Kategorie: ALLE INTERVIEWS

Interview mit Eriko Kopp-Makinose

17. März 2010 von Kerstin
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»Es gibt keine Fehler, es gibt nur unerwartete Ergebnisse.«

Eriko Kopp-Makinose startete nach dem Abitur eine Tanzausbildung in Amsterdam, war jahrelang als Tänzerin tätig und gründete die Tanzkompanie UnterwegsTheater, deren Mitglieder aus vielen unterschiedlichen Ländern kamen.

Nach dieser Zeit wechselte Eriko Kopp-Makinose hinter die Kamera, wurde Videoeditorin und arbeitete ca. sechs Jahre in diesem Bereich. Mit 30 Jahren startete sie eine Ausbildung als Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung. Sie arbeitet seitdem mit großer Leidenschaft in diesem Beruf und unterstützt Menschen in Unternehmen und Organisationen sowie Privat-personen, ihr persönliches Potential, ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken, zu nutzen und zu erweitern.

Zusammen mit anderen Eltern und einer Pädagogin gründete sie 2004 die Freie Aktive Montessori-Schule in Neckargemünd und leitete deren Trägerverein Lernwerk e.V. jahrelang als Vorstandvorsitzende. Das Konzept der Schule beruht darauf, die Individualität von Kindern, ihre damit verbundenen persönlichen Schwerpunkte sowie verschiedene Lern- und Entwicklungsprozesse anzuerkennen und zu fördern. Wichtige Grundlage dafür ist eine Lernumgebung, in der Kinder aktiv und aus eigener Motivation heraus, ohne Angst vor Fehlern entdecken, probieren und lernen können. »Es war mir immer wichtig, Räume zu schaffen, in denen Kreativität auftauchen kann.« Die staatlich genehmigte Freie Aktive Montessori-Schule des Lernwerk e.V. ist daher sowohl im Hinblick auf das Konzept als auch den Schulalltag eine Alternative zum herkömmlichen Schultypus in Deutschland.

»Wir sind für Vielfalt. Das Spektrum der Schulen und Schulkonzepte machen wir ein bisschen bunter.«

Wurde die Schule 2004 von den Gründern vor allem für die eigenen Kinder initiiert, besuchen sie heute auch viel andere Kinder. Das Interesse für die Schule und ihr Lernkonzept ist groß und wächst weiter. Inzwischen ist auch der Umzug in neue Räumlichkeiten geschafft.

In unserem Interview ist noch die alte Schule in Neckargemünd zu sehen. Und tatsächlich haben wir uns zu Beginn des Interviewtermins an einige Dinge aus unserer eigenen Schulzeit erinnert gefühlt, um dann schnell festzustellen, wie anders und positiv eine Atmosphäre in Schulräumen auch sein kann.

Interview mit Otto Dietrich

23. Februar 2010 von Chris
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»Meine Motivation ist die Neugierde, mich mit verschiedenen Standpunkten auseinander zu setzen.«

Otto Dietrich studierte Graphik-Design, bevor er an das Chelsea College of Art & Design nach London und zum Fach Medienkunst wechselte. Sein Postgraduiertenstudium an der Kunst-hochschule für Medien in Köln schloss er mit der Arbeit »Der Sohn Gottes – The Son of God« ab, einem Dokumentarfilm über Jesusdarsteller und die Darstellung des Göttlichen im Passionsspiel. Ohne jemals zuvor ein Interview geführt zu haben, fuhr Otto Dietrich für diesen Film an Passionsspielorte in Bayern und den USA – Oberammergau, Engerazhofen, Spearfish und Colorado Springs – um Jesusdarsteller über ihre unterschiedlichen Eindrücke und Erfahrungen zu befragen. Die Idee zu »Der Sohn Gottes – The Son of God« entstand u.a. während der Arbeit bzw. auf der Reise für einen anderen Film: »Die Romantische Straße«.

Kennen gelernt haben wir Otto Dietrich im Rahmen der Präsentation seines Films »Toy Soldier«. Der Film dokumentiert das Leben schwuler Soldaten in der israelischen Armee und lässt die Protagonisten dabei ihre eigenen Blickwinkel und Erfahrungen schildern. Beeindruckt hat mich dabei ganz besonders, wie sich anhand verschiedener Sichtweisen die kulturelle Prägung Israels durch das Militär abzeichnet.

