Tag: Arbeit

Keine Atempause

23. Mai 2013 von Chris

superblitz(unser support)

Wir sind wieder für euch unterwegs.

Viele Gespräche, viele spannende Menschen, unerwartete Wandlungen. Gerade dies macht die Inspiration Lounge für uns so spannend, da wir tatsächlich nicht wissen, was sich hinter der nächsten Geschichte versteckt. Wir kratzen aber dran. Und wenn es sich lohnt, werdet ihr davon erfahren.

Versprochen.

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Wilhelm Schlote

16. Mai 2013 von Chris

kerstin döweler, wilhelm schlote(Kerstin Döweler im Gespräch mit dem Zeichner Wilhelm Schlote)

Der Künstler und Zeichner Wilhelm Schlote gewährte den Besuchern der Inspiration Lounge TALKS persönliche Einblicke in sein neues Buch, an dem er gerade arbeitet und in dem sich alles rund um sein unverwechselbares Hauptmotiv und Markenzeichen dreht: das Strichmännchen. Und da sich auch Strichmännchen, gleich ihrem Schöpfer, nicht den weltlichen Entwicklungen mit all ihren Freuden, Leiden, Lastern und Herausforderungen verschließen, lautet der Titel des Buchs passend: »Die Würde des Strichmännchens ist unantastbar.«

wilhelm schlote(W.S aus _»Die Würde des Strichmännchens ist unantastbar.« )

Wo beginnt das Buch? Selbstverständlich bei der Entstehungsgeschichte des Strichmännchens. Wilhelm Schlote schilderte dem Publikum, auf welchen teils geraden, teils verschlungenen Wege es zur Entwicklung seines ersten Strichmännchens kam, was dieses, inzwischen dank »Strichmädchen« nicht mehr allein, über die Jahre parallel zu seinem Erschaffer erlebt und wie es nun – ganz wie im wirklichen Leben – allmählich älter wird. Eine Erzählung, die immer wieder unterstreicht, wie wichtig es ist, den eigenen Ideen und Interessen zu folgen und damit den eigenen Weg zu gehen, statt so zu denken und zu handeln, wie »man« es macht.

TALKS_Gäste(Geduld | Geduld)

Kaum hatte Wilhelm Schlote seine Schilderungen beendet, kamen auch schon die Fragen nach noch weiteren Einblicken und gezeichneten Strichmännchen-Episoden. »Geduld, Geduld,« war die Antwort.

Lassen wir Wilhelm Schlote das Buch fertig schreiben und zeichnen, dann gibt es mehr zu hören und zu sehen.

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Dr. George Berbari

14. Mai 2013 von Chris

dr. berbari(My Way)

Der New Yorker Psychiater und Hirnforscher Dr. George Berbari erklärte im Rahmen seines Interviews, warum wir, selbst wenn wir es besser wissen, immer wieder Schwierigkeiten haben, unsere Denk- und Handlungsroutinen aufzubrechen. Warum ist es oft so schwer, neue Wege zu gehen, die in Einklang mit uns selbst, unserem Umfeld und der Umwelt sind. Einerseits ist natürlich die Anpassung an gesellschaftliche, kulturelle Regeln und Verhaltensweisen ein Faktor, der unser tägliches Leben ganz wesentlich beeinflusst. Er hindert oft, aus gewohnten, allseits bekannten und akzeptierten Wegen auszuscheren und Neues zu probieren. Zu stark ist unsere Befürchtung, »aus dem Rahmen« zu fallen.

dr. george berbari(Dr. George Berbari_Hirnforscher | Psychiater)

Andererseits ist auch unser Gehirn von Denk- und Handlungsroutinen geprägt. Solange wir weitestgehend unbewusst agieren, greift es auf gespeicherte, gelernte Abläufe zurück. Es an neue Vorgehensweisen oder Dinge zu gewöhnen, braucht seine Zeit und damit unsere Geduld sowie beständiges Lernen bzw Einüben. Nur so können neue Abläufe dauerhaft im Gehirn, d.h. seinen Strukturen verankert und »akzeptiert« werden. »Angesichts eines von so vielen heute verspürten, ständigen Zeitdrucks ist es allerdings schwer, den Menschen beizubringen, dass »Self-Awareness«, also »Erkennen des eigenen Wesens und darauf beruhendes Gehen des eigenen Wegs« etwas ist, das man nicht innerhalb einer Woche oder in einem kleinen Seminar lernen kann.«

