Category: Inspiration Lounge Interviews_2009 – 2011

Interview mit Jochen Distelmeyer

29. November 2010 von Chris


(interview: scroll down)
»Für mich gibt es keine Welt ohne Musik.«

Der Termin hat uns sehr gefreut. Das Interview auch. Danke noch mal an das gesamte Distelmeyer-Team.

Auch wenn alles etwas kritisch aussah, bis es dann endlich in der Kiste war. Autopanne der Crew bei Frankfurt, dadurch Verspätung zum Soundcheck, nasskaltes Kölnwetter und dann noch zwei Interviews. Aber alle haben es professionell gelöst. Selbst einen Ort für den Dreh haben wir noch kurzfristig gefunden. Danke Nane und Werner, puplik.org für’s gewärmte Atelier. Sonst hätten wir das Interview doch im Treppenhaus vom Gebäude 9 machen müssen. Wäre etwas schattig gewesen.

Zu Jochen Distelmeyer braucht man eigentlich nichts zu sagen. Die einen wissen so einiges über ihn, die anderen drücken jetzt diesen link.

Ich habe ihn damals 1992 in seinem ersten Konzert in Stuttgart gesehen. Es waren knapp 30 Leute da. Da dachte ich mir: »bingo, der Sound und die Texte, genau auf die Zwölf. Bin mal gespannt, was der zukünftig macht. Der funktioniert«. Ich sollte recht behalten.

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Ich finde, auch wenn Texte, Sound und Mensch sich in knapp 20 Jahren »geringfügig« verändert haben – es wäre schlecht, wenn nicht – ist Jochen Distelmeyer musikalisch und textlich heute mehr denn je auf den Punkt.

PS.
Passend zum Interviewtermin sind die Filmdaten der zweiten Kamera dann bei der Datenübertragung für die Postproduction auf Grund eines Systemfehlers gelöscht worden. Thanxxx digitalisiertes Zeitalter. Ich konnte dann aber wieder auf die Hauptkamera zugreifen, ganz oldschoolmäßig mit Band. Danke.

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Interview mit Robert Schrem

26. November 2010 von Chris


(Robert Schrem)

(interview: scroll down) »Es war nie geplant, dass wir einen Fernsehsender gründen – das ist einfach passiert.«

Seit inzwischen einigen Monaten verfolgen wir das Projekt S21 in Stuttgart. Immer wieder haben uns Freunde von den Geschehnissen dort berichtet und dabei betont, dass alle Protestveranstaltungen friedlich ablaufen. Dann kam der 30.9., und wir erfuhren zunächst über SPIEGEL Online, dass im Stuttgarter Schlossgarten, wo die ersten Bäume für das geplante Bahnhofsprojekt gefällt werden sollten, ein Polizeieinsatz gegen Demonstranten im Gange war.

Wie das so ist, wenn einer im Team aus Stuttgart kommt und beide die Stadt gut kennen: man will natürlich mehr Informationen über das, was vor sich geht. Wir suchten daher nach mehr Konkretem und stießen auf fluegel.tv. Hier konnten wir die Proteste und Teile des Polizeieinsatzes live online verfolgen. Es resultierten Einblicke, die die eingesessenen Medien in ihren Berichterstattungen nicht lieferten sowie die Tatsache, so manche spätere Stellungnahme der politisch Verantwortlichen dadurch in einem anderen Licht betrachten zu können.

fluegel.tv – was für eine gute Idee, dachten wir uns, fingen an darüber zu recherchieren und stellten fest:

Die Geschichte von fluegel.tv ist wie geschaffen für die Inspiration Lounge. Robert Schrem, Gründer von amplify, hat sein Büro direkt gegenüber der Nordseite des Stuttgarter Bahnhofs. Um den Abriss des Bahnhofnordflügels im Rahmen des Projektes S21 live und online zu dokumentieren, stellte er Anfang August eine Kamera an seinem Bürofenster auf. Der Beginn der Abrissarbeiten ließ die Seitenzugriffe sprunghaft steigen. Fast alle deutschen Fernsehkanäle verwendeten Robert Schrems Filmmaterial von diesem Zeitpunkt an.

