Tag: Demokratie

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28. Juli 2015 von Kerstin

de waag(de waag, amsterdam // gare du nord //)

Es gibt Orte, von denen geht einfach mehr Energie, mehr kreativer Geist aus. Das merkt man immer dann, wenn man an einen solchen Ort kommt und ganz deutlich den Unterschied bemerkt zu dem, was man Alltag nennen könnte. Als wir in Amsterdam waren, meinem Erleben nach ein solcher Ideen-Ort, habe ich mich gefragt: wenn man so deutlich spürt, dass hier etwas besonders ist, was genau ist es?

waag3(exhibition)

Ich denke, es ist vor allem die Offenheit und Aufmerksamkeit, mit der gute Ideen begrüßt werden. Man merkt: es geht was. Da ist ein echtes Interesse an Zusammenarbeit, weit über die Grenzen von Fachbereichen und Muttersprachen hinaus, Freude am Gestalten, am Mitmachen und Schaffen neuer Perspektiven. Und wahrlich, allein die Kombination von alter und neuer Architektur zeigt in Amsterdam das Bewusstsein für Tradition und für heutige bzw. künftige Herausforderungen.

waag1(nicola samori)

Ein weiteres Beispiel für das Zusammenspiel von Traditionsbewusstsein und Zukunftsweisendem: Die Waag Society mit Sitz im Theatrum Anatomicum am Nieuwmarkt. Dieses wurde im 17. Jh. als Raum für wissenschaftliche Experimente und Lehre erbaut. Es dient heute als Institut für Kunst, Wissenschaft und Technologie, das mit seinen erfrischenden Vorgehensweisen seinesgleichen in unserer Region sucht. Besonderes Anliegen der Waag Society: Fachbereiche von Kunst und Design, IT bis hin zur Mikrobiologie und Biogenetik näher zusammenbringen. Vor allem aber: wissenschaftliches und technisches (Praxis-)Wissen besser für alle Interessierte zugänglich machen, gesellschaftlichen Diskurs anstoßen, Laien mit Fachleuten in Austausch bringen, Hemmschwellen abbauen. Dass man dafür den einzelnen Menschen nicht nur als Konsumenten, sondern tatsächlich als Menschen und Bürger verstehen muss – keine Frage.

waag2(benutzung der kunst auf eigene gefahr)

So, wer jetzt neugierig auf Die Waag Society geworden ist: einfach mal hinfahren. Momentan läuft im Theatrum Anatomicum eine sehr sehenswerte Ausstellung mit Werken von Sonja Bäumel, Nicola Samori und Laurent-David Garnier, die wahrlich neue Perspektiven auf Mensch und Umwelt vermittelt.

 

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Inspiration Lounge_going public # 2 | René Tinner

22. Oktober 2014 von Kerstin

kerstin döweler, rené tinner(rené tinner, musikproduzent, kerstin döweler_le tapir)

Im zweiten Interview des Abends erzählte der Musikproduzent und Sound-Engineer René Tinner im Rahmen unserer Inspiration Lounge_going public #2 davon, wie er in den 1970er Jahren nach Köln kam, mit den Musikern von Can zusammenarbeitete und ab 1978 das Can Studio leitete.

interview rené tinner(rené spricht …)

»Den einzelnen Bandmitgliedern von Can war es sehr wichtig, ihre eigene Art von Musik zu machen und nicht zu klingen wie beispielsweise die Rolling Stones, die zur damaligen Zeit für viele Bands ein Vorbild waren. Und auch für mich ist das immer die große Herausforderung gewesen, die mich bewegt: neue, eigene Ideen einzubringen und zu realisieren, nicht einfach irgendetwas nachzumachen, weil es momentan vielleicht am Markt gut funktioniert. Nur so entsteht mit der Zeit der eigene Stil, das eigene Ding, das auch nicht austauschbar ist. Betrachtet man die Musikgrößen, die viele Jahre absolut prägend waren und sind, lässt sich feststellen: sie gehen diesen Weg.«

sound engineer(… über die zeit mit can )

Gefragt, inwieweit sich die Arbeit mit Sound im Laufe der Jahre und mit der Umstellung auf digitale Technik verändert hat, antwortete René Tinner: » Mit der Umstellung auf die Musikproduktion am Computer ist eine neue Wahrnehmungsebene hinzugekommen: das Betrachten von Musik in Form von Amplituden auf dem Bildschirm. Insbesondere bei vielen Studenten, die ich unterrichte, beobachte ich inzwischen eine solch starke Fixierung auf dieses Betrachten von Musik, dass darüber offensichtlich die Fähigkeit verschwindet, zuhören zu können. Doch das ist es eben, worum es in der Musik, und nicht nur in der Musik geht: Hören – Zuhören.«

gespräch Inspiration Lounge_going public #2(zum abschluss: ein wunsch an die besucher)