»Toy Soldier« entstand im Rahmen eines Projekts von drei Filmschulen, der Sam Spiegel Film & Television School Jerusalem, der Andrzej Wajda Master School of Film Directing in Warschau und der Internationalen Filmschule Köln. Otto Dietrich entschied sich, für das Projekt einen Film in und über Israel zu erstellen. Auf das Thema von »Toy Soldier« kam er u.a., als er bei der Recherche auf »Yossi und Jagger« stieß, einen in Israel sehr erfolgreichen Film.

Otto Dietrich arbeitet heute sowohl als Filmemacher/Regisseur als auch als Künstler und Graphik-Designer. Dabei kommen Know-how und Erfahrungen in jedem einzelnen Bereich seiner Arbeit in den anderen Gebieten zugute. Es resultieren eine enorme Vielseitigkeit und zahlreiche Projekte, die deutlich den zugrunde liegenden Antrieb erkennen lassen:

»Es geht mir darum, Dinge zu produzieren. Ich will visuell kommunizieren.«

Die im Interview enthaltenen Darstellungen von »Der Sohn Gottes – The Son of God« und »Toy Soldier« entstammen der Homepage von Otto Dietrich. Dort sind ebenfalls viele weitere Projektbeispiele sowie Informationen über die Filme zu sehen.

Interview mit Dr. George Berbari

22. Januar 2010 von Kerstin
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»We did find out something – but we still have a lot to find out.«

Dr. George Berbari, Psychiater und Hirnforscher, wurde in New York geboren.  Er studierte Medizin/Psychiatrie u.a. an der University of Pennsylvania. Nur kurze Zeit nach Abschluss der Ausbildung wurde er 1965 zum Militärdienst nach Vietnam eingezogen und war dort auf einem Krankenhausschiff stationiert.

Im Rang eines Navy Attaché arbeitete er danach in vielen verschiedenen Ländern, u.a. in Australien, in Guatemala, Uruguay, Libanon, Israel, Rumänien, Polen, Russland, England, Frankreich und Italien, wo er überwiegend in diplomatischen Bereichen bzw. an den jeweiligen amerikanischen Botschaften tätig war. Aus dieser Zeit resultiert sowohl eine große Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen als auch das Erlernen sieben verschiedener Sprachen.

Ab 1977 arbeitete Dr. George Berbari in einem Krankenhaus in New York als Psychiater.        1992 kam er nach Deutschland. Heute lebt er in Köln. Er arbeitet als Chefarzt und Projektleiter im Bereich Hirnforschung. Sein Schwerpunkt ist die Erforschung von Hormonen und deren Einfluss auf das menschliche Hirn. Als geschätzter Experte steht er in regelmäßigem Austausch mit anderen Forschern und hält weltweit Vorträge.

Im Interview berichtet er, warum er ausgerechnet Psychiater geworden ist, warum ihn seine Militärzeit in Vietnam sehr geprägt hat und welches Forschungsprojekt ihn aktuell beschäftigt. Er schildert, warum die Suche nach medizinischen Erkenntnissen wohl nie zu Ende sein wird und immer wieder fasziniert. »If we don’t learn, we don’t know.«

Aus seiner jahrelangen Berufspraxis in unterschiedlichen Gebieten stammt seine vermeintlich ganz einfache Empfehlung. »You have to know a little bit about yourself.«

Warum: Seht selbst …

Abschließend ein Hinweis in eigener Sache. Wir freuen uns, dieses Mal Manuel Odendahl als Produzent des Inspiration Lounge Intro Sounds dabei zu haben.

Interviews mit Yung Chin

13. Januar 2010 von Kerstin

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No matter what your field of study is, you got to have this kind of thirst. Interview 1
You have to learn the hand of the maker.
Interview 2

Yung Chin ist ein international anerkannter Bogenbauer- und händler sowie einer der weltweit besten Bogenexperten. Er erstellt Expertisen betreffend antike Violinen- und Cellobogen.

Yung Chin studierte zunächst Violine in den USA, u.a. bei Louis Krasner, und begann dann auf Rat eines Professors den Bogenbau zu erlernen. »First I was more interested in violin making. But he told me: make bows. You’re better for bows. So, I followed his advice.«

Inzwischen fertigt Yung Chin seit ca. 30 Jahren hochwertige Bogen und erweitert dabei stetig seine Fertigkeiten und Erfahrung: »Actually I’m still learning. You never stop.«

Er arbeitet seit langer Zeit für die besten Geiger und Cellisten weltweit. D.h. er erstellt Bogen
in Handarbeit, die jeweils ganz genau auf die persönlichen Anforderungen der Musiker abgestimmt sind. Jeder Bogen ist daher einzigartig und Yung Chin hat seine besondere Vorgehensweise, um die speziellen Anforderungen für den einzelnen Bogen zu finden.