»Wichtig ist, sich als Mensch selbst kennen zu lernen.« Zu wissen, welche Fähigkeiten, Interessen, Ideen, Blickwinkel und Werte einen besonders ausmachen und sich damit tatsächlich als Individuum zu erfahren. Das klingt zunächst recht einfach, das zu tun, erfordert allerdings immer wieder bewusstes, aufmerksames Betrachten der eigenen Perspektiven, des eigenen, normalerweise überwiegend von Emotionen gesteuerten Handelns. Bewusstes Beobachten und Reflektieren verlangen einen wachen, aufmerksamen Geist. Abgelenkt von zahlreichen Dingen, wie viele Menschen es heute sind, fehlt es natürlich oft an genau dieser Voraussetzung. Dazu kommt, dass man immer, wenn man Neues beobachtet und ausprobiert, natürlich auch Fehler machen kann, und wir haben gesellschaftlich »gelernt«, dass Fehler schlecht sind. Das macht uns zögerlich und verursacht Stress, wenn wir uns nicht entscheiden können, wie wir denken und handeln sollen, ob wir etwas Neues wagen oder nicht. Wir wollen alles richtig machen. Doch wir müssen akzeptieren, dass Fehler auf dem Weg zur »Self-Awareness« nicht nur unumgänglich sind, sondern wichtig, um bewusst daraus unsere Schlüsse zu ziehen und damit auf dem eigenen Weg ein Stück weiter zu gelangen. Ich rate daher allen Inspiration Lounge TALKS-Besuchern: wenn Sie etwas finden, dass Sie wirklich interessiert, eine Idee, die sie vorantreibt, gehen Sie der Sache nach, schreiten sie zur Tat, hadern sie nicht. Unser Gehirn hilft uns auch bei Fehlern weiter, denn wir können nicht nur daraus lernen, wir können letztlich auch vergessen. Eine durchaus wichtige Funktion auf dem eigenen Weg.

übersetzung(Übersetzungen)

Und wie wäre es, wenn Wege zur »Self-Awareness« schon in der Schule gelehrt würden?, wollten wir von Dr. Berbari wissen. Seine Antwort: »Da sehe ich keine Chance, auch wenn das eine gute Idee wäre. Wir haben, von unserem Forschungsbereich ausgehend, so oft Versuche gemacht, auf die Notwendigkeit des Erlernens von »Self-Awareness« hinzuweisen; wir haben deutlich gemacht, wie sehr dieses Selbst-Erkennen Menschen dabei hilft, den eigenen, einzigartigen Weg im Leben zu finden und damit auch die eigenen Fähigkeiten in Anwendung zu bringen und eine größere Lebenszufriedenheit zu erlangen. Wir haben aufgezeigt, wie sehr Selbst-Erkennen dabei unterstützt, ausgehend vom Begreifen des eigenen Wesens, ebenfalls mehr Verständnis für die Eigenarten, Denk- und Verhaltensweisen anderer aufzubringen oder die eigene Einbindung in unsere Welt zu begreifen, was uns allen weiterhelfen würde. Doch niemand von den verantwortlichen, öffentlichen Stellen war und ist bereit, dafür Geld aufzuwenden oder auch nur entsprechende Änderungen in den Bildungssystemen anzudenken.

Und wie kann der eigene, persönliche Weg raus aus Routinen aussehen, die uns meist gegen uns selbst und unsere Lebensgrundlagen handeln lassen? Wie kommt man im Einzelfall und ganz konkret zu mehr Self-Awareness, d.h. Selbsterkenntnis? Die Beantwortung zahlreicher individueller Fragen stand nach dem Interview natürlich in persönlichen Gesprächen an.

Film-Interview_Dr. George Berbari

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Eva Ohlow

07. Mai 2013 von Chris

eva ohlow(Eva Ohlow_Inspiration Lounge TALKS 2013_Wasser)

Im Rahmen dieser Inspiration Lounge TALKS stand gleich zweimal das Thema Wasser im Mittelpunkt des Interesses – und das aus gleich mehreren guten Gründen. Nicht nur, dass die aktuelle Entwicklung in Europa zu diesem Thema, nämlich das EU-Bestreben, die komplette Trinkwasser-Infrastruktur zu privatisieren, klaren Anlass zu aufmerksamer Beobachtung, zu deutlichem Hinterfragen und legalem Protest gibt. Es geht vor allem auch darum, einen bewussteren Bezug zu dieser für uns lebensnotwendigen Ressource Wasser herzustellen und die für uns große Selbstverständlichkeit im Umgang damit aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

eva ohlow, kerstin döweler(Kerstin Döweler im Gespräch mit der Künstlerin Eva Ohlow)

Wir freuten uns daher, dass sowohl die Künstlerin Eva Ohlow als auch Christian Feike, der Mitbegründer und Mitgesellschafter von investinlife zugesagt haben, den Besuchern der TALKS 2013 wichtige Impulse zum Thema Wasser mit auf den Weg zu geben.

