Category: Artikel

Edge

06. Juni 2011 von Kerstin

Gerne stellen wir Menschen vor, die mit ihren Ideen und ihrer Arbeit interessante, besondere Projekte hervor- und voranbringen.

John Brockman ist ein echter Querdenker und -macher. Früher Aktionskünstler, Wirtschaftsberater, heute Verleger und Literaturagent, wird er gerne als »einer der besten intellektuellen Katalysatoren unserer Zeit« bezeichnet. 1996 gründete er die Non-Profit-Organisation Edge.org, die auf einem Gedanken John Brockmans und des Künstlers James Lee Byars fußt: »Um Außergewöhnliches zu erfahren, um darauf zu kommen, muss man außergewöhnliche Leute suchen.« Damit verbunden kam James Lee Byars auf die Idee, »die 100 geistvollsten Menschen einzuladen und in einem Raum zu versammeln, um sie einander die Fragen stellen zu lassen, die sie sonst nur sich selbst stellen.« Das gab schließlich den Ausschlag für den Aufbau von Edge.org.

Edge.org vereint heute insbesondere führende Wissenschaftler aus Fachbereichen von Mathematik, Physik, Psychologie, Evolutions- und Molekularbiologie über Neurologie und Informatik bis hin zu Archäologie, Anthropologie, Sprach- und Wirtschaftswissenschaften. J. Craig Venter, Freeman Dyson, Eric Kandel und viele andere teilen in zahlreichen online veröffentlichten Conversations und Essays ihre Ideen mit und diskutieren darüber. Ein Mal im Jahr stellt John Brockman den Edge-Teilnehmern außerdem eine besondere Frage, so beispielsweise 2009: »welche Idee wird alles verändern?«

Die Antworten, wie die Conversations insgesamt, sind so unterschiedlich wie oft verblüffend und sorgen garantiert für eine Menge neuer Perspektiven. Von der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz, der radikalen Änderung unserer Lernsysteme und der Suche nach dem Gedächtnis bis zur Entwicklung von grünem Öl. Reichlich Hirnfutter, ganz im Sinne des Zitats von Francis Picabia: der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

FacebookTwitterGoogle+

Inspiration Lounge Hitlist

30. Mai 2011 von Kerstin

Die 14-tägige Inspiration Lounge Hitlist der meist gelesenen Artikel bzw. meist gesehenen Videos.

Die Inspiration Lounge Hitlist für den Zeitraum 16.05– 30.05.2011

1. Neue Bewegung – fluegel.tv interviewt Konstantin Wecker

2. Interview mit Thomas Fuhlrott

3. Wie und Wo statt Warum nicht

4. Interview mit Konstantin Bayer

5. rough style

Foto: Ausschnitt aus der Arbeit »my spectrum has nine pieces« von Susanne Rottenbacher

FacebookTwitterGoogle+

Schnittstelle

26. Mai 2011 von Chris

Boris Becker und Gabriele Paulussen-Becker präsentieren Arbeiten von Uta Zaumseil. Der in Greiz geborenen Künstlerin gelingt die Synthese zwischen der alten Technik des Holz- und Linolschnittes und der Einbeziehung der Fotografie. Es entsteht eine eigene Bildsprache, die durch diese besondere Kombination in die Nähe der Malerei rückt. Plane Flächen werden aufgerissen, Details hervorgehoben, eine eigene Faszination und Formensprache entsteht.

Wieder einmal bieten die sprungturm Macher einen interessanten Exkurs mit neuen Blickwinkeln und schaffen damit in der Kölner Innenstadt einen kulturellen OpenSpace und HotSpot.

Ausstellungseröffnung:
Uta Zaumseil_Holz- und Linolschnitte | Freitag, 27. Mai 2011, 18:00 Uhr, sprungturm

Ausstellungsdauer:
28. Mai bis 26. Juni 2011 | Mi. – Fr. 15:00 – 18:00 Uhr | Sa. 12:00 – 15:00 Uhr

FacebookTwitterGoogle+

Neue Bewegung – fluegel.tv interviewt Wecker

25. Mai 2011 von Kerstin

Seit unserem ersten Interview mit Robert Schrem von fluegel.tv hat sich der Online-Sender kräftig weiterentwickelt – mal ganz davon abgesehen, dass sich auch in Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg so einiges in zuvor kaum für möglich gehaltene Richtungen verändert hat.