Seit inzwischen fast 30 Jahren reist er außerdem regelmäßig und insbesondere nach Europa, um antike Bogen, hauptsächlich aus Privatsammlungen, in Augenschein zu nehmen und so
sein Wissen und seine Erfahrung stetig zu erweitern. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wie viele Bogen man innerhalb all der Jahre begutachten bzw. wie viel Wissen man darüber sammeln kann. Yung Chin nennt es kurz: »You have to build up your own library.«

Seit einiger Zeit fertigt er zusätzlich Expertisen über die Echtheit antiker Bogen und profitiert dabei von seiner immensen Erfahrung im Bogenbau. Da Bogen auch als Geldanlage dienen und dieser Aspekt in den letzten Jahren auch für Sammler ohne professionellen musikalischen Hintergrund an Bedeutung gewinnt, ist die Arbeit von Yung Chin äußerst wichtig, um mehr Sicherheit bezüglich der Bogen und damit Investitionen zu gewährleisten sowie Fälschungen zu enttarnen.

Yung Chin lebt und arbeitet in New York City. In den letzten Jahren unterrichtete er
außerdem Bogenbau am Oberlin College.

Er engagiert sich für die International Pernambuco Conservation Initiative. Die Vereinigung arbeitet daran, Pernambucobäume an der Atlantikküste Brasiliens aufzuforsten und zu erhalten. Pernambucobäume wachsen nur in Brasilien. Ihr Holz wird u.a. für hochwertige Bogen verwendet. Die IPCI fördert bezüglich Erhaltung und Aufforstung u.a. Forschung und wissenschaftlichen Austausch. Ein ins Leben gerufenes Jugendorchester spielt mit aus Pernambuco gefertigten Bogen, um insbesondere in Brasilien selbst darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Holz als Natur- und Kulturgut ist.

Das Interview mit Yung Chin entstand während einer seiner Europareisen, im Rahmen seines Besuchs bei Andy Lim, Cellist und Verleger außergewöhnlicher Kunstbücher. Da man nicht oft die Gelegenheit bekommt, gleich zwei Experten im Gespräch zu haben, sind zwei Inspiration Lounge Videos entstanden:

Im ersten Interview schildert Yung Chin seinen Weg und seine Erfahrungen im Bogenbau. Das zweite Interview zeigt Yung Chin und Andy Lim zum Thema Vorgehensweisen in der Expertise.

Die im Video zu sehenden Bogen stammen von verschiedenen Bogenbauern.

In the last 25 years Yung Chin, a Chinese-American award winning bowmaker, has developed himself into one of the world’s foremost experts in rare bows of the violin family (violin, viola and cello). The bows from the beginning of the 19th century till ca. 1970 have reached today a tremendous investment value, so there is more need than ever for trustable and sincere experts. Beside the main established french experts Bernard Millant and Jean-François Raffin from Paris (France is the »motherland« of the bow in its final form as known today, as Italy is the »motherland« of the violin), and the younger generation like Yannick Le Canu from Lille and Sylvain Bigot from Lyon, Yung Chin from New York City can be seen as one of the very, very few american experts, whose integrety and expertise can be trusted.

As one of the founders of IPCI he also invests a considerable amount of time and energy in the protection and the afforestation of The Pernambuco Tree, from which the bows are made, needed to make any violin, viola or cello sound. Here we present Yung Chin, visiting Andy Lim and his bow collection in Cologne for the first, but certainly not the last time.

Inspiration Lounge Interview: Andy Lim

Interview mit Boris Becker

31. Dezember 2009 von Chris
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»Doppel- oder Dreifachbödiges – das ist für mich das Spannende.«

Der Künstler Boris Becker gehört zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Photographie-  szene. Zwischen 1982 und 1984 studierte er an der Hochschule der Künste in Berlin, danach bis 1990 bei Bernd Becher an der Kunstakademie in Düsseldorf. Seine Arbeiten werden national und international in Galerien und Museen ausgestellt.

