Category: Artikel

Entdecken

17. Mai 2011 von Kerstin

Als wir vor einigen Tagen an der Nordküste Hollands entlang fuhren, fiel uns immer wieder auf, wie sehr sich die Umgebung doch von derjenigen unterscheidet, die für uns hier in Köln alltäglich geworden ist.

Kommt man an einen neuen Ort, macht man sich gerne auf den Weg, um alles möglichst genau zu erkunden. Wir durchforsteten Läden und freuten uns, wenn wir Dinge fanden, die wir bisher nicht kannten. Wir kauften beispielsweise jede Menge Lebensmittel, die uns hier fremd sind und waren begeistert, wenn wir einen tollen, neuen Geschmack entdeckten (unbedingt erwähnenswert: Ontbeijtkoek). Wir stießen an zahlreichen Orten auf vermeintliche Kleinigkeiten, wie die hier äußerst selten zu erlebende Kombination von durchdachter Gestaltung bis in die Details, Praktikabilität, Aufmerksamkeit füreinander und gleichzeitig gut gelaunter, relaxter Stimmung. Wir beschäftigten uns mit der Frage: Wenn das dort geht, warum importieren wir es nicht?

Warum macht man solche Dinge unterwegs und klinkt sich oft so zügig wieder in die übliche Routine ein, kaum ist man wieder zuhause. Von vielen unserer Freunde, wie auch von mir, kenne ich die Beschwerde, hier in der Stadt finde man leider nur noch die üblichen Läden, langweilige große Kaufhäuser und Marken. Die Sache ist: je mehr wir dabei unsere Routinen aufrecht erhalten, je weniger wir auf Entdeckungstouren gehen und stattdessen lieber die herkömmlichen Wege mit den gleichen Blickwinkeln laufen, weil sie bekannt und bequem sind, desto schwerer wird es uns fallen, Besonderes wahrzunehmen. Weil das aber so oft das Salz in der Suppe guter, neuer Ideen und besserer Laune ist, schreibe ich hier jetzt einfach mal auf: Entdeckergeist bewahren, unterwegs bleiben, Routinen erkennen und überdenken, den Blick für anderes haben, Neues ausprobieren – nicht nur aufschreiben oder hier lesen – machen.

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Interview mit Thomas Fuhlrott

29. April 2011 von Kerstin

»Wir wollen Denkgewohnheiten hinterfragen, wir wollen andere Impulse geben.«

Immer wieder stellen wir in der Inspiration Lounge Menschen vor, die interessante Ideen entwickeln und umsetzen. Immer wieder freuen wir uns daher, wenn wir bei unserer Recherche Leuten begegnen, die neue Denk- und Vorgehensweisen auf den Weg bringen.

Ende der neunziger Jahre war Thomas Fuhlrott, gelernter Graphik-Designer, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit zu einer Studie über Olivenöl in allen europäischen Ländern. Wichtiges Ergebnis der Studie: es gibt nur äußerst wenig gute Qualität. Die Europäische Union veröffentlichte dementsprechend einen Zeitungsartikel darüber, dass Olivenöl das am meisten verfälschte, gepanschte und falsch deklarierte Lebensmittel im gesamten EU-Bereich sei.

Dies war für Thomas Fuhlrott ausschlaggebend: gemeinsam mit Tina Ottmann gründete er vor zehn Jahren das Unternehmen zait, um in Deutschland hochwertiges Olivenöl zu handeln. Von Anfang an wollten sie dafür nicht die Richtung einschlagen, an die man schnell denkt: der gestylte Feinkostladen mit einem Sortiment Olivenöl, abgefüllt in üblichen, kleinen Designflaschen. Thomas Fuhlrott und Tina Ottmann wollten die Dinge anders machen und damit Potenziale des Möglichen aufzeigen. So begann das Hinterfragen bisher existenter Formen des Handels mit Olivenöl. Ausgangspunkt war dabei, logisch, das Produkt selbst.

Thomas Fuhlrott machte sich auf die Suche nach Produzenten im Mittelmeerraum, die sich der Produktion von Olivenöl in kontinuierlich hoher Qualität verschrieben haben. Doch wie sollte das Olivenöl von dort an die Endverbraucher gebracht werden? Wo waren sinnvoll Kosten einzusparen, um ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis bieten zu können. Und nicht nur das. »Denkgewohnheiten hinterfragen, andere Impulse geben – das gilt für uns hinsichtlich unserem Handel mit Olivenöl genau wie für zahlreiche kulturelle Aspekte. Wir wollen diese Dinge miteinander verknüpfen. Es war uns daher wichtig, neben dem Produkt Olivenöl auch die Kultur des Mittelmeerraumes und der Mittelmeerküche zu vermitteln sowie generell Fragen danach aufzuwerfen, wie wir in unserer Kultur eigentlich mit unserem Essen, unseren Lebensmitteln, mit uns selbst und miteinander umgehen.«

