Tag: Engagement

Es geht weiter

11. Dezember 2010 von Kerstin

Die Schlichtungsverhandlungen in Stuttgart sind vorbei, die Diskussionen um S21, K21 und eine Demokratie mit mehr Bürgerbeteiligung gehen weiter. Live und direkt aus Stuttgart überträgt fluegel.tv heute zahlreiche öffentliche Stellungnahmen von Teilnehmern der Schlichtungsverhandlungen sowie die Großdemonstration »Stuttgart ist überall«.

Direkt zur Live-Übertragung auf fluegel.tv

Interview mit Robert Schrem

26. November 2010 von Chris


(Robert Schrem)

(interview: scroll down) »Es war nie geplant, dass wir einen Fernsehsender gründen – das ist einfach passiert.«

Seit inzwischen einigen Monaten verfolgen wir das Projekt S21 in Stuttgart. Immer wieder haben uns Freunde von den Geschehnissen dort berichtet und dabei betont, dass alle Protestveranstaltungen friedlich ablaufen. Dann kam der 30.9., und wir erfuhren zunächst über SPIEGEL Online, dass im Stuttgarter Schlossgarten, wo die ersten Bäume für das geplante Bahnhofsprojekt gefällt werden sollten, ein Polizeieinsatz gegen Demonstranten im Gange war.

Wie das so ist, wenn einer im Team aus Stuttgart kommt und beide die Stadt gut kennen: man will natürlich mehr Informationen über das, was vor sich geht. Wir suchten daher nach mehr Konkretem und stießen auf fluegel.tv. Hier konnten wir die Proteste und Teile des Polizeieinsatzes live online verfolgen. Es resultierten Einblicke, die die eingesessenen Medien in ihren Berichterstattungen nicht lieferten sowie die Tatsache, so manche spätere Stellungnahme der politisch Verantwortlichen dadurch in einem anderen Licht betrachten zu können.

fluegel.tv – was für eine gute Idee, dachten wir uns, fingen an darüber zu recherchieren und stellten fest:

Die Geschichte von fluegel.tv ist wie geschaffen für die Inspiration Lounge. Robert Schrem, Gründer von amplify, hat sein Büro direkt gegenüber der Nordseite des Stuttgarter Bahnhofs. Um den Abriss des Bahnhofnordflügels im Rahmen des Projektes S21 live und online zu dokumentieren, stellte er Anfang August eine Kamera an seinem Bürofenster auf. Der Beginn der Abrissarbeiten ließ die Seitenzugriffe sprunghaft steigen. Fast alle deutschen Fernsehkanäle verwendeten Robert Schrems Filmmaterial von diesem Zeitpunkt an.

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Das Dokumentationsprojekt entwickelte sich schnell zu einer immer umfassenderen Berichterstattung: Live-Übertragungen von den Projekt- und Widerstandsentwicklungen, den Demonstrationen und inzwischen auch den Schlichtungsverhandlungen in Stuttgart sind hinzugekommen. fluegel.tv hat außerdem mit »auf den sack« eine eigene Talkrunde, moderiert von Thorsten Puttentat. Auch von anderen Orten wird gesendet und berichtet. So übertrug fluegel.tv bereits aus dem Wendland rund um die Gorleben-Demos oder direkt aus dem Bundestag. Die Macher haben dabei immer den Anspruch, so objektiv, kontinuierlich  und nah dran wie möglich Bericht zu erstatten. Unser Interview fand dann auch mitten in den Vorbereitungen zur Übertragung einer Großdemo in Stuttgart statt.

Das Team von fluegel.tv besteht aktuell aus ca. 20 ehrenamtlichen Mitmachern, die das Engagement eint, fluegel.tv weiter voran zu bringen und so auch künftig für unabhängige Übertragungen und mehr Transparenz zu sorgen. Aus der ersten Kamera hat sich heute wesentlich mehr entwickelt – vor allem durch die tatkräftige Hilfe und das Know-how der zahlreich dazugekommenen Mitmacher. So verfügt fluegel.tv inzwischen u.a. über einen Boller-Ü-Wagen als mobile Übertragungseinheit. Und auch die Zuschauerzahlen werden stetig ausgebaut.