Die in der SK Stiftung Kultur in Köln laufende Ausstellung »Boris Becker, Photographien 1984 – 2009« zeigt noch bis zum 28.02.2010 eine Werkübersicht, die Arbeiten Boris Beckers von den achtziger Jahren bis heute umfasst. Zu sehen sind u.a. Beispiele aus den Werkserien Hochbunker, Wohnhäuser, Konstruktionen, Felder und Landschaften, Fakes und Artefakte.   Zur Ausstellung erschien die umfangreiche Monographie »Boris Becker, Photographien 1984 – 2009« und das Buch »Fakes« über die gleichnamige Werkserie, das von drei aufwändig gearbeiteten Sondereditionen begleitet wird.

Boris Becker bezeichnet sich selbst als Bildfinder. Es gelingt ihm immer wieder, Facetten des realen Lebens zu entdecken, die, von anderen zunächst oft übersehen, ihren besonderen Reiz einer immanenten Vielseitigkeit verdanken. Nicht nur, dass die Motive zahlreiche, mögliche Geschichten und gedankliche Blickwinkel in sich vereinen, sie sind oft genug nicht das, was sie scheinen.

Sind die Hochbunker beispielsweise als Kirche überbaut, um den eigentlichen Schutzraum zu verbergen, geben die Wohnhäuser ein einerseits statisches und doch gleichzeitig der Verände-  rung, der architektonischen Mode unterworfenes Bild. Liefern die Felder Eindrücke aus der Natur, die nur mehr eine vermeintliche ist, fokussieren die Fakes täuschend bekannte Gegen-  stände, die vom Zoll als Produktpiraterie oder Behältnisse für Drogen- und Waffenhandel »enttarnt« wurden. Boris Beckers Arbeiten fordern daher stets auf, genau hinzuschauen und die dokumentarische Aussagekraft der Fotografie zu hinterfragen.

Auch wenn manchmal mehrere Fahrten notwendig sind, um nur ein Bild zu machen, die Ideen zu seinen Fotografien entstehen beispielsweise aufgrund von Zeitungsnotizen, Fernsehberich-  ten oder weil er am Flughafen bzw. Zoll ein besonderes Objekt entdeckt: »Mir ist dieser amorph geschwungene Frisierstuhl aufgefallen. Da wusste ich sofort, dass ich ihn vor einem monochromen Hintergrund fotografieren will.«

Diese Entdeckung macht deutlich, wie sehr Ideen und ihre Umsetzungen mit einer auslösenden Situation im Umfeld sowie der findenden Person, ihren speziellen Blickwinkeln und Interessen verwoben sind. Auch die Werkserien »Fakes« und »Artefakte« weisen daher eine gedankliche Linie auf, die schon in sehr frühen Werken von Boris Becker erkennbar ist. So ist es logisch, dass in der aktuellen Ausstellung neuere Arbeiten direkt neben Exponaten der ersten Werk-
serien zu sehen sind.

Und trotz allem: Boris Becker denkt manchmal auch darüber nach, etwas ganz anders zu machen. Was genau? Seht selbst im Interview…

Ab dem 16.01.2010 werden Arbeiten aus Boris Beckers Werkserie »Fakes« in der Herz Jesu Kirche am Zülpicher Platz in Köln zu sehen sein. Bei Gundel Gelbert in Köln werden ab dem 20.10.2010 die Publikation »Fakes« und die Editionen gezeigt, die bei Darling Publications/ Lim & Asmuth Publishers erschienen sind.

Unser Inspiration Lounge Interview entstand im Rahmen der Druckabnahme dieser Werke.

Interview mit Kathrin Jurgenowski

11. November 2009 von Kerstin
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»Fang einfach an und schau, was dabei herauskommt.«

Kathrin Jurgenowski arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Lektorin und seit einiger Zeit auch als Autorin.  Als Lektorin hat sie so manchem Buch auf seinem Weg zum Erscheinungs-
termin die entscheidende Hilfestellung geleistet. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass viele Manuskripte aufgrund von thematischen oder technischen Mängeln zum Scheitern verurteilt sind.

»Durch meine Arbeit weiß ich einfach, dass bestimmt 98 Prozent aller eingereichten Romane nichts werden. Ich hatte daher für mich selbst den Gedanken entwickelt, dass ich in diesen Pool von Geschichten, die keiner will, nicht auch noch etwas dazugeben muss. Außerdem dachte ich, man sollte nur dann anfangen zu schreiben, wenn man zuvor die genaue Idee hat, wie und was es werden soll.«

So ist Kathrin Jurgenowski trotz ihres großen Hintergrundwissens darüber, was Büchern zum Erfolg oder Misserfolg verhilft, jahrelang nicht zu der Entscheidung gekommen, selbst ein eigenes Buch zu verfassen.

