Interview mit PUPLIK. ORG
26. August 2010 von Chris![]() |
»… wie ein Tigerhai, der sein Maul aufreißt und alles filtert.«
Diane Müller und Werner Magar sind PUPLIK.ORG. Public Space is our Livingroom ist ihr Motto. Seit 2006 schaffen Diane Müller und Werner Magar gemeinsam Kunst im öffentlichen Raum und sorgen dadurch bei vielen für so manchen neuen Blickwinkel und spannende Durchbrechungen gewohnter Denk- und Verhaltensstrukturen.
Ihre Ideen und Projekte sind dabei äußerst vielfältig: Da sind Interventionen, wie beispielsweise The Crossroadfitnessfunlight oder die Gesangsperformance Hell’s Angies & Hartz IV Chor, die allseits bekannte Schlager mit neuen gesellschaftspolitischen Texten zum Mitsingen zwecks Bekämpfung der zunehmenden bürgerlichen Desensibilisierung und Passivität in die Öffentlichkeit trägt. Installationen, wie beispielsweise Radio Cut Up – eine Stele als interaktives Online-Radio, das Besuchern im öffentlichen Raum die individuelle Gestaltung einer Audiosendung ermöglicht, Installationen als neuartige Leitsysteme, entwickelte Objekte wie die Soundbomben oder Atmenden Kugeln… oder kurz gesagt: es ist unschwer zu erkennen, dass sich mit PUPLIK.ORG ein Team gefunden hat, das viele Ideen hat und diese konsequent umsetzt. Wichtiger Bestandteil des Arbeitsprozesses und der Ideenfindung ist dabei das Flanieren. Natürlich sind auch der gemeinsame Austausch, das gegenseitige Pushen bei der Konzeption und der Durchführung von Projekten sowie die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten, z.B. Programmierern, unerlässlich.
Kennen gelernt haben sich Diane Müller und Werner Magar während ihrer Arbeit für das MARS-Exploratory Media Lab am Fraunhofer Institut für Medienkommunikation in Sankt Augustin. Nach einiger Zeit beschlossen sie, gemeinsam künstlerisch zu arbeiten – mit viel Spaß an der Freud, wie sie selbst sagen. Dabei denken sie darüber nach, wie der öffentliche Raum zum »Lebensraum« werden kann, – ob es dabei um guerilla-elektronische Taktiken in Einkaufpassagen, die Beschallung der Kölner Domplatte, die Aneignung und Neuverortung von Plätzen oder auch die Außendarstellung von Unternehmen geht.
Tatsächlich sind der Spaß an der Freud und jede Menge Energie gut nachvollziehbar, sobald man die beiden erlebt, wenn sie über ihre Ideen und Projekte erzählen, wenn man sie auf einem ihrer Gänge durch die Stadt begleitet oder in ihrem Atelier vorbeischaut, das sie sich mit zwei anderen Künstlern teilen.
PS: Auf besonderen Wunsch von Werner weisen wir darauf hin, dass der Arbeitsgang eines Flaneurs natürlich mehr dem Vorgehen des Walhais entspricht. Der ist nämlich deutlich freundlicher als ein Tigerhai.

stefan sander (weingut sander)
oliver matter (inhaber der matter-luginbühl ag)
peter kowalsky (mitbegründer von bionade)
felix klemme (sportwissenschaftler und gründer von outdoor gym)
emmanuel walderdorff
(emmanuel walderdorff galerie)
thomas fuhlrott (gründer von zait)
prof. dr. harald welzer (soziologe und sozialpsychologe)
jochen distelmeyer (musiker)
robert schrem (gründer von fluegel.tv)
Schöne Grüße und weiter so. So von Flaneur zu den Flaneuren in Köln.
sehr interessantes interview. spannend, weil die verortung irgendwo zwischen medienkünstler, flaneur und walhai liebhaber liegt. die projekte der beiden gehen auch ein bisserl in die produktdesign richtung. gut, dass die starren berufsbilder und deren karrieren heute hauptsächlich vorbei sind. die leute sind gezwungen auszuprobieren. wohin das führt? werden wie ja sehen – eines tages.
Gestern war ich beim Museum Ludwig und habe mich glatt dabei erwischt, das Grafitti aus dem Interview dort zu suchen. Mein Tipp an die Inspiration Lounge Macher…Wäre schön, wenn es hier bald mehr von den puplik.org Leuten zu sehen und hören gäbe.
Das Interview macht Spaß!!! Konsequent auch von Euch, es an öffentlichen Plätzen gedreht zu habe. Ein bisschen schade finde ich, dass man gar keine Arbeiten der Künstler sehen kann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?
Sehr schoen! Vielleicht als naechstes ein Video auch ueber die Unternehmen die diese Kunst auch annehmen und umsetzen? Das waere spannend zu sehen!
Dem Vorkommentar kann ich nur zustimmen. Ich würde auch gerne mehr darüber erfahren, welche Unternehmen heute das Rückgrat haben, auf Kunst- und Kulturschaffende zuzugehen. Damit meine ich natürlich nicht die üblichen Konzerne, die ein paar Budgets für die alt bekannten, etablierten und längst langweiligen Künstler zur Verfügung stellen, um im Reigen der “Kunstförderer” mittanzen zu dürfen.
[...] gelöst. Selbst einen Ort für den Dreh haben wir noch kurzfristig gefunden. Danke Nane und Werner, puplik.org für’s gewärmte Atelier. Sonst hätten wir das Interview doch im Treppenhaus vom Gebäude 9 [...]