In den Hochzeiten schalten sich eine halbe Million Menschen in nur wenigen Tagen zu. Nachrichten-Websites wie SPIEGEL Online haben fluegel.tv verlinkt. Das Team erhält permanent zahlreiche Presseanfragen zur aktuellen Situation in Stuttgart.

Längst denkt man bei fluegel.tv auch über S21 hinaus»Das Interessante am Internet ist, dass man mit geringeren Mitteln sehr viel Öffentlichkeit für ein Thema erzeugen kann. Toll ist auch zu sehen, dass dadurch so viel Schwung entstanden ist.

Wir werden im Sinne von mehr Transparenz und Demokratie auf alle Fälle weiter machen, auch wenn das Projekt Stuttgart21 längst begraben sein sollte.«

Wir auch.

Interview mit Robert Schrem

18. November 2010 von Kerstin
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»Es war nie geplant, dass wir einen Fernsehsender gründen – das ist einfach passiert.«

Seit inzwischen einigen Monaten verfolgen wir das Projekt S21 in Stuttgart. Immer wieder haben uns Freunde von den Geschehnissen dort berichtet und dabei betont, dass alle Protestveranstaltungen friedlich ablaufen. Dann kam der 30.9., und wir erfuhren zunächst über SPIEGEL Online, dass im Stuttgarter Schlossgarten, wo die ersten Bäume für das geplante Bahnhofsprojekt gefällt werden sollten, ein Polizeieinsatz gegen Demonstranten im Gange war.

Wie das so ist, wenn einer im Team aus Stuttgart kommt und beide die Stadt gut kennen: man will natürlich mehr Informationen über das, was vor sich geht. Wir suchten daher nach mehr Konkretem und stießen auf fluegel.tv. Hier konnten wir die Proteste und Teile des Polizeieinsatzes live online verfolgen. Es resultierten Einblicke, die die eingesessenen Medien in ihren Berichterstattungen nicht lieferten sowie die Tatsache, so manche spätere Stellungnahme der politisch Verantwortlichen dadurch in einem anderen Licht betrachten zu können.

fluegel.tv – was für eine gute Idee, dachten wir uns, fingen an darüber zu recherchieren und stellten fest:

Die Geschichte von fluegel.tv ist wie geschaffen für die Inspiration Lounge. Robert Schrem, Gründer von amplify, hat sein Büro direkt gegenüber der Nordseite des Stuttgarter Bahnhofs. Um den Abriss des Bahnhofnordflügels im Rahmen des Projektes S21 live und online zu dokumentieren, stellte er Anfang August eine Kamera an seinem Bürofenster auf. Der Beginn der Abrissarbeiten ließ die Seitenzugriffe sprunghaft steigen. Fast alle deutschen Fernsehkanäle verwendeten Robert Schrems Filmmaterial von diesem Zeitpunkt an.

Das Dokumentationsprojekt entwickelte sich schnell zu einer immer umfassenderen Berichterstattung: Live-Übertragungen von den Projekt- und Widerstandsentwicklungen, den Demonstrationen und inzwischen auch den Schlichtungsverhandlungen in Stuttgart sind hinzugekommen. fluegel.tv hat außerdem mit »auf den sack« eine eigene Talkrunde, moderiert von Thorsten Puttentat. Auch von anderen Orten wird gesendet und berichtet. So übertrug fluegel.tv bereits aus dem Wendland rund um die Gorleben-Demos oder direkt aus dem Bundestag. Die Macher haben dabei immer den Anspruch, so objektiv, kontinuierlich  und nah dran wie möglich Bericht zu erstatten. Unser Interview fand dann auch mitten in den Vorbereitungen zur Übertragung einer Großdemo in Stuttgart statt.

Das Team von fluegel.tv besteht aktuell aus ca. 20 ehrenamtlichen Mitmachern, die das Engagement eint, fluegel.tv weiter voran zu bringen und so auch künftig für unabhängige Übertragungen und mehr Transparenz zu sorgen. Aus der ersten Kamera hat sich heute wesentlich mehr entwickelt – vor allem durch die tatkräftige Hilfe und das Know-how der zahlreich dazugekommenen Mitmacher. So verfügt fluegel.tv inzwischen u.a. über einen Boller-Ü-Wagen als mobile Übertragungseinheit. Und auch die Zuschauerzahlen werden stetig ausgebaut.

In den Hochzeiten schalten sich eine halbe Million Menschen in nur wenigen Tagen zu. Nachrichten-Websites wie SPIEGEL Online haben fluegel.tv verlinkt. Das Team erhält permanent zahlreiche Presseanfragen zur aktuellen Situation in Stuttgart.

Längst denkt man bei fluegel.tv auch über S21 hinaus»Das Interessante am Internet ist, dass man mit geringeren Mitteln sehr viel Öffentlichkeit für ein Thema erzeugen kann. Toll ist auch zu sehen, dass dadurch so viel Schwung entstanden ist.

Wir werden im Sinne von mehr Transparenz und Demokratie auf alle Fälle weiter machen, auch wenn das Projekt Stuttgart21 längst begraben sein sollte.«

Wir auch.

S21

03. November 2010 von Kerstin

Dissidenz war schon immer eine reiche Quellen für neue Ideen und Blickwinkel. Momentan ist besonders das Megaprojekt Stuttgart21 ein Katalysator für jede Menge kreative Projekte, die sich beispielsweise um das Engagement zur Erhaltung des jetzigen Stuttgarter Kopfbahnhofs und des kompletten Schlossparks mit seinen alten Bäumen drehen oder versuchen, die aktuellen Geschehnisse genau zu dokumentieren, um dadurch mehr Transparenz in die komplizierte Sachlage zu bringen.

Chris, gebürtiger Stuttgarter, beobachtet alle Ereignisse rund um S21 natürlich schon seit langer Zeit, wenn auch aus einiger Entfernung. Schließlich haben auch wir hier in Köln, was unterirdische Bauarbeiten, Tunnelbohrungen und damit zusammenhängende Einstürze angeht, einschlägige Erfahrungen. In Stuttgart selbst geht es längst nicht mehr nur um das Für oder Wider eines großen Bauprojekts, sondern mehr und mehr um Fragen von demokratischer Willensbildung heute und in Zukunft, um Kommunikation und Teilhabe, um Transparenz, politische Legitimierung, um Legitimität und neue Formen der Medienberichterstattung.

Wie Stuttgarter Freunde uns berichteten, soll das Bahnhofsthema vor Ort nahezu eine Art Religion geworden sein, die Fronten sind trotz Schlichtungsbemühungen verhärtet. Und dann erreichten uns in letzter Zeit immer wieder Einladungen wie: »Ihr müsst unbedingt vorbeikommen, um Euch anzuschauen, mit wieviel Engagement und Kreativität die Leute hier für ihre Auffassungen von S21 eintreten, was hier alles passiert und wieviel hier gerade auch an neuen Ideen und Richtungen entsteht.«

Was haben wir also getan? Das, was wir gerne tun: trotz knapper Zeit haben wir die Kameras geschnappt, sind auf nach Stuttgart, haben uns die Lage vor Ort angeschaut und dabei einen Interviewpartner gefunden, der ein täglich wachsendes Projekt für mehr Unabhängigkeit in der Berichterstattung über S21 ins Rollen gebracht hat.

Demnächst mehr.

Ab morgen: die erste Inspiration Lounge Serie

06. Oktober 2010 von Kerstin

Nach einer Woche »in eigener Sache« ist es nun an der Zeit für die erste Inspiration Lounge Interviewserie. Sie erweitert die von uns bisher beleuchteten Fachbereiche um ein neues Gebiet: Weinbau und Weinherstellung.

Wir wurden bereits häufiger gefragt, wie wir auf dieses Thema gekommen sind. Ganz einfach: es liegt uns schon deshalb nah, weil wir beide in Weinregionen aufgewachsen sind. Wer diese Erfahrung hat, der weiß, dass Wein, sein Anbau und seine Herstellung Aspekte sind, die ganze Regionen und ihre Kultur wesentlich mitprägen. Vor allem aber weiß man dann, dass Wein aus deutschen Regionen gerade innerhalb der letzten Jahre eine immense Entwicklung genommen hat. Wurde insbesondere bis in die späten 70er Jahre häufig auf die Erzeugung von Quantität gesetzt, gibt es heute deutlich mehr Weingüter, die sich bewusst einer ausgezeichneten Qualität und vor allem auch ökologischen Anbaumethoden verschreiben.

Da wir diese Entwicklung erkunden, dokumentieren und auch außerhalb der Weinregionen näher bringen möchten, begannen wir zu recherchieren. Es dauerte nicht lange, und wir stießen auf einen Zusammenschluss junger Winzer in Rheinhessen: Message in a Bottle. Schnell wurde uns klar, dass wir damit auf Menschen getroffen sind, die mit ihren Ideen, ihren Zielen und Vorgehensweisen wunderbar zur Inspiration Lounge passen.

Durch die Kombination aus Bewusstsein für die eigene Weinkultur und -tradition mit eingehender Ausbildung, umfassendem Know-how und viel internationaler Erfahung ist in Rheinhessen, besonders auch durch die Umstellung auf ökologische Anbaumethoden, richtiggehend eine Bewegung entstanden. Diese wird durch Message in a Bottle bestens repräsentiert.

Hohe Qualität wird in bewusster Hinwendung zu den individuellen Fähigkeiten und Positionen, zur eigenen Kreativität und den Besonderheiten der jeweiligen Lagen und Rebsorten hergestellt – eine ganz klare Abwendung vom Gedanken »one size fits all« früherer Zeiten.

Stetiger Austausch untereinander hilft, Wissen und Erfahrung zu teilen und dadurch dafür zu sorgen, dass neue Entwicklungen und Verbesserungen zu Qualitätsstandards werden können. Mit vielen Ideen, Begeisterung für ihren Beruf und Perfektionsstreben arbeiten die Winzerinnen und Winzer daran, das Ansehen Rheinhessens als Weinrgion national und international weiter zu steigern. Typisch für Winzer, wird dabei nicht nur an die einzelnen Jahrgänge, sondern übergreifend für heute und die nächsten Generationen gedacht.

Insgesamt eine Entwicklung, von der in den kommenden Jahren noch viel zu hören, zu sehen und zu schmecken sein wird. Für uns daher logisch, jetzt darüber in einer Serie zu berichten. Natürlich stellen alle bei Message in a Bottle vereinten Winzerinnen und Winzer Weine von hoher Qualität her. Die Auswahl der Interviewpartner für diese Serie war daher nicht einfach. Wir haben uns für vier Weingüter entschieden, die aus unserer Sicht einen guten Einblick in die vorhandenen Weinbauentwicklungen geben und gleichzeitig für die anzutreffende Vielfalt an individueller Weinkultur, Weingutgeschichte und damit verbundenen Haltungen stehen.

Im Rahmen unserer Serie versammeln diese Winzerinnen und Winzer die gemeinsamen Ziele und den Anspruch von Message in a Bottle sowie jede Menge (mit)geteiltes persönliches Wissen und besondere Vorgehensweisen im Detail.

Die Serie mit vier Interviews startet morgen.