Category: Artikel

Jetzt wird’s haptisch

26. Juli 2011 von Chris

(das 1. Treffen)

Nachdem die Inspiration Lounge nun seit über zwei Jahren erfolgreich als Blog aktiv ist, haben wir uns überlegt, eine erste Exkursion vom Virtuellen in die Haptik zu unternehmen.

Erstmalig veröffentlichen wir als Herausgeber die Inspiration Lounge Buchedition. In Zusammenarbeit mit dem Kunstbuchverlag Darling Publications, und basierend auf dessen Edition 20/50, entsteht eine kleine, hochwertige Reihe. In dieser geben wir ausgewählten Freunden und Interviewpartnern der Inspiration Lounge – allesamt Leute, die wir inspirierend finden, die Möglichkeit, Ihre Ideen, Geschichten oder Projekte einem größerem Publikum in ihrem eigenen Buch vorzustellen. Die Themenauswahl ist bewußt frei gehalten, um so einen interessanten Querschnitt unterschiedlicher Arbeiten und Vorgehensweisen zu zeigen.

Der Prozess des Projekts wird von uns natürlich begleitend dokumentiert. In der ersten Phase, »der Vorstellung«, trafen wir uns u. a. mit Freunden aus den Bereichen Illustration, Architektur, elektronische Musik, Literatur, Sport und Programmierung. Weitere aus den Bereichen Regie, Theater, Kunstgeschichte und Lyrik folgen.

Ein für uns wichtiger Aspekt ist die entstehende Projektgemeinschaft. In regen Diskussionen wurden bereits letzte Woche unterschiedliche Ansätze und Auffassungen der Beteiligten erörtert. Querschläger inklusive. Wie im wirklichen Leben: die Mischung macht’s.

Wir werden weiter berichten, wie sich das Projekt entwickelt. (>to be continued)

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Entdeckungstour

23. Juli 2011 von Kerstin

Nachdem ich vor einiger Zeit einen Artikel über die Notwendigkeit von Entdeckungstouren im Alltag veröffentlichte, fragte mich ein Freund kurz darauf, wie oft ich denn seitdem aufgebrochen sei, um Neues, Spannendes zu finden. Tatsächlich hatte er mich dabei ertappt, die guten Entdeckungsvorsätze mal wieder vorübergehend zurückgestellt zu haben – viel zu tun, wenig Zeit…Wie oft und wie lange sitzen wir, wie viele andere auch, eigentlich in mehr oder weniger starrer Haltung, Blick geradeaus auf einen Bildschirm und wundern uns gar nicht mehr, dass wir langsam einrosten? Und nein, ich meine das nicht nur in Bezug auf die Rückenmuskulatur.

Also sind wir gestern zu einer Entdeckungstour aufgebrochen, die uns mitten in Köln bis tief nach Australien führte. Ein Besuch der Emmanuel Walderdorff Galerie ermöglicht es noch bis zum 13. August 2011, in Aboriginal Fine Arts und damit gleichzeitig in über 40.000 Jahre faszinierender Kulturgeschichte einzutauchen.

Vor allem für diejenigen, die wie wir bisher keine Berührungspunkte mit Aboriginal Fine Arts hatten, denen der »Einstieg«  schwer erscheint oder die zunächst nur Punkte und Kreise sehen, ein heißer Tipp: noch bis zum 30.07. führt Robyn Kelch, die Gründerin der auf Aboriginal Fine Arts spezialisierten Galerie ArtKelch, durch die von ihr kuratierte Ausstellung. Begleitet von ihren Schilderungen die Ausstellung zu durchwandern, wurde für uns gleich zu einem doppelten Erlebnis. So öffneten sich zahlreiche Fenster in die Kultur der Aboriginal Australians und die damit verbundene, älteste und bis heute praktizierte Kunst der Welt. Punkte auf Bildern können so auf einmal ganz anders wirken, wenn man erst weiß, dass sie oft gemalt werden, um hinter ihnen liegende Bildschichten und Geschichten vor unseren Blicken zu verbergen. Blickwinkel auf Bilder ändern sich, sobald man diese auch als Topographien und Darstellung von Schöpfergeschichten sehen kann. Darüber hinaus hat uns der Ausstellungsbesuch jede Menge der, wie ich finde, immer wieder notwendigen Impulse gegeben, dass unsere Sicht- und Lebensweise eben nicht mehr als nur eine Sicht- und Lebensweise ist. In über 220 Sprachen der Aboriginal Australians gibt es beispielsweise kein einziges Wort für Zeit. Leben ohne Zeit zu messen und zum Zwecke der Terminplanung einzuteilen – für uns unvorstellbar.

War eben die Rede von doppeltem Erlebnis, so ist Robyn Kelch mit ihrem großen Wissen über Aboriginal Fine Arts und ihrer Begeisterung für die Aboriginal Kultur auf alle Fälle ein Teil davon. Wenn sie davon erzählt, wie sie mit dem Jeep auf langen Fahrten durch Australien unterwegs ist, wie sie die Künstler in den Art Centern besucht – man ist kurz davor, selbst die Koffer zu packen.

