Tag: Demokratie

Peter Kowalsky

16. September 2013 von Chris

peter kowalsky
(Peter Kowalsky)

Das alkoholfreie Erfrischungsgetränk Bionade entwickelte sich zu Beginn des neuen Jahrtausends vom unbekannten Newcomer aus der Rhön zu einer internationalen Erfolgsgeschichte, die scheinbar plötzlich in aller Munde war. Peter Kowalsky ist einer der Mitentwickler/Mitbegründer von Bionade und war seit 1997 als geschäftsführender Gesellschafter der Firma Bionade International GmbH verantwortlich für Forschung, Marketing und Vertrieb. Im Jahr 2012 verkauften er sowie die anderen Mitglieder der Familie Kowalsky ihre Anteile an Bionade. Seit diesem Zeitpunkt stellt Peter Kowalsky sein Know-how im Rahmen der Initiative Sustainable Business Angels jungen Unternehmern zur Verfügung und arbeitet inzwischen auch an neuen, eigenen Projekten.

In weit mehr als 20 Jahren Arbeit an und für Bionade erlebte Peter Kowalsky hautnah die Höhen und Tiefen kreativen Unternehmertums. Da ist die Ausgangssituation, der eigenen Vorstellung zu folgen, auch wenn der Zeitgeist gerade das Gegenteil feiert und die Tatsache, lange Zeit durchhalten zu müssen. Es folgen der Rummel, wenn vermeintlich über Nacht der große Erfolg eintritt, viele Leute, die einen auf einmal unbedingt kennen wollen, zahlreiche Preise, die man verliehen bekommt: Ökomanager des Jahres, Mittelständler des Jahres etc. Schließlich: der Ausstieg aus dem selbst gegründeten Unternehmen mitsamt dem Abschied von einem Produkt und einer Marke, die unmittelbar mit der eigenen Person und der eigenen Familie verknüpft sind.

Was nimmt man aus all dem mit? Insbesondere, wie wichtig es ist, gerade auch von eigenen Ideen und gegangenen Wegen loslassen zu können und Veränderungen als neue Chance zu begreifen, um Gelerntes neu einzubringen. Oder: wie wichtig das Bewusstsein dafür ist, wie sehr jeder von uns seine eigenen Blickwinkel hat und seine eigene Realität schafft– auch wenn ständig daran gearbeitet wird, uns zu standardisieren.

Wir freuen uns auf das Live-Interview mit Peter Kowalsky bei den Inspiration Lounge TALKS 2013/II über die positiven Seiten des Wandels, über Dinge, die bleiben und unsere persönlichen Möglichkeiten, mit den eigenen Ideen für uns selbst und für andere Besonderes zu bewegen.

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Keine Atempause

23. Mai 2013 von Chris

superblitz(unser support)

Wir sind wieder für euch unterwegs.

Viele Gespräche, viele spannende Menschen, unerwartete Wandlungen. Gerade dies macht die Inspiration Lounge für uns so spannend, da wir tatsächlich nicht wissen, was sich hinter der nächsten Geschichte versteckt. Wir kratzen aber dran. Und wenn es sich lohnt, werdet ihr davon erfahren.

Versprochen.

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Haltung – oder warum Twitter, fb & Co manchmal doof sind.

19. Mai 2013 von Chris

twitter

Nein. Keine Angst. Nicht schon wieder der tausendste Post über Co-Worx, Netzwerke Pro und Kontra. Dafür gibt es ja den Herrn Lobo beim spon. Der macht das gut. Manchmal mehr, manchmal weniger.

Ich habe heute mal wieder über Haltung nachgedacht. Mir  ging irgendwie die Sache mit der SPEX-Neuerscheinung (das Buch), der daraus resultierenden Diskussion mit den Beteiligten, u.a Dirk Scheuring, heise online, einem älteren Journalisten und der dazugehörenden  (aktiv/passiv) Entourage durch den Kopf. >mehr_telepolis

Der Druck aller Beteiligten, nennen wir sie Medien einerseits und die (gut-)informierte Crowd andererseits, wer auch immer die so genau ist, davon habe ich sowieso keinen Plan, ballern sich gut recherchierte Infos in EchtzeitTaktung um die Ohren. Das kann nicht gut gehen.

Klar ist Vernetzung sinnvoll, sie ist in gewisser Weise auch unsere Zukunft  >ägyptischer Frühling etc.  – anderseits sehen wir durch Halbwahrheiten, Echtzeit, unausgegorene News, shitstürme und Zynismus nur ein Teil vom Ganzen. Was auch immer das Ganze ist.