Umso überraschter war ich, als sie Anfang dieses Jahres doch damit begann und dabei ziemlich schnell von »Roman schreiben« zu »Drehbuch schreiben« wechselte. Meine Nachfrage, ob da nicht viel spezielles Know-how notwendig wäre, beantwortete sie kurz mit: »Klar, ich muss mir jetzt parallel zum Schreiben viel zusätzliches Wissen aneignen. Aber Ihr müsst ja Euer Inspiration Lounge Blog auch aufbauen und verstehen, wie es funktioniert. Das kriegen wir alles hin.«

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Menschen mit Begeisterung für ihr Thema und ihre Arbeit gesehen. Bei Kathrin Jurgenowski allerdings ist darüber hinaus ganz offensichtlich der sprichwörtliche Knoten aufgegangen. So ist ihr Interview dann auch ein gutes Beispiel dafür, was alles passieren kann, wenn man aufhört, auf die große Eingebung zu warten und stattdessen die Dinge in Angriff nimmt, die einen antreiben.

bestetexte

Interview mit Manuel Odendahl_2

29. Oktober 2009 von Chris

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»Es ist meins, es macht Spaß, es macht Sinn.«

Endlich und nur hier. Part II des Interviews mit Manuel Odendahl, Minimal Techno DJ, Softwareentwickler und Gründer von Ruin&Wesen. Location: Technologie Park Karlsruhe, irgendwann Ende dieses Sommers. Um was es geht: Microcontrolling, Midi Command, Sounzzz und schlaflose Nächte.

Nun lebt und arbeitet Wesen in Weimar und macht Dinge, von denen wir bald mehr sehen und noch mehr hören werden. Respect2U. Location: Gaswerk.

Interview Manuel Odendahl Part I.

Interview mit Manuel Odendahl_1

28. Oktober 2009 von Kerstin
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»Ich fokussiere kleine Einheiten – beim Programmieren machen schon zwei Zeilen richtig viel aus.«

Manuel Odendahl war keine zehn Jahre alt, als er begann, sich für Computer zu begeistern. Der Auslöser, mit dem Programmieren anzufangen, war dann ein kleines Heft mit der Programmieranleitung für ein Abenteuerspiel.

Inzwischen kann er auf eine Programmiererfahrung von über zwölf Jahren zurückblicken, von denen er mehr als zehn Jahre bis zu 12 Stunden täglich vor dem Rechner verbrachte. Direkt nach der Schulzeit kamen parallel zum Informatikstudium die ersten Programmierjobs. Heute vereint Manuel Odendahl seine Leidenschaft für neue Anwendungen und Lösungen mit ausgiebiger Fachkenntnis und jeder Menge Erfahrung.

»Mir kommt das, was ich jetzt mache, oft sehr einfach vor. Ich bin sehr froh, dass ich schon so früh damit angefangen habe. Heute könnte ich gar nicht mehr nachholen, was ich alles schon gemacht und gelernt habe.«

Vor etwas vier Jahren begann er, sich zusätzlich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Von seinem Bass schwenkte er zur elektronischen Musik. An Techno fasziniert ihn dabei die Nähe zum Programmieren und das direkte Feedback bei seinen Live-Gigs: »Ich messe mich gerne. Und bei Techno ist das ganz einfach. Wenn Du nicht gut bist, ist schnell keiner mehr da.«

Für einen seiner Live-Gigs entwickelte, programmierte und baute er dann auch vor ca. einem Jahr seinen ersten MIDI Controller, um die Soundmöglichkeiten seiner Drum Machine zu erweitern. Schnell entwickelte sich eine rege Nachfrage auch von anderen Musikern. Inzwischen hat sich Manuel Odendahl mit seiner eigenen Firma Ruin&Wesen konsequent auf die Entwicklung und Programmierung von MIDI Controllern spezialisiert. Zahlreiche Möglichkeiten, die Ruin&Wesen Controller selbst für bestimmte Zwecke zu programmieren, finden sich als Open Source auf seiner Homepage.

»Was ich beim Musik machen lerne und merke, kann ich auch wieder auf die Entwicklung der Controller anwenden. Es sind insbesondere immer die kleinen Dinge – Feinheiten, die den Unterschied ausmachen.«

Sein umfangreiches Wissen gibt Manuel Odendahl außerdem in dem bei O’Reilly erschienenen Buch Arduino – Physical Computing für Bastler, Designer und Geeks weiter. Daneben bastelt Manuel Odendahl weiter fleißig eigene Sounds, setzt konsequent eine nach der anderen neuen Idee um und ist zusätzlich immer wieder auch bei Live-Gigs zu sehen.

