Category: Artikel

Frischluft

04. März 2013 von Kerstin

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Die meisten von uns sind permanent damit beschäftigt, die eigene Arbeit, Projekte, das eigene oder ein anderes Unternehmen, Vorhaben, Ideen und Aufträge voranzubringen. Spezialisiert wie wir alle heute sind, fällt es recht leicht, bei all dem Aufwand, den wir betreiben, und all der Zeit, die wir dafür einsetzen, die eigenen Themen in der persönlichen Sicht zu einem komplexen, unabhängigen Bereich für sich werden zu lassen, in dem wir täglich an unserem Lebensunterhalt und unserem Weiterkommen »feilen«.

Stellen wir uns mal vor, jeder dieser Bereiche wäre ein unterschiedlicher Raum, dann hielte sich jeder von uns mit dem, was er tut, in einem solchen, bestimmten und eigenen Raum auf. Jeder von uns kennt dann seinen Raum, die verschiedenen Sichtachsen, die er bietet, die Einrichtung. Auch den einen und anderen besonderen Winkel hat man bereits erforscht, während man seine Themen weiter voranbringt.

Stellen wir uns jetzt vor, diesen Raum wenigstens ab und an zu verlassen, um ins Freie zu treten und andere Menschen zu treffen, die genau das Gleiche getan haben. Wie wäre es, wir würden feststellen, dass wir dann alle mal frischere Luft atmen und im Gespräch zwangsläufig andere Perspektiven kennen lernen, weil Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen, eben andere Räume beschreiben? Wie wäre es weiter, wir würden diese Erfahrungen alle weniger nur mit der Uhr messen, als danach, wie sehr sie unseren »Kosmos« erweitern und uns etwas mitnehmen lassen, das uns bleibt. So, als könne man ein Stückchen weiter in die Ferne sehen, über Räume und Häuser hinweg, auf eine ganze Landschaft hinaus. Und noch weiter gedacht: würden wir nicht am Ende reichhaltiger leben, wenn wir auf diese Weise feststellten, dass wir nicht nur alleine auf eigene Faust in unserem Raum »werken«, sondern immer auch über geteilte Ausblicke verbunden sein können; dass wir vielleicht sogar an verschiedenen Stellen an genau demselben wirken und so gemenisam etwas bewegen können?

Wir denken, es braucht mehr gute Gelegenheiten für genau solche Erlebnisse. Deshalb finden am 27.April 2013 die nächsten Inspiration Lounge TALKS statt, bei denen sich interessante Vorausdenker und –macher aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie viele Interessierte, die ebenfalls etwas bewegen wollen, wieder in einzigartiger Atmosphäre treffen und austauschen können. Unmittelbar, persönlich, live und ganz unvirtuell von Mensch zu Mensch. Wer sich traut, kommt vorbei. See You…

 

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Raus aus dem Konsens des Gewohnten

25. Februar 2013 von Kerstin

Wer wie ich ab und zu ein Musikinstrument spielt, weiß, dass man oft gerne gerade die Stücke spielt, die man besonders gut kennt, bereits oft gespielt hat und daher möglichst mühelos wiedergeben kann. Die meisten Menschen verwenden einen recht übersichtlichen Wortschatz und nutzen vor allem einzelne Worte häufig wiederkehrend, obwohl sie durchaus über viele Alternativen verfügten.

Warum diese Beispiele? Weil sie stellvertretend für unzählige Momente im Leben stehen, in denen wir zu Vorgehensweisen oder Dingen greifen, weil sie uns geläufig sind und wir sie gut können. Sie sind uns vertraut, sie haben sich bewährt oder wir haben uns mit ihnen bewährt und haben etwas bewältigt. Wie wir heute aus der Hirn- und Kognitionsforschung wissen, befasst sich unser Gehirn gerne mit Erinnerungen und Erfahrungen, die für uns »gelungen« waren. Kommt eine Situation, die einer entsprechenden Vergangenen gleicht, reagieren wir, indem wir das Memorierte wieder anwenden und damit auf Gelerntes zurückgreifen.

