In den Süden und zurück
25. November 2009 von Kerstin
Wenn das Wetter so trübe dreinschaut wie momentan, sucht man ja gerne nach Anlässen, die es lohnen, Schirm, Charme und Melone zu greifen, um neue, spannende Eindrücke zu sammeln.
Ganz in diesem Sinne sind auch wir in dieser Woche noch unter-
wegs. Am Donnerstag, den 26.11.2009, beginnt die umfangreiche Retrospektive von Boris Becker mit der Vernisssage in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln. Im Rahmen der Ausstellung werden Arbeiten gezeigt, die zwischen 1984 und 2009 entstanden sind.
Am Freitag ab Richtung Heidelberg, wo wir, bei hoffentlich bestem Wetter, ein neues Interview aufzeichnen werden. An dieser Stelle Grüße an Ceren Meissner, die dieses Interview angeregt hat. Mehr wird noch nicht verraten.
Am Sonntag, den 29.11., gibt es wieder jede Menge Sehenswertes: Die Galerie Heinz Holtmann in Köln zeigt Arbeiten von Boris Becker. Die Ausstellung »Nachtsicht« wird ab 14 Uhr eröffnet.
oliver matter (inhaber der matter-luginbühl ag)
dr. george berbari (hirnforscher und psychiater)
felix klemme (sportwissenschaftler und gründer von outdoor gym)
thomas fuhlrott (gründer von zait)
peter kowalsky (mitbegründer von bionade)
emmanuel walderdorff
(emmanuel walderdorff galerie)
robert schrem (gründer von fluegel.tv)
boris becker (künstler), gabriele paulussen-becker
yung chin, nyc (bogenbauer)
nach ersten “raving and enthousiastic critics” von den bedeutenden kunstkritiker max imdahl von der FAZ (wusste gar nicht dass er noch lebte und für den stadtanzeiger schrieb?!) heute morgen im kölner stadtanzeiger und nach dem ersten presse-pre-view während der pressekonferenz kan man die ausstellung von boris becker sehr empfehlen.
(was man allerdings im kritik nicht nachvollziehen kann sind parallellen von gursky + ruff mit b.becker, daher besonders die überflüssige olympische frage wer der erste war, da eigentlich keinen ähnliche künstlerische ziele zu erkennen gibt)
dazu kritisch einflüsse von bernd becher in den arbeiten zu erkennen finde ich auch nicht besonders schlau, da in dieser 25-jahre werkschau von 1984-2009 die arbeiten seit den frühen semestern gezeigt werden. ich glaube das bei keinem künstler keinen einflüss der lehrer zu erkennen ist, daher finde ich diese aufmerksamkeit auch nicht als cognitiv überdurchschnittlich bewertungswert.
heute abend findet dafür die preisverleihung des äüsserst begehrten Darling Publications Best Monography Award 2009 für ein neues bibliophiles kleinod statt: Boris Becker-FAKES, was heute abend in natura bewundert werden kann.
“cognitiv überdurchschnittlich bewertungswert” ist aber doch sicherlich die tatsache, daß der Darling Publications Best Monography Award 2009 einer der ganz wenigen selbstverleihungspreise zu sein scheint. oder verstehe ich vielleicht etwas falsch? ein bibliophiles kleinod aus dem hause “darling publications” wird mit diesem anscheinend äußerst begehrten darling award belohnt. bleibt zu hoffen, daß wenigstens der äußerst süße verlagshund “darling” den preis an den verleger überreicht.
Es scheint dass diesen Award an Boris Becker gegangen ist, gestiftet von diesen äusserst bescheidene, (obwohl gottseidank nicht übertrieben falsch bescheidene) Hobby-verlag. Im Buch steht sogar in der Biografie bereits einen anderen Preis für 2010 gedruckt, für die geplanten Publikation “Bunker” beim selben Verlag. Die Qualität jedes einzelnen Buch kennend, ist es sicherlich berechtigt, da ohne Zweifel und wie immer was wieder etwas ausserordentliches zu erwarten ist. Bis jetzt ist das Publikum noch nie enttäuscht worden (bis auf ein paar unsensiblen Buchmuffel vielleicht, die zählen aber nicht!).
Die Künstler und Bücher von Darling Publications scheinen sogar irgendwie im voraus bereits Preise einzuheimsen, wie die Künstler die einen Publikationsplatz im diesen kleinen aber feinen Verlagshaus ergattern konnten, gelegentlich erfahren. Ein rezentes Beispiel: Nach den “Darling Publications Award Best Jeweller of the Year 2008″ für Lisa Walker (Neuseeland), ihr 1ster Award im Leben, platzte die Atombombe für Lisa Walker selbst vor 4 tagen. Sie hat als 2ten Award überhaupt in ihren Karriere jetzt den “Francoise van den Bosch-Preis” gewonnen, für Contemporary Jewellers gleichgesetzt wie den Nobel und Pulitzer Preis gleichzeitig, dazu garniert mit den Oscar. Man kann also eine bestimmten Award-Kompetenz der 1sten Preis Verleiher als Pionier-Talent-Erkenner nicht abstreiten, wobei man zeitgleich vorallem auch die bewunderenswerte Unabhängigkeit der Jury in der Entscheidungsfindung bezeugen kann, etwas was heutzutage in hochpolitisierten Gremien und Jury´s selten antrifft. Daher fehlt es in meiner Meinung nach auch das Wort “leider” vor “einer der ganz wenigen selbstverleihungspreise zu sein scheint” im obenstehende Kommentar.