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Das Dokumentationsprojekt entwickelte sich schnell zu einer immer umfassenderen Berichterstattung: Live-Übertragungen von den Projekt- und Widerstandsentwicklungen, den Demonstrationen und inzwischen auch den Schlichtungsverhandlungen in Stuttgart sind hinzugekommen. fluegel.tv hat außerdem mit »auf den sack« eine eigene Talkrunde, moderiert von Thorsten Puttentat. Auch von anderen Orten wird gesendet und berichtet. So übertrug fluegel.tv bereits aus dem Wendland rund um die Gorleben-Demos oder direkt aus dem Bundestag. Die Macher haben dabei immer den Anspruch, so objektiv, kontinuierlich  und nah dran wie möglich Bericht zu erstatten. Unser Interview fand dann auch mitten in den Vorbereitungen zur Übertragung einer Großdemo in Stuttgart statt.

Das Team von fluegel.tv besteht aktuell aus ca. 20 ehrenamtlichen Mitmachern, die das Engagement eint, fluegel.tv weiter voran zu bringen und so auch künftig für unabhängige Übertragungen und mehr Transparenz zu sorgen. Aus der ersten Kamera hat sich heute wesentlich mehr entwickelt – vor allem durch die tatkräftige Hilfe und das Know-how der zahlreich dazugekommenen Mitmacher. So verfügt fluegel.tv inzwischen u.a. über einen Boller-Ü-Wagen als mobile Übertragungseinheit. Und auch die Zuschauerzahlen werden stetig ausgebaut.

In den Hochzeiten schalten sich eine halbe Million Menschen in nur wenigen Tagen zu. Nachrichten-Websites wie SPIEGEL Online haben fluegel.tv verlinkt. Das Team erhält permanent zahlreiche Presseanfragen zur aktuellen Situation in Stuttgart.

Längst denkt man bei fluegel.tv auch über S21 hinaus»Das Interessante am Internet ist, dass man mit geringeren Mitteln sehr viel Öffentlichkeit für ein Thema erzeugen kann. Toll ist auch zu sehen, dass dadurch so viel Schwung entstanden ist.

Wir werden im Sinne von mehr Transparenz und Demokratie auf alle Fälle weiter machen, auch wenn das Projekt Stuttgart21 längst begraben sein sollte.«

Wir auch.

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manuel odendahl_systemprogrammierung & dj

24. November 2010 von Chris


(manuel odendahl)

(click the pix) Computers are nice. They are fast, they never forget things (if you do backups regularly), and they allow you to access the knowledge of a lot of other humans instantly (with an internet connection). This removes a lot of interruptions in your daily life. For example, we had ants in our kitchen this morning. I looked up how to kill ants and repel them in a green way. 2 minutes later, I had sprayed some soap water on the poor ants that made their way into the kitchen, and put up a mound of coffee ground near the hole they came in through. In less than 2 minutes, the problem was solved in a quite ecological way. This could potentially have cost me significantly more time before, and I may have resorted to pesticides because that’s what a shop owner would have told me to do. Computers speed up my thoughts, allowing me to concentrate on the things I like.

However, if you use the wrong software, this efficiency can turn into a very distracting thing. The computer can make you think that you can multitask, that is do two things at once: watch a film and read a book and talk with 18 people at the same time. That’s possible, of course, but the attention you give these individual parts will be less than every a fraction of what your full attention is. Sometimes that’s fine, but to me it doesn’t feel right anymore. Now I try to just watch a movie, and quiet my thoughts even while doing that. Or talk with only one person, and quiet my thoughts while doing that (that’s *much* harder for me :). Because if you don’t, you miss so many clues that something may be wrong, so many signs that things are good, so many beautiful details.