Das hat seinen Sinn: vor Tausenden Jahren war es lebenswichtig, weil energiesparend in rauer Zeit, bewährte Nahrungsmittel und Verhaltensweisen zu haben, um den eigenen Aufwand auf möglichst geringem Level zu halten. Bewährte Routinen aufzubrechen konnte schnell bedrohlich werden, (wurde aber trotzdem gewagt und hat so wesentlich zur Weiterentwicklung des Menschen beigetragen.)

Auch heute gibt es zahllose Fälle, in denen es uns hilft, unser Hirn im »Energiesparmodus« zu belassen und unbewusste/bewusste Routinen zu nutzen. Zumindest der Situation nach, in der wir leben, ist es uns heute aber auch besser und einfacher möglich, unsere Routinen »wacher« zu betrachten und sie bewusst zu hinterfragen. Angesichts des rasanten Verbrauchs begrenzter Ressourcen und der Häufung gesellschaftlicher und menschlicher Probleme, die unseren Alltag durchziehen, erscheint es obendrein zumindest schon mittelfristig bedrohlich, uns länger in einer Komfortzone zu wähnen und uns im Konsens des Gewohnten einzurichten.

Es ist daher besser, und noch dazu spannender und Lebensfreude gebender, den Hör-, Seh-, Denk- und Handlungsgewohnheiten neue Eindrücke, Perspektiven, Fähigkeiten und Möglichkeiten entgegenzusetzen. Natürlich kostet uns das alle eigene Energie und Zeit – und es kann unbequem werden, andere, neue Wege kennen zu lernen. Aber es lohnt sich, denn stellen wir uns die Höhlen vor, aus denen unsere Urahnen damals aufbrachen: Wollten wir so leben?

Übrigens, wer Lust hat, jede Menge erfrischende Ideen, Blickwinkel und konkrete Schritte über den Konsens des Gewohnten hinaus kennen zu lernen und sich anregen zu lassen, selbst etwas für sich, sein Leben und sein Umfeld zu bewegen: am Samstag, den 27.04.2013 finden unsere nächsten Inspiration Lounge TALKS in der Art68 in Köln statt.

Mehr Informationen über die Teilnehmer und Themen demnächst hier.

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PlanungsHoch

14. Februar 2013 von Chris

Die Planungen laufen auf Hochtouren. Die nächsten Inspiration Lounge TALKS 2013 werden am 27. April stattfinden. Als Location haben wir uns diesemal wieder die ART68 ausgesucht, die den TALKS schon beim letzten Mal einen Raum für angeregten Ideenaustausch gegeben hat.

Momentan sind wir viel unterwegs, um spannende Zeitgenossen und Themen für die TALKS zu versammeln. Coming soon.

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Danach ist davor.

13. Dezember 2012 von Chris

(nach den TALKS ist vor den TALKS)

Ein sehr spannendes und erfolgreiches Jahr nähert sich dem Ende. Bei unseren Inspiration Lounge TALKS 2012 haben sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen kennengelernt, Ideen, Wissen und Blickwinkel ausgetauscht und dabei neue Projekte an den Start gebracht. Wir sind begeistert von den vielen positiven Feedbacks.

Deshalb geht es nun in die nächste Runde. Die nächsten Inspiration Lounge TALKS 2013 werden im Frühjahr stattfinden. Wieder im neuen Gewand und neuen Modulen. Viele Dinge haben wir weiterentwickelt, einiges kommt neu hinzu. Mehr wird aber noch nicht verraten, nur so viel: künftig werden auch Experten aus wissenschaftlichen Bereichen die Inspiration Lounge TALKS 2013 mit ihren Ideen und ihrem Wissen bereichern, um zu neuen Perspektiven anzuregen.

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Inspiration Lounge TALKS 2012_die Dokumentation#4

29. November 2012 von Chris

(Felix Klemme in Aktion)

Vortrag von Felix Klemme_Gründer von OutdoorGym

Das Opening hatte es in sich. Zügig schritt Felix Klemme zum Tisch und leerte den Inhalt einer Flasche aus. »Um was handelt es sich,« fragte er in die erstaunte Runde? »Erde, Laub und Steine – Natur.« Die Antworten des Publikum erfreuten ihn. »Tja, für die meisten ist es nur Dreck, aber ja, es ist Natur.« Felix Klemme, der Gründer von OutdoorGym war mit diesem Intro schon mitten in seinem Thema.

