Tag: Architektur

Wilfried Nißing, Sabine Röser

07. März 2013 von Chris

StadtwaldHolz(Wilfried Nißing, Sabine Röser_StadtwaldHolz)

Die Architektin Sabine Röser und der Schreiner Wilfried Nißing zeigen seit 1992 in Zusammenarbeit, wie man anhand von guten Ideen, Engagement und der Tatsache, alle wichtigen Arbeitsschritte in den eigenen Händen zu halten, auf nachhaltigen Wegen vorausgeht:

Unter der von ihnen entwickelten Marke StadtwaldHolz schaffen sie individuelle Möbel, Kleinmöbel und Accessoires, die sich im besten Sinne des Wortes durch das besondere Etwas auszeichnen und so die Welt schöner und auch ein Stück besser machen.

Nachhaltigkeit ist bei StadtwaldHolz gelebte Realität: für alle Möbel und Accessoires verwenden Wifried Nißing und Sabine Röser ausschließlich Holz aus dem Kölner Wald. Sie begleiten jede Möbelfertigung vom Entwurf über die Auswahl des eingeschlagen Holzes, dem Transport, der Holzbearbeitung im eigenen Sägewerk bis hin zur Verarbeitung zum Möbelstück in der eigenen Werkstatt. Auf diese Weise ist nicht nur die ökologische Herkunft des Materials und jedes einzelnen StadtwaldHolz Möbels oder Accessoires sicher, jedes Stück Holz wird sinnvoll genutzt und so der Verlust von wertvollen natürlichen Ressourcen vermieden.

Da der Kölner Forst kein Nutzwald, sondern ein Naherholungswald ist, wachsen dort viele verschiedene einheimische und auch exotische Baumarten. Im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung und regelmäßigen Durchforstung wird das Holz vom Forstbetrieb der Stadt Köln eingeschlagen. Das führt zu einer großen Auswahl unterschiedlicher Hölzer, die als Rohstoff für StadtwaldHolz Möbel und Accessoires eine ganz besondere Bestimmung finden. Die Nutzung von Holz aus dem Kölner Wald vermeidet zudem lange Transportwege und verleiht jedem StadtwaldHolz- Stück einen regionalen Bezug, den nicht nur in Köln »verwurzelte« Menschen sehr schätzen.

Wir freuen uns, StadtwaldHolz, d.h. Sabine Röser und Wilfried Nißing bei den Inspiration Lounge TALKS 2013 mit dabei zu haben. Für StadtwaldHolz haben sie 2011 den Umweltschutzpreis der Stadt Köln erhalten, und wir sind natürlich gespannt, von ihnen Näheres zur Idee und Geschichte von StadtwaldHolz zu erfahren.

 

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Interview mit Lukas Roth

10. Februar 2011 von Kerstin

»In die Fotografie bin ich reingefallen.«

Lukas Roth ist Architekturfotograf und Künstler. In die Fotografie reingefallen ist er schon in jungen Jahren. »Ich hatte eine für Fotografie begeisterte Großmutter. Es war deshalb nicht schwer, die eigene Faszination für den Bereich zu entdecken.«

Sein zeitgleiches Interesse für Architektur legte schon während seines Studiums an der Ecole Nationale de la Photographie in Arles die Spezialisierung auf Architekturfotografie nahe. Seit 1991 arbeitet Lukas Roth als freischaffender Fotograf. Die Zusammenarbeit mit Architekturbüros wie u.a. Christian Bauer Architects, Paul Bretz Architects, Peter Kulka sowie Massimiliano Fuksas, Peter Zumthor und Sir Norman Foster führt seitdem zu besonderen Fotografien von besonderer Architektur. Für Lukas Roth bedeutet Architekturfotografie dabei, gebaute, dreidimensionale Architektur in zweidimensionale Abbilder zu übersetzen. Die Architektur durch die Fotografie zu erklären heißt für ihn, Charakteristiken, die ein Bauwerk kennzeichnen, anhand des fotografischen Abbilds deutlich zu machen, hervorzuholen – das Wesen eines Gebäudes und damit Ideen und Entwurf des Architekten zu zeigen und nah zu bringen. »Mit meiner Architekturfotografie schaffe ich Dokumente von Bauwerken, die klare und wahre Aussagen über Architektur treffen.«