In diesem Zusammenhang war dann auch die Anregung zu sehen, die René Tinner zum Abschluss seines Interviews an das Publikum richtete: »Es gibt heute so unglaublich viele Musik, sie ist ständig um uns herum. Gleichzeitig und vielleicht gerade deshalb wird Musik nur noch sehr selten wirklich wertgeschätzt. Ich würde mir wünschen, dass Sie mal wieder einer Musik ihrer Wahl komplette Aufmerksamkeit schenken und ihr tatsächlich zuhören – ohne Ablenkung. Ich bin davon überzeugt, Sie werden auf diese Weise Neues, vielleicht sogar Faszinierendes entdecken.«

Mehr Inspiration und Details aus dem Interview mit René Tinner gibt es demnächst hier im Inspiration Lounge Video. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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Inspiration Lounge_going public # 2 | Tristan Becker + Jonathan Schaller

19. Oktober 2014 von Chris

kerstin(letzter ton- und aufnahmecheck_kerstin döweler)

Hier die ersten Eindrücke von unserer Inspiration Lounge_going public #2 in der stilbude in Köln. Wir freuen uns, dass das Thema des Abends, Old School | New School, großes Interesse fand. Alle Plätze waren schnell vergeben.

old school(die veranstaltung war bis auf den letzten platz ausverkauft)

Wir hatten vier Interviewgäste eingeladen: Den Filmemacher Jonathan Schaller und Tristan Becker, Hautdarsteller des Films Eigentlich Alle. Den Schweizer Musikproduzenten und Soundengineer René Tinner sowie Bärbel E. Kohler, Personalcoach.

gäste(Inspiration Lounge_going public #2 | old school | new school)

Jonathan Schaller und Tristan Becker sprachen im 1. Interview des Abends über die Herausforderung, den abendfüllenden Spielfilm /Eigentlich alle/ zu drehen. Der Film entstand während ca. 1 ½ Jahren, in denen sich beide, wie auch fast alle anderen Mitwirkenden des Films, parallel auf das Abitur vorbereiteten.

Im Rahmen der Inspiration Lounge_going public #2 erzählte Jonathan Schaller über die einzelnen Schritte der Filmproduktion, die maßgeblich in seinen Händen lagen – vom Drehbuch, das von ihm stammt, über Casting, Regie, Postproduction und Filmfinanzierung bis hin zum Vertrieb: /Eigentlich alle/ lief bereits mehrfach in Kölner Kinos vor jeweils ausverkauftem Haus.

tristan becker(der filmemacher jonathan schaller und tristan becker /eigentlich alle/)

Gefragt nach seinen wesentlichen Beweggründen, den Film zu machen, antwortete Jonathan: »Ich wollte vor allem Jugendliche einfach so zeigen, wie sie sind. Und sie sind eben nicht so, wie der Tatort und andere Sendungen sie zeigen. Außerdem war es mir wichtig, das gesamte Projekt in den eigenen Händen zu halten, meine Filmidee wirklich umzusetzen und dabei auch alle auftretenden Schwierigkeiten zu meistern.«

Herausragend unterstützt wurde Jonathan Schaller dabei vom Hauptdarsteller des Films, Tristan Becker, der im Interview schilderte, wie er sich auf den Dreh vorbereitete und wie es ihm gelungen ist, den Tristan so wirklich und überzeugend zu spielen. Auch erzählte er über die harten Momente während des Drehs, mit denen alle Mitwirkenden zwischenzeitlich zu kämpfen hatten. »An manchen von uns eingeplanten Drehorten konnten wir beispielsweise dann doch nicht arbeiten. Das führte zu Zeitverzögerungen, wir mussten umorganisieren und durften natürlich auch die Nerven der anderen Mitwirkenden nicht zu sehr strapazieren.« Das ist offensichtlich gelungen, denn alle Mitwirkenden blieben bis zum Ende dabei, und so ist mit /Eigentlich alle /, ein absolut sehenswerter Film entstanden, der inzwischen auch beim Jugend.Kultur.Preis NRW ausgezeichnet wurde.

jonathan(jonathan schaller über höhen und tiefen am set)

Wir sind überzeugt, dass wir von Jonathan Schaller und Tristan Becker noch so einiges hören werden. Das Interview gab auf alle Fälle jede Menge Einblicke, wie man mit guten Ideen, dem eigenen Können, Engagement und Improvisationsfähigkeit auch den eigenen Weg einer erfolgreichen Filmproduktion entwickeln und gehen kann.

tristan(der hauptdarsteller von /eigentlich alle/_tristan becker)

