Category: Artikel

Neues aus der Palme-Welt

29. Juli 2010 von Chris
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Gruß vom Krottenkopf

Nach heißer Phase in Krems, Gastspielen in Wien und Dänemark, meldet sich der Meister aus den Bergen zurück. Mit frischem update und gleich eingepflegt. Voilà.

Mehr zu Thomas Palme im Interview.

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M120, Moganshan re-used re-loaded

27. Juli 2010 von Chris

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Neulich brachten wir an dieser Stelle einen Beitrag von Susanne Junker über die Planung für das Projekt M120-Moganshan re-used in Shanghai.

Das Projekt, initiiert von Konstantin Bayer unter der Mitwirkung von stageBack Shanghai, Island6 Artcenter und der Galerie Eigenheim in Weimar, hat inzwischen mit großem Erfolg auf dem Abrissgelände der 120 Moganshan Road stattgefunden. Zahlreiche Besucher, Einwohner, einheimische und zugereiste Künstler kamen zusammen, um gemeinsam auf das rasante Verschwinden traditioneller Stadtviertel sowie die zunehmende Gentrifizierung und damit einhergehende architektonische Vereinheitlichung aufmerksam zu machen.

Natürlich wurde zu diesem Anlass reichlich Kunst geboten. In die abgerissenen Bauten integriert, zeigte sie auf direkte Weise, dass Ideen und künsterische Arbeiten sehr wohl auch ohne White Cube und VIP-Lounge wirken. Viele Künstler aus verschiedenen Disziplinen und Gegenden waren dabei, u.a. Gordon Chandler, Laurent Friquet, Konstantin Bayer, Liu Dao, Hiroshi Takeda, Thomas Rusch und natürlich unsere Interviewpartner Susanne Junker und Thomas Palme.

Besonders freut uns, dass das Projekt mitten in Shanghai und trotzdem ungestört stattfinden konnte. Denn gerade angesichts der parallel laufenden EXPO ist die Stadt zur Zeit besonders bestrebt, den perfekten Eindruck zu machen. Kritische Töne werden daher herkömmlicher Weise vehement unterbunden.

Susanne Junker brachte daher das Ausbleiben eines Verbot der Veanstaltung auf den Punkt: »Miracles do happen.«

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Weird, or just different?

20. Juli 2010 von Kerstin

Da wir die Inspiration Lounge schon seit einiger Zeit betreiben und eine ganze Zahl von Interviews geführt haben, werden wir inzwischen oft gefragt, ob es etwas gibt, das uns besonders auffällt oder immer wieder Thema ist.

Nun, es gibt natürlich mehrere Aspekte, die bis heute in unseren Interviewtreffen häufiger aufgetaucht sind. Ich möchte an dieser Stelle jedoch einen Aspekt hervorheben, der uns im Hinblick auf die Fülle von Interviewpartnern und Interviews immer wieder besonders beeindruckt: die Tatsache, wie unterschiedlich Menschen die Welt sehen, strukturieren und aufgrund dessen ihre Ideen entwickeln und umsetzen. Selbst bei ähnlichen Umfeldbedingungen und vergleichbaren Grundgedanken – funktionierende Realisierungen können am Ende völlig unterschiedlich ausfallen, beruhend auf den jeweiligen Sicht-, Denk- und Vorgehensweisen. Das ist einer der Gründe, warum wir dieses Projekt jeden Tag interessanter finden, je länger wir daran arbeiten.

Zum Nebeneinander unterschiedlicher Blickwinkel, von denen keiner zwingend besser als der andere sein muss, gibt es einen aufschlussreichen Kurzvortrag von Derek Sivers bei TED Talks. Er verdeutlicht in weniger als drei Minuten, dass vieles »Feststehende« sehr relativ ist und unsere Sicht auf die Dinge für andere völlig absurd erscheinen kann. Wer’s ausprobieren möchte, der fragt in Japan nach einem Straßennamen, wenn er sich in einer Stadt zurechtfinden will.

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Kompakt

16. Juli 2010 von Kerstin

Die Woche ist sonnig. Passend dazu, werfen die nächsten Inspiration Lounge Aktivitäten ihre Schatten voraus:

Veit Landwehr war Mitte der Woche unser Interviewpartner, empfohlen von Fank Dehner im letzten Inspiration Lounge Video. Wir sprachen mit Veit darüber, wie man, ausgehend von einem Maschinenbaustudium, doch lieber Architekt wird, um dann eine Filmproduktion zu gründen, Fotograf und Künstler zu sein sowie Tische zu entwerfen und zu bauen. Im Interview geht es dann auch um die Vorteile, die es hat, viele unterschiedliche Sachen zu machen, um die Folgen des eigenen Spieltriebs und die Tatsache, dass gerade kleine Änderungen große Wirkung erzielen.

