Ein Tipp vom Apfelmann
03. Juni 2010 von Kerstin(click the pix)
Neulich sah ich ein Video von einem Vortrag, den Steve Jobs vor einiger Zeit vor Studenten gehalten hat. Fast am Ende erzählt er davon, wie er Ideen auswählt, weiter verfolgt und welche er bleiben lässt.
»In der Zeit, in der es mir gesundheitlich gar nicht gut ging, habe ich mir angewöhnt, mich jeden Tag zu fragen, ob ich diesen Tag mit einer Idee oder einem Projekt genau so verbracht hätte, wenn ich sicher wüsste, dass es schon in ein paar Tage für mich zu Ende sein kann. Wenn ich die Frage mit Ja beantworte, dann werde ich auch am nächsten Tag an der Idee oder dem Projekt arbeiten. Dasselbe mache ich, wenn ich die Frage mit Nein beantworte. Am zweiten Tag bleibe ich dann aber wachsam. Ist meine Antwort dieses Mal auch Nein und auch noch am dritten Tag, beende ich die Arbeit an der Idee/dem Projekt sofort – ohne ein schlechtes Gefühl, etwas aufgegeben zu haben.«
Ich denke, ein solches »Spiel«, nicht zwingend nach den Regeln von Steve Jobs, sondern nach den eigenen, ist hilfreich, um die eigene Motivation zu hinterfragen. Vielleicht ging es Euch ja noch niemals so, aber ich kenne das Gefühl ganz gut, sich in eine Idee so zu verlieben und in die Ausarbeitung zu stürzen, um gar nicht zu bemerken, dass das Ganze mit der Zeit längst einen faden Beigeschmack angenommen hat. Nicht alle Ideen sind toll und bleiben es auch.
In dieser Situation fällt dann öfter mal der Satz: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, aber wie das so ist: man hängt halt an einer Idee und einem begonnenen Projekt gerne fest – leider nicht immer, weil sie umwerfend gut sind, sondern eben auch, weil sie schon da sind. Man hat für sie bereits Zeit, Energie und Sympathie gegeben. Das schweißt zusammen – und kostet zunehmend Nerven, wenn nicht noch viel mehr.
Ich finde die Idee vom Apfelmann interessant, weil sie bei einem schnellen Ende auf den Schrecken ganz verzichtet. Einfach aufhören – ohne Trennungsschmerz, um die Energie auf etwas anderes zu richten. Etwas, für das es sich aus eigener Sicht mehr lohnt. Und: nicht aufzuhören, sich zu fragen, aus welchem Grund man etwas macht, statt nur pflichtbewusst weiter- und abzuarbeiten, wenn der Spaß längst vorbei ist. Denn unter uns:
Gibt es irgendjemanden, der freiwillig ein Buch komplett liest, das er nach ein paar Seiten total langweilig findet, nur weil er es eben gekauft hat? Ok, manche geben ihm ein paar Seiten, vielleicht sogar ein Kapitel länger die Chance. Aber wer liest bis zum Ende, kauft auch den zweiten Teil, um schließlich noch die Filmrechte zu erwerben, mal ehrlich?

oliver matter (inhaber der matter-luginbühl ag)
thomas fuhlrott (gründer von zait)
felix klemme (sportwissenschaftler und gründer von outdoor gym)
emmanuel walderdorff
(emmanuel walderdorff galerie)
stefan sander (weingut sander)
peter kowalsky (mitbegründer von bionade)
prof. dr. harald welzer (soziologe und sozialpsychologe)
boris becker (künstler), gabriele paulussen-becker
yung chin, nyc (bogenbauer)
Also, ich mach das! Wenn ich ein Buch kaufe, dann lese ich das auch. Man weiß doch gar nicht, ob der Schluß auch langweilig ist, wenn der Anfang langweilig ist. Ich habe mir zum Beispiel vor kurzem auf dem Flohmarkt das Buch gekauft: “Die Angst vor der Nähe”. Das hat mir eine Freundin empfohlen, weil ich mich immer so einigele. Am Anfang fand ich das total langweilig. Aber jetzt bin ich froh, daß ich es gelesen habe. Ich bin wirklich viel lockerer geworden. Gerade auch gegenüber Frauen. Also Leute es lohnt sich. Wenn man ein Buch kauft, sollte man es auch lesen!
schön zu merken dass franz400 wieder da ist!
