Tag: Anfangen

Zwischen den Zeilen

28. Januar 2010 von Kerstin

aufbruchDa wir seit mehr als zwei Jahren Interviews mit kreativen Menschen cross Genre, cross Culture führen, ist die Zeit nun reif für unsere neue Kategorie »Zwischen den Zeilen«.

Hier werden wir über Dinge berichten, die uns während und nach inzwischen doch einigen Inspiration Lounge Interviews und vielen Gesprächen aufgefallen sind, weil sie beispielsweise mehrere Interviews gedanklich verbinden und häufiger auftretende Aspekte rund um kreatives Schaffen widerspiegeln.

Ein solcher Aspekt ist ganz offensichtlich der Anfang, denn jeder hat eigentlich Ideen, doch nicht jeder startet mit der Umsetzung. Die Gründe sind vielfältig: Zeitmangel, keine Lust, zu wenig Geld, nicht die richtigen Projektpartner im Umfeld und so weiter. Viele kennen bestimmt auch das »Warten auf«… heißt: »ich warte nur noch darauf, dass… aber dann kann ich endlich… realisieren.«

Wem das wie mir irgendwie bekannt erscheint oder selbst schon mal vorgekommen ist: hier eine Anregung unseres Interviewpartners Andy Lim: »Wenn dauernd andere Dinge Priorität haben – vielleicht ist die Leidenschaft für eine Idee und ihre Umsetzung dann gar nicht so groß wie gedacht.«

Natürlich gibt es auch immer wieder typische Fragen, die sich vor oder zu Anfang eines Projekts, einer Ideenrealisierung einschleichen können, beispielsweise: »Kann ich das überhaupt? In diesen Fällen verweise ich gerne an Dr. George Berbari: »If we don’t learn, we don’t know.« Auch der Gedanke: »Was passiert, wenn es daneben geht?«, ist offensichtlich vielen gut bekannt. Passend dazu sagte eine unserer letzten Interviewpartnerinnen, die Tänzerin, Trainerin und Schulgründerin Eriko Kopp-Makinose: »Es gibt keine Fehler, es gibt nur unerwartete Ergebnisse.«

So gesehen fällt der Anfang bestimmt leichter, sofern man eine Idee wirklich umsetzen will. Und wenn das noch nicht den Ausschlag zum Aufbruch gibt, dann ist es vielleicht die Sichtweise von Frauke Berg: »Man kann jeden Tag mit etwas anfangen – man muss es nur tun.«

Interview mit Kathrin Jurgenowski

11. November 2009 von Kerstin
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»Fang einfach an und schau, was dabei herauskommt.«

Kathrin Jurgenowski arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Lektorin und seit einiger Zeit auch als Autorin.  Als Lektorin hat sie so manchem Buch auf seinem Weg zum Erscheinungs-
termin die entscheidende Hilfestellung geleistet. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass viele Manuskripte aufgrund von thematischen oder technischen Mängeln zum Scheitern verurteilt sind.

»Durch meine Arbeit weiß ich einfach, dass bestimmt 98 Prozent aller eingereichten Romane nichts werden. Ich hatte daher für mich selbst den Gedanken entwickelt, dass ich in diesen Pool von Geschichten, die keiner will, nicht auch noch etwas dazugeben muss. Außerdem dachte ich, man sollte nur dann anfangen zu schreiben, wenn man zuvor die genaue Idee hat, wie und was es werden soll.«

So ist Kathrin Jurgenowski trotz ihres großen Hintergrundwissens darüber, was Büchern zum Erfolg oder Misserfolg verhilft, jahrelang nicht zu der Entscheidung gekommen, selbst ein eigenes Buch zu verfassen.

Umso überraschter war ich, als sie Anfang dieses Jahres doch damit begann und dabei ziemlich schnell von »Roman schreiben« zu »Drehbuch schreiben« wechselte. Meine Nachfrage, ob da nicht viel spezielles Know-how notwendig wäre, beantwortete sie kurz mit: »Klar, ich muss mir jetzt parallel zum Schreiben viel zusätzliches Wissen aneignen. Aber Ihr müsst ja Euer Inspiration Lounge Blog auch aufbauen und verstehen, wie es funktioniert. Das kriegen wir alles hin.«

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Menschen mit Begeisterung für ihr Thema und ihre Arbeit gesehen. Bei Kathrin Jurgenowski allerdings ist darüber hinaus ganz offensichtlich der sprichwörtliche Knoten aufgegangen. So ist ihr Interview dann auch ein gutes Beispiel dafür, was alles passieren kann, wenn man aufhört, auf die große Eingebung zu warten und stattdessen die Dinge in Angriff nimmt, die einen antreiben.

bestetexte