Seit 2002 nimmt sich Lukas Roth neben der Architekturfotografie auch wieder Zeit für seine künstlerische Arbeit. In seinen Werken geht es Lukas Roth, im Gegensatz zum rein Dokumentarischen darum, seine eigenen Kopfbilder umzusetzen. D.h., er bildet seine persönlichen Eindrücke von Orten und Situationen ab, die mit der normalen Fotografie nicht festgehalten werden können. Um dies zu bewerkstelligen, sind nach dem Entstehen eines Kopfbildes in der Umsetzung zahlreiche Einzelfotografien notwendig, die in aufwändiger Kombination und Bilderbearbeitung zusammengefügt werden. Ziel von Lukas Roth ist es dabei Bilder zu erzeugen, die dem Betrachter zunächst und mit Abstand logisch erscheinen, obwohl nichts stimmt. »Wenn ich ein Bild von einem bestimmten Ort, wie beispielsweise dem Pont du Gard mache, verwende ich daher nur Fotografien von diesem Ort. Bilder mit unbestimmter Ortsangabe kombinieren dagegen häufig Fotos, die ich an verschiedenen Orten gemacht habe. Trotzdem werde ich von Betrachtern dieser Bilder immer wieder gefragt: wo ist das?«

Zeigt die Frage einerseits ein offensichtliches Bedürfnis nach Verortung und Einordnung, weist sie doch gleichzeitig darauf hin, wie sehr das Medium der Fotografie heute noch immer zu dem Gedanken verleitet, die Wirklichkeit werde abgebildet. Und so sehr beispielsweise Lukas Roths Bild vom Pont du Gard begeistert, weil man vielleicht sogar selbst schon ein solches Erinnerungsbild hat, so sehr legt es auch nah, genau hinzusehen, weil nichts so ist, wie es scheint.

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Interview mit Veit Landwehr

16. Dezember 2010 von Kerstin

»Ich bin total verspielt.«

Veit Landwehr ist Architekt, entwarf und baute Häuser, gründete eine Filmproduktion, verdiente seine Brötchen als Schlagzeuger und arbeitet heute u.a. als Architekturfotograf. Kurz gesagt in seinen Worten: »Ich habe, glaube ich, schon so ziemlich alles gemacht, womit man Geld verdienen kann.«

Seit 2002 ist Veit Landwehr »in der Mitte von all dem« Bildender Künstler. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt. Auch im Bereich Kunst macht sich seine Leidenschaft bemerkbar, immer wieder in neue Themen einzusteigen und sich auf diese Weise ständig neues Know-how anzueignen. Das Spektrum seiner Werke ist absolut vielfältig. Es umfasst zweidimensionale Arbeiten auf Papier und anderen Materialien, Fotografien, Film- und Videoprojekte sowie zahlreiche Installationen.

Gemeinsame Ausgangspunkte der verschiedenen Werke von Veit Landwehr sind dabei seine genaue Beobachtung des alltäglichen Umfelds und eine ordentliche Portion Spieltrieb, von dem auch das Publikum ein ums andere Mal angesteckt wird. Wer hat sich hier beispielsweise noch nie gewünscht, endlich die Klingel am Hauptportal des Kölner Doms zu drücken, auf dass sich der Dicke Pitter oder sogar Kardinal Meissner höchstpersönlich in Bewegung setzen mögen? Und überhaupt: zeigt sich nicht gerade an vielen verschiedenen Orten der Republik, dass so mancher von uns gerne endlich mehr mitspielen würde, wenn er nur dürfte? Die Arbeiten von Veit Landwehr beantworten diesen Wunsch mitzumachen immer wieder genauso klar und deutlich, wie sie ihn ansprechen.

Da Veit nach eigener Aussage Sachen immer nur so lange macht, bis er sie gut kann, um dann etwas Neues zu machen, ist völlig klar: Veit Landwehr wäre nicht Veit Landwehr, wenn er nicht schon wieder neue Ideen realisieren würde. Und so wurde ich während des Interviews nicht nur ganz offiziell zur Pappnase. Gemeinsam mit Tom May hat Veit Landwehr inzwischen auch den mit einsatzbereiter Table Dance-Stange versehenen Tisch MOD.011 entwickelt, der in diesem Jahr auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Produkt, Kunst, Kulturstatement…

Seht selbst.

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Interview mit Fritz und Peter May

21. Oktober 2010 von Kerstin

»Wer ist denn Winnetou?«

Der Name Karl May steht schon lange für besondere Geschichten und ausgeprägte Charaktere. Das gilt nicht nur für den allseits bekannten Schriftsteller aus Radebeul:

Das Weingut Karl May blickt ebenfalls zurück auf eine lange Tradition, in der jeder einzelne Verantwortliche seinen besonderen Fingerabdruck hinterlassen hat. Das Weingut liegt in Osthofen im südlichen Rheinhessen – genauer gesagt, mitten im Wonnegau. Mit Fritz und Peter May übernimmt inzwischen die 7. Generation das Gut.

