Tag: Architektur

Interview mit Veit Landwehr

16. Dezember 2010 von Kerstin
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»Ich bin total verspielt.«

Veit Landwehr ist Architekt, entwarf und baute Häuser, gründete eine Filmproduktion, verdiente seine Brötchen als Schlagzeuger und arbeitet heute u.a. als Architekturfotograf. Kurz gesagt in seinen Worten: »Ich habe, glaube ich, schon so ziemlich alles gemacht, womit man Geld verdienen kann.«

Seit 2002 ist Veit Landwehr »in der Mitte von all dem« Bildender Künstler. Seine Arbeiten werden national und international ausgestellt. Auch im Bereich Kunst macht sich seine Leidenschaft bemerkbar, immer wieder in neue Themen einzusteigen und sich auf diese Weise ständig neues Know-how anzueignen. Das Spektrum seiner Werke ist absolut vielfältig. Es umfasst zweidimensionale Arbeiten auf Papier und anderen Materialien, Fotografien, Film- und Videoprojekte sowie zahlreiche Installationen.

Gemeinsame Ausgangspunkte der verschiedenen Werke von Veit Landwehr sind dabei seine genaue Beobachtung des alltäglichen Umfelds und eine ordentliche Portion Spieltrieb, von dem auch das Publikum ein ums andere Mal angesteckt wird. Wer hat sich hier beispielsweise noch nie gewünscht, endlich die Klingel am Hauptportal des Kölner Doms zu drücken, auf dass sich der Dicke Pitter oder sogar Kardinal Meissner höchstpersönlich in Bewegung setzen mögen? Und überhaupt: zeigt sich nicht gerade an vielen verschiedenen Orten der Republik, dass so mancher von uns gerne endlich mehr mitspielen würde, wenn er nur dürfte? Die Arbeiten von Veit Landwehr beantworten diesen Wunsch mitzumachen immer wieder genauso klar und deutlich, wie sie ihn ansprechen.

Da Veit nach eigener Aussage Sachen immer nur so lange macht, bis er sie gut kann, um dann etwas Neues zu machen, ist völlig klar: Veit Landwehr wäre nicht Veit Landwehr, wenn er nicht schon wieder neue Ideen realisieren würde. Und so wurde ich während des Interviews nicht nur ganz offiziell zur Pappnase. Gemeinsam mit Tom May hat Veit Landwehr inzwischen auch den mit einsatzbereiter Table Dance-Stange versehenen Tisch MOD.011 entwickelt, der in diesem Jahr auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Produkt, Kunst, Kulturstatement…

Seht selbst.

Xianglong zhaoi

02. September 2010 von Chris

(click the pix)

Hier wieder eine kleine Kostbarkeit, direkt aus Shanghai, von stageBack. Wer da ist, sollte sich dies nicht entgehen lassen. Wem dies zu weit ist, geht hier direkt zum Interview Susanne Junker.

»Xianglong zhaoi« – fliegender Drache nannten Forscher eine 2007 in China entdeckte Echse aus der Kreidezeit. Vor 125 Millionen Jahren glitt das kleine geflügelte Reptil auf der Jagd nach Insekten im Sinkflug von den Bäumen. Ungewöhnliche Wesen aus der Urzeit finden sich auch im Werk der europäischen Künstlerin Barbara Anna Husar (*1975, Austria): Riesige Echsen entstehen in ihrem Atelier. Mystisch, archaisch und gleichzeitig poppig-bunt sind ihre Urviecher kraftvolle Botschafter zwischen vergangenen Zeiten und der Gegenwart.

Einige ihrer Kreaturen sind Zwitterwesen zwischen Dinosaurier und Architektur. »Guggosauros Bilbao Titan« ist hierfür ein Beispiel, eine Mischung aus einem Reptil und dem Guggenheim Museum in Bilbao. Ob Knochen oder Stein, für Husar sind beide von Interesse als Rückgrat und Speichermedien unterschiedlicher Lebensformen, als Datenträger genetischer – biologischer wie kultureller – Codes, die sich ständig weiterentwickeln und sich im Kern doch gleichen. Gerade die explodierende Metropole Shanghai, deren Wandel durch die Expo 2010 nochmals an Geschwindigkeit gewann, bietet mit ihrer Gleichzeitigkeit von Hypermoderne und traditionellem Leben zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Husar wählt für ihre »Archi saurus«-Transformationen im Rahmen des Artist in Residenz-Aufenthalts bei stageBACK als erstes Motiv das Shanghai Art Museum, ein historisches Gebäude ganz in der Nähe des Platzes des Volkes, in dem heute Chinas führendes Museum moderner Kunst untergebracht ist. (Textauszug: Susanne Laengle, Wien 2010)

Parallel zeigt stageBACK als Weltpremiere den neuen Film von Barbara Anna Husar »core of flock«, sowie Skulptur, Grafik und Fotografie der Künstlerin.

Ausstellungsbeginn: ab 6. September, 2010