Tag: Entwicklung

Inspiration Lounge: Preview

20. Oktober 2009 von Kerstin

yung_chin_bogenexperte_2Viele sahen »Der Herr der Ringe«. Wir bringen demnächst »Die Meister der Bogen

Letzte Woche wurden wir eingeladen, einen der drei weltbesten Bogenexperten zu interviewen. Yung Chin lebt und arbeitet in New York. Nach Köln war er gekommen, um sich mit Andy Lim, Cellist, Verleger und ebenfalls passionierter Bogenexperte, zu treffen.

Und so gab es in unserem Interviewtermin einzigartige Einblicke in die hoch spezialisierte Welt des Bogenbaus, in der für Laien fast unbemerkbare Feinheiten riesige Unterschiede ausmachen. Wir brachten außerdem in Erfahrung, dass Yung Chin früher selbst Geige spielte. Und: Andy Lim gab uns zum Abschluss noch einige musikalische Kostproben, gespielt mit unterschiedlichen Bogen.

Freut Euch auf ein außergewöhnliches Interview.

FacebookTwitterGoogle+

Die Twitter-Erfolgsmuster

12. Oktober 2009 von Chris

gastautor: volker bombien, Lektor|Senior Editor, O'ReillyWir freuen uns, Volker Bombien mit seinem ersten Artikel als Gastautor in der Inspiration Lounge zu begrüßen:

Ich beschäftige mich in diesem Beitrag mit der Frage, welche Faktoren dafür ausschlaggebend waren, dass Twitter so erfolgreich wurde.

1. Twitter ging von Beginn (2006) mit einer offenen Schnittstelle an den Start. Diese so genannte API (Application Programming Interface) erlaubt es, alle Tweets aller Twitterer abzufischen und in andere Dienste zu integrieren.

2. Dies führte zu der Ausbildung einer ausgeprägten Kernel-/Plugin-Architektur, DAS Wachstumsmodell von moderenen Open-Source-Projekten wie Linux, Firefox oder Nagios. Die Twitter-Kernanwendung wurde schon bald von einer schier unüberschaubaren Zusatzdienste umrahmt.

3. Dadurch wurde Twitter extrem anwendungsflexibel – ein Dienst für viele unterschiedliche User-Bedürfnisse. War Twitter von seinen Entwicklern anfänglich wirklich gedacht als eine Online-Anwendung, die Freunde untereinander darüber informierte: »What are you doing«, so wurden die Anwendungszwecke durch Zusatzdienste täglich erweitert.

4. Es hört sich paradox an, aber gerade die Abwesenheit eines erfolgversprechenden Business-Modells ermöglichte Twitter erst die Flexibilität, sich zu dem zu entwickeln, was es heute ist.

5. Der Twitter-Account ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten ohne jedes technische Vorwissen selbst erstellt. Die Twitter-Mitgliedschaft verpflichtet zu nichts und kann jederzeit vom User gekündigt werden.

6. Es wird keinerlei (kultur-)technisches Vorwissen benötigt, um zu twittern. Es gibt kein richtiges und kein falsches Twittern und keine Instanz, die festlegt, was korrekt oder was verpönt ist. Vorerfahrungen in anderen Online-Kulturtechniken wie Bloggen o.ä. sind keine notwendigen Qualifikationen fürs Twittern; jeder kann auf den Zug aufspringen.

7. Twitter kann von vielen Geräten aus empfangen und bedient werden: PC, Handy, Smartphone, Netbook. Die Beschränkung auf 140 Zeichen ermöglicht die erträgliche Darstellung auch auf mobilen Geräten. Ein Tweet ist auch schnell von unterwegs geschrieben, ein Foto leicht gemacht und als Link getwittert.

8. Menschen müssen das unübersichtliche Internet nach für sie relevanten Inhalten filtern. Freunde stellen dabei einen sehr effektiven, vertrauenswürdigen Filter dar. Was der Freund (die Institution/die Firma) für interessant hält, ist auch für mich interessant.

9. Twitter kann ohne großen zusätzlichen Zeitaufwand in den beruflichen und privaten Online-Alltag integriert werden. Das asynchrone Kommunikationsmedium Twitter erlaubt jederzeit einen temporären Ausstieg aus dem Lesen des Tweet-Stromes; wenn wieder mehr Zeit vorhanden ist, widmet man sich intensiver um seine Tweets.

10. Bin ich bei Twitter Alltagsjournalist oder Leser solcher Tweets? Bin ich Konsument von Nachrichten – oder Produzent? Empfehle ich dieses Restaurant oder folge ich der Empfehlung eines Twitterers? Kommentiere ich meinen Alltag dokumentaristisch oder erfreue ich mich an den originellen Kommentar-Tweets anderer? Das Verschwimmen der Sender-/Rezipienten-Grenzen macht schwindelig – ein schönes Gefühl.