Habt Ihr beispielsweise schon einmal gesehen, dass ein kleiner roter Punkt Euer Foto im Personalausweis ziert? (Haltet den Ausweis mal unter eine Lampe und bewegt ihn.) Nur durch eine kleine Verschiebung des Punktes entsteht…seht selbst.

Was war außerdem los? Mit unserem Interview- und Kommunikationspartner Dr. George Berbari, Hirnforscher und Psychiater, haben wir Themen zusammengestellt, über die er uns anhand von Interviews an dieser Stelle schon demnächst mehr Details berichten wird. Kostprobe: was haben Stresshormone mit ungeschriebenen sozialen Regeln zu tun?

Demnächst mehr.

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M120 – Moganshan re-used!

13. Juli 2010 von Chris

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Von unserer Interviewpartnerin Susanne Junker aus Shanghai erreichte uns folgender Beitrag über das Projekt  M120 – Moganshan re-used!, bei dem sie auch selbst dabei ist. Es wird am 18. Juli 2010 beginnen.

 

M120 – Moganshan re-used!,莫干山路120创造!,

120 Moganshan Road, Shanghai, China. Gleich neben dem Galerieviertel in Shanghai, dem so genanten M50 auf der 50 Moganshan Road, befindet sich heute eine Abrissstelle. Vor gut 10 Jahren waren Künstler und die ersten Galerien in eine alte Textilfabrik auf die 50 Moganshan Road gezogen. Der Komplex war jahrelang vom Abriss bedroht, während sich in nächster Nachbarschaft Hochhäuser in die Höhe schraubten. Über die Jahre entwickelte sich dann in der 50 Moganshan Road eine Kunstoase, die schließlich immer kommerzieller wurde und dadurch ihr Bestehen sichern konnte.

Doch die modernen Wohnblocks, die Künstler und Galerien hatten noch andere Nachbarn – die Bewohner der Hausnummer 120. Ein typisches chinesisches Viertel, genauso wie wir es uns im Westen vorstellen. Kleine Reihenhäuser schlängelten sich zwischen den engen Gassen. Die Wäsche spannte sich über einem, und vor dem Hauseingängen wurde gekocht. Die Bewohner lebten in diesem Bereich viele Jahrzehnte. Auch noch, als das M50 schon etabliert war, mitsamt seinen Cafés, Kunstbuchläden und den dazu gehörenden westlichen Kunstliebhabern.

Nun ist es vorbei. 120 Moganshan Road ist platt gewalzt worden. Die meisten Leute sind gegangen. Vereinzelt sieht man Graffitis: “Ha ha! Wir sind noch hier!” In den Ruinen liegen einzelne Schuhe, man erkennt noch Tapetenmuster. Ein Alltagsbild in Shanghai.

Der deutsche Künstler und Initiator der Galerie Eigenheim in Weimar, Konstantin Bayer, kannte dieses Viertel nur zu gut. In einem Abschnitt seines Auslandstudienjahres  arbeitete er dort 2008 und kuratierte einen ansässigen kleinen Ausstellungsraum, das “Island 6 Shack”. Dort gab es einen stetigen Dialog zwischen Tradition, Moderne, Kunst, Ost und West. Doch da, wo dieser Austausch stattfand, klafft nun ein Loch.

Nach zwei Jahren traf Konstantin Bayer jetzt einige der restlichen Bewohner wieder. Die schon 2008 vorhandene, gegenseitige Sympathie besteht nach wie vor. In gewohnter Manier, Kunst im alltäglichen Lebensraum entstehen zu lassen, plant Konstantin nun ein 24 Stunden Kunstprojekt auf dem Areal, bei dem auch große Galerien mit dabei sein werden. 2000 m2 braches Abrissland sollen wieder belebt werden, um Platz für Kunst zu schaffen und auf den rasanten Wandel in China aufmerksam zu machen. Die Abrissstelle wird als Gegenpart zum glitzernden Shanghai, zum brandneuen EXPO-Viertel und zahllosen geputzten Fassaden in den Blickpunkt treten.

Zunehmend wird in Shanghai von Kunst und Künstlern die Identifizierung mit der aktuell fortschreitenden Stadtentwicklung erwartet. Gerade Künstler und Kreative ziehen dabei jedoch oft den Kürzeren, denn Arbeitsraum wird einfach zerstört oder unbezahlbar. “M120 – Moganshan re-used!” ist ein Beispiel des positiven Austausches zwischen Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, den Kunst auf den Weg bringen kann. Es ist auch ein Gedanke an die vielen Schaffenden der näheren Zukunft. Bevor alles weg ist. Bevor alles einheitlich ist.

Schaut genau hin! Kunst braucht keine weißen Wände!

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