schöner, erhaltend, erweiternd_Entscheidungen (Teil 2)
12. Januar 2012 von Kerstin
(thomas fuhlrott im interview mit kerstin döweler)
K: Wie sehen Eure Produzenten denn generell Eure hohen Qualitätsanforderungen?
T: Unsere Produzenten haben sich, genau wie wir, ganz bewusst hoher Qualität verschrieben. Und es gibt für sie noch einen weiteren, entscheidenden Faktor: über die Jahre unserer Zusammenarbeit haben wir ihnen kontinuierlich bewiesen, dass sie mit zait einen sicheren Absatzmarkt haben. Ihre Olivenöle werden hier geschätzt und nachgefragt. Das ist natürlich ein großer Ansporn, auch künftig beste Qualität zu liefern. Ein Beispiel: Von unseren Produzenten der Cooperative Cabacés ordern wir seit Jahren neben ihrem sowieso ausgezeichneten Öl auch solches in Bio-Qualität und haben dafür einen festen Kundenkreis aufgebaut. Als ich die Cooperative Cabacés kürzlich besuchte, teilten sie mir mit, aufgrund unserer Nachfrage nach Bio-Öl hätten sie beschlossen, wesentlich größere Teile ihrer Anbauflächen auf komplett biologischen Anbau umzustellen. Es freut uns natürlich, dass wir durch unsere Tätigkeit den wesentlichen Impuls für diese Umstellung gegeben haben.
Jetzt stellt sich die Frage: werden sich künftig auch mehr unserer Kunden entschließen, das Öl in Bio-Qualität zu kaufen? Nur dann sind wir nämlich in der Lage, dauerhaft größere Mengen dieses Öls zu ordern und anzubieten. Man muss dazu wissen, dass die Produktion von Bio-Qualität allein aufgrund der noch aufwändigeren Anbaumethoden dazu führt, dass wir das Öl zwei Euro teurer anbieten müssen als das andere Öl der Cooperative Cabacés.
Wir werden unseren Kunden also detailliert erklären, welche Vorteile die Umstellung auf Bio-Anbau mit sich bringt und inwiefern die Anbau- und Produktionsmethoden mehr Aufwand bedeuten. Wahrschlich werden wir sogar eine Umfrage darüber machen, wie groß das Interesse an Bio-Qualität ist. Und dann liegt es an den Verbrauchern. Wir haben durch unser Handeln den Produzenten aufgezeigt, dass es Sinn hat, hohe Qualität in Einklang mit der Natur zu erzeugen und dies weiter auszubauen. Jetzt müssen die Kunden entscheiden, wie weit sie den Weg mitgehen.
K: Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt, denn das ist ja eine sich heute permanent stellende Frage: sind wir wirklich bereit, für natürliche Produktionsmethoden und nachhaltige Vorgehensweisen mehr Kosten zu tragen, um dadurch zur Erhaltung der Umwelt beizutragen? Bitte halte uns auf jeden Fall auf dem Laufenden und vielen Dank für das Interview.
Rezept PAPPA COL POMODORO ( Tomaten-Brot-Suppe)
Für 4 Personen
200g Weißbrot | 6 EL Olivenöl | 2 Knoblauchzehen | 400 g geschälte Tomaten | 300 – 400 ml Wasser | 1/2 El Tomatenmark | 1 EL gehackter Majoran | Salz, Pfeffer | 100 gr geriebener Pecorino |
(Brot, Tomaten, Knoblauch schneiden)
(2 Esslöffel Öl in Topf geben, Knoblauch bei mittlerer Hitze goldgelb anbraten, danach aus dem Öl nehmen | Tomaten in kleine Würfel schneiden + zusammen mit etwa 3/4 des Wassers, dem Tomatenmark, dem gehackten Majoran und dem Salz im gleichen Topf aufkochen)
(Brotwürfel dazugeben, Suppe unter häufigen Rühren weiterkochen, bis das Brot aufgeweicht ist. Mit Gabel etwas zerpflücken. Die Suppe soll recht dickflüssig sein.)
(Suppe in die Teller geben, mit schwarzem Pfeffer, Olivenöl und Pecorino bei Tisch servieren)


peter kowalsky (mitbegründer von bionade)
emmanuel walderdorff
(emmanuel walderdorff galerie)
dr. george berbari (hirnforscher und psychiater)
thomas fuhlrott (gründer von zait)
oliver matter (inhaber der matter-luginbühl ag)
stefan sander (weingut sander)
manuel odendahl (ruin&wesen)
yung chin, nyc (bogenbauer)
prof. dr. harald welzer (soziologe und sozialpsychologe)
Könnt ihr bitte auch sagen, welche Öle ihr für eure Rezepte nehmt. Ich bin Kochanfänger und wäre um jeden Tipp dankbar. Beste Grüße.
no problem und danke für den hinweis. in diesem fall haben wir das zait-öl aus apulien verwendet.
Super Idee, dass ihr die Rezepte jedes Mal selbst vormacht und fotografiert. Mein Vorschlag fürs nächste Mal: eure tolle Kartoffel-Lauch Suppe :)
Wäre super, wenn ihr auch gleich erklärt hättet, was die umstellung auf reine bio-produktion zusätzliches bringt. das bleibt einem nämlich oft verborgen und warum soll man ein produkt nur wegen der aufschrift bio kaufen. selbst im discounter ist ja heute angeblich ganz vieles bio.
Mal ein prima Besipiel dafür, wie man als Konsument hier bei uns zumindest mittelbar dafür sorgen kann, dass Produzenten ihre Qualität nicht senken sondern sogar noch steigern. Ist doch gut, dass das immer gleiche “immer billiger” der letzten Jahrzehnte an seine Grenzen kommt. Schlecker lässt grüßen.
Hallo Ihr beiden, ich habe das Rezept vor einigen Tagen ausprobiert. Schmeckt absolut lecker und ist wirklich ganz leicht zu kochen. Jetzt bin ich gespannt auf das nächste Rezept. Schreibt doch auch dazu, welches spezielle Öl ihr verwendet. Ich nehme an, dass ihr das für jedes Rezept konkret abstimmt.