Gesamtkunstwerk

27. Mai 2012 von Kerstin

(Oliandi, Installation)

Neulich waren wir im Zellertal, um dort Thomas Fuhlrott von zait, unseren Inspiration Lounge Partner und das von ihm mitinitiierte Olivenölfest Oliandi zu besuchen.

Es war 12 Uhr mittags, als uns freundliche Helfer des Festes auf einen kurz vor dem Ortseingang von Zell gelegenen Parkplatz lotsten. Kaum waren wir danach einige Schritte in den Ort gelaufen, entdeckten wir eine Haltestelle für die Shuttlebusse direkt bis zum Zentrum des Geschehens. In über zehn Jahren ist es den Initiatoren und Organisatoren des Olivenölfestes gelungen, aus einer anfangs kleineren 2-Tages Veranstaltung ein Maiwochenende in Form eines komplexen Gesamtkunstwerks zu gestalten: 200 Menschen ziehen inzwischen vor und hinter den Kulissen an einem Strang, damit das Olivenölfest mit seinen rund 10.000 Besuchern jedes Mal wieder bestens gelingt, inklusive Infostand und eben auch Shuttle-Service.

Nachdem wir zunächst mitten durch den Ort gelaufen waren, um uns unter die Leute zu mischen und die verschiedenen Blumen- Wein- Olivenöl-, Tee- und Schokoladenstände anzusehen, standen wir mit einem Mal direkt vor der Ausstellung von Oliandi – wie das Fest selbst jedes Jahr ein Highlight im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Also hinein in den Ausstellungsraum, einen alten Winzerkeller, rechts und links die Weinfässer, und dann erst mal Dunkelheit. Plötzlich, an der Gewölbewand eine Lichinstallation. Ich lese zahlreiche Worte, die für das stehen, was uns eigentlich zusammenhält. Ich höre ferne Klänge. Weiter geht es zwischen Fässern hindurch, alles im Schein unzähliger Kerzen, bis zum Ende des Raumes, wo noch eine visuell-akustische Installation wartet.

(Oliandi, Installation)

Gesprochener Text, den ich nicht wortgetreu wiedergeben kann. Wohl aber den Inhalt:
wir sind es, die unsere Wirklichkeit gestalten. Es kommt auf uns, auf unsere Ideen, unser Handeln und unsere Entscheidungen an, wenn es um die Fragen geht, wie wir heute und künftig leben wollen. Keine Supertechnik, kein Knopf, auf den wir einfach drücken könnten, wird uns helfen, wenn es um die soziale Skulptur, das Gesamtkunstwerk Kultur und Gemeinschaft geht. Also stellen wir uns den entscheidenden Fragen, statt zu denken, wir könnten nichts ausrichten.

Zurück durch den Winzerkeller, entdecke ich am Ausgang Thomas Fuhlrott. Und als hätten wir unser Treffen genau dort geplant, ist auch schon ein Wein- und Sektstand des Weinguts Wick in der Nähe.

(Kerstin Döweler von le tapir, Thomas Fuhlrott von zait)

Danach geht’s in den gut gefüllten Innenhof des Weinguts zum Essen: Lammragout vom Sternekoch des Freinsheimer Hofs, natürlich mit einem guten Schuss Olivenöl. Der dazu gereichte Jazz ist großartig. Gleiches gilt für die Stimmung. Viele Menschen haben wohl die Ausstellung des Festes auf sich wirken lassen, denn im Unterschied zu den in der Pfalz üblichen Weinfesten gibt es hier deutlich mehr angeregtes und gleichzeitig entspanntes Miteinander statt Nebeneinander. Die Besucher sind interessiert, hinter die Kulissen des Schaffens der sich vorstellenden Entrepreneure und Unternehmen zu schauen. Man kommt überhaupt untereinander schnell in Austausch, weil irgendwie jeder, auch jeder Gast zu spüren scheint, dass er beim guten Gelingen des Ganzen ein bisschen mitwirken kann. Das gesamte 200-Leute-Organisationsteam des Festes wirkt bei alle Aufgaben absolut locker, die Musiker und last but not least die Initiatoren haben viel zu tun und dabei ganz offensichtlich viel Spaß. Und wenn auch die Temperaturen nicht wirklich mediterran waren, die Atmosphäre war es absolut.

Mein Vorschlag:
Wer sich selbst davon überzeugen will, wieviel Spaß es macht, bei einer ganz realen sozialen Skulptur mitzugestalten, der kommt einfach nächstes Jahr mit uns in Zellertal.

FacebookTwitterGoogle+

Hinterlasse eine Antwort