Obwohl beide von klein auf hautnah das Wein machen miterlebten, entschieden sie sich erst nach der Schule dafür, Weinbau in Geisenheim zu studieren. Umso mehr sind sie heute Winzer aus Überzeugung und Leidenschaft. Seit 2007 werden die Weinberge von ihnen nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet. Der konsequente Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Mittel hält Flora und Fauna so gut im Einklang, dass mittlerweile auch mehr und mehr junge Rehe in den Weinbergen anzutreffen sind.

Wenn es 65.000 Rebstöcke zu pflegen gilt, fällt viel Arbeit an. Diese wird bei Fritz und Peter May fair aufgeteilt: »Jeder von uns muss mal schwere, nervige Sachen machen und bekommt dafür auch mal ein Sahnestück.«

Bei soviel brüderlicher Kooperation in Kombination mit dem Namen Karl May und einem besonderen Know-how für hochwertige Rotweine lag es nah, mit einer außergewöhnlichen Idee aufzuwarten: dem neuen Rotweinlabel Blutsbruder, das über den Weinhandel vertrieben wird. Die größte Blutsbruder-Flasche fasst stattliche 12 Liter, ist handabgefüllt und erlaubt völlig neue Assoziationen zu der bekannten Einladung »Lass uns doch mal abends auf eine Flasche Wein treffen.«

Steht das Weingut Karl May schon seit vielen Jahren für hochwertige Weine, arbeiten Fritz und Peter May, seit drei Jahren Mitglieder bei Message in a Bottle, auch heute daran, jedes Jahr wieder ausgezeichnete Qualität in die Flasche zu packen und den Ruf Rheinhessens als Weinregion weiter nach vorne zu bringen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Aus dem Jahrgang 2009 erreichten allein neun Weine des Weinguts die Auszeichnung mit Gold, fünf wurden mit Silber prämiert. Das brachte darüber hinaus zum wiederholten Mal den Staatsehrenpreis als eines der zehn erfolgreichsten rheinhessischen Weingüter.

Und nicht nur Wein wird im Weingut Karl May mit außergewöhnlichen Ideen und Qualität an- und ausgebaut. Direkt neben dem über 300 Jahre alten Fachwerkhaus entsteht derzeit eine schon aufgrund der architektonischen Kombination sehenswerte Vinothek. Alles in allem viele Gründe, den Liebenauer Hof in Osthofen auf der nächsten Rheinhessentour zu besuchen, um die Brüder und ihre Weine persönlich kennen zu lernen.

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Xianglong zhaoi

02. September 2010 von Chris

(click the pix)

Hier wieder eine kleine Kostbarkeit, direkt aus Shanghai, von stageBack. Wer da ist, sollte sich dies nicht entgehen lassen. Wem dies zu weit ist, geht hier direkt zum Interview Susanne Junker.

»Xianglong zhaoi« – fliegender Drache nannten Forscher eine 2007 in China entdeckte Echse aus der Kreidezeit. Vor 125 Millionen Jahren glitt das kleine geflügelte Reptil auf der Jagd nach Insekten im Sinkflug von den Bäumen. Ungewöhnliche Wesen aus der Urzeit finden sich auch im Werk der europäischen Künstlerin Barbara Anna Husar (*1975, Austria): Riesige Echsen entstehen in ihrem Atelier. Mystisch, archaisch und gleichzeitig poppig-bunt sind ihre Urviecher kraftvolle Botschafter zwischen vergangenen Zeiten und der Gegenwart.

Einige ihrer Kreaturen sind Zwitterwesen zwischen Dinosaurier und Architektur. »Guggosauros Bilbao Titan« ist hierfür ein Beispiel, eine Mischung aus einem Reptil und dem Guggenheim Museum in Bilbao. Ob Knochen oder Stein, für Husar sind beide von Interesse als Rückgrat und Speichermedien unterschiedlicher Lebensformen, als Datenträger genetischer – biologischer wie kultureller – Codes, die sich ständig weiterentwickeln und sich im Kern doch gleichen. Gerade die explodierende Metropole Shanghai, deren Wandel durch die Expo 2010 nochmals an Geschwindigkeit gewann, bietet mit ihrer Gleichzeitigkeit von Hypermoderne und traditionellem Leben zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Husar wählt für ihre »Archi saurus«-Transformationen im Rahmen des Artist in Residenz-Aufenthalts bei stageBACK als erstes Motiv das Shanghai Art Museum, ein historisches Gebäude ganz in der Nähe des Platzes des Volkes, in dem heute Chinas führendes Museum moderner Kunst untergebracht ist. (Textauszug: Susanne Laengle, Wien 2010)

Parallel zeigt stageBACK als Weltpremiere den neuen Film von Barbara Anna Husar »core of flock«, sowie Skulptur, Grafik und Fotografie der Künstlerin.

Ausstellungsbeginn: ab 6. September, 2010

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