Entstanden ist ein Konzept, das sich bis heute bewährt. Im Mittelpunkt das Olivenöl: eigens entwickelte Qualitätsstandards, ständige, transparente Kontrollen und persönlicher Kontakt zu allen Produzenten sorgen bei zait für kontinuierliche Qualität. Auf durchgestylte Geschäftsräume wird bewusst verzichtet. Da Oliven nur ein Mal im Jahr geerntet und zu Öl verarbeitet werden, entwickelten Thomas Fuhlrott und Tina Ottmann die Idee des Olivenöl-Jahresvorrats, Grundlage für ein dauerhaft gutes Preis-Leistungsvehältnis.

Auch die bereits genannten kulturellen Aspekte wurden von Beginn an verknüpft. So veranstaltet zait beispielsweise jedes Jahr ein Olivenölfest. Dort wird das Öl nicht nur verkostet, es wird auch exquisit damit gekocht. Es gibt eine von zait organisierte Ausstellung. Die Olivenölproduzenten kommen, und auch zahlreiche andere Leute werden eingeladen, um sich und ihre Arbeit im Rahmen des Festes vorzustellen. »Wir finden es wichtig, all diese Leute zusammen- und in Austausch zu bringen – überhaupt dazu anzuregen, andere kennen zu lernen, Neues zu sehen, Ideen zu entwickeln und Dinge auszuprobieren.« Viele folgen dieser Anregung mit Begeisterung. Auch in diesem Jubiläumsjahr von zait werden beim Olivenölfest wieder um die 10.000 Besucher erwartet.

Wer live dabei sein will:

Oliandi – das Olivenölfest 2011, 30. April und 1. Mai, jeweils 11 bis 18 Uhr

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Desert Images by Boris Becker

28. April 2011 von Chris

Im Rahmen einer Pressekonferenz im Rautenstrauch-Joest Museum, Köln, gab Boris Becker heute Auskunft über seine Werkreihe »Desert Images«. Die Fotografien, entstanden 2010 in Syrien und Jordanien, sind Teil der Ausstellung »Lawrence von Arabien – Genese eines Mythos«. Sie zeigen wichtige Stationen des Orientreisenden Thomas Edward Lawrence, der durch David Leans Kinofilm weltweit berühmt wurde.

Die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest Museum zeigt Leben und Wirken des Lawrence von Arabien als Archäologe, Militärberater, Autor und Konstrukteur. Seine Begegnung mit dem Orient sowie seine widersprüchliche Rolle in der arabischen Revolution sind dabei Schwerpunkte.

Eröffnung der Ausstellung ist Fr., 29. April 2011, 19.00 Uhr.

Am Samstag, den 30. April, führt Boris Becker um 11.00 Uhr und um 16.30 Uhr persönlich durch seine Werkreihe »Desert Images«.

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Die Inspiration Lounge Hitlist

22. April 2011 von Kerstin

Ab heute werden wir 14-tägig eine Hitlist veröffentlichen, um regelmäßig einen Überblick über die meist gelesenen Artikel bzw. die meist gesehenen Videos zu geben.

Die Inspiration Lounge Hitlist für den Zeitraum 07.04– 21.04.2011

1. Interview mit Gabriele Paulussen-Becker

2. Mehr Mettenheim

3. Interview mit Bernd und Ralf Schönleber

4. Interview mit Lothar Müller

5. Das Weingut Becker-Landgraf

Foto: Ausschnitt aus der Arbeit »my spectrum has nine pieces« von Susanne Rottenbacher

 

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Mehr Mettenheim

20. April 2011 von Kerstin

Einige Zeit ist es nun her, dass unser Projektpartner Stefan Sander hier bei uns in Köln war, um im Rahmen eines tollen Abends eine Auswahl seiner Weine vorzustellen. Dabei erzählte er nicht nur über den speziellen ökologischen Weinanbau im Weingut Sander, sondern gab vor allem auch Einblicke in seine persönlichen Denk- und Handlungsweisen.

Bis heute werden wir auf diesen Abend angesprochen, viele weiteren Fragen und Anregungen haben uns erreicht, die wir gerne an Stefan Sander weitergeben. Da Inspiration keine Einbahnstraße ist, hat das Weingut Sander inzwischen seine virtuelle Welt komplett überarbeitet und gibt nun allen Interessierten viele erfrischende Einblicke mehr in Positionen und Schaffen. So gibt es jetzt auch jede Menge Antworten auf die von uns oft gehörte Frage: wie sieht es eigentlich in Mettenheim und in Sanders Weinbergen aus?

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