Die Künstlerin Eva Ohlow, die in ihren Arbeiten immer wieder die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Menschen ins Blickfeld bringt, wurde insbesondere während ihrer vielen Reisen mit dem Thema »Lebensgrundlage Wasser« konfrontiert. Sei es in Indien oder in afrikanischen Staaten wie beispielsweise Burkina Faso oder Mali – immer wieder erlebte sie hautnah mit, wieviel Mühe es den Menschen dort bereitet, sich ausreichend mit Wasser zu versorgen. Frauen tragen Wasserbehältnisse, die oft aus alten Autoreifen oder anderem recycelten Materialien gefertigt werden, über viele Kilometer bis zu ihren Wohn- und Arbeitsstätten. Eine zeit- und arbeitsintensive Beschäftigung, die uns – gewohnt nur den Wasserhahn aufzudrehen – völlig fremd erscheint.

gäste(Full House)

Anhand von zahlreichen Fotos, die sowohl die seltenen Wasserstellen zeigten als auch vom permanenten Wassermangel geprägte Landschaften und Städte, erläuterte Eva Ohlow während ihres Inspiration Lounge Interviews den Besuchern ihre direkten Eindrücke von einer uns so fernliegenden Welt, in denen täglich und oft ganz im direkten Sinne des Wortes um jeden Tropfen Wasser gekämpft wird. Auf Nachfrage erzählte die Künstlerin auch, wie sie selbst am eigenen Leib die Wasserknappheit erlebte, als bei einem ihrer Afrikaaufenthalte aufgrund einer Stromsperre kein Wasser mehr zugänglich war. »Wie es mir ging? Nach kurzer Zeit und in dieser Hitze kippt ich um. Mein Körper brach einfach zusammen und das hat mir sehr klar vor Augen geführt, wie wichtig Wasser für uns Menschen, für alles Leben ist. Wir haben das hier in unseren Breitengraden nur nicht so unmittelbar vor Augen. Doch wenn sie einmal wirklichen Wassermangel, wirklichen Durst erleben, wenn sie sehen, wie Menschen die Ernte, das Einzige, was sie haben, verdorrt, weil sie ihre Felder nicht mehr bewässern können. dann wissen sie, dass Wasser die wichtigste Lebensgrundlage ist, die wir viel mehr schätzen und auf die wir aufpassen müssenn. Im Interesse von uns allen.«

Geprägt von diesen Gedanken sind auch die künstlerischen Werke von Eva Ohlow, die es dazu im Rahmen der Inspiration Lounge TALKS zu sehen gab: aufwändige Fotoarbeiten von alten Wasserhähnen. Für die Fotos war Eva Ohlow vor allem in alten Kölner Industrieanlagen unterwegs, um Wasserhähne zu finden, die wie aus einer anderen Zeit scheinen und aus denen trotzdem frisches Trinkwasser fließt. Im Gegensatz dazu: Fotografien von vertrockneter Erde in Afrika und ausgetrockneten Brunnen – ein krasser Gegensatz zum hier meist unreflektierten Wasserreichtum.

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Inspiration Lounge TALKS 2013_Weingut Sander

04. Mai 2013 von Chris

stefan sander(Stefan Sander im Gespräch mit Kerstin Döweler_le tapir)

Schon im Rahmen der letzten Inspiration Lounge TALKS waren die Weine vom Weingut Sander aus Mettenheim/Rheinhessen ein großer Erfolg. Umso schöner, dass bei diesen TALKS 2013 der Winzer Stefan Sander zugesagt hatte, uns in einem Interview Rede und Antwort über seine Sicht- und Vorgehensweisen zu stehen.

Das Weingut Sander ist das erste ökologisch arbeitende Weingut in Deutschland, denn die Winzerfamilie blickt nicht nur auf eine Weinbautradition seit 1726, schon in den 1950er Jahren entschloss sich Ottoheinrich Sander, der Großvater von Stefan Sander, angesichts damaliger Probleme, wie beispielsweise der Bodenerosion, etwas Neues zu wagen und auf naturgemäßen Weinbau zu setzen.

