Interview mit Manuel Odendahl_1

28. Oktober 2009 von Kerstin

»Ich fokussiere kleine Einheiten – beim Programmieren machen schon zwei Zeilen richtig viel aus.«

Manuel Odendahl war keine zehn Jahre alt, als er begann, sich für Computer zu begeistern. Der Auslöser, mit dem Programmieren anzufangen, war dann ein kleines Heft mit der Programmieranleitung für ein Abenteuerspiel.

Inzwischen kann er auf eine Programmiererfahrung von über zwölf Jahren zurückblicken, von denen er mehr als zehn Jahre bis zu 12 Stunden täglich vor dem Rechner verbrachte. Direkt nach der Schulzeit kamen parallel zum Informatikstudium die ersten Programmierjobs. Heute vereint Manuel Odendahl seine Leidenschaft für neue Anwendungen und Lösungen mit ausgiebiger Fachkenntnis und jeder Menge Erfahrung.

»Mir kommt das, was ich jetzt mache, oft sehr einfach vor. Ich bin sehr froh, dass ich schon so früh damit angefangen habe. Heute könnte ich gar nicht mehr nachholen, was ich alles schon gemacht und gelernt habe.«

Vor etwas vier Jahren begann er, sich zusätzlich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Von seinem Bass schwenkte er zur elektronischen Musik. An Techno fasziniert ihn dabei die Nähe zum Programmieren und das direkte Feedback bei seinen Live-Gigs: »Ich messe mich gerne. Und bei Techno ist das ganz einfach. Wenn Du nicht gut bist, ist schnell keiner mehr da.«

Für einen seiner Live-Gigs entwickelte, programmierte und baute er dann auch vor ca. einem Jahr seinen ersten MIDI Controller, um die Soundmöglichkeiten seiner Drum Machine zu erweitern. Schnell entwickelte sich eine rege Nachfrage auch von anderen Musikern. Inzwischen hat sich Manuel Odendahl mit seiner eigenen Firma Ruin&Wesen konsequent auf die Entwicklung und Programmierung von MIDI Controllern spezialisiert. Zahlreiche Möglichkeiten, die Ruin&Wesen Controller selbst für bestimmte Zwecke zu programmieren, finden sich als Open Source auf seiner Homepage.

»Was ich beim Musik machen lerne und merke, kann ich auch wieder auf die Entwicklung der Controller anwenden. Es sind insbesondere immer die kleinen Dinge – Feinheiten, die den Unterschied ausmachen.«

Sein umfangreiches Wissen gibt Manuel Odendahl außerdem in dem bei O’Reilly erschienenen Buch Arduino – Physical Computing für Bastler, Designer und Geeks weiter. Daneben bastelt Manuel Odendahl weiter fleißig eigene Sounds, setzt konsequent eine nach der anderen neuen Idee um und ist zusätzlich immer wieder auch bei Live-Gigs zu sehen.

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