Atomkraft-Diskussion, politischer Wechsel, Demokratiebewegung – das Spektrum von fluegel.tv hat sich erweitert. Nach wie vor sind auch die Entwicklungen um S21 (heute S21 plus) wichtiges Thema in Stuttgart und natürlich bei fluegel.tv. So fand bis gestern das Camp »Baustopp selber machen« statt, bei dem die Leute von fluegel.tv natürlich wieder unterwegs waren, um Stimmungen, Aktionen und Meinungen auch für diejenigen transparenter zu machen, die nicht live dabei sein konnten.

In diesem Rahmen entstand auch ein fluegel.tv Interview mit Konstantin Wecker (Link drücken, scrollen zum Interview), in dem Thorsten Puttentat (der Chef-Interviewer bei fluegel.tv) mit dem Musiker und Künstler über das neu entstandene, große Interesse an öffentlichen Themen, an mehr Bürgerbeteiligung, politischem Wandel und gesellschaftlicher Bewegung sprach. Stuttgart, Spanien, Ägypten…wie sieht ein seit vielen Jahren Engagierter die Proteste, den Widerstand und die Änderungen. Was passiert da und wie geht es weiter?

 

FacebookTwitterGoogle+

Wo und Wie statt Warum nicht

23. Mai 2011 von Kerstin

Wer hat sich nicht schon mal gefragt, warum man nicht selbst auf die eine oder andere tolle Idee gekommen ist. Ich kenne nicht Wenige, die sich damit geradezu quälen können.

Seit Beginn der Inspiration Lounge sprechen wir mit Menschen über ihre Ideen und Vorgehensweisen bei der Realisierung. Mir ist dabei immer deutlicher geworden, dass Ideen einerseits tatsächlich in der Luft liegen, andererseits aber immer einen gewissen Blick auf ein Thema, eine eingehende Beschäftigung damit verlangen, um sich ins Bewusstsein vorzuarbeiten oder sogar aufzudrängen. Immer wieder finde ich es einen spannenden Vorgang, wenn sich aus der Erzählung einer unserer Interviewpartner mehr und mehr ein Bild davon zeichnet, warum, aufgrund welchen Umfelds und welcher Tätigkeiten bestimmte Ideen entstanden sind. Es sind persönliche Geschichten und Erlebnisse, die Thomas Fuhlrott zum Olivenöl, die Yung Chin zum Bogenbau oder Robert Schrem zu fluegel.tv brachten.

Manchmal wird einem auch ganz ohne Kenntnisse über eine Vorgeschichte offensichtlich, wie Ideen und ihre Realisierungen entstehen. Als ich neulich an einem nordholländischen Strand unterwegs war, traf ich auf ein paar Jungendliche, die mit voller Konzentration versuchten, das wirklich sehr kalte Wasser zu ignorieren, um beim Baden völlig locker zu wirken. Mir fiel dabei sofort die Fotografin Rineke Dijkstra ein, die ebenfalls am Meer auf die Idee ihrer bekannten Strandportraits gekommen war.

Wie immer Ideen auch entstehen, es ist manchmal ein Trost, sich sagen zu können, dass man Dinge nicht entwickeln konnte, weil einem der persönliche Bezug, die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Sujet oder einer räumlichen Umgebung einfach fehlt. Der Gedanke, dass jede Idee aus ihrer Umgebung, ihren verbundenen Themen und Fragestellungen heraus in der jeweiligen Situation die Person braucht, die den Blick hat, zur Tat schreiten kann und schreitet, ist mir sympathisch. Er legt nah, sich mit Augenmerk auf das eigene Umfeld und die eigenen Themen zu fragen, an welchen Stellen man selbst zum Realisierer werden kann, statt sich über nicht gehabte Ideen zu grämen.

FacebookTwitterGoogle+