Because I want to get a lot of things done, and because I like a lot of people, and because a lot of ideas interest me, I found an alternative to multitasking: batch scheduling. I break up tasks into small parts, and instead of trying to do 2 big tasks at once, I interleave the small parts, giving them my full attention, and using the computer to store the “paused” task. I don’t want to do that for my friends and my private life (although I use highrise for clients and work related tasks), but that means I keep forgetting things :]

Inspiration Lounge Interview by le tapir: Manuel Odendahl  Part I | Part II
wesen sounzzz
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ruinwesen.com

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Dr. George Berbari_Psychiater + Hirnforschung

02. November 2010 von Chris


(Dr. George Berbari)

(Film Interview >) Dr. George Berbari (Psychiater und Hirnforschung).

In der Inspiration Lounge gebe ich seit einiger Zeit Empfehlungen an kreative Köpfe und Macher weiter. In diesem mehrteiligen Beitrag geht es mir besonders darum, zur alltäglichen Reduzierung von Stress und damit zur Vermeidung von negativen Stressfolgen beizutragen. Ich beginne mit Informationen über Cortisol.

Das Hormon Cortisol hat wichtige Funktionen in unserem Körper. Es ist beispielsweise notwendig zur Regulierung des Bluddrucks, des Stoffwechsels und der Insulinausschüttung. Es unterstützt wesentlich die Abwehrreaktionen des Körpers gegenüber entzündlichen Prozessen.

Morgens ist der Cortisonlevel in unserem Körper am höchsten, nachts am niedrigsten. Obwohl Cortisol nicht nur in Stresssituationen ausgeschüttet wird, ist es als Stresshormon bekannt geworden. Das beruht darauf, dass Cortisol in höheren Dosierungen in den Blutkreisluf gelangt, sobald sich der Körper in einer sogenannten Fight or Flight-Situation befindet. Cortisol ist hier zuständig, um den Körper schnell auf einen erhöhten Energielevel zu bringen, die Schmerzempfindlichkeit zu senken und unsere Hirn/Gedächtnisfunktionen auf Hochtouren zu bringen.

Wichtig ist dabei, den Körper nach der Stresssituation mit hoher Cortisolausschüttung wieder in einer ruhigere Phase zu bringen. Genau hier liegt meist das Problem: Unsere Kultur, unser Lifestyle erzeugen mit Vorliebe hohe Stresspegel. Zahlreiche Menschen sind dadurch regelmäßig zu vielen und zu langen Stressphasen ausgesetzt. Die Stressbewältigungsfunktionen des Körpers werden zu oft und zu dauerhaft aktiviert. Der Cortisolpegel im Blut hat keine Möglichkeit mehr, auf ein normales Maß zurückzufahren. Es resultiert ein chronischer Stresszustand des Körpers, der Cortisolspiegel ist permanent erhöht.

Damit gehen viele negativen Folgen für den Körper einher. Hier nur eine Auswahl:
> eingeschränkte kognitive Fähigkeiten
> Störung der Schilddrüsenfunktionen
> Bluthochdruck
> Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegel
> eingeschränkte Immunabwehr, schlechte Entzündungshemmung und Wundheilung
> vermehrte Anlagerung von Bauchfett, gesteigertes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Stress gehört zum Leben. Angesichts der Risiken für unsere Gesundheit ist es jedoch notwendig, chronischen Stress zu vermeiden und den Körper nach Fight or Flight-Situationen auch wieder in Entspannungsphasen zu versetzen. Es gibt viele Wege und Maßnahmen, um Stress abzubauen. Regelmäßige Spaziergänge an frischer Luft und im Grünen, ein netter Abend mit Freunden sind bespielsweise einfache Mittel, um Stress auf ein Normalmaß zu bringen.

Dauerhaft betrachtet ist es allerdings wichtig, das eigene Leben, den eigenen Lifestyle generell auf Stressfaktoren zu überprüfen, diese Faktoren bewusst wahrzunehmen und so weit wie möglich auszuräumen. Wie gesagt, es geht nicht komplett ohne Stress. Es geht darum, überflüssigen Stress zu erkennen und zu vermeiden.

Dazu demnächst mehr.

In Teil 2 dieses Beitrags werde ich mich dem Thema Stressfaktor »Ungeschriebene soziale Gesetze« und Möglichkeiten zur Stressbewältigung widmen.

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