Die Inspiration Lounge_going public feierte außerdem eine Premiere: wir haben sie komplett aufgezeichnet, um sie Euch hier auch online zeigen zu können. Zu diesem Zwecke entwickelte uns der Bonner Anwalt Boris Hoeller ein Aufnahmesystem, mit Hilfe dessen er sowohl die Kameras, als auch die komplette Bild- und Tonregie alleine bewältigen konnte. Thanxxx an dich, Boris. Beim programmiertechnischen Part wurde er von Michael Schwab hilfreich unterstützt, dem ebenfalls unser Dank gilt.

bildregie(unsere one man film show: boris hoeller, rechts | technischer support: michael schwab, links)

Zum Abschluß des ersten Interviews spielte Tristan Becker dann einen seiner eigens für den Film komponierten Songs. Dies kam sehr gut an. Und wer den Film /Eigentlich alle/ nun auch komplett sehen will: er ist auf DVD über den Sprungturm Verlag, Köln erhältlich.

singer | songwriter(tristan becker macht nicht nur als hauptdarsteller eine gute figur …)

tristan becker(… er stellte auch seinen song aus dem film eigentlich alle vor)

Die Interviews der Inspiration Lounge_going public #2 werden demnächst hier auf der Inspiration Lounge als Video zu sehen sein. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Fortsetzung folgt.

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Inspiration Lounge_going public #2 | Alle Plätze sind vergeben

08. Oktober 2014 von Chris

going public(keine panik, weitere Inspiration Lounge_going public # folgen)

 

Liebe Freunde der Inspiration Lounge,

wir freuen uns, dass alle Plätze unserer zweiten Inspiration Lounge_going public #2 am
10. Oktober 2014 vergeben sind.

Für alle, die sich dieses Mal keinen Platz mehr sichern konnten: es wird auch eine dritte Inspiration Lounge_going public #geben.

Wann und wo werden wir Euch natürlich schon bald an dieser Stelle mitteilen.

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Inspiration Lounge_going public #1

20. Juli 2014 von Kerstin

Inspiration Lounge_going public #1(come together)

Wie wir hier unlängst mitteilten, bekommen die Inspiration Lounge und die Inspiration Lounge TALKS endlich Zuwachs. Am Freitag, 8. August, startet ab 19.30 Uhr in der stilbude in Köln unsere Inspiration Lounge_going public, die Lounge-Reihe zum Liebhaben, die nun regelmäßig auch zwischen den TALKS eine ausgezeichnete Gelegenheit gibt, live in die Inspiration Lounge einzutauchen.

Im Mittelpunkt jeder Ausgabe der Inspiration Lounge_going public stehen zwei bis drei von uns kuratierte Live-Interviews mit ausgesuchten Vorausdenkern und -machern aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. Jede Menge erfrischende Einblicke in zukunftsweisende Denk- und Handlungsweisen jenseits des Gewohnten sind damit garantiert. Dazu gibt es feine Schmankerln sowie Kunst und Musik. Um eine persönliche Atmosphäre zu erzeugen, versammeln wir einen bewusst kleineren Kreis ausgewählter Gäste an speziellen Orten in Köln, die, wie wir finden, Ausdruck wegweisender Ideen sind.

Die Inspiration Lounge_going public verbindet Menschen, die etwas bewegen. Sie gibt Raum für Austausch und macht Lust darauf, die Dinge mal anders zu sehen und zu tun.

Zu jeder einzelne Ausgabe entwickeln wir ein Gesamtprogramm mit einem Oberthema, das uns so wichtig ist, dass wir es mit Euch teilen. Für dieses Mal haben wir Liebe gewählt und beziehen uns damit auch auf das bekannte Zitat des englischen Schriftstellers und Philosophen John Ruskin: »When love, ideas and skills work together, expect a Masterpiece.« Was steckt dahinter? Wie sieht so etwas konkret aus? Warum machen Kombinationen von Liebe, Ideen und Skills einen solchen Unterschied zu üblichen Routinen? Wir haben dazu die passenden Interviewpartner ausgewählt, die ihre Blickwinkel, Erfahrungen und Anregungen beitragen.


Petra Martinez
und René Stessl, Steinbock + Eden
Antonius Werhahn-Mees und Philipp Pongratz, stilbude und Leck mich, Eis mit Stil
Special Guest: Wilhelm Schlote, philosophischer Zeichner

 

Wir freuen uns auf unsere Gäste und einen gemeinsamen, inspirierenden Abend. Nähere Informationen zum Programm der ersten Inspiration Lounge_going public sowie zu den Interviewpartnern folgen demnächst an dieser Stelle.


Inspiration Lounge_going public
Freitag, 08. August 2014  ||  ab 19.00 Uhr  ||  stilbude, Bonner Str. 69, Köln

 

 

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