Interview mit Kathrin Jurgenowski

11. November 2009 von Kerstin
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»Fang einfach an und schau, was dabei herauskommt.«

Kathrin Jurgenowski arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Lektorin und seit einiger Zeit auch als Autorin.  Als Lektorin hat sie so manchem Buch auf seinem Weg zum Erscheinungs-
termin die entscheidende Hilfestellung geleistet. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass viele Manuskripte aufgrund von thematischen oder technischen Mängeln zum Scheitern verurteilt sind.

»Durch meine Arbeit weiß ich einfach, dass bestimmt 98 Prozent aller eingereichten Romane nichts werden. Ich hatte daher für mich selbst den Gedanken entwickelt, dass ich in diesen Pool von Geschichten, die keiner will, nicht auch noch etwas dazugeben muss. Außerdem dachte ich, man sollte nur dann anfangen zu schreiben, wenn man zuvor die genaue Idee hat, wie und was es werden soll.«

So ist Kathrin Jurgenowski trotz ihres großen Hintergrundwissens darüber, was Büchern zum Erfolg oder Misserfolg verhilft, jahrelang nicht zu der Entscheidung gekommen, selbst ein eigenes Buch zu verfassen.

Umso überraschter war ich, als sie Anfang dieses Jahres doch damit begann und dabei ziemlich schnell von »Roman schreiben« zu »Drehbuch schreiben« wechselte. Meine Nachfrage, ob da nicht viel spezielles Know-how notwendig wäre, beantwortete sie kurz mit: »Klar, ich muss mir jetzt parallel zum Schreiben viel zusätzliches Wissen aneignen. Aber Ihr müsst ja Euer Inspiration Lounge Blog auch aufbauen und verstehen, wie es funktioniert. Das kriegen wir alles hin.«

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Menschen mit Begeisterung für ihr Thema und ihre Arbeit gesehen. Bei Kathrin Jurgenowski allerdings ist darüber hinaus ganz offensichtlich der sprichwörtliche Knoten aufgegangen. So ist ihr Interview dann auch ein gutes Beispiel dafür, was alles passieren kann, wenn man aufhört, auf die große Eingebung zu warten und stattdessen die Dinge in Angriff nimmt, die einen antreiben.

bestetexte

8 Antworten zu “Interview mit Kathrin Jurgenowski”

  1. Kommentar von Nielz — 11. November 2009 @ 17:02

    Liebe Kathrin,
    du sprichst mir aus der Seele, das ist genau das HIRSA-Motto (hirsa.de), was mich und meinen Freund oq antrieb:

    “Lieber machen und unzufrieden sein als nichts machen und unzufrieden sein!”
    Danke, saves the day!
    Nielz

  2. Pingback von le tapir Gesellschaft für Kultur und Kommunikation — 11. November 2009 @ 17:05

    [...] Anders ausgedrückt: »Fang einfach an und schau, was dabei herauskommt.« [...]

  3. Kommentar von Jane — 11. November 2009 @ 17:18

    Der Hund macht auch einfach was. Cool.

  4. Pingback von Einfach schreiben. » blog.frei! — 13. November 2009 @ 12:31

    [...] Kollegin Kathrin Jurgenowski hat lange gezögert, aber jetzt schreibt sie einfach. In der inspiration lounge verrät sie einen Trick, der gut klingt: sich erst müde [...]

  5. Kommentar von the compendium — 14. November 2009 @ 11:24

    man kann es auch als alternativ asiatisch formulieren:

    “Lieber machen und zufrieden sein als nichts machen und zufrieden sein!”

    klingt irgendwie bisschen positiver.

    gruss

    compendium

  6. Kommentar von franz400 — 14. November 2009 @ 11:34

    Der Narr tut was er nicht lassen kann, der Weise läßt, was er nicht tun kann.

  7. Kommentar von Nielz — 14. November 2009 @ 15:29

    @ the compendium:
    So sind wir Deutschen. Extremjammern auf hohem Niveau.

  8. Kommentar von the compendium — 17. November 2009 @ 12:46

    obwohl nichts machen und trotzdem zufrieden sein auch eigentlich eher beneidenswert wäre.
    das kann man, finde ich, eigentlich “zufrieden sein auf höchste niveau” nennen, oder?
    diese stufe des selbsterkenntnis habe ich persönlich noch nicht erreicht, arbeite aber eigentlich auch noch nicht dran. das werde ich machen wenn nichts mehr ansteht und deswegen eventuell ein schlechtes gewissen einschleicht.

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