Dr. George Berbari_Psychiater + Hirnforschung

02. November 2010 von Chris


(Dr. George Berbari)

(Film Interview >) Dr. George Berbari (Psychiater und Hirnforschung).

In der Inspiration Lounge gebe ich seit einiger Zeit Empfehlungen an kreative Köpfe und Macher weiter. In diesem mehrteiligen Beitrag geht es mir besonders darum, zur alltäglichen Reduzierung von Stress und damit zur Vermeidung von negativen Stressfolgen beizutragen. Ich beginne mit Informationen über Cortisol.

Das Hormon Cortisol hat wichtige Funktionen in unserem Körper. Es ist beispielsweise notwendig zur Regulierung des Bluddrucks, des Stoffwechsels und der Insulinausschüttung. Es unterstützt wesentlich die Abwehrreaktionen des Körpers gegenüber entzündlichen Prozessen.

Morgens ist der Cortisonlevel in unserem Körper am höchsten, nachts am niedrigsten. Obwohl Cortisol nicht nur in Stresssituationen ausgeschüttet wird, ist es als Stresshormon bekannt geworden. Das beruht darauf, dass Cortisol in höheren Dosierungen in den Blutkreisluf gelangt, sobald sich der Körper in einer sogenannten Fight or Flight-Situation befindet. Cortisol ist hier zuständig, um den Körper schnell auf einen erhöhten Energielevel zu bringen, die Schmerzempfindlichkeit zu senken und unsere Hirn/Gedächtnisfunktionen auf Hochtouren zu bringen.

Wichtig ist dabei, den Körper nach der Stresssituation mit hoher Cortisolausschüttung wieder in einer ruhigere Phase zu bringen. Genau hier liegt meist das Problem: Unsere Kultur, unser Lifestyle erzeugen mit Vorliebe hohe Stresspegel. Zahlreiche Menschen sind dadurch regelmäßig zu vielen und zu langen Stressphasen ausgesetzt. Die Stressbewältigungsfunktionen des Körpers werden zu oft und zu dauerhaft aktiviert. Der Cortisolpegel im Blut hat keine Möglichkeit mehr, auf ein normales Maß zurückzufahren. Es resultiert ein chronischer Stresszustand des Körpers, der Cortisolspiegel ist permanent erhöht.

Damit gehen viele negativen Folgen für den Körper einher. Hier nur eine Auswahl:
> eingeschränkte kognitive Fähigkeiten
> Störung der Schilddrüsenfunktionen
> Bluthochdruck
> Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegel
> eingeschränkte Immunabwehr, schlechte Entzündungshemmung und Wundheilung
> vermehrte Anlagerung von Bauchfett, gesteigertes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Stress gehört zum Leben. Angesichts der Risiken für unsere Gesundheit ist es jedoch notwendig, chronischen Stress zu vermeiden und den Körper nach Fight or Flight-Situationen auch wieder in Entspannungsphasen zu versetzen. Es gibt viele Wege und Maßnahmen, um Stress abzubauen. Regelmäßige Spaziergänge an frischer Luft und im Grünen, ein netter Abend mit Freunden sind bespielsweise einfache Mittel, um Stress auf ein Normalmaß zu bringen.

Dauerhaft betrachtet ist es allerdings wichtig, das eigene Leben, den eigenen Lifestyle generell auf Stressfaktoren zu überprüfen, diese Faktoren bewusst wahrzunehmen und so weit wie möglich auszuräumen. Wie gesagt, es geht nicht komplett ohne Stress. Es geht darum, überflüssigen Stress zu erkennen und zu vermeiden.

Dazu demnächst mehr.

In Teil 2 dieses Beitrags werde ich mich dem Thema Stressfaktor »Ungeschriebene soziale Gesetze« und Möglichkeiten zur Stressbewältigung widmen.

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