Angesichts der Tatsache, dass wir in Köln und damit urban lebend, meist nur noch sehr wenig direkten Bezug zur Natur empfinden, wollten wir von Stefan Sander natürlich nähere Informationen darüber, wie es ist, so nah mit der Natur zu leben und zu arbeiten. Anhand mehrerer direkter Beispiele aus dem Weinbau, beispielsweise der Pflege der Weinbergböden mithilfe spezieller Begrünung, erläuterte Stefan Sander, wie wichtig eine gute Beobachtungsgabe und umfassendes Know-how sind, um die natürlichen Vorgänge im Weinberg immer wieder aufmerksam zu verfolgen und mit den richtigen, stets ökologischen Mitteln darauf zu reagieren. So wird stets mit der Natur, nicht gegen sie gearbeitet, was nicht zuletzt daran zu erkennen ist, dass man sich im Weingut Sander auch auf die Mitarbeit freundlicher Fauna-Helfer im Weinberg, wie z.B. Marienkäfern zur Schädlingsbekämpfung verlässt. Als Dank für die Hilfe ziert der Marienkäfer übrigens seit langer Zeit schon jedes Weinetikett des Weinguts Sander.

der winzer stefan sander(Stefan Sander_Weingut Sander)

Wie macht sich eine solch stärkere Beziehung zur Natur und ihren Abläufen bemerkbar, wollten wir wissen. Die Antwort von Stefan Sander: es macht viel Freude, so zu leben und zu arbeiten, auch wenn der Winzerberuf natürlich viele sehr anstrengende, arbeitsintensive Tätigkeiten umfasst. »Der Erfolg eines gelungenen Weines mit ausgefeilter Lagencharakteristik, der demjenigen, der den Wein genießt wie auch mir selbst einfach Spaß macht, das macht viele Mühe natürlich wieder wett. Außerdem ist es jedes Jahr wieder eine Herausforderung, mit den klimatischen Änderungen gut klar zu kommen und jeden Jahrgang besonders sowie gleichzeitig in unserer langen Weintradition zu gestalten.«

Kann es sein, dass man in Bewusstsein für die eigenen ökologischen Einbindungen in die Welt und dafür, ein einzelner Part in einer langen Generationenabfolge zu sein, zufriedener lebt, war unsere nächste Frage an Stefan Sander? Da er schon immer im Weingut gearbeitet habe, sei das schwer zu beantworten, war seine Antwort. Allerdings, wenn man in jedem Jahr und Tag etwas Individuelles sehen kann, viel draußen in und mit der Natur arbeitet und gleichzeitig begreift, dass man ein solches Weingut übernimmt, um es weiter zu entwickeln und eben nicht bei den schon erreichten Erfolgen stehen zu bleiben, dann ist das insgesamt einfach eine großartige Aufgabe. Eine tolle Sache, zu der du, wie übrigens auch zu den Endprodukten selbst, immer einen unmittelbaren Bezug hast.«

Bei aller Vielseitigkeit des Winzerberufes: was ist seine liebste Aufgabe im Weingut, wollten wir zum Abschluss in Erfahrung bringen. »Ich lege gerade einen neuen Weinberg an und das ist eine unglaublich spannende, schöne Aufgabe, denn es geht dabei um Entscheidungen, die für die nächsten 30 Jahre getroffen werden. So ist das eben, wenn man wie wir in Wingert- und Weingutsgenerationen denkt. Und natürlich gibt es noch etwas, das ich sehr schätze: den eigenen Wein probieren«, schloss Stefan Sander seine Erläuterungen.

weinverkostung(Weinverkostung bei den Inspiration Lounge TALKS 2013_Weingut Sander/Mettenheim)

Gleich danach gingen wir über zur Verkostung zweier besonderer Weine, die Stefan Sander zusätzlich zu einem Grauburgunder 2011 und dem Cuvée GS trocken 2009 für die Besucher der Inspiration Lounge TALKS 2013 ausgesucht und mitgebracht hatte. Darunter einen Riesling 2009 vom Mettenheimer Michelsberg, der ausgesprochen gut ankam. So waren die Inspiration Lounge TALKS 2013 nicht nur für Augen und Ohren, sondern auch für den Gaumen ein besonderes Erlebnis und eine Anregung, Neues zu entdecken.

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