Btw – wir nehmen  40 Informationen gleichzeitig bewußt wahr – 11.ooo 000 unbewußt. Also ganz doof oder langsam sind wir somit nicht. Jetzt kommt die Haltung ins Spiel. Mir ist das manchmal einfach zuviel. Dann ziehe ich meinen virtuellen Stecker raus und laß den Account und den Browser zu – lasse Ideen, Gedanken oder Informationen einfach auf mich wirken. 24 Stunden zwischen einer Entscheidung oder Statement können manchmal sehr sinnvoll sein.

Und ich habe mit Sicherheit nichts dagegen, wenn Journalisten bei der Sache bleiben, die ihr eigentlicher Job ist: Zu sehen und zu beschreiben. Ob es mir passt oder nicht.

In meiner Meinung.

dirk(dirk scheuring)

Hier für ein paar Interessierte Dirk Scheuring im Interview mit der Inspiration Lounge. Ist schon ein paar Tage älter, aber ich denke, das kann man vernachlässigen.

zum Interview_Part I | II | III – V

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Christian Feike

09. Mai 2013 von Chris

christian feike(Christian Feike_investinlife // Wasser)

Nach diesen persönlichen und künstlerischen Perspektiven auf die lebenswichtige Ressource Wasser schloss sich das Interview mit Christian Feike von investinlife an, der als Finanz- und Versicherungsmakler bewusst und ausschließlich über grüne Anlage- und Absicherungsmöglichkeiten berät. Da das Interesse und das Engagement für den nachhaltigen Umgang mit unseren wichtigen Lebensgrundlagen Christian Feike sowohl beruflich als auch privat vorantreiben, lag es nah, ihn im Rahmen seines Interviews um seine Blickwinkel und Haltungen zu den aktuellen, weltweiten Entwicklungen zum Thema Trinkwasser zu bitten. Was also geht vor und warum sollten wir aufmerksamer werden und handeln?

Gleich zu Beginn lenkte Christian Feike die Aufmerksamkeit der TALKS-Besucher auf Aussagen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Nestlé-Konzerns, Peter Brabeck-Letmathe, zum Thema Trinkwasser. In einem Interview hatte Peter Brabeck-Letmathe geäußert, es gebe zwei Auffassungen über Wasser. Die eine, vertreten von vielen NGOs und sehr extrem: Wasser ist ein lebenswichtiges Gut und müsse daher auch ein öffentliches Recht sein. Er persönlich ist dagegen der Meinung, Wasser sei ein Lebensmittel wie jedes andere auch, und daher müsse man ihm einen bestimmten Wert und Preis geben, damit jeder weiß, dass es auch etwas kostet. Für diejenigen, die es sich dann nicht leisten könnten oder die keinen Zugang dazu hätten, könnte man ja irgendwelche speziellen Lösungen finden. (Welche, sagt Peter Brabeck-Letmathe nicht.)

christian feike_wasser(Interviewpartner Christian Feike bei die Inspiration Lounge TALKS 2013)

Warum ist es Christian Feike so wichtig, diese Äußerungen weiterzugeben? »Weil ich darauf hinweisen möchte, dass der Nestlé-Konzern, der größte Abfüller von Trinkwasser weltweit, sich schon seit vielen Jahren insbesondere in bis dahin öffentliche, kommunale Wassernetze einkauft, um Trinkwasser abzuziehen, abzufüllen und es danach unter verschiedenen Markennamen in den Handel zu bringen.« (Beispielsweise Pure Life, inzwischen auch bei uns in vielen Supermärkten erhältlich.)