Interview mit Michael Maurissens

30. September 2009 von Chris
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»Man muss sein Ego aufmachen.«

Michael Maurissens begann seine Tanzausbildung, als er 14 Jahre alt war. Im Alter von 20 Jahren erhielt er ein Engagement am Ballett Nürnberg/Tanzwerk Nürnberg und war dann von 1997 bis 2004 Mitglied in Amanda Millers Ensemble Pretty Ugly am Ballett Freiburg. Von 2006 bis 2009 war er bei pretty ugly tanz köln.

Michael Maurissens Faszination und sein Engagement für das Tanzen als Kombination von Bewegung, Ausdruck, Musik und Emotionen ist offensichtlich: »Man muss inspiriert sein, um jeden Tag frisch in den Ballettsaal zu kommen. Es geht ja nicht allein um körperliche Arbeit, sondern um die Kunst – wir bauen etwas gemeinsam.«

Neben dem Tanzen choreografiert Michael Maurissens. 2008/2009 kuratierte er im Auftrag von pretty ugly tanz köln eine Reihe von vier Tanzproduktionen (day | evening | night | dawn) in Köln. Für den Part »night« erstellte unsere Interviewpartnerin Ellen Bornkessel in Zusammenarbeit mit pretty ugly eine Videoinstallation.

Ab Oktober wird nun das von Michael Maurissens choreografierte Werk »View with a Room« an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln zu sehen sein. Er arbeitete dafür zusammen mit Studenten der Hochschule. Die Premiere ist am 10. Oktober, 19.30 Uhr.

»Bei dieser Choreografie habe ich meine ganze Erfahrung einfließen lassen, um den Studenten viele verschiedene Möglichkeiten in der Bewegung zu vermitteln. Das Stück heißt »View with a Room«, weil es, wie ich auch im Interview erkläre, um Offenheit, um verschiedene Blickwinkel und Wege des Ausdrucks durch Körpersprache geht.«

2009 gründet Michael Maurissens zusammen mit Douglas Bateman das MichaelDouglas Kollektiv. Als Ort der Kommunikation und projektbezogener Zusammenarbeit bietet es Choreografen, Tänzern, Schauspielern, Musikern, Designern, Filmemachern und Künstlern anderer Sparten eine Vielzahl künstlerischer Möglichkeiten. Das erste Projekt »approaching grace« wird ab dem 26. November in Köln zu sehen sein.

Interview mit Volker Bombien

01. September 2009 von Chris

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»Was mich interessiert, das ist interessant.«

Volker Bombien war langjährig in verantwortlichen Positionen im politischen Bereich tätig, bevor er Lektor wurde.

Inzwischen arbeitet er seit Jahren für den O’Reilly Verlag in Köln, die deutsche Niederlassung des internationalen Computer/IT-Verlages O’Reilly Media. Anhand täglicher Internetrecherche sucht und findet er mit viel Erfahrung und Faszination nach eigener Aussage »Trüffel« – auflageträchtige Trends und Themen, aus denen künftig Bücher bei O’Reilly entstehen. Im Interview spricht Volker Bombien über aktuelle Entwicklungen, beispielsweise die Mikrocontroller-Programmierung, die im Rahmen der Do-It-Yourself-Bewegung zunehmend auch in Musik- und Kunstbereiche vordringt. Außerdem erklärt er, warum es ihn immer wieder fasziniert, 10-15 Stunden am Tag im Internet zu forschen und neue Ideen zu entwickeln.

»Ich kann Aufmerksamkeit erregen, wenn ich frühzeitig einen Trend benenne…und ich lag selten daneben.«

Neben dem Erkennen von Trends zählt für Volker Bombien inzwischen immer mehr, Ideen auch in die Tat umzusetzen: »Auf die Theorie muss die Praxis folgen, sonst ist auch das Erkennen eines Trends müßig.«

Der O’Reilly Verlag ist in der IT-Branche ein fester Begriff: Er ist bekannt für detaillierte technische Darstellungen zahlreicher praktischer EDV-Themen. O’Reilly Media veröffentlichte 1992, als es nur wenige hundert Websites im ganzen Netz gab, das erste Buch im Internet.

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