Archiv für: 19. Februar 2012

kreativ unternehmen_Teil 2

19. Februar 2012 von Kerstin

(thomas fuhlrott_zait)

K: Wann bist Du denn zum ersten Mal mit dem Thema Entrepreneurship in Berührung gekommen?

T: Das war während meines Studiums in Berlin. Ich habe Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert, und im Rahmen des Studiums gab es regelmäßig Gastvorlesungen von Professoren aus anderen Studienfächern. Dadurch besuchte ich eines Tages eine Vorlesung von Professor Faltin, der schon damals an der FU Berlin den Arbeitsbereich Entrepreneurship aufgebaut hatte und leitete. Inzwischen gibt es natürlich mehrere Universitäten, die diesen Bereich anbieten. Doch Günter Faltin hatte lange Zeit den einzigen Lehrstuhl für Entrepreneurship in Deutschland. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass das Thema Entrepreneurship hier und heute zu einem wichtigen Thema geworden ist.

Ich habe jedenfalls seine Vorlesung besucht und schnell entdeckt, dass mich das Thema fasziniert. Das lag zum einen daran, dass mir bewusst wurde: es gibt für jeden die Möglichkeit, mit einer wirklich guten Idee und einem runden Konzept ein Unternehmen zu gründen. Gerade heute setzen Gründungen nicht mehr unbedingt große Kapitalmengen und aufwändige Produktionsstätten voraus. Dazu kam, dass ich schon damals ein großes Interesse an kreativen, innovativen Prozessen hatte. Ich interessiere mich sehr für kulturelle Bereiche wie Kunst und Musik, in denen eine Avantgarde immer wieder die Grenzen des bis dahin Bekannten hinterfragt und bricht. Wäre ich nicht auf das Thema Entrepreneurship gestoßen, ich hätte mir gut vorstellen können, nach dem Studium im Kulturbereich zu arbeiten. Doch es kam anders.

Ich begriff, dass Entrepreneurship der Weg ist, das Hinterfragen und Aufbrechen von konventionellen Denk- und Handlungsweisen in die Ökonomie zu tragen. Dass Kreativität auch in der Ökonomie eine ungemein wichtige Rolle spielt und nicht nur der Kunst oder Musik vorbehalten ist. Überhaupt, wie ich mit meinen Ideen im ökonomischen Feld etwas bewegen und Dinge positiv verändern kann – zeigen kann, wie es anders geht, gerade auch indem ich meine kreativen Interessen und Fähigkeiten kombiniere.

Als Entrepreneur kreativ zu sein, hat außerdem noch einen Vorteil: du erwirtschaftest deine finanziellen Mittel selbst. Läuft es gut, kannst du deine Tätigkeit weiter ausbauen und in neue Ideen investieren. Läuft es nicht, merkst du das unmittelbar. Viele Kunst- und Kulturschaffende hängen dagegen mit ihren Projekten von Fördermitteln ab und verbringen daher viel Zeit mit dem Stellen von Anträgen und mit Warten. Darauf hätte ich keine Lust. Noch dazu: ohne die Ökonomie geht es eben nicht. Auch die gesamte Kulturförderung hängt letztlich an einer funktionierenden Wirtschaft. Sieht man dies zusammen mit der Tatsache, dass wir nicht weiter auf ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum mit steigendem Ressourcenverbrauch setzen können, finde ich umso wichtiger, in diesem großen Bereich Ökonomie endlich mehr qualitative, zukunftsfähige Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Dazu beizutragen macht mir große Freude.

K: Herzlichen Dank für das Interview.

Interview Teil 1

KATZAGSCHROI

(katzagschroi_schwäbisches heiligtum)

Zum Abschluss stellen wir dieses Mal ein Rezept vor, dass zwei Dinge aus unterschiedlichen Regionen vereint: bestes Olivenöl aus Katalonien/Spanien und schwäbischen Erfindergeist. Das Gericht heißt original Katzagschroi.

Für 4 Personen braucht man 500 g gekochtes Rindfleisch, das man in schmale Streifen schneidet. 2 größere Zwiebeln schneidet man in dünne Ringe, einen säuerlichen Apfel sowie eine gelbe und rote Paprika ebenfalls in schmale Streifen. Wer mag, kann außerdem noch eine Karotte in dünne Stifte schneiden.

Als nächstes rührt man aus einem Teelöffel scharfem Senf, aus Salz, schwarzem Pfeffer, Essig und Olivenöl eine Vinaigrette, die man mit dem Saft einer halben Orange abschmeckt.

Nun gibt man alle Zutaten in die Vinaigrette, mischt ordentlich durch, verteilt das Katzagschroi auf vier Tellern und streut klein geschnittenen Schnittlauch darüber.

Fertig.

Dazu passt am besten Weißbrot und ein Schnaiter Wartbühl.