Gerd kennt wahrscheinlich noch keinen Bücher in natura von Darling Publications, sonst hätte seinen Antwort bestimmt nicht phrasenweise angedeutete leichte Unsicherheiten betreffende die positiven und berechtigten “Vorschuss”-Lorbeeren enthalten. Zu diesem bibliophilen Kleinod scheint anscheinend auch noch bibliophilen Grossoden zu geben. Für diesen Grossoden bräuchte man schon einen Elefant statt der süsse Verlagshund “Darling” um den verdienten Award an den Verleger zu überreichen, wenn die Grösse der Award in Relation stehen sollte zur Leistung und verdienst des Verlages. Der Verleger scheint ein wirklich netter Kerl zu sein, vielleicht kann Gerd bei Interesse sich mal bei ihm melden und echt schöne Raritäten der Buchdruckkunst angucken?)
der äußerst süße verlagshund “darling”: „Nomen est omen.“
(eine lateinische Redensart und bedeutet „der Name ist ein Zeichen“. Sie wird meist scherzhaft gebraucht, um auszudrücken, dass der Name eine Person oder Sache treffend, oft auch übertreibend oder ironisch gebrochen, kennzeichnet. Die Redensart stammt ursprünglich vom römischen Komödiendichter Plautus (um 250–184 v. Chr.), der in seinem Stück Persa (Der Perser) die Formulierung nomen atque omen (lat. „Name und zugleich auch Vorbedeutung“) verwendet. Quelle: Wikipedia)
Sehr geehrtes Compendium. Vielen Dank für die äußerst ausführliche Replik. Compendium scheint seinem Namen also auch beim Antworten gerecht werden zu wollen.
Allerdings, muß ich gestehen, stecke ich fest, und zwar in einer Art geistigem Morast, in welchen mich Ihre Antwort geführt hat. Wir Deutsche, wie Compendium weiß, das ja sicherlich einige Erfahrung mit den landesüblichen Gebräuchen gesammelt hat, was man aufgrund seiner exzellenten Sprachartistik annehmen darf, neigen eben zur Gründlichkeit, was mich wiederum veranlaßt,
an dieser Stelle noch einmal genauer nachzufragen.—- Der (vielen Dank für die Belehrung) natürlich äußerst zu Recht begehrte “Darling Award” wurde kurzerhand vom Verleger an seinen, vom Rezensenten GEORG Imdahl kritisierten Künstler, bzw. Autor verliehen, und zwar für das schönste bibliophile Kleinod des Jahres, wie von Compendium in einem früheren Beitrag bestätigt wurde. Und dieses wunderbare Kleinod erschien auch just in diesem Verlag, nämlich “Darling Publications”, der diesen Preis verleiht. ??—-??
—So zumindest versteht es der Verfasser dieses Kommentars.—
Ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, daß dieses Nachfragen einzig und allein der Neugier dieses Verfassers geschuldet ist und es fern liegt, diese zugegebenermaßen etwas befremdliche Praxis kritisieren zu wollen. Vielmehr hat der Verfasser dieses Kommentars eine deutliche Schwäche für Jeden, der sich nicht hinter falscher Bescheidenheit verbirgt und dabei gleichzeitig Dinge in die Hand nimmt, die gerade im kulturellen Bereich unbedingt gemacht werden müssen.
Und dazu gehören eben auch überflüssige Preisverleihungen.
Hochachtungsvoll,
G
Kurzes Antwort 1
betrifft vorletzten Wort von Kommentar:
Bis jetzt gibt is nur einen, der die äusserst gelungene Preisverleihung als überflüssig klassifiziert.
Und das ist Gerd.
Preisverleihungen die mit grosser Freude verliehen worden sind, und mit ebenso grosse Freude angenommen wurden, dazu begeistert während der Veranstaltung vom grössten Teil des anwesenden Publikum aufgenommen werden sind meiner Meinung nach nicht überflüssig, vorallem wenn es um berechtigte Rezipienten (B. Becker) und ein bibliophile Kleinod geht.
Allerdings kenne ich die Definition von Gerd für “unbedingt notwendige Preisverleihungen” auch noch nicht, und würde mich sehr freuen über detaillierte Beispiele (Namen, Namen!) von Gerd-abgesegnete Nicht-Überflüssige-Preisverleihungen.