(vor dem Vortrag)

Der moderne Mensch ist vernetzt, permanent in Projekten, eingespannt im engen zeitlichen Tagesrhythmus, gehetzt von Terminen und vergisst dabei ganz gerne eins: sich selbst. Auf Dauer führt dies unweigerlich  zu Unzufriedenheit und Ungleichgewicht. Genau dort setzt das Konzept von QutdoorGym an. Der Mensch soll wieder Teil der Natur werden, sich wieder natürlich verhalten. Laufen im Wald, Bewegung im Freien, oder eine überlegte Ernährung, die im wesentlichen auf Kohlehydrate und Zucker  verzichtet: all dies sind Komponenten, die in der Erfüllung ihrer Einfachheit die Voraussetzung einer zufriedenen Lebensgestaltung sind.

(Inspiration Lounge TALKS Plakat_Felix Klemme)

Zentral ist der Gedanke, dies in Gemeinschaft mit anderen zu tun. Körperkontakt, der zwischenmenschliche Austausch von Erfahrungen, Ideen und Emotionen stärken so den Einzelnen und die Gruppe.

Insgesamt gilt es, so Felix Klemme, eine Lebensart neu zu entdecken, die uns gut tut und die wir auf unseren Weg in den gedachten Fortschritt unterwegs vergessen haben.

Manchmal können Dinge so einfach sein.

Lesung von Wilhelm Schlote_Künstler und Zeichner

(vor der Lesung von Wilhelm Schlote)

Als Wilhelm Schlote zum Abschluss der Inspiration Lounge TALKS begann, aus seinem Buch »Mein Opa hat die Taschen voller Buntstifte« vorzulesen, wurde es im Publikum noch einmal ganz still. Volle Aufmerksamkeit für die Geschichte, in der Charlotte, die Enkelin eines Buntstiftzeichners, schildert, wie ihr Opa seinen Weg durchs Leben geht, indem er stets die eigenen Ideen verfolgt und sich durch Widrigkeiten nicht aufhalten lässt, vor allem mithilfe eines roten Zauberstifts. Denn stellt sich ihm beispielsweise ein Banker entgegen, der nichts vom Leben versteht und auch nichts von Phantasie und der Liebe zum Zeichnen, dann streicht er ihn mit seinem Zauberstift einfach durch, genau wie auch das Geldhaus.

(die Lesung)

Auch das zweite Buch, aus dem Wilhelm Schlote liest, »Krickel, Krakel und Andantino« handelt von Phantasie und dem Mut, den eigenen Vorstellungen nachzugehen, statt sich in die äußeren Rahmen zu fügen. »Wir sind heutzutage so bestimmt zur Anpassung an das, was »man von uns erwartet«, obwohl wir ständig von Individualismus sprechen. Wir können so vieles, aber wer traut sich noch, er selbst zu sein und dabei auch »über den Rand zu zeichnen«. Wir streben das Perfekte an und trauen den eigenen Ideen nicht, weil sie nie ganz perfekt sind, doch die wahre Entwicklung und Leben liegen im Unperfekten, im Menschlichen, eben in uns. Vor lauter Vernunft und der Liebe zu Messbarem, Sicherem haben wir fast vergessen, dass wir schon immer in unserer Geschichte durch Ideen weitergekommen sind, an die zuerst kaum jemand glaubte. Zeit also, sich endlich wieder zu erinnern.«

(Wilhelm Schlote im Gespräch)

Mit diesen Anregungen von Wilhelm Schlote endete die Lesung, und mit dem sich anschließenden, intensiven Austausch zwischen allen Teilnehmern und Besuchern klangen die TALKS schließlich in lockerer, gemeinsamer Runde aus. Es war ein Abend voller Blickwinkel und Impulse, der gute, neue Ideen und Kontakte auf den Weg gebracht hat.

(Inspiration Lounge TALKS Plakat_Wilhelm Schlote )

Wir danken nochmals allen Teilnehmern und Besuchern und freuen uns bereits auf die Inspiration Lounge TALKS 2013.

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