Franz400 der Igel ist anscheinend aus dem Winterschlaf erwacht. Lieber spät als nie.
zum Satz: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende gibt es auch noch als Alternative: Ende OHNE schrecken, dafür MIT spaß.
Das habe ich auch bereits erlebt bei angefangene Sachen die langweilig wirken/sind, aber wobei man doch, nach viel Aufwand durchgehalten zu haben (da manches leider viel Zeit braucht um einen Standard zu erreichen wo etwas Spass machen kann), doch noch zu ein Ende mit Spass und Erfolg geführt haben, zB Geige üben.(Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt, bei manchen unbegabte Musiker gibt es leider kein Ende, egal mit oder kein Schrecken)
Das Geigenspiel ist am Anfang ziemlich öde und langweilig, Das tägliche Tonleiter und Technik üben macht kein Spass, mit und ohne den Gedanken dass es schon in ein paar Tage für einen zu Ende sein kann.
Da möchte jeder normales Kind 100% am liebsten den nächsten Tag aufhören, dafür braucht man sicher kein 3 Tagen Bedenkzeit. (Vorallem bei strengen Lehrern!).
Die Selbstbefragung wie Steve Jobs für die Dauer von ca. 3 Tagen hat vielleicht Sinn bei Steve Jobs, eine Krankheit mit evtl. baldigen letalen Ausgang als Schwert von Damokles fördert natürlich beschleunigte Entscheidungen ungemein. Bei geigenübende Kinder reicht 3 Jahre nicht mal zum anhörenswerten Qualitätstöne (auch hier: es gibt als als Ausnahme auch Wunderkinder die schneller lernen).
Die Kinder die nette softe Lehrer haben, haben anfangs sicher mehr Spass, aber die hören meistens eh ziemlich bald wieder auf, weil fehlende unangenehme Technikdrill meistens doch auch fehlende Fortschritt=fehlende Spielqualität=fehlende Anerkennung=fehlende Spass bedeutet.
Ich kenne leider viele talentierte Menschen die nach der Idee vom Apfelmann schnell aufgehört haben mit irgendwas, weil es sogar nach mehr als 3 Tage völlig unsinnig erscheint, damit natürlich ein mögliches Ende mit Schrecken verpasst, aber dafür auch mit Sicherheit kein eventuellen Ende mit Spass erleben werden.
Die Kernfrage bleibt natürlich wenn und woran man etwas erkennt, womit man am besten nicht mal nach 3 Tagen, aber am besten sofort aufhören sollte. Ich finde es schwer bei angefangene Sachen nach 3 Tagen zu bescheinigen dass der Spass längs aufgehört hat, da meistens dann der Spass meistens nicht mal angefangen hat.
Da hat es Steve Jobs auch doch leichter mit sein 3 Tage-Frage, weil natürlich mit einen beachtlichen Armee von Mit-Arbeiter, Mit-Denker und Mit-Lenker in 3 Tagen mehr Entwicklungen, Sinn- und Spassfaktor zu erkennen gibt als manch Einzelkämpfer nach 3 Wochen Denk- und Planungs-Arbeit.
Dazu sollte man nicht vergessen, dass dieses Denken von Steve Jobs ein sehr abendländisches Denken ist. Asiatisches Denken und Planung hört nicht beim eigenes Ableben auf, da Sinn oder Kein-Sinn auch für die nächste Generation gilt. (Obwohl man nicht meinen sollte dass Geplantes trotzdem nicht so schnell wie möglich ohne Verzögerung erreicht werden sollte, sehe China´s eigene Entwicklung, auch nicht gerade langsam in den Umsetzungen, wenn gewollt!)
Ich würde mich nicht so an den 3 Tagen festbeissen. Jeder hat eine andere Geschwindigkeit im Leben. Ich habe dafür vor fast 10 Jahren für mich die “Ein-Stunden-Projekte” eingeführt. Funktionieren ähnlich wie die von Jobs, bloß dass es zeitmäßig flexibler ist, da ich in beiden Richtungen Puffer hinzugebe oder wegnehme.
Und Bücher lese ich wie der Igelfranz auch bis zum Ende (von ganz wenigen Ausnahmen mal abgesehen), man muss sich halt davor schützen, Schund überhaupt anzufangen.
was sind das für “Ein-Stunden-Projekte”?
klingt interessant.
wieviele sind davon “gewachsen”? und in welchen Mass?
Ich gehe jetzt zum Wasserskilift.