Was ist daran zu kritisieren, fragen wir und die Besucher der Inspiration Lounge TALKS. »Es beginnt damit, dass der Nestlé-Konzern ein Vermögen damit verdient, den Menschen Trinkwasser, abgefüllt vor allem in Plastikflaschen, teuer zu verkaufen, während der Konzern beim Zapfen von öffentlichen bzw. ehedem öffentlichen Wasserquellen gemessen daran einen sehr kleinen Preis zahlt. Aber das ist natürlich nur der Anfang. Das große Problem liegt darin, dass durch die Wasserentnahme von Nestlé vielen Anwohnern, die auf eine Versorgung mit ausreichendem Wasser angewiesen sind, genau dieses ausgeht. Das trifft insbesondere Menschen in armen Gegenden der Welt besonders hart und lebensbedrohlich. In südafrikanischen Townships haben die Menschen keinen öffentlichen Wasserzugang mehr, während Fabriken des Nestlé-Konzerns in der Nachbarschaft das Brunnenwasser abziehen und abfüllen. Die Anwohner werden auf die Möglichkeit verwiesen, das Flaschenwasser zu kaufen, das allerdings für die meisten Menschen dort in den benötigten Mengen unerschwinglich ist. In indischen oder südamerikanischen Gemeinden genau das Gleiche, oft verschärft dadurch, dass den ansässigen Bauern auch kein Wasser mehr für ihre Felder zur Verfügung steht. So können sie nichts mehr anbauen, verlieren ihre Arbeit und ihre Lebensgrundlagen, während Nestlé das dort billig eingekaufte Trinkwasser teuer an diejenigen Menschen verkauft, die es sich leisten können. Es ist wichtig, dass mehr und mehr Leute das wissen und es auch wieder in ihrem eigenen Umfeld weiterverbreiten. Es geht darum, diese Entwicklung aufmerksam zu beobachten und entsprechend zu agieren, wenn wir diese Vorgehensweise nicht weiter unterstützen wollen.

christian feike, kerstin döweler(Christian Feike im Gespräch mit Kerstin Döweler_Thema Nestlé)

Was schägt Christian Feike vor? »Da ist erst einmal die Tatsache, dass wir alle diese Entwicklung mit unserem Konsumverhalten unterstützen, solange wir die entsprechenden, abgefüllten Wasser kaufen. Das eben nicht weiter zu tun, ist ein einfacher, für jeden hier machbarer Schritt. Dann geht es darum, davon auch andere Menschen zu überzeugen, jeder in seinem eigenen Umfeld. Nur dadurch können wir etwas in Gang setzen.«

Wie ist es mit den aktuellen Entwicklungen zum Thema Trinkwasser innerhalb der EU, wollten wir weiter wissen. Christian Feike berichtet dem Publikum daraufhin von den EU-Bestrebungen, den Trinkwasserbereich immer weiter zu privatisieren. »Auch hier geht es wieder darum, dass die Infrastrukturen rund um die Trinkwasserversorgung nach und nach in Privathand gebracht werden sollen, weil das angeblich kostengünstiger und besser für uns alle sein soll. Nur: in Gegenden, in denen sich große Privatunternehmen bereits in die Wasserversorgung eingekauft haben, ist die Wasserqualität oft deutlich schlechter geworden, während die Preise steigen. Längst sind einige Kommunen daher dazu übergegangen, ihre Wasserinfrastruktur in aufwändigen Verfahren wieder zurückzuerwerben. Paris und Stuttgart sind solche Beispiele. Noch dazu sind die Gutachten, die innerhalb der EU als Entscheidungsgrundlage für eine Privatisierung dienten, durch ein Gremium erstellt, das ganz überwiegend aus genau den Großunternehmen besteht, die von einer Privatisierung deutlich profitieren. Es geht darum, über diese Vorgänge informiert zu sein und genau zu betrachten, was hier passieren wird, falls es so weitergeht. Die bisher öffentliche Wasserversorgung und damit verbundene Infrastrukturen sind über viele Jahre von uns Bürgern finanziert und sie haben in öffentlicher Hand für uns alle funktioniert. Unsere Wasserqualität ist gut. Nun erzählt man uns, dass Privatunternehmen all das besser organisieren können, weil der Markt es angeblich stets besser richtet. Das müssen wir viel mehr hinterfragen, diesen Konsens des Gewohnten, der uns immer wieder begegnet. Und wir müssen die eigene Bequemlichkeit ablegen und uns aktiv einmischen. Das ist unerlässlich, wenn wir an Entwicklungen etwas ändern wollen, die auf Druck von Konzernen erfolgen, die im Bereich Trinkwasser einfach ein Riesengeschäft sehen. Was wollen wir heute und in Zukunft: Trinkwasser für alle Menschen, weil es unsere wichtigste Lebensgrundlage ist. Oder Wasser als Produkt wie alle anderen, in den Händen von Unternehmen, die ausschließlich mit Profitmaximierungsausrichtung arbeiten und dafür viele Menschen von einem für sie erschwinglichen Zugang zu Wasser abschneiden?«

klare worte_christian feike(»Wir müssen handeln_lasst Nestlé Produkte in den Regalen.«)

Es liegt auch an uns, die wir uns hier alle treffen. Informieren Sie sich, beispielsweise über die Initiative right2water.de. Geben Sie ihr Wissen und ihre Meinungen in ihrem Umfeld weiter. Schauen Sie auf die Entwicklungen in ihrer eigenen Kommune und lassen Sie uns alle legalen Wege nutzen, die möglich sind, damit Wasser eben kein Produkt wird wie jedes andere wird. Es bringt nichts, den Entwicklungen nur zuzuschauen.

