, a-100 + apfel)

Manchmal hat man so Tage, da driften Gedanken ab. Irgendein komischer Impuls zwingt dich über Sachen nachzudenken und peng… hängt man in einem Diskurs über Grundsätzliches – mit sich selbst.

Mich erwischte es heute beim Thema HörGewohnheiten. Auslöser war die merkwürdig wunderbare Klangwelt von Florian Zwissler und dem Trio Cel, Leonhard Huhn – Sax; Elisabeth Fügemann – Violoncello, Constantin Herzog – Kontrabass. Eine Improvisationsnummer neuer Musik, Jazz und konzeptionellem Ausprobierens.

(Elisabeth Fügemann – Violoncello, Florian Zwißler – Elektronik)

Die 4 trafen sich erst vor ein paar Tagen und hatten die Idee, sich strukturell musikalisch auszutauschen und daraus einen Auftritt zu generieren. Gesagt, getan, und das Ergebnis war äußerst fein. Ein Konzert letzten Freitag im Loft. Elektronisch fröschelnde Klangfetzen aus dem Hause Zwissler in Kombination mit einem virtuos malträtierten Cello, einem Kontrabass, der sich väterlich im Hintergrund aufhielt, und einem Saxophon, das schon mal mit Alufolie bespannt wurde.

(Constantin Herzog, Elisabeth Fügemann, Florian Zwißler)

(Leonhard Huhn – Sax)

(warmingUp)

Am Anfang dachte ich kurz: hurz.

Nach einigen Minuten war ich gefangen. Gefangen in einer sehr spannenden und ungewöhlichen Klangwelt, die mich faszinierte. Minuten wurden zu Sekunden und plötzlich war das Konzert aus, und ich war immer noch auf meinem inneren Trip. Kommt bei mir selten vor, da ich bei heutigen akkustischen Auswürfen normalerweise recht schnell auf meine skip Intro Taste drücke.

Ich spare mir jetzt die ganze Diskussion über Toleranz, unvoreingenommen sein, Dinge auszuprobieren und mal den Blickwinkel zu ändern. Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Wir machen es hier.

Es lohnt sich.