Kurzes Antwort 2
Wegen Zeitmangel sind meine Antworten immer äusserst komprimiert. Persönliche Diskussionen sind eher begleitet von Rotwein oder Absinthe, ausgiebiger und detaillierter, und kompensieren dann auch die sonstige Schreibfaulheit und eine leichte Schreibschwäche betr. Deutsche Grammatik des Verfassers. Aber für die angestrebte Ausländerintegration man tut sein Bestes, nichtwahr?
Um den gleichfalls sehr geehrte Herr Gerd aus seiner missliche Lage des “Feststeckens in einer Art geistigen Morast (??!?) zu befreien, muss ich seine angekündigte “genauer nachfragen wegen angeborenen landestypischen (Deutsch) Gründlichkeit” mal verstehen.
Die Frage war also: ist der “Darling Award” (Anm. des Verfassers: abgekürzt von Darling Publications Best Monography Award 2009) verliehen vom Verlag Darling Publications? Die Frage ist JA!- Gerd hat es super-richtig verstanden, da hat Gerd uns bei seinem gepflegten Deutschkenntiss erwartungsgemäss nicht enttäuscht. Aber….. das prämierte Buch ist allerdings im Verlag Lim & Asmuth erschienen, ein noch jüngere Verlag (erst 3 Bücher) als Darling Publications, das jetzt eher als Jung-Mentor fungiert durch seine eigenen noch zarten aber trotzdem weiterleitenswerten Erfahrungen und Ideen einzubringen. – und nicht zu vergessen: ab und zu einen Award als kleinen Mutmacher.
Da ich als den Original-Kritik (+ Inhalt) von GEORG Imdahl nur mündlich übertragen gekriegt habe, ist die kleine Verwechslung mit Papa Imdahl passiert (MAX). Da ich sonst keinen Kritiken lese, kannte ich die familiäre Nähe nicht. Vor Jahren mal von Max was mitgekriegt in der FAZ, danach nicht mehr. Nachdem ich nach “Kurzes Antwort 1″ mich als treue und loyale Wikipedia-user (s. Antwort 3, letzte Absatz) da nicht fundig wurde, aber schlussendlich im Artnet.de doch den Georg-Lebenslauf inkl. info über Promotion im Literatur fand. Aüsserst beeindruckend finde ich die doppelte Promotion; Kunstgeschichte UND Literatur! Daher kurze Entschuldigung an GEORG Imdahl unbekannterweise, obwohl ich inhaltlich trotzdem mit vielem im mittlerweile gelesenen Kritik nicht einverstanden bin, aber um zu einen friedlichen Konsenz zu kommen müssen viele Gläser als Begleitung für einige temperamentvollen Gesprächen geleert werden.
Übrigens habe in WIKIPEDIA gelesen über das “Max-Imdahl-Stipendium für Kunstvermittlung” gelesen.
Zielsetzung: Mit diesem zweijährigen Stipendium sollen innovative Methoden und Formen der Kunstvermittlung gefördert werden, die im Sinne des Stifters, Max Imdahl, breiten Bevölkerungsschichten den Zugang zur Kunst (“Kultur für alle”) ermöglichen. Ein solches Stipendium bot zudem die Möglichkeit, die Praxis der Kunstvermittlung wissenschaftlich zu reflektieren und durch eine Publikation zugänglich zu machen.
Klingt als ob Darling Publications eigentlich ein äusserst geeigneten Award Empfänger wäre, aber es scheint das nach 3 verliehenen Preise ab 2000 eher eigene Projekte des Max-Imdahl Archivs eher bevorzugt werden.
Aber zur versöhnung: der Verfasser des “Kurze Antwort 1+2″ hat zugegebenerweise auch selbst ein Faible und Sympathie für allen heimliche Fans dieses Underdog-Verlages, auch wenn noch Nachholbedarf in “beurteilungen der Überflüssig- oder Notwendigkeit bei Preisverleihungen” besteht.
Denn wenn ein Stifter aufrichtig überzeugt ist vom Notwendigkeit des Stiftens eines Preises, dann ist dies unter keinen Umstände überflüssig. Hier gilt für Nichteinverstandenen den Grundsatz wie beim Polizistenbeleidigung:
“Sie sind ein Idiot!” wird wunderbar legal mit dem Zusatz “für mich”.
Gruss an Gerd ist ein Muss.
Und für den süssen Hund Darling ein Kuss.
@gerd. servus gerd, ich kenne den verlagschef von darling publications. er ist zwar sehr liebeswürdig aber man solte nicht mit dem feuer spielen.
so wie ich ihn einschätze hast du die chance, jemals den jetzt schon legendären darling award zu bekommen, mit wenigen sätzen verspielt. ganz schön leichtfertig!
hochachtungsvoll,
franz400
(ein begeisterter sammler von “darling büchern)