Bleiben drei Dinge zu sagen: 1. Herzlichen Dank an Emmanuel Walderdorff für seinen Entschluss, der Ausstellung Western APY Lands einen besonderen Platz in Köln zu geben. 2. Um noch mehr von dieser Entdeckungstour und über Aboriginal Fine Arts zu erzählen, haben wir einen Film gemacht, der hier in Kürze erscheint. 3. Wer selbst sofort aufbrechen will:

Western APY Lands in der Galerie Emmanuel Walderdorff, Öffnungszeiten Di-Fr 14.00-18.00 Uhr, Sa. 12.00 Uhr-16.00 Uhr

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Greifbar

07. Juli 2011 von Chris

(click the pix 2 behind)

Unsere Nachlese zur Buchpräsentation am 1. Juli im sprungturm fällt anders aus als geplant, und das hat folgende Gründe:
1.) eine reichhaltige Fotoshow über den gelungenen Abend findet ihr beim sprungturm.
2.) Das, was uns an diesem Abend besonders beeindruckt und, passend zum Thema, inspiriert hat, war der in vielen Momenten zu bemerkende Enthusiasmus und das Engagement der Initiatoren und Macher des Abends sowie der Teilnehmer der 20/50-Reihe. So sehr diese Aspekte auch greifbar waren, so schwer fällt es, dieses aus vielen Einzeleindrücken und persönlichen Gesprächen Greifbare in Bilder zu fassen.

Daher also Worte: Gabriele Paulussen-Becker und Boris Becker haben auch diese sprungturm- Veranstaltung zu einem Abend gemacht, der interessante künstlerische Positionen mit einer offenen Atmosphäre und viel Austausch unter Freunden, Bekannten und zunächst nicht Bekannten kombiniert. Sehenswertes sichtbar zu machen und einen solchen Raum zu geben – das mag vielleicht einfach klingen, ist es aber offensichtlich nicht. Denn unter uns – wie viele tun es und bekommen es hin? (Ok, natürlich gibt es auch nur den einen wahren sprungturm-Verpflegungsbus und seine souveräne Crew.)

Als Initiator der 20/50-Reihe hat der Verleger Andy Lim ein weiteres Mal ein Projekt ins Leben gerufen, das zahlreiche Künstler unter einem »Dach« zusammenbringt und den notwendigen Anschub schafft, individuelle Ideen und Werke auch in Buchform sicht- und greifbar zu machen. Bleibt zu sagen, was schon dem Verlegervorwort der 20/50-Reihe zu entnehmen ist: Mögen viele Bücher folgen.

Tatsächlich ist die nächste Edition schon in Arbeit. Der Kunsthistoriker Rafael von Uslar wird der Herausgeber sein. Einblicke, die er uns bei dieser Präsentation vorab gab, machen äußerst neugierig auf eine Edition,  auf Künstler, Ideen, Werke und Begeisterung, die es zu entdecken gilt.

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Jegliche Ähnlichkeiten sind rein zufällig

29. Juni 2011 von Chris

Was ist man, wenn man aus einer außerehelichen Beziehung eines auf Wanderbienen spezialisierten Bio-Honig Imkers (Vater) und dem Mitglied einer legendären Campingplatzbetreiberdynastie (Mutter) stammt? Erstmal sehr aufgeschlossen für das weitere Leben. Claudio Pogo – der Name ist Programm. In Catania (Sizilien) geboren, jetzt gerne in Berlin lebend, war Claudio Pogo schon immer jemand, der sich seinen persönlichen Herausforderungen stellte. Den Gedanken, groß im Showbiz herauszukommen (»ich habe schon immer gerne gesungen«), ging er voller Motivation an. Mehrmals beteiligte er sich an DSDS, kam aber leider über die Vorrunde nicht heraus. So endete diese Karriere im Stillen, bevor sie überhaupt begann. Ohne Schulabschluss, aber mit Mut im Herzen, entschloss sich Pogo die Laufbahn des Künstlers oder Galeristen einzuschlagen. Später, wie das Schicksal so spielt, wenn es gut gestimmt ist, kreuzte sich sein Weg mit dem von Boris Becker. Dieser ermöglichte ihm die Teilnahme einer Gasthörerschaft an der Hochschule für Künste in Bremen. Was dann geschah, ist fast schon legendär.

Wie sein Buch PLAGIATE sein Leben veränderte, warum Plagiate ein wichtiger Teil der Geschichte sind und wie er damit Teil einer außergewöhnlichen Buchedition wurde, kann man am Freitag, 1. Juli ab 18.00 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung 20/50 im sprungturm erfahren.

Sprechen Sie ihn einfach an, falls er den Weg aus Catania oder Berlin zur Ausstellung finden sollte.

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Überzeugend konsequent

24. Juni 2011 von Chris

Seit mehr als zwei Jahren reisen wir durch die Republik und interviewen Menschen, die Engagement, Querdenken und die Konsequenz in der Umsetzung von Ideen und Projekten eint. Mal im Großen, mal im Kleinen.

Auch das Projekt 20/50, bei dem 11 Künstler jeweils ihr eigenes Buch erarbeitet haben, ist ein besonderes Beispiel geballter Motivation, Energie und Konsequenz in der Ideenrealisierung. Angeregt durch den Verleger Andy Lim, sollte jeder Künstler 20 Personen von einer eigenen Buchidee überzeugen und so 20 Sponsoren gewinnen, die sich mit je 50 Euro an den Kosten des konkreten Buchprojekts beteiligen. Ein ausgezeichneter Weg, um sich selbst zu fragen, wie wichtig einem eine Buchidee, ein bestimmtes Thema und last but not least: die eigene Tätigkeit eigentlich ist.

Die ersten 11 Künstler haben inzwischen mit viel Engagement ihre Sponsoren überzeugt. Die im Rahmen des Projekts 20/50 entstandenen und bei Darling Publications erschienenen Ergebnisse werden in einer Ausstellung bzw. Buchpräsentation am 1. Juli 2011 von unseren Kulturpartnern Boris Becker und Gabriele Paulussen-Becker im sprungturm gezeigt.

20/50 im sprungturm, Vernissage und Buchpräsentation: 1. Juli 2011, ab 18.30 Uhr

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