11. In Twitter wird vieles quantifizierbar: wie viele Followers, wie viele Followings? Wie viele Tweets empfangen, wie viele verschickt? Wie viele Resonanz durch Retweeten? Das vielfältige Quantifizieren erleichtert das Erlernen einer recht frischen, neuen Kulturtechnik: soziale Beziehungen online auf- bzw. ausbauen und pflegen.

(volker bombien)

Anm. der Redaktion:
Punkt 4.
ist mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass es offensichtlich immer wieder Menschen gibt, die es nicht so machen, wie es nach gängigen Business-Ratgebern gemacht werden muss – und die, man höre und staune, trotzdem oder gerade deshalb etwas auf die Beine stellen.

FacebookTwitterGoogle+

Trüffel gesucht und gefunden

05. September 2009 von Chris
YouTube Preview Image

Ein kurzer Nachtrag zu unserem Interview mit Volker Bombien.

Wie war das noch: »Mikrocontroller-Programmierung wird ein Riesending…wenn man bei youtube Arduino eingibt, das ist so ein Mikrocontrollerteil, dann bekommt man über 600 Videos.«

Und: »Ich habe selten daneben gelegen.«

Das können wir nur bestätigen: Inzwischen, nur drei Monate später, bekommt man bei youtube über 7000 Videos für »Arduino«. Wenn das keine Entwicklung ist. Und sogar sich selbst heilende Stühle sind mittlerweile möglich.

FacebookTwitterGoogle+

Interview mit Volker Bombien

01. September 2009 von Chris

Get the Flash Player to see this player.

»Was mich interessiert, das ist interessant.«

Volker Bombien war langjährig in verantwortlichen Positionen im politischen Bereich tätig, bevor er Lektor wurde.

Inzwischen arbeitet er seit Jahren für den O’Reilly Verlag in Köln, die deutsche Niederlassung des internationalen Computer/IT-Verlages O’Reilly Media. Anhand täglicher Internetrecherche sucht und findet er mit viel Erfahrung und Faszination nach eigener Aussage »Trüffel« – auflageträchtige Trends und Themen, aus denen künftig Bücher bei O’Reilly entstehen. Im Interview spricht Volker Bombien über aktuelle Entwicklungen, beispielsweise die Mikrocontroller-Programmierung, die im Rahmen der Do-It-Yourself-Bewegung zunehmend auch in Musik- und Kunstbereiche vordringt. Außerdem erklärt er, warum es ihn immer wieder fasziniert, 10-15 Stunden am Tag im Internet zu forschen und neue Ideen zu entwickeln.

»Ich kann Aufmerksamkeit erregen, wenn ich frühzeitig einen Trend benenne…und ich lag selten daneben.«

Neben dem Erkennen von Trends zählt für Volker Bombien inzwischen immer mehr, Ideen auch in die Tat umzusetzen: »Auf die Theorie muss die Praxis folgen, sonst ist auch das Erkennen eines Trends müßig.«

Der O’Reilly Verlag ist in der IT-Branche ein fester Begriff: Er ist bekannt für detaillierte technische Darstellungen zahlreicher praktischer EDV-Themen. O’Reilly Media veröffentlichte 1992, als es nur wenige hundert Websites im ganzen Netz gab, das erste Buch im Internet.

O’Reilly Verlag
O’Reilly Blog
Mehr über O’Reilly

FacebookTwitterGoogle+

Interview mit Martin Haußmann

18. August 2009 von Chris

Get the Flash Player to see this player.

»
Zeichnen ist eine Berufung und ein Fluch.«

Martin Haußmann ist Kommunikationsdesigner und freier Illustrator. Seit er nach dem Studium nach Köln kam, arbeitet er für zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Verlage. Zusätzlich illustriert er seit Jahren live während des WDR-Literaturmarathons im Rahmen der lit Cologne. Eine neue Projektausrichtung führt ihn momentan an den Overhead-Projektor, wo er mithilfe von Collagen aus verschiedenen Materialien Geschichten aus Licht entstehen lässt.

Geschichten erzählen ist, wie das Zeichen selbst, der Antrieb für sein Schaffen. »Wenn ich längere Zeit nichts mache, werde ich unzufrieden.«

Als Kommunikationsdesigner und Dienstleister insbesondere zur Kopfarbeit ausgebildet, versucht Martin Haußmann in seiner Arbeit inzwischen, wieder mehr assoziative Wege zu gehen. Vor allem ist ihm wichtig,  Texte nicht allein mit logisch dazu passenden Bildern zu dekorieren, sondern Bild und Text als Sparringpartner zu sehen, sie freier und gleichberechtigt zu kombinieren.

Diese Arbeit ist für ihn, wie das Zeichnen überhaupt, eine Entwicklungsprozess. »Es ist ja grundsätzlich so, dass man lernen und üben kann durch das Nachzeichnen von Dingen, die man gut findet. Aber an einem Punkt muss man dann die eigene Faszination, das, was einen ausmacht, hineinbringen. Und das geht nur durch Ausprobieren.«

haussmann-illu.de

FacebookTwitterGoogle+