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Eva Ohlow

07. Mai 2013 von Chris

eva ohlow(Eva Ohlow_Inspiration Lounge TALKS 2013_Wasser)

Im Rahmen dieser Inspiration Lounge TALKS stand gleich zweimal das Thema Wasser im Mittelpunkt des Interesses – und das aus gleich mehreren guten Gründen. Nicht nur, dass die aktuelle Entwicklung in Europa zu diesem Thema, nämlich das EU-Bestreben, die komplette Trinkwasser-Infrastruktur zu privatisieren, klaren Anlass zu aufmerksamer Beobachtung, zu deutlichem Hinterfragen und legalem Protest gibt. Es geht vor allem auch darum, einen bewussteren Bezug zu dieser für uns lebensnotwendigen Ressource Wasser herzustellen und die für uns große Selbstverständlichkeit im Umgang damit aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

eva ohlow, kerstin döweler(Kerstin Döweler im Gespräch mit der Künstlerin Eva Ohlow)

Wir freuten uns daher, dass sowohl die Künstlerin Eva Ohlow als auch Christian Feike, der Mitbegründer und Mitgesellschafter von investinlife zugesagt haben, den Besuchern der TALKS 2013 wichtige Impulse zum Thema Wasser mit auf den Weg zu geben.

Die Künstlerin Eva Ohlow, die in ihren Arbeiten immer wieder die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Menschen ins Blickfeld bringt, wurde insbesondere während ihrer vielen Reisen mit dem Thema »Lebensgrundlage Wasser« konfrontiert. Sei es in Indien oder in afrikanischen Staaten wie beispielsweise Burkina Faso oder Mali – immer wieder erlebte sie hautnah mit, wieviel Mühe es den Menschen dort bereitet, sich ausreichend mit Wasser zu versorgen. Frauen tragen Wasserbehältnisse, die oft aus alten Autoreifen oder anderem recycelten Materialien gefertigt werden, über viele Kilometer bis zu ihren Wohn- und Arbeitsstätten. Eine zeit- und arbeitsintensive Beschäftigung, die uns – gewohnt nur den Wasserhahn aufzudrehen – völlig fremd erscheint.

gäste(Full House)

Anhand von zahlreichen Fotos, die sowohl die seltenen Wasserstellen zeigten als auch vom permanenten Wassermangel geprägte Landschaften und Städte, erläuterte Eva Ohlow während ihres Inspiration Lounge Interviews den Besuchern ihre direkten Eindrücke von einer uns so fernliegenden Welt, in denen täglich und oft ganz im direkten Sinne des Wortes um jeden Tropfen Wasser gekämpft wird. Auf Nachfrage erzählte die Künstlerin auch, wie sie selbst am eigenen Leib die Wasserknappheit erlebte, als bei einem ihrer Afrikaaufenthalte aufgrund einer Stromsperre kein Wasser mehr zugänglich war. »Wie es mir ging? Nach kurzer Zeit und in dieser Hitze kippt ich um. Mein Körper brach einfach zusammen und das hat mir sehr klar vor Augen geführt, wie wichtig Wasser für uns Menschen, für alles Leben ist. Wir haben das hier in unseren Breitengraden nur nicht so unmittelbar vor Augen. Doch wenn sie einmal wirklichen Wassermangel, wirklichen Durst erleben, wenn sie sehen, wie Menschen die Ernte, das Einzige, was sie haben, verdorrt, weil sie ihre Felder nicht mehr bewässern können. dann wissen sie, dass Wasser die wichtigste Lebensgrundlage ist, die wir viel mehr schätzen und auf die wir aufpassen müssenn. Im Interesse von uns allen.«

Geprägt von diesen Gedanken sind auch die künstlerischen Werke von Eva Ohlow, die es dazu im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS zu sehen gab: aufwändige Fotoarbeiten von alten Wasserhähnen. Für die Fotos war Eva Ohlow vor allem in alten Kölner Industrieanlagen unterwegs, um Wasserhähne zu finden, die wie aus einer anderen Zeit scheinen und aus denen trotzdem frisches Trinkwasser fließt. Im Gegensatz dazu: Fotografien von vertrockneter Erde in Afrika und ausgetrockneten Brunnen – ein krasser Gegensatz zum hier meist